Tag Archives: Christian Träsch

Spaßbremsen

22 Aug

Es macht mir keinen Spaß.

Es macht mir keinen Spaß, den Spielen des VfB in der Hinrunde zu folgen.

Und es macht mir keinen Spaß, die Diskussionen zu verfolgen, die sich rund um den VfB im Zuge dessen entspannen. Denn es ist doch ohnehin die gleiche Soße jedes Jahr. Der Kader genügt nicht den Ansprüchen für das internationale Geschäft und durch die Sparmentalität der Vereinsführung treibt man den VfB in den sportlichen Abgrund und wird sich mit Sicherheit auf einen Abstiegskampf einrichten müssen.

Verweist man dann darauf, dass das doch vor einem Jahr genau so gewesen sei, dann wird gerne darauf verwiesen, dass doch jetzt aber die Situation ganz anders und viel schlimmer sei. Jetzt würde dem Kader schließlich wirklich die Qualität fehlen, während die anderen groß aufgerüstet hätten, hat man sich wieder nur mit Zweitliga- und anderen Ergänzungsspielern verstärkt.

Warum schaut man nicht mal nach Hamburg? Da hat man schließlich erst für großes Geld zwei hochkarätige Spieler dazu geholt, von denen einem sogar absolut die Zukunft gehört: David Rozehnal und Marcus Berg!

Oh warte, das war ja letztes Jahr.

Aber gut, lassen wir diese Spielereien mal beiseite, schließlich haben wir mit dem 0:2 gegen Mainz heute zum Auftakt einen ordentlichen Schuss vor den Bug bekommen. Dass Mainz mit den Verstärkungen und dieser Offensivkraft aller Voraussicht nach auch diese Saison sicherlich eher in Richtung erster Tabellenhälfte orientiert sein wird, sei an dieser Stelle mal dahingestellt – relevant für die Beurteilung ist es ohnehin nicht.

Ich weiss, Christian Gross ist bei vielen noch mehr oder weniger sakrosankt, aber die Aufstellung, wie sie sich heute darstellte ist meiner Meinung nach nicht dem entsprechend, was der Kader eigentlich kann.

Hinten hat Ulreich heute einen meiner Meinung nach sehr guten Job erledigt und wenn man ihm was wollen würde, könnte man ihm höchstens beim 2:0 vorwerfen, er sei zu weit vorne gestanden – da musste er aber meines Erachtens eigentlich auch stehen, so wie die Flanke erst mal kam. Letztlich war der Kopfball ein wenig glücklich für Rasmussen, dass er so perfekt hinten rein fiel.

Mit den Aussenpositionen gehe ich soweit auch einigermaßen D’accord in Anbetracht dessen, dass Celozzi noch angeschlagen war und auch wenn Molinaro und Degen auch manchmal heute patzten. Ich denke, wenn das Gesamtkonstrukt besser funktioniert, dann werden auch die beiden wieder mehr glänzen (zumindest mal Molinaro).

Es hakte heute allerdings mehr als gewaltig in der Zentrale unserer Defensive, was irgendwie kein Wunder ist, denn das absolute Prunkstück der letzten Saison war heute personell tutto completti anders besetzt. Im Vergleich zur letzten Saison waren dort vier neue Namen:

In der Innenverteidigung sind Delpierre verletzt und Tasci noch hinter seiner Form zurück, so dass mit Niedermeier und Boulahrouz die nominelle B-Lösung hier antrat. Wo im Vorjahr noch Khedira und Träsch die Zentrale vor der Abwehr sauberhielten waren zudem heute mit Gentner und Kuzmanovic ebenfalls zwei „Neue“ aktiv. Klar, alles talentierte Leute, aber eben doch auch einigermaßen normal, dass es an der Abstimmung hapert.

Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe (von Seiten Gross), sind vor allem zwei Dinge:

Er mag Boulahrouz ja Tasci zu Beginn vorziehen, weil der in Fitnessproblem hat. Aber spätestens zur Halbzeit muss doch Gross erkennen, dass Boulahrouz ein riesiges Sicherheitsrisiko ist – und allerspätestens dann nachdem er auch das zweite Gegentor mitzuverantworten hat. Dass Tasci da nicht mal eine Option zu sein scheint, beunruhigt mich zunehmend…

Die zweite große Frage, die ich mir stelle ist, warum Gross weder heute noch am vergangenen Donnerstag von der Doppelsechs Kuzmanovic/Gentner abgerückt ist. Nachdem er letztes Jahr noch in Interviews kundtat, dass er Träsch für zu wichtig im defensiven Mittelfeld erachte, als dass er ihn auf der RV-Position „verschwenden“ würde, so spielt Träsch mittlerweile überall – nur nicht als Bestandteil der Doppelsechs.
Gerade heute gegen Mainz, wo teilweise unfassbar große Lücken zwischen Innenverteidigung und Mittelfeld entstanden sind, hätte ein Träsch mit seiner Laufstärke und seiner Zeckigkeit hervorragend neben Kuzmanovic (oder meinetwegen neben Gentner – beide waren ähnlich unauffällig) gepasst, um dies auszustopfen.

Ich kann nur hoffen, dass Gross das auch einsieht, und bald die Aufstellung entsprechend ändert. Audel dürfte schließlich bald auch mal für einen Starteinsatz fällig sein und dann könnte man mit dem Franzosen auf links, sowie Gebhart auf rechts antreten.

Im Sturm könnte ich mit der Variante Cacau/Marica durchaus leben, da Marica einigermaßen auffällig agierte (zumindest in Hälfte eins), allerdings fände ich Harnik eben als Variante für einen Starteinsatz neben Cacau auch mal spannend. Einfach um zu sehen, wie das so zusammen klappt.

Ob diese Änderungen mehr Erfolg bringen würden? Garantieren kann ich das natürlich nicht, aber die Änderungen würden für mich definitiv mehr Sinn ergeben, als es die in meinen Augen eher planlose Wechselei von Gross in der zweiten Halbzeit heute gab.

Das Spiel krankte heute vor allem in der Defensive bei uns, aber bis auf den Rotationswechsel Harnik gegen Degen (wodurch Träsch auf die RV-Position zurückrutschte) wurden nur Offensivwechsel vorgenommen. Das Zentrumsquartett, wo es am meisten haperte, wurde hingegen von Gross komplett unberührt verlassen.

Stattdessen wurde noch mit Gebhart einer der offensiv auffälligsten Spieler rausgenommen, was ich mir ebenfalls nur bedingt erklären kann.

Vielleicht verfolgt ja irgendeinen Masterplan, den ich so noch nicht verstehe und der dann bald zum Tragen kommt. Aber solange er mich nicht vom Gegenteil überzeugt, bleibe ich erst einmal bei der Meinung, dass Gross sich da momentan mit der Aufstellung verzockt und nicht das volle Potential der Mannschaft ausschöpft.

Zudem wird es einfach Zeit, dass Delpierre zurückkehrt…

Advertisements

Die Neuen 2010/11 (3): Christian Gentner

30 Jul

Der dritte in dieser Serie vorgestellte Neueinkauf ist chronologisch betrachtet eigentlich der erste gewesen, schließlich stand der Wechsel von Christian Genter schon offiziell zum Ende der vergangenen Winterpause fest.

Schon damals habe ich diesen Transfer etwas näher beleuchtet und die drei Ebenen dieser Personalie versucht zu analysieren. Das Urteil bleibt nach wie vor im Grunde das Gleiche.

Wirtschaftlich macht der Transfer auf jeden Fall Sinn, da man einen Mittelfeldspieler dieser Stärke nur höchst selten ablösefrei bekommen kann und auch die emotinale Komponente betrachte ich nach wie vor als absolut stimmig (Stichwort: „Rückkehr des verlorenen Sohns“).

Einzig in Bezug auf die sportliche Ebene dieser Verpflichtung war ich mir im Januar nicht sicher und bin es heute auch noch nicht in allerletzter Konsequenz. Wenngleich natürlich in Anbetracht des gestern bekannt gewordenen Verkaufs von Sami Khedira an Real Madrid man hier tatsächlich vermuten könnte, dass man eben jenem absehbaren Verlust schon im Winter vorbeugen wollte.

Denn nun hat man trotz des Verlusts einer Leaderfigur zumindest sportlich nach wie vor eines der am besten besetzten besetzten defensiven Mittelde der gesamten Bundesliga. Zudem mit Christian Gentner (24), Christian Träsch (22) und Zdravko Kuzmanovic (22) ein nach wie vor absolut junges mit nach wie vor viel Potential für die Zukunft.

Die Frage ist dann, wie sich -nun ohne Khedira- Christian Gross entscheiden wird in der Frage der Besetzung. Es scheint sich bislang herauszukristallisieren, dass Träsch gesetzt sein wird, während sich Kuzi und Gentner um den Platz neben ihn streiten werden.

Um an dieser Stelle mal eine gängige Floskel aus der gemeinen Sportjournaille zu verwenden: Gentner könnte in diesem Zusammenhang allerdings „ein Opfer seiner eigenen Flexibilität“ werden.
So wird gemeinhin vermutet, dass Gentner durchaus auch beim VfB auf der Position im linken Mittelfeld spielen könnte. Einerseits fehlt dem VfB da bislang ein adäquater Neuzugang und andererseits hat Gentner ja schon bei Wolfsburg in der Regel im linken Mittelfeld gespielt – und das durchaus stark, hat er sich doch dort damals sogar ins Blickfeld der Nationalmannschaft gespielt.

Ein kleiner aber feiner Unterschied ist allerdings, dass Wolfsburg im Mittelfeld vorwiegend mit einer klassischen Raute agierte, während sich Gross aber eindeutig zur beim VfB dominierenden Philosophie des 4-4-2 mit Doppelsechs bekannt hat. Dementsprechend hat er auch klar geäußert, dass er auf den Aussen im Mittelfeld entsprechend schnelle Flügelspieler sehen möchte – und in das Profil fällt Gentner eigentlich nicht rein.

Eine andere Alternative wäre natürlich nach wie vor die Rückbeorderung Träschs auf die Rechtsverteidigerposition und dementsprechend eine Doppelsechs Gentner & Kuzmanovic. Da dies allerdings schon in der vergangenen Saison eine von vielen vorgebrachte Option war (nur eben mit Khedira & Kuzmanovic), von der Gross quasi nie Gebrauch gemacht hat, halte ich das für eher wenig wahrscheinlich.
Erst recht, wenn der VfB nun auch noch mit Degen einen einigermaßen etablierten Rechtsverteidiger holt.

Dementsprechend bleibt es wohl dabei, dass es auf einen Zweikampf zwischen Kuzmanovic und Gentner um den Platz neben dem defensivstarken Träsch hinauslaufen wird. Gut, immerhin werden wir dank der Europa League Teilnahme, deren endgültige Qualifikation wir dann kommende Woche endgültig klar machen können, nicht wenige Saisonspiele haben, so dass sicherlich alle drei Spieler ihre regelmäßigen Einsätze bekommen zu werden.

Um die Entwicklung Gentners in den vergangenen drei Jahren noch ein bisschen ausführlicher erklärt zu bekommen, habe ich mich zudem noch kurz mit Marvin vom VfLWolfsburgBlog unterhalten.

Christian Gentner kam im Sommer 2007 als Leihspieler zum VfL Wolfsburg und konnte sich recht schnell dort durchsetzen, wurde später (nach seiner Verpflichtung) sogar eine der tragenden Säulen in der Meistermannschaft. Hattest Du damals mit einem derart positiven Verlauf gerechnet als er zum VfL kam?

Keineswegs. Als Gentner noch beim VfB spielte, war er keine Stammkraft. Ich war zwar schon damals von ihm überzeugt, aber ich hätte nicht gedacht, dass er derart wichtig werden würde, zumal das Leihgeschäft im Sommer 2009 enden sollte. Ein Jahr vorher jedoch entschied er sich dafür, beim VfL bleiben zu wollen und unterschrieb einen Vertrag. Ich denke das lag an den doppelt so viel Spielen, die er im Vergleich zur Vorsaison beim VfB absolviert hatte. Er wurde also schon im ersten Jahr zur Stammkraft. Außerdem half er entscheidend mit, den VfL in den UEFA-Cup zu führen. In den nächsten beiden Spielzeiten überzeugte Gentner noch mehr, entwickelte sich kontinuierlich weiter und machte 08/09 & 09/10 in der Liga alle Spiele und glänzte sogar als Vorbereiter. Gentner ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann, der kaum mal ein schwaches Spiel zeigt. Dass ich mal so begeistert von ihm sein würde, hatte ich am Anfang nicht erwartet.

Wie bewertest Du nun die Rückkehr zu seinem „Heimatverein“? Ein Verlust für Wolfsburg?

Ein Verlust ist das auf jeden Fall. Wie ich schon angesprochen hatte, absolvierte Gentner zwei Spielzeiten hintereinander jedes Spiel. Zusammengerechnet kommt er in seinen Bundesligaeinsätzen beim VfL auf 35 Scorerpunkte. Für einen Mittelfeldspieler, der sehr mannschaftsdienlich spielt, also auch viel nach hinten arbeitet, eine beachtliche Zahl.
Die Rückkehr an sich ist für den VfL zwar verdammt schade, ich persönlich halte den Wechsel jedoch für nachvollziehbar. Mit dem VfL wurde Gentner zur Stammkraft, qualifizierte sich überraschend für den UEFA-Cup und wurde noch überraschender Deutscher Meister. Jetzt kam eine verschenkte Saison. Ich denke er hat erkannt, dass der nächste Schritt notwendig ist. Damals sah er beim VfL bessere Perspektiven für sich. Diese sieht er nun beim VfB. Denn hier kann er sich international beweisen. Ich denke beim VfL wäre es für ihn schwierig geworden, sich wieder 100%ig neu motivieren zu können. Erst in 2 Jahren könnte er wieder mehr erreichen, als er es nicht ohnehin schon mit dem VfL getan hat. In Stuttgart wird er bessere Möglichkeiten sehen, sich weiterzuentwickeln.

Bei Wolfsburg spielte Gentner ja meist auf der linken Seite der Mittelfeldraute, obwohl seine erklärte Lieblingsposition die im zentralen defensiven Mittelfeld ist. Wo siehst Du seine Stärken? War er so viel schwächer als Josue, um sich gegen ihn durchsetzen zu können?

Schwächer als Josue ist Gentner ganz bestimmt nicht. Er ist schlichtweg ein ganz anderer Spielertyp. Denn im Gegensatz zu Josue ist Gentner im Mittelfeld flexibel einsetzbar. Gentner kann im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden oder auch wie bei uns links außen. Josue hingegen ist ein Spielzerstörer und aufgrund seiner Größe für keine andere Position derart geeignet. Allein deswegen rutschte Gentner auf die linke Außenbahn. Und wie sich herausgestellt hat, war das keine schlechte Entscheidung, zumal er auf seiner angeblichen Lieblingsposition in der Nationalmannschaft nicht wirklich überzeugen konnte.
Alles in allem sehe ich Gentners Stärken in seiner Flexibilität sowie in seiner mannschaftsdienlichen Spielweise. Er spielt offensiv zwar nicht so auffällig wie ein Misimovic, trotzdem weiß er stets zu gefallen, auch im Rückwärtsgang.

Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen! Ich wünsche dem VfL Wolfsburg natürlich auch viel Erfolg für die kommende Saison. Ich bin sehr gespannt, zu was das Team mit den gut klingenden Verstärkungen und mit McLaren in der Lage ist.

Christian Gentner wird in der kommenden Saison die Rückennummer 20 auf seinem Trikot haben, die zuletzt übrigens 2007/08 von Ciprian Marica getragen wurde.

EUROPAPOKAAAAAL!

9 Mai

Ich sage es mal ganz ehrlich und gerade heraus: Ich bin froh, dass die Saison zu Ende ist und wir nun in die vereinsfußballfreie Zeit starten (mit Pokal- und CL-Finale haben wir dieses Jahr ja nix zu tun), denn ich bin doch ein bisschen ausgelaugt nach dieser Saison.

Eine Saison mit einer verdammt langen Tiefe, aber eben im Anschluss daran auch wieder mal einer recht langen Höhe, was das Dasein als VfB-Fan einmal mehr zu dem gemacht hat, was es nun mal ist: Nicht leicht, aber am Ende dann doch eben schön.

Innerlich habe ich nun diese Saison auch schon direkt abgehakt, denn allzu lange darf man sich mit dem Saisonverlauf nicht aufhalten, ansonsten gerät man einfach zu sehr ins Grübeln und würde die eigene Freude über das Erreichen der EuropaLeague-Qualifikation trüben, obwohl man doch noch vor einer halben Saison sehr weitabgeschlagen auf einem Abstiegsrang stand. Doch wenn man sich eben länger mit der abgelaufenen Spielzeit beschäftigen würde, dann würde man unweigerlich auf Fragen stoßen, die nicht so ganz angenehm sind und vor allem doch recht viel mit dem klassischen „Was wäre wenn“ zu tun haben.

Zum Einen könnte man beginnen damit zu hadern, was mit etwas mehr Konsequenz in manchen Spielen noch mehr in dieser Saison drin gewesen wäre. Die 6 Punkte auf Bremen oder sogar die 10 Punkte auf Schalke wären selbst in der Rückrunde vermutlich noch drin gewesen, wenn man sich so einige verschenkte Spiele anschaut. Von liegen gelassenen Punkten in der Hinrunde mal ganz zu schweigen. Aber da halte ich es dann doch ganz mit der Aussage von Allofs in der heutigen Doppelpass-Ausgabe: Diese Rechnung kann sicherlich jede Mannschaft für sich aufmachen.

Eine weitere Frage, die sich aufdrängen würde bei näherer Betrachtung der Saison, ist natürlich die Frage danach, was machbar gewesen wäre, wenn die Vereinsführung die Demission von Babbel früher vollzogen hätte. Aber da driftet man natürlich erst recht in den Bereich wildester Spekulation ab, den ich zwar grundsätzlich mag, aber dann doch eher auf die Zukunft gewandt und nicht auf die Vergangenheit gerichtet. Wer weiss schon, ob ein Trainerwechsel zu einem früheren Zeitpunkt einen derart befreienden Effekt gehabt hätte, wie es der Fall war, als man mehr oder weniger ganz unten am Boden war? Mal ganz davon abgesehen, dass man ohnehin nicht mit Sicherheit hätte sagen können, ob man ein, zwei Monate vorher Christian Gross überhaupt bekommen hätte.

Und zu guter Letzt müsste man sich zudem auch mit der unangenehmsten aller Fragen auseinandersetzen: Warum zur Hölle brauchte diese Mannschaft erneut einen Trainerwechsel in der Saison, um ihr eigentliches Potential abrufen zu können? Wenn Babbel nicht die geniale Rückrunde 08/09 gehabt hätte, dann könnte man die Verantwortung für den Niedergang sicherlich alleine auf den Jungcoach und seinen Trainerlehrgang schieben – mit dem Erfolg der Vorsaison aber kommt man eigentlich nicht umhin, auch nochmal den Charakter der Spieler näher unter die Lupe zu nehmen.

Aber, das sind eben wie gesagt Fragen, mit denen ich mich jetzt nicht auseinandersetzen will. Ich will mich stattdessen einfach darüber freuen, dass wir auch in der kommenden Saison wieder einmal international dabei sein werden. Zum 6. Mal in den vergangenen 8 Jahren. Nachdem wir in diesem Jahr zwischenzeitlich satte 14 Punkte Rückstand auf Platz 6 hatten.
Das ist, mit Verlaub, schon verdammt geil.

Beim Spiel gestern gegen Hoffenheim wäre es natürlich noch sehr schön gewesen, wenn man etwas weniger hätte zittern müssen und wenn man mit einem klaren Sieg gegen die Treter aus dem Kraichgau (Salihovic – WTF?!) die Saison noch mit einem „echten“ Erfolgserlebnis abgeschlossen hätte.

So aber kam man gegen wiedererstarkte Hoffenheimer gestern eben nicht über ein (verhältnismäßig glückliches) Unentnschieden hinaus, wo man sich bei Aluminiumgestänge und Altmeister Lehmann bedanken konnte, dass es eben zu dem einen Punkt reichte, der seinerseits wiederum das Erreichen von Platz 6 auch aus eigener Kraft sicherte. Wobei ja die Hamburger selbst nicht ihr Soll erfüllten und für die Bremer bei deren ähnlich beeindruckenden Aufholjag einmal mehr keinen Stolperstein darstellten.

Was man, neben dem Abschied von verdienten Spielern wie Lehmann, Osorio und Hilbert vom gestrigen Spieltag aber auf jeden Fall mitnehmen kann, ist, dass uns Fans am gestrigen Tag zumindest noch das, meiner Meinung nach, schönste Tor der Saison geschenkt wurde. Klar, die üblichen Tor des Monats-Kandidaten sind ja in Deutschland oftmals die klassischen Einzelaktionen, wie gewaltige Distanzschüsse, Fallrückzieher oder Hackentreffer – aber wie dieses 1:0 gestern herausgespielt wurde, das sorgt bei mir schon ein bisschen für ein feuchtes Höschen…

Alleine, wie sich Cacau da am eigenen Strafraum den Ball erkämpft, an der Mittellinie den Ball noch einmal weiterleitet und dann im Strafraum wieder genau da ist, wo er sein muss um zu vollstrecken. Oder wie Träsch da auf der rechten Seite perfekt durchpflügt und den präzisen Pass auf Marica spielt, der seinerseits wiederum den Ball geschickt verteidigt und genau richtig auf Cacau passt. Ein Träumsche.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte in eigener Sache:
Die Saison hier im Blog zu begleiten hat mir definitiv viel Spaß bereitet, auch wenn es nicht immer leicht war, sich etwas aus den Fingern zu saugen. Daher möchte ich mich auch einmal kurz bei den zahlreichen Kommentatoren, aber auch den noch zahlreicheren stillen Lesern hier im Blog für die regelmäßigen Besuche bedanken! Ich hoffe, ihr seid ebenfalls zufrieden mit meiner Saisonbegleitung gewesen.

In den kommenden zwei, drei Wochen wird es hier von meiner Seite aus ruhig werden, da ich am Dienstag berufsbedingt in die USA reisen werde und direkt im Anschluss das Pfingstwochenende privat im alkoholbedingten Delirium in Holland verbringen werde. Ein paar der Eindrücke werde ich versuchen hier und hier zu vermitteln und wen das interessiert, der ist dort auch natürlich herzlich eingeladen vorbeizuschauen.

Die Kommentarspalten hier im Blog bleiben aber selbstverständlich auch in meiner Abwesenheit offen. Wer also zu aktuellen Entwicklungen beim VfB Stellung nehmen will, darf das hier gerne tun. Ebenso freue ich mich natürlich über Input, was in der kommenden Saison hier anders oder besser gemacht werden kann – sollte da Kritikbedarf bestehen.

Zu guter Letzt: Ich bin mir noch nicht sicher, ob und wie es hier im Blog eine Begleitung der WM geben wird, zumal ich während der Gruppenphase unglücklicherweise auch nochmal für eine Woche in die USA muss.
Aber einen kleinen, musikalischen Gruß nach Bremen an unseren dritten Torhüter der Nationalelf kann ich mir dann doch nicht verkneifen.

Stiefel im Westen, wo die Sonne verstaubt

26 Apr

EU-RO-PA-PO-KAL, EU-RO-PA-PO-KAL, EU-RO-PA-PO-KAAAAAL!

*räusper*

Tschuldigung.

*hüstel*

Okay, natürlich ist der 6. Platz und damit die Zulassung für die 3. Runde der Europa League Qualifikation noch nicht in Tüchern und wenn man gegen sorgenfreie Mainzer und wieder erstarkte Hoffenheimer nicht mehr als einen Punkt holt, dann könnte es gegen den HSV letztlich doch nicht reichen.

Aber hey, Scheiss auf das Understatement! Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das mit 5 Punkten Vorsprung und trotz schlechterer Tordifferenz auf alle Fälle hinhauen wird mit der Europa League Qualifikation! Zum einen, weil ich mir natürlich sicher bin, dass der VfB auch noch die letzten beiden Spielchen dieser Saison gewinnen wird. Und das locker. Zum Anderen aber auch weil der HSV, auch wenn er Bruno, den Problembärtrainer, losgeworden ist, nicht die Stärke haben wird aus den beiden verbliebenen Duellen mit Nürnberg und Bremen die volle Zählerausbeute einzufahren.

Nur, wie gesagt, was die Hamburger (von denen einige Fans -aus Ulm!- schon eine Fusion mit uns anstreben – Vorsicht! Das dort verlinkte Bild ist nichts für sensible VfB-Anhänger!!!) wird ohnehin völlig wumpe sein, denn der VfB ist stark genug, um in dieser Saison nichts mehr anbrennen zu lassen.

Zwar war das am Freitag im Bochumer rewirpower Stadion alles andere als ein Spektakel, was die Mannen mit dem Brustring abgeliefert haben, aber derart souverän, wie man vor allem defensiv da seinen Stiefel gegen zugegeben offensivschwache Abstiegsmitfavoriten runterspielte – das hat mich schon beeindruckt.

Vor allem unser neuer Liebling Molinaro und unser Innenverteidigerpärchen Delpierre und Tasci, diese Saison ja desöfteren gescholten, ließen wirklich gar nichts anbrennen. Bzw. wenn mal einer etwas patzte, dann bügelte einer der anderen diesen, in der Regel noch vor dem Strafraum schnellstens wieder aus. Das war, wie gesagt, einfach nur beeindruckend.

Der einzige, der hier ein wenig abfiel, war leider Ricardo Osorio, der erstmals seit längerem wieder die Gelegenheit bekam, von Beginn an zu spielen, aber dann unglücklicherweise auch mit seiner Leistung rechtfertigte, weshalb man beim Trainerteam nicht mehr wirklich auf ihn setzt. Dennoch hat es mich gefreut, dass er mal wieder eine Chance bekam und es hat mich traurig gemacht, dass er dann durch eine Verletzung später wieder raus musste. Ich würde mir ja wünschen, er würde für den letzten Spieltag nochmal fit werden, um ein bisschen Abschied zu bekommen – aber es sieht nicht wirklich gut aus.

Das einzig positive an der Verletzung war dann, dass Gross sich dazu genötigt sah, Träsch wieder auf die Rechtsverteidigerposition zu ziehen und Kuzmanovic einzuwechseln, was dem zu diesem Zeitpunkt seeehr gemächlich dahinplätschernden Offensivspiel durchaus gut tat.
Einerseits, weil Kuzmanovic selbst wieder zeigte, dass man mit ihm einen wirklichen Luxusjoker hat und andererseits, weil auch Träsch endlich ein adäquates Pendant zu Molinaro bildete und seine Aussenverteidigerposition ähnlich offensiv auslegte, wie der Italiener auf Links. Ich kann mich nur noch mal wiederholen – ich würde das sehr gerne dauerhaft beim VfB sehen!

Zum Zeitpunkt von Osorios Verletzung in Minute 64 schwächelte, wie erwähnt, das eigene Offensivspiel schon gewaltig – und das im Grunde da schon seit längerem. Denn nachdem das Spiel zu Beginn drohte eine sehr zähe Angelegenheit zuwerden gegen einen ultratief  mit teils allen Mann in der eigenen Hälfte stehenden, giftigen Gegner, führten erfreulicherweise direkt Guter Angriff 2 und Guter Angriff 3 direkt zu zwei Toren, womit das Spiel dann auch schon entschieden war – dessen sich die VfB-Spieler auch sehr bewusst zu sein schienen.

Man nahm nämlich schon nach rund 20-25 Minuten ein, zwei Gänge raus und drosselte das Tempo merklich, so dass die Priorität eindeutig auf Ballsicherung und Abwehrstabiliät lag. Das wäre ja auch alles völlig in Ordnung gewesen, wenn die Offensivspieler nicht insgesamt so schlampig und nachlässig bei den vereinzelten Kontergelegenheiten agiert hätten. Besonders Cacau hat sich da leider hervorgetan, indem er mehrere Gegenstöße entweder zu eigensinnig zu Ende führen wollte oder aber seine Pässe auf die Mitspieler ohne die richtige Power und die benötigte Präzision spielte. Klar, Cacau, am Freitag erneut wieder hochwichtiger Torschütze, hat die Argumente definitiv auf seiner Seite und wurde auch zurecht von uns Fans nach Spielende mit Extrasprechchören und Applaus gefeiert (siehe -> Wertschätzung, die) – aber man muss eben auch mal Kritik üben, wenn es angebracht ist.

Natürlich war er damit aber auch nicht alleine: Auch Hilbert, Gebhart und Marica glänzten nicht wirklich mit einer konsequent durchdachten Ausführung jener Kontermöglichkeiten, während eben die Kollegen Khedira und Träsch sich weitestgehend auf die Lösung der defensiven Aufgabenstellungen konzentrierten, nach vorne aber eher wenig Akzente setzten.

Da die Bochumer allerdings, wie erwähnt, auftraten, wie ein sicherer Abstiegskandidat und offensiv mal so überhaupt nichts auf die Kette brachten, war das Spiel nach den beiden Toren dann eine nur so mittelmäßig erquickende Angelegenheit und wir konnten uns dementsprechend vorwiegend auf Feiern und Jubeln konzentrieren, was doch ganz gut klappte, denn die Stimmung war, zumindest in unserer Gästeecke des Stadions ausnehmend sehr gut.

Gut, der Ultrablock meinte zwischendurch mal wieder den ausnehmend dämlichen Schlachtruf „Gegen alle Stadionverbote“ anstimmen zu müssen – aber VfB-Fan-Sein schützt nun mal leider vor Dummheit nicht…

Ansonsten war das sehr anständig, was Stimmungsmäßig in unserer Ecke so gebracht wurde, und das durchaus nicht nur vom Stehblock, sondern auch bei uns auf der Sitzplatztribüne gab es im unteren Drittel eine größere Gruppe, die mehrfach Gesänge anstimmte.

Und wo wir gerade beim Thema Randnotizen sind, so gibt es noch eine Begebenheit bzw. einen Aspekt, der hier auf jeden Fall noch erwähnt werden muss und das ist das Thema „Hleb“.

Wenn man früh genug im Stadion ist, hat man ja den kleinen Vorteil, dass man genügend Zeit hat, um das Aufwärmprogramm der Teams aufmerksam zu studieren, was einem durchaus ein paar Einblicke erlaubt, wie es um die Mannschaft bzw. ihre innere Chemie bestellt ist. Ein besonderes Augenmerk legte ich dabei an diesem Tag auf unsere Barca-Leihgabe Aleks Hleb, ohne dass ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass er gar nicht spielen würde.

Im Nachhinein hätte ich mir das allerdings denken können, denn der Weißrusse trat doch betont unmotiviert während des ganzen Warm-Ups auf und verbrachte weite Teile der Spielvorbereitung mit sich und seinem Schuhwerk, was mir schon recht negativ auffiel.

Getoppt wurde dies allerdings nochmal Mitte/Ende der zweiten Halbzeit (wobei ich den genauen Zeitpunkt nicht mehr weiss, aber meine es wäre nach der Auswechslung Osorios gewesen).

Es gab dort eine Situation, in der sich -weit abseits des Spielgeschehens- Lehmann mit Boulahrouz und Hleb scheinbar angelegt hat, die sich dort in der zweiten Halbzeit neben seinem Tor warmgemacht (bzw. eher “warmgestanden”) haben.

Ganz genau habe ich es nicht mitbekommen, da ich den Anfang der Situation nicht gesehen habe und zu weit vom Geschehen entfernt saß, um es akkustisch mitzubekommen, allerdings *glaube* ich, dass es darum ging, dass einer beiden eine Trinkflasche an die Seitenlinie auf der Gegengeraden bringen sollten, damit ein Feldspieler (ich glaube, Träsch) etwas trinken konnte.
Nur haben Boula und Hleb sich wohl geweigert oder so, so dass Lehmann dann die Trinkflasche in Richtung der beiden geschmissen hat und es dann anschließend noch ein paar hitzigere Worte gab zwischen den Dreien – und auch von den Fans gab es wohl noch einige Kommentare, speziell in Richtung Hlebs, der zwischenzeitlich durch den Zaun diskutierte.

Die besagte Flasche wurde dann von Boulahrouz anschließend relativ unmotiviert nach vorne an die Bande in Höhe Strafraumkante geschleudert, wo sie sich Träsch dann später schnappte und im Anschluss wieder Lehmann zurückbrachte, der zudem auch Nachschub von der Bank aus bekommen hatte.

Wie gesagt: Das ist meine Interpretation der Geschehnisse und wenn jemand weiteren Input hat, und vielleicht sogar einer aus den unteren Reihen der Tribüne hier im Blog mitliest, dann wäre ich überaus dankbar für weitere Ergänzungen unten in den Kommentaren.

So wie gerade geschildert würde es zumindest zu meinen Vorurteilen passen, dass sich die ohnehin sehr lustlos wirkenden Edelreservisten in diesem Fall einer “Anweisung” des streitbaren Herrn Lehmann widersetzt haben.

Fast schlimmer noch, weswegen ich mich auf Hleb mit meiner Kritik konzentriere, empfand ich allerdings, dass Hleb nach Schlusspfiff mehr oder weniger direkt in die Kabine abdampfte, und weder mit dem Rest der Mannschaft feierte, geschweige denn anschließend zur Kurve kam, um sich bei uns Fans zu verabschieden.

Das ist für mich nicht in Ordnung und gerade wenn man die anderen beiden Dinge noch mit hinzu nimmt, bzw. sein Verhalten an mehreren Punkten dieser Saison, gerade auch einige Interviews, dann muss man ganz klar konstatieren, dass Hleb hier kein Bestandteil der Mannschaft mehr ist, und auch wenn ich ihn nach wie vor sportlich durchaus für eine wichtige Stärkung halte, so kann er mir menschlich mittlerweile absolut gestohlen bleiben und verzieht sich irgendwo weit weg nach dieser Saison. Mir reicht’s.

Eigentlich müsste man jetzt ja auch noch was dazu schreiben, dass Bochum in der Hinrunde ja quasi den Tief- und Wendepunkt markierte, mit den Fan-Protesten vor und nach dem Spiel, dem frustrierenden Remis in letzter Minute, dem Trainerwechsel nach der Begegnung. Und dass der neue Trainer eine unfassbar starke Serie mit dem Team gestartet hat seitdem er nach Bochum übernommen hat.

Aber was soll’s. Sowas ähnliches habe ich letztes Jahr schon mal gebloggt und kann ich dann ja nächste Saison auch wieder machen, wenn dann die Mannschaft unter dem Nachfolger von Gross wieder extrem durchgestartet ist. Oder so.

Der Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +25 Punkte, +26 Tore

VfB Kaderplanung – Saison 2010/11 (Teil 2)

1 Apr

Wie angekündigt kommt nun heute abend der zweite Teil meiner kleinen Vorausschau auf die Kaderplanung für kommende Saison mit den entsprechenden Gedanken zur anstehenden Transferperiode.

Nachdem ich mich gestern vorwiegend mit Torwartposition und Abwehr auseinandergesetzt habe, werde ich mich heute etwas ausführlicher mit Mittelfeld und Sturm befassen – wenngleich natürlich vor allem in den Kommentaren von gestern schon viel über die Sturmposition geredet wurde, bedingt durch Cacaus gestrige Ankündigung den Verein in diesem Sommer zu verlassen.

Aber zuerst noch einmal die Übersicht über die Vertragssituationen mit einer kleinen Einschätzung, wer sicher beim VfB bleiben wird und wer nicht. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal explizit festhalten, dass die folgende Einstufung kein Spiegelbild meiner persönlichen Meinung ist, wer gehen und wer bleiben soll.


Bleibt Fraglich Geht

TOR Ulreich (2011) Stolz (2012) Lehmann (Karriereende)

ABWEHR Niedermeier (2014) Boulahrouz (2012) Osorio (Vertragsende)

Boka (2012) Tasci (2014)

Delpierre (2012) Molinaro (2010)

Celozzi (2012)

MITTELFELD Didavi (2012) Hilbert (2010) Hleb (Leihende)

Funk (2012) Mandjeck (2011)

Gebhart (2013) Elson (2011)

Gentner (2014)

Khedira (2011)

Kuzmanovic (2013)

Lanig (2011)

Rudy (2012)

Schwarz (2011)

Träsch (2012)

Walch (2011)

STURM Marica (2012) Pogrebnyak (2012) Cacau (Vertragsende)

Schieber (2012)

Riedle (2011)

Vielleicht fällt es dem einen oder anderen auf, im Vergleich zur Tabelle von gestern, stehen dieses Mal noch zwei weitere Namen drin, die ich dort ursprünglich vergessen hatte: Georges Mandjeck und Elson, die beiden Spieler, die derzeit vom VfB an andere Vereine verliehen sind und im Sommer zurückkehren müssten.

Also, eigentlich. Denn da gibt es natürlich diverse Variablen, die es zu klären gilt: Will der VfB den Spieler zurückhaben? Will der Spieler zurückkehren? Was wollen FCK und Hannover?

Bei Georges Mandjeck vermute ich mal, dass die Tendenz relativ deutlich Richtung Abschied gehen dürfte. Zum einen hat er sich in Kaiserslautern sehr gut etabliert mit mittlerweile 26 Saisoneinsätzen, zumeist über 90 Minuten. Zum anderen spielt er eben auf einer Position, die beim VfB wohl am stärksten besetzt ist. Es würde mich daher nicht überraschen, wenn er im Sommer endgültig nach Hannover Kaiserslautern gehen würde.

Bei Elsón ist die Gemengelage sicherlich etwas komplizierter. Anläßlich der feststehenden Leihe in dieser Winterpause hatte ich hier im Blog ja schon mal meine Meinung zu ihm dargelegt, die weitaus weniger uneingeschränkt positiv ist, als es bei zahlreichen anderen VfB-Fans der Fall ist. Und so richtig hat er mich bisher auch in Hannover nicht davon überzeugen können, dass er tatsächlich die Verstärkung wäre, die sich so einige von ihm erhoffen.
Zwar hat auch er sich bei seinem Leihverein etablieren können, aber er glänzte bislang auch nicht derart, als dass er sich wirklich aufzwingen würde. Das viel Schwerwiegendere Problem ist aber, dass es Elsons Position im zentralen Mittelfeld eigentlich gar nicht im Stuttgarter System gibt. Da aber zudem Hannover vermutlich den Gang in die zweite Liga antreten wird, bin ich wirklich sehr gespannt, was mit Elson passieren wird. Eine Prognose wage ich hier nicht abzugeben.

Eine weitere recht spannende Personalie dürfte Roberto Hilbert werden. Sein Vertrag läuft zum 30. Juni diesen Jahres aus und bislang ist über weiter fortgeschrittene Vertragsverhandlungen meines Wissens noch nicht wirklich etwas bekannt geworden. Ich sag mal, ich würde mich über eine Vertragsverlängerung freuen, da er eigentlich eine gute Option für die Aussen ist, rechts wie links. Ich weiss, er bringt uns Fans durchaus gerne mal zu Verzweiflung, aber er hat das Potential ein sehr guter Bundesligaspieler zu sein.

Es stellt sich natürlich auch hier mal wieder die Frage, ob er weiter Lust hat, eher nur zweite Geige zu spielen, da Gebhart auf der rechten Seite die Nase vorn hat, und auf links vermutlich Neueinkauf Gentner gesetzt sein dürfte. So dieser denn für die linke Aussenbahn gedacht ist.

Ohnehin wird es mit dem Personal sehr spannend sein, wie sich das System im Mittelfeld in der kommenden Saison darstellen wird. Mit Khedira, Kuzmanovic, Träsch, Gentner und Lanig, sowie Youngster Patrick Funk, wird man gleich 6 Leute haben, die sich um eigentlich 2 Positionen im zentralen Mittelfeld schlagen. Und ja, ich glaube nach wie vor daran, dass Sami Khedira nächste Saison weiter für den VfB auflaufen wird. Ich hatte gestern ja schon auf das entsprechende Interview verlinkt, indem sich unser Ersatzkapitän sehr eindeutig pro VfB 2010/2011 geäussert hat. Und ich glaube ihm.

Sicher gehen wird hingegen Aliaksandr Hleb. Das hatte sich ja im Laufe der letzten Wochen und Monate recht klar abgezeichnet und wird von vielen sicherlich auch begrüßt werden. Klar ist sicherlich, dass er sich mit seinem Auftreten und seinen Aussagen keine großen Freunde gemacht hat, nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass er für unser Offensivspiel sehr wichtig war bzw. ist, wie ich ja schon mal hier analysiert habe.
So als Gesamtpaket, denke ich aber, dass es besser ist wenn man ab dem Sommer wieder getrennte Wege geht, da er unter dem Strich für das was er gezeigt hat und wie er sich dem Team gegenüber verhalten hat, einfach zu teuer ist.

Und wenn ich mir so insgesamt das Personal ansehe, wie es sich derzeit darstellt, dann lasse ich mich an dieser Stelle dazu verleiten, eine Prognose rauszuhauen:
Sollte Khedira nicht doch noch wechseln, dann wird es im Mittelfeld in diesem Sommer keine weitere Neuverpflichtung neben Christian Gentner mehr geben!

Es sei denn: Christian Gross entscheided sich im kommenden Jahr ein anderes System zu spielen und auf 4-3-3  umzustellen, mit Pogrebnyak als Target Player und zwei schnellen Offensivspielern auf Außen, sowie einer Kombination aus Gentner, Khedira und Kuzmanovic im Mittelfeld.

In diesem Fall würde es vermutlich Sinn machen, als Alternative zu Hilbert noch einen Mann für die linke Aussenbahn zu holen, den man so gesehen auch als Mittelfeldspieler einstufen könnte.

[Vergessen sollte man natürlich nicht, dass man mit Rudy für zentral oder rechts, Funk für zentral, Walch für offensiv, Didavi für links, sowie Schwarz für rechts oder zentral noch diverse Youngsters als Optionen hat.]

Ob Systemumstellung oder nicht, es sollte auf jeden Fall klar sein, dass es auf jeden Fall im Sturm einen Transfer geben muss, in diesem Sommer. In den Augen vieler Fans (und im Grunde auch meiner), war der Sturm diese Saison ohnehin schon zu dünn besetzt mit gerade einmal drei Stürmern für zwei Positionen, die mit viel gutem Willen wirklich höheres Niveau vorweisen können, sowie ein bis zwei Talenten in der Hinterhand.

Nun wird im Sommer mit Cacau auch noch der in dieser Saison bislang erfolgreichste Torschütze wegfallen, wodurch die Personaldecke im Angriff dann doch ein wenig besorgniserregend wirkt.

Klar ist aus meiner Sicht, dass Ciprian Marica auch in der kommenden Saison bleiben wird und ein weiteres Jahr die Gelegenheit bekommen wird, endlich zu rechtfertigen, warum er damals so verdammt viel Geld gekostet hat.
Bei Pavel Pogrebnyak kann ich es ehrlich gesagt relativ schwer einschätzen, da ihn doch verhältnismäßig viele Wechselgerüchte über weite Teile dieser Saison begleitet haben. Aber nüchtern betrachtet ist es eigentlich Quatsch, dass ich ihn in die „Fraglich“-Kategorie eingestuft habe, denn ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Vereinsführung gleich zwei von drei Stürmern in diesem Sommer ziehen lassen würde. So gesehen könnte ich ihn vermutlich doch eher in die „Bleibt“-Kategorie umsortieren, zumal ich doch einige Hoffnungen in ihn für nächstes Jahr setze, da ich mir relativ sicher bin, dass er dann ein 10+-Tore-Stürmer sein wird.

Wer nun kommen wird?

Da habe ich natürlich keine Ahnung und vor allem auch keine große Lust, jetzt Namedropping zu betreiben (was natürlich niemanden hier hindern soll, Tipps/Wünsche/Vermutungen in den Kommentaren rauszuhauen).

Aber zumindest möchte ich zum Abschluss noch mal kurz die Liste der Positionen zusammenfassen, von denen ich denke, dass wir sie brauchen und dass sie realistisch auch passieren werden:

  • ein Ersatztorhüter mit Erfahrung
  • ein rechter Verteidiger (sofern Träsch nicht wieder nach hinten rückt)
  • ein Stürmer (bevorzugt mit eingebauter Knipsergarantie)

Je nach dem, wie die anderen Personalien laufen könnten zusätzlich natürlich weitere Transfers notwendig werden, wie ich ja in diesem und dem vergangenen Text schon dargestellt habe.
Und natürlich noch die Frage, ob man noch einen weiteren Spieler für das linke offensive Mittelfeld benötigt.

Gedanken, Kritik und Widerspruch sind natürlich in den Kommentaren wie immer sehr willkommen.

Frohe Ostern!