Archiv | August, 2009

Bundesliga 09/10, ST04: 1. FC Nürnberg.

30 Aug

Meinen Samstagnachmittag habe ich vorwiegen verbracht mit Zombies, Killern, Entführern, schießwütigen Mafiosis, Hexen und organhandelnden Motelbesitzern.

Es war vermutlich nicht wesentlich gruseliger, als das, was sich zur gleichen Zeit ein paar Hundert Kilometer weiter südlich in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena abspielte. Der VfB strahlte nämlich ungefähr die Leblosigkeit eines Zombies aus, die Offensive war zahnlos wie Granny O’Grimm, und der Spielaufbau in etwa so betriebsam wie ein Motel an einer verlassenen Seitenstraße der Route 66.

Zumindest, wenn man den Spielberichten der diversen Medien Glauben schenken darf.

Denn da ich eben auf dem Fantasy Film Fest in Köln weilte, habe ich vom Stuttgarter Spiel im Grunde nix gesehen. Und da das so ist und im Grunde auch nix relevantes passiert zu sein scheint, ausser dass der VfB eine wirklich enttäuschende Leistung mit einem sehr enttäuschenden Ergebnis gekrönt hat, nämlich einem 0:0 gegen den Abstiegsmitfavoriten Nürnberg, sparen wir uns an dieser Stelle alles Weitere und begeben uns in die wohlverdiente zweiwöchige Länderspielpause und hoffen darauf, dass danach alles wieder viel besser aussieht.

Achja, eine positive Sache gibt es doch noch zu erwähnen: Mit Serdar Tasci hat ein weiterer, wichtiger Spieler seinen Vertrag verlängert und das direkt bis 2014. Damit dürften wir, bei weiterhin so positiver Entwicklung des Innenverteidigers auch für ihn sicherlich demnächst eine satte Ablöse kassieren. Denn er wird garantiert bald seinen Weg zu einem noch größeren Verein finden. Da braucht man sich als VfB-Fan schließlich keinen Illusionen hingeben.

Und jetzt schauen wir erstmal, welche(n) Kracher wir denn morgen noch verpflichten werden.

Mehr aus Rumänien

27 Aug

Ich muss zugeben, dass ich wirklich ziemlich zufrieden bin, mit dem Ergebnis der Champions League Auslosung.

Das allerdings weit weniger aus dem Grund, weswegen nun allüberall von einem „Glückslos“ gesprochen wird, sondern was mir fast noch wichtiger war als die Zusammensetzung unserer Gruppe: Stuttgart spielt als alleinige deutsche Mannschaft in der Gruppenhälfte E-H, was bedeutet, dass wir uns dieses Jahr nicht mit Bayern oder Wolfsburg, um die Free TV-Übertragungen kabbeln müssen. Das finde ich schon mal sehr begrüßenswert!

Aber natürlich ist auch die Zusammensetzung unserer Gruppe durchaus positiv zu bewerten, denn es hätte, da wir in Topf 3 waren, ja weitaus heftiger kommen können als so:

FC Sevilla
Glasgow Rangers
VfB Stuttgart
Unirea Urziceni

Klar, Sevilla ist nicht so namhaft, wie manch anderer aus dem ersten Topf, aber dennoch sicherlich eine starke Mannschaft, wie wir ja erst in der vergangenen Saison im UEFA-Cup erfahren mussten, als es in der Gruppenphase ein klares 0:2 in Sevilla setzte. Immerhin gibt es so die Gelegenheit zur Revanche.

Und auch mit den Glasgow Rangers gibt es ein Wiedersehen, denn in der schottischen Hauptstadt begann die Pleitenserie beim letzten CL-Auftritt des VfB – wobei das zumindest dann schon im Rückspiel wieder gut gemacht werden konnte. Dieses Mal geht es auch gegen die Rangers los, allerdings dieses Mal mit einem Heimspiel. Da könnte man dann tatsächlich den Grundstein für eine gute CL-Saison legen, wenn es wieder gelingt den schottischen Meister zu schlagen.

Die große Unbekannte der Gruppe ist in diesem Jahr das Team von Unirea Urziceni, ein Emporkömmling in Rumänien, der nach dem erstmaligen Aufstieg 2005 dieses Jahr schon den Meistertitel holen konnte. Urziceni war im Übrigen schon im letzten Jahr Gegner eines deutschen Teams und schied nach o:0/0:2 gegen Hamburg in der UEFA Cup-Quali aus. Basierend darauf und auf den Erfahrungen aus den beiden Duellen gegen den rumänischen Vizemeister, müssen hier eigentlich 6 Punkte drin sein (allerdings dementsprechend auch für die beiden anderen Teams…). Zumindest sollte man dadurch den dritten Platz in der Gruppe eigentlich sichern können und das ist schließlich das Mindestziel.

Ganz entgegenkommen sollte dem VfB eigentlich auch der Verlauf der Ansetzungen: Heimspiel gegen Glasgow, Auswärtsspiel in Urziceni und dann noch mal Heimspiel gegen Sevilla – da könnte man in der Hinrunde schon eine sehr ansprechende Basis mit 6-7 Punkten legen und sich das Selbstvertrauen holen, um dann die zwei aufeinanderfolgenden Auswärtsspiele in Sevilla und Glasgow ansprechend zu bestehen, bevor man dann zum Abschluss Urziceni empfängt.

10 Punkte könnte man in dieser Gruppe schon holen, auch realistisch betrachtet. Ob es reicht, wird dann davon abhängen, wie sich die anderen schlagen.

Und wie immer gilt natürlich: Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden!

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Betrachtet man die anderen Gruppen, so würde ich mich dem allgemeinen Tenor anschließen:
Bayern hat es verhältnismäßig schwer erwischt, wobei man Maccabi Haifa nun auch nicht so stark reden muss. Aber mit Juventus und Bordeaux gibt es diesmal sicherlich zwei verhältnismäßig schwere Brocken aus dem Weg zu räumen. Von besonderem Interesse natürlich das Duell mit Juve. Zum Einen weil Juve der namhafteste Gegner ist und mit Salihamidzic einen Ex-Bayern im Kader hat – vor allem aber auch, weil es ein direktes Duell gegen eine italienische Mannschaft ist. Und es besteht ja in diesem Jahr eine kleine Chance, die Italiener in der Fünfjahreswertung zu überholen. (Wobei das realistisch erst nächste Saison wirklich greifbar wird)

Wolfsburg hat es in meinen Augen, dafür, dass sie in Topf 4 waren, auch verhältnismäßig gut erwischt. Mit ZSKA Moskau und Besiktas hat man zwei Teams mit denen man eigentlich auf Augenhöhe sein könnte, so dass vermutlich ein recht spannender Dreikampf im Schatten von Manchester entbrennen dürfte. Dürfte auf jeden Fall eine interessante Gruppe werden.

Abseits der deutschen Gruppen haben sich natürlich auch noch einige spannende Konstellationen ergeben.
Eine richtig knackige Angelegenheit wird mit Sicherheit Gruppe C (oder auch M) mit Real, Milan und dem wiedererstarkten Olympique Marseille. Hartes Brot für den Schweizer Meister FC Zürich. Nicht weniger knackig sind allerdings auch die Gruppen E und F. Lyon, Liverpool und Florenz dürften sich halbwegs auf Augenhöhe bewegen.
Sehr gespannt bin ich zudem auf die Gruppe F mit Titelverteidiger FC Barcelona und Inter Mailand, die eigentlich die Favoriten sind. Allerdings stehen beiden Teams weite Reisen in den Osten bevor, um dort die Auswärtsspiele (teilweise im November und Dezember) in Kiew und Kazan zu absolvieren.

Ich freu mich auf die Champions League Saison und bin verhalten optimistisch, was das Abschneiden des VfB angeht!

Liveblog zur CL-Quali: VfB Stuttgart – FC Timisoara

26 Aug

Betrachtet man es negativ, haben wir heute kein Tor gegen schwache Rumänen erzielt und damit einen halben Zähler für die UEFA Fünfjahreswertung verschenkt. Aber gut, das ist mir heute ziemlich Wurscht!
Denn wir haben zum dritten Mal in diesem Jahrzehnt die Champions League erreicht! Yeah!
Und das mit einer sehr konzentrierten und wirklich souveränen Leistung, bei der man erfreulich wenig Aufwand betreiben musste, um den Gegner aus Timisoara in Schach zu halten.

Offensiv war das sicherlich keine wirkliche Offenbarung, wobei ich doch einiges vielversprechendes gesehen habe, das Anlass zur Hoffnung gibt. Sehr häufig wurde das Spiel gut über die Außen vorgetragen und das durchaus variabel über viele verschiedene Spieler – was fehlte war der Abschluss. Da fehlte es noch etwas an der Harmonie, aber ich bin recht zuversichtlich, dass dies, trotz Rotation, mit der Zeit kommen wird.

Ob es qualitativ für das Achtelfinale in der Champions League reichen wird? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Aber ich wäre persönlich schon zufrieden, wenn wir mit Platz 3 in der Gruppe die Qualifikation für die Europa League erreichen würden – wenn es mehr wird, würde ich mich dagegen sicherlich nicht wehren.

Der VfB wird nun in Topf 3 einsortiert und hat damit dann vermutlich mindestens zwei sehr namhafte Vereine als Gegner zu erwarten.  Es ist mir relativ egal, wer es denn wird. Klar, für unseren Trainer wäre es natürlich sehr schön, wenn wir seinen Ex-Verein Liverpool bekämen – aber die würde ich auch gerne im Achtelfinale haben. =)
Ansonsten ist es mir wie gesagt egal, um eine Runde weiter zu kommen, muss man halt so oder so, möglichst alle schlagen oder zumindest Unentschieden abtrotzen und das kann gegen jeden klappen – oder eben nicht.
Achja, doch, Glasgow Rangers hätte ich aus Topf 2 ganz gerne.

Danke fürs Mitlesen – falls jemand hier mit am Ball geblieben ist. Ansonsten kann man die Kommentare natürlich nach dem Klick auch nochmal nachlesen.

Replay

Von Adhemar bis Zivkovic: Die Bilanz schwäbischen Handelns ’97-’09

24 Aug

In der vergangenen Woche hatte probek die spannende Idee, mal einen Überblick über die Transfers des FC Bayern München in den letzten Jahren zu geben und diese qualitativ einzuordnen, um eine gewisse Aussagekraft über das Transfergebaren der eigenen Mannschaft zu erhalten.

Da es gerade in dieser Sommerpause in den VfB-Fan-Foren teils sehr heiss her ging in der Bewertung der Aktionen des VfB-Managements und grundsätzlich der Tenor herrschte, dass der VfB in den vergangenen Jahren fast nur Nulpen auf dem Transfermarkt kauft und dies meist nur durch Glück mit eigenen Talenten kompensiert wurde, lag es dementsprechend nahe, mal einen näheren Blick auf die Transferbilanz des VfB zu werfen.

Also habe ich mir am gestrigen Abend mal ein wenig Zeit genommen und eine Reise in die teilweise doch sehr dunkle Vergangenheit (Didi, Zaharievski, Adhemar, etc.) schwäbischer Einkaufsbemühungen gewagt.
Die Recherche auf www.transfermarkt.de brachte insgesamt 113 Neuverpflichtungen für die Profimannschaft zu Tage, von denen allerdings nur 75 Spieler tatsächlich „echte“ externe Einkäufe waren, während in den 12 Spielzeiten insgesamt 38 Spieler versucht wurden aus der Jugend oder der zweiten Mannschaft in den Profikader zu integrieren.

Dazu aber mehr nach dem Klick.

Bundesliga 09/10, ST03: Borussia Dortmund.

23 Aug

Schiedsrichter zu sein ist ein Scheiss-Job. Machst Du alles richtig, dann wird das als selbstverständlich erachtet und nicht weiter beachtet. Gesprochen wird über Dich lediglich dann, wenn Du was falsch gemacht hast. Und dann kommt noch hinzu, dass Du in einer Vielzahl von Situationen eben nicht alleine verantwortlich bist, sondern Dich auf deine Kollegen, die Schiedsrichterassistenten verlassen musst – den Ärger kriegst aber in der Regel dann Du als Schiedsrichter ab. Auch „schiedsen“ ist aber eben unter dem Strich ein Teamsport.

Dass an dieser Stelle (und auch bei eigentlich allen anderen Berichten zu diesem Spiel) über das Schiedsrichtergespann gesprochen wird, kann also kein gutes Zeichen sein – und ist es auch nicht, denn das Team um Schiri Fleischer hatte am gestrigen Samstag einfach keinen guten Tag erwischt. SRA1 hatte in der ersten Halbzeit doch erhebliche Probleme bei seinen Abeitsentscheidungen und zeigte zwei Mal Dortmunder im Abseits an, obwohl es keines war. SRA2 hätte auf der anderen Seite seinem „Chef“ eigentlich einen Elfmeter für Gebhart anzeigen müssen, tat dies aber nicht. Und auch Fleischer selbst zeigte an diesem Tag kein glückliches Händchen bei der Zweikampfbewertung, was zwei Mal größere Konsequenzen gehabt hätte (Elfmeter nach Foul von Santana, Rot/Elfmeter nach Foul an Kuba von Magnin), aber es gab auch viele eher unscheinbare Situationen, die unglücklich entschieden wurden (aus meiner VfB-Fan-Sicht natürlich mit einem stärkeren Verhältnis zu Ungunsten meines Teams).
Im medialen Fokus stand zudem eine Szene, die ich dem Schiedsrichtergespann noch am wenigsten zum Vorwurf machen möchte. Relativ weit abseits des Geschehens gab es ein Aufeinandertreffen von Lehmann und Subotic, bei denen sich beide nicht sonderlich sportsmanlike verhalten haben. Subotic stellt sich direkt vor Lehmann in den Fünfmeterraum, der Keeper haut ihm den Unterarm/Ellenbogen auf den Hinterkopf und Subotic revanchiert sich mit einem relativ leichten aber doch nicht gänzlich ungefährlichen Ellenbogenschlag ins Gesicht von Lehmann.
Das kann man als Schiedsrichtergespann sehen, muss man aber nicht, da es sich wie gesagt eher am Rande der Szenerie abspielte. Hätte er es gesehen, dann hätte es wohl von Doppelgelb über Gelb bzw. Rot bis hin zu Doppelrot wohl alles geben können. Da Fleischer zu Protokoll gab lediglich auf Verdacht hin Torwartbehinderung gepfiffen zu haben, eventuelle Tätlichkeiten aber nicht gesehen zu haben, liegt es nun in den Händen des DFB-Kontrollausschusses zu ermitteln.

Aus eigenem Interesse kann ich nur hoffen, dass es zu keiner Bestrafung kommt, da sowohl Lehmann als auch Subotic zu meinem kicker Managerspiel-Team (Pro) gehören und das meine Champions League-Ambitionen doch etwas unterlaufen würde…

Aber auch aus Sicht des VfB wäre eine Sperre des zumindest sportlich unumstrittenen Lehmann als doch eher suboptimal zu bewerten, da sicherlich auf dieser Position nun wirklich keine Rotation geplant war. Wenngleich es andererseits im Sinne der Nachfolgeregelung schon nicht allzu verkehrt wäre, wenn Stolz und/oder Ulreich in dieser Saison schon ein paar Einsätze bekommen würden, um unter Beweis stellen zu können, dass sie es wirklich drauf haben, oder ob man sich für kommende Saison um einen Enke oder jemand anders bemühen sollte…

Ohnehin die Geschichte mit der Rotation. Klar, im Optimalfall ist das für ein Team, das in drei Wettbewerben steht, eine sehr gute Lösung. Einerseits „überspielt“ sich niemand so leicht, andererseits weiß jeder Spieler, dass er immer wieder Einsätze erhält bzw. dass ein „Bankeinsatz“ nicht direkt eine Bestrafung bedeutet. Dadurch können sowohl Fitness als auch Stimmung in der Mannschaft positiv beeinflusst werden.
Allerdings muss dafür aber eben auch jeder Spieler die Laufwege aus dem Effeff beherrschen, so dass nicht bei jeder neuen Aufstellung immer wieder neu die Abstimmung gesucht werden muss. Ausserdem sollte natürlich im Pool der eingesetzten Spieler eine gewisse Leistungsdichte existieren, damit auf den Positionen nicht je nach Besetzung ein zu extremes Gefälle entsteht, was dann im Gegenzug wieder die Stimmung innerhalb des Teams belasten kann.
Und zu guter Letzt müssen eben die Ergebnisse stimmen, sonst wird einem Trainer, gerade einem jungen Coach wie Babbel, dieser Ansatz ganz schnell um die Ohren gehauen werden.

Ich bin noch eher skeptisch was diese neue Marschroute angeht, denn bei allem Vertrauen, dass ich in die jetzige Mannschaft habe, glaube ich eben noch nicht wirklich daran, dass wir eine Leistungsdichte garantieren können, egal, wen wir einsetzen. Da sind wir halt eben nicht so bis zu den Positionen 16-20 so dicht besetzt, wie es die damaligen Bayern waren.
Aber gut, ich bin durchaus bereit Babbel und der Mannschaft die Zeit zu geben, sich hier zu finden. Denn Zeit wird nötig sein, um die Rädchen weitestgehend unabhängig vom Personal ineinandergreifen zu lassen. Das hat man nicht zuletzt beim gestrigen Spiel in der Abwehr gesehen, die beim fünften Pflichtspiel in dieser Saison mit der vierten Formation an den Start gingen (zugegebenermaßen auch bedingt durch die Verletzung von Träsch).
Zwar hat Niedermeier sein erstes Tor erzielt und auch ansonsten einen gewohnt soliden Eindruck hinterlassen, aber speziell in Halbzeit Eins merkte man doch mehrmals, dass es an der Abstimmung mit seinen Nebenleuten noch haperte. Besonders augenfällig wurde das bei den beiden Valdez-Situationen, von denen eines zu einem regulären Tor führte und wo der Paraguyaner jeweils sehr unbehelligt durch die Schnittstelle der IV stoßen konnte.
Ich nehme es mal als positives Zeichen, dass dies in der zweiten Hälfte dann so gut wie gar nicht mehr vorkam, sondern Gefahr dann meist nur noch über die Außenpositionen zustande kam – und das sind wir ja schließlich schon gewohnt. Wobei man auch hier etwas Positives finden kann: Ich hatte beim Duell Magnin gegen Kuba ehrlich gesagt wesentlich Schlimmeres befürchtet.

Auch in Mittelfeld und Sturm entschied sich Babbel für ein fröhliches Durcheinandermischen, so dass man auch dort mit sehr ungewohnten Formationen antrat: Rudy ersetzte auf Rechts den zuletzt gut aufgelegten Gebhart und im Sturm bekam zum ersten Mal Julian Schieber an der Seite von Cacau eine Bewährungschance von Beginn an.

Vermutlich lag es an diesen vielen Umstellungen, dass die ersten 20 Minuten zwar ein grundsätzliches Übergewicht zugunsten der Stuttgarter zu sehen war, aber man zu keiner Zeit die augenscheinliche Verunsicherung der Dortmunder ausnutzen konnte. Aber ob das mit einer „Stammformation“ zu Beginn anders gewesen wäre, das ist halt leider reine Spekulation. So begab es sich dann, dass die Dortmunder eben jene fehlende Abstimmung in der Abwehr ausnutzten und etwas überraschend in Führung gingen. Danach begegneten sich beide Teams insgesamt auf Augenhöhe, hatten beide ihre Chancen, auch wenn es kein Spiel auf hohem Niveau war.
Nach der Pause gab es dann, beinahe wie in der letzten Saison, wieder mal einen Blitzstart mit dem Ausgleich, der dem VfB dann erst mal Auftrieb gab, aber auch den BVB weiter wachrüttelte, so dass sich dann insgesamt ein relativ munteres Spielchen entwickelte, wo beide Teams hätten in Führung gehen können. Bei beiden Mannschaften aber auch immer wieder Fehler im Aufbauspiel und in der Defensive zu sehen waren.

So waren dann am Ende alle Beteiligten irgendwie doch zufrieden, aufgrund des reinen Resultats mit dem beide leben können,  aber auch irgendwie leicht grummelig aufgrund der zahlreichen Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns und der Mängelleistungen in den eigenen Reihen.

Für den VfB ist das 1:1 sicherlich schon okay, vor allem im Vergleich zur vergangenen Saison, wo man zwar nicht wesentlich schlechter spielte, aber eben am Ende mit 0:3 deftig nach Hause geschickt wurde. Somit hat man sich schon zum zweiten Mal ergebnistechnisch im Vergleich zum letzten Jahr verbessert, nachdem man in Wolfsburg dieses Jahr nur 0:2 statt 1:4 verlor…

Am Mittwoch steht nun das Rückspiel gegen Timisoara an, wo man unter normalen Umständen den Einzug in die CL klar machen muss und am kommenden Wochenende ist dann ein Heimsieg gegen offensivschwache Nürnberger eigentlich genauso ein Muss. Den nächsten wirklichen Prüfstein gibt es dann allerdings beim nächsten Auswärtsspiel, wenn man sich in Hamburg mit dem dortigen Sportverein messen darf. Und die Hamburger sind ja nach der Demontage von Dortmund wieder ganz weit oben im Meisterschaftsrennen – oder so ähnlich. (Das wird aber, genauso wie bei Schalke, auch bald wieder vorbei sein mit der Herrlichkeit – vermutlich schon heute Abend gegen Wolfsburg wieder)