Archiv | Mai, 2010

EUROPAPOKAAAAAL!

9 Mai

Ich sage es mal ganz ehrlich und gerade heraus: Ich bin froh, dass die Saison zu Ende ist und wir nun in die vereinsfußballfreie Zeit starten (mit Pokal- und CL-Finale haben wir dieses Jahr ja nix zu tun), denn ich bin doch ein bisschen ausgelaugt nach dieser Saison.

Eine Saison mit einer verdammt langen Tiefe, aber eben im Anschluss daran auch wieder mal einer recht langen Höhe, was das Dasein als VfB-Fan einmal mehr zu dem gemacht hat, was es nun mal ist: Nicht leicht, aber am Ende dann doch eben schön.

Innerlich habe ich nun diese Saison auch schon direkt abgehakt, denn allzu lange darf man sich mit dem Saisonverlauf nicht aufhalten, ansonsten gerät man einfach zu sehr ins Grübeln und würde die eigene Freude über das Erreichen der EuropaLeague-Qualifikation trüben, obwohl man doch noch vor einer halben Saison sehr weitabgeschlagen auf einem Abstiegsrang stand. Doch wenn man sich eben länger mit der abgelaufenen Spielzeit beschäftigen würde, dann würde man unweigerlich auf Fragen stoßen, die nicht so ganz angenehm sind und vor allem doch recht viel mit dem klassischen „Was wäre wenn“ zu tun haben.

Zum Einen könnte man beginnen damit zu hadern, was mit etwas mehr Konsequenz in manchen Spielen noch mehr in dieser Saison drin gewesen wäre. Die 6 Punkte auf Bremen oder sogar die 10 Punkte auf Schalke wären selbst in der Rückrunde vermutlich noch drin gewesen, wenn man sich so einige verschenkte Spiele anschaut. Von liegen gelassenen Punkten in der Hinrunde mal ganz zu schweigen. Aber da halte ich es dann doch ganz mit der Aussage von Allofs in der heutigen Doppelpass-Ausgabe: Diese Rechnung kann sicherlich jede Mannschaft für sich aufmachen.

Eine weitere Frage, die sich aufdrängen würde bei näherer Betrachtung der Saison, ist natürlich die Frage danach, was machbar gewesen wäre, wenn die Vereinsführung die Demission von Babbel früher vollzogen hätte. Aber da driftet man natürlich erst recht in den Bereich wildester Spekulation ab, den ich zwar grundsätzlich mag, aber dann doch eher auf die Zukunft gewandt und nicht auf die Vergangenheit gerichtet. Wer weiss schon, ob ein Trainerwechsel zu einem früheren Zeitpunkt einen derart befreienden Effekt gehabt hätte, wie es der Fall war, als man mehr oder weniger ganz unten am Boden war? Mal ganz davon abgesehen, dass man ohnehin nicht mit Sicherheit hätte sagen können, ob man ein, zwei Monate vorher Christian Gross überhaupt bekommen hätte.

Und zu guter Letzt müsste man sich zudem auch mit der unangenehmsten aller Fragen auseinandersetzen: Warum zur Hölle brauchte diese Mannschaft erneut einen Trainerwechsel in der Saison, um ihr eigentliches Potential abrufen zu können? Wenn Babbel nicht die geniale Rückrunde 08/09 gehabt hätte, dann könnte man die Verantwortung für den Niedergang sicherlich alleine auf den Jungcoach und seinen Trainerlehrgang schieben – mit dem Erfolg der Vorsaison aber kommt man eigentlich nicht umhin, auch nochmal den Charakter der Spieler näher unter die Lupe zu nehmen.

Aber, das sind eben wie gesagt Fragen, mit denen ich mich jetzt nicht auseinandersetzen will. Ich will mich stattdessen einfach darüber freuen, dass wir auch in der kommenden Saison wieder einmal international dabei sein werden. Zum 6. Mal in den vergangenen 8 Jahren. Nachdem wir in diesem Jahr zwischenzeitlich satte 14 Punkte Rückstand auf Platz 6 hatten.
Das ist, mit Verlaub, schon verdammt geil.

Beim Spiel gestern gegen Hoffenheim wäre es natürlich noch sehr schön gewesen, wenn man etwas weniger hätte zittern müssen und wenn man mit einem klaren Sieg gegen die Treter aus dem Kraichgau (Salihovic – WTF?!) die Saison noch mit einem „echten“ Erfolgserlebnis abgeschlossen hätte.

So aber kam man gegen wiedererstarkte Hoffenheimer gestern eben nicht über ein (verhältnismäßig glückliches) Unentnschieden hinaus, wo man sich bei Aluminiumgestänge und Altmeister Lehmann bedanken konnte, dass es eben zu dem einen Punkt reichte, der seinerseits wiederum das Erreichen von Platz 6 auch aus eigener Kraft sicherte. Wobei ja die Hamburger selbst nicht ihr Soll erfüllten und für die Bremer bei deren ähnlich beeindruckenden Aufholjag einmal mehr keinen Stolperstein darstellten.

Was man, neben dem Abschied von verdienten Spielern wie Lehmann, Osorio und Hilbert vom gestrigen Spieltag aber auf jeden Fall mitnehmen kann, ist, dass uns Fans am gestrigen Tag zumindest noch das, meiner Meinung nach, schönste Tor der Saison geschenkt wurde. Klar, die üblichen Tor des Monats-Kandidaten sind ja in Deutschland oftmals die klassischen Einzelaktionen, wie gewaltige Distanzschüsse, Fallrückzieher oder Hackentreffer – aber wie dieses 1:0 gestern herausgespielt wurde, das sorgt bei mir schon ein bisschen für ein feuchtes Höschen…

Alleine, wie sich Cacau da am eigenen Strafraum den Ball erkämpft, an der Mittellinie den Ball noch einmal weiterleitet und dann im Strafraum wieder genau da ist, wo er sein muss um zu vollstrecken. Oder wie Träsch da auf der rechten Seite perfekt durchpflügt und den präzisen Pass auf Marica spielt, der seinerseits wiederum den Ball geschickt verteidigt und genau richtig auf Cacau passt. Ein Träumsche.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte in eigener Sache:
Die Saison hier im Blog zu begleiten hat mir definitiv viel Spaß bereitet, auch wenn es nicht immer leicht war, sich etwas aus den Fingern zu saugen. Daher möchte ich mich auch einmal kurz bei den zahlreichen Kommentatoren, aber auch den noch zahlreicheren stillen Lesern hier im Blog für die regelmäßigen Besuche bedanken! Ich hoffe, ihr seid ebenfalls zufrieden mit meiner Saisonbegleitung gewesen.

In den kommenden zwei, drei Wochen wird es hier von meiner Seite aus ruhig werden, da ich am Dienstag berufsbedingt in die USA reisen werde und direkt im Anschluss das Pfingstwochenende privat im alkoholbedingten Delirium in Holland verbringen werde. Ein paar der Eindrücke werde ich versuchen hier und hier zu vermitteln und wen das interessiert, der ist dort auch natürlich herzlich eingeladen vorbeizuschauen.

Die Kommentarspalten hier im Blog bleiben aber selbstverständlich auch in meiner Abwesenheit offen. Wer also zu aktuellen Entwicklungen beim VfB Stellung nehmen will, darf das hier gerne tun. Ebenso freue ich mich natürlich über Input, was in der kommenden Saison hier anders oder besser gemacht werden kann – sollte da Kritikbedarf bestehen.

Zu guter Letzt: Ich bin mir noch nicht sicher, ob und wie es hier im Blog eine Begleitung der WM geben wird, zumal ich während der Gruppenphase unglücklicherweise auch nochmal für eine Woche in die USA muss.
Aber einen kleinen, musikalischen Gruß nach Bremen an unseren dritten Torhüter der Nationalelf kann ich mir dann doch nicht verkneifen.

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Der letzte Schritt

4 Mai

Bevor ich hier (etwas) weiter aushole, möchte ich erst einmal auf einen exzellenten Blogeintrag von steph1893 bei Gedanken eines Fans hinweisen. Der Beitrag „Vom Abstiegskampf nach Europa.“ stammt zwar noch aus der vergangenen Woche vor dem Spiel gegen Mainz, ist aber eine sehr gelungene Beschreibung des mentalen Zustands eines VfB-Fans, dem ich mich in sehr weiten Teilen anschließen kann. Sehr lesenswert.

Zum Spiel des VfB selbst kann ich aus den bekannten Gründen leider nicht viel beitragen, da die Liga Total!-Konferenz ziemlich wenig vom Spiel gegen Mainz zeigte und die Spielzusammenfassungen bei Sky und vor allem von Sport1 (im Grunde total überflüssig) keine nennenswerten Erkenntnisse hervorbrachten.

Ein wenig Spiel- und vor allem Stimmungsbericht wird es dann sicherlich in den nächsten Tagen bei Alexis geben, während heinzkamke wohl ebenfalls passen wird, da auch er das Opfer brachte und den Samstag in München weilte.

Lohnenswert sollte sicher auch ein Blick auf die Homepage der Lostboys 99 sein, einer unserer hochverehrten Ultragruppierungen, die in aller Ausführlichkeit die Choreo zum Abschied der Cannstatter Kurve dokumentiert hat. Neben Bildern wird dort dann demnächst auch ein Video zu finden sein, wie es schon bei den ersten beiden Teilen des Abschieds der Fall war.

Ansonsten bleibt natürlich vom Spieltag aus VfB-Sicht vor allem ein leichtes Gefühl der Enttäuschung, aber auch ein sehr positives Ereignis haften.

Dieses positive Ereignis war natürlich die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung unseres neuen Wunderstürmers Cacau. Und, wie sollte es anders sein, kaum ist das Vertragsgeschachere zu Ende, schon trifft er nicht mehr… Immer diese Legionäre…

Nein, mich freut’s natürlich, dass wir mit Cacau unseren diese Saison erfolgreichsten Stürmer halten konnten, wenngleich ich vor allem hoffe, dass die Vereinsspitze nach wie vor ein wirtschaftlich sinnvolles Paket geschnürt hat. Denn so sehr ich Cacau schätze, ist er doch eben in den vorangegangenen Jahren selten derart torgefährlich gewesen, wie es derzeit der Fall ist. Okay, wenn er teuer bezahlt wird, aber regelmäßig bis 2014 Knallertorquoten erreicht – ich würde mich dagegen natürlich nicht sträuben.

Die leichte Enttäuschung hat natürlich schon wesentlich unmittelbarer mit dem Spielgeschehen zu tun, das sich da am Samstag in Stuttgart abspielte. Denn, dass gegen Mainz gewonnen würde und damit der Einzug in die Europa League vorzeitig und vor heimischem Publikum gefeiert werden könnte, war eigentlich im Vorfeld klar eingeplant worden. Blöderweise schienen das dann aber auch die Spieler gedacht haben, die sich im schwäbischen Regen nicht so richtig engagiert zeigen und bis auf eine Großchance zu Beginn durch Marica erst einmal vorwiegend die Karnevalisten aus der Rheinstadt südwestlich von Frankfurt gewähren ließen. Dementsprechend logisch war dann auch der Führungstreffer durch Fathi, dessen Hackentor die einzig logische Variante war, um Lehmann in seinem Abschiedsspiel vor heimischem Publikum zu überwinden. Übrigens nach Vorbereitung von Simak.

Und eben jener Jan Simak, der in der Winterpause vom VfB nach Mainz wechselte war dann erneut der Vorlagengeber beim zweiten Tor, das dann der Youngster Schürrle schoss. Naja, die üblichen Geschichten, die der Fußball halt so schreibt. Warum kann er sich nicht vor dem Spiel verletzen, wie Elson beim Spiel von Hannover gegen uns?

Dass es dann doch nicht ganz schlimm wurde, lag dann an Publikumsliebling Ciprian Marica, der mit seinen Saisontoren Nummer 9 (durch eine herrliche Slapstick-Einlage der Mainzer begünstigt) und 10 einmal mehr einen Rückstand drehte.

Leider, leider reichte es nicht mehr zum kompletten Drehen, obwohl die Gelegenheiten in der Schlussviertelstunde wohl noch durchaus da waren.

So aber muss der letzte Schritt dann eben im Saisonfinale in Sinsheim gegen den Traditionsverein aus dem Kraichgau getan werden, dem Gegner bei dem im Hinspiel die Aufholjag auf eben jene internationalen Plätze so richtig losging, dank eines 3:1 Siegs.

Ich mache mir darüber eigentlich keine großen Sorgen, aber hoffe, dass es Gross gelingt, die Spieler dazu auch wirklich zu motivieren dort eine zwingendere Leistung abzuliefern, als es am Samstag über weite Strecken der Fall war. Für Hoffenheim geht es schließlich um nichts mehr, so dass man dort möglichst frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen sollte. Alleine schon um ein eigenes Zittern vermeiden zu können…

Auf der anderen Seite steht dann aber immer auch noch der Hamburger SV vor der nicht gerade kleinen Herausforderungen in ihrem Spiel einen Sieg einfahren zu müssen gegen niemand geringeren als die Intimfreunde von Werder Bremen, die ihrerseits wiederum mindestens einen Punkt brauchen, um ihre eigene CL-Qualifikationsplatzierung verteidigen zu können. Zumal: Wenn Gladbach sich auch gegen Leverkusen wieder so willig abschlachten lässt, wie gegen Hannover, dann bräuchte Werder selbst ebenfalls einen Sieg – auch sie stehen also dementsprechend unter Zugzwang, so dass es der HSV dort garantiert nicht einfach haben wird.

Man könnte nun auch noch mal wieder anfangen, die große „Was wäre wenn“-Arie anzustimmen und damit zu hadern, dass ein Sieg gegen Mainz zudem auch noch die Chancen offen gehalten hätte, ein, zwei Plätze nach oben zu rutschen, was jetzt, in Anbetracht dessen, dass der BVB ein Freilos gegen sorgenfreie Freiburger hat, nicht mehr möglich erscheint. Oder wie gut man im Rennen wäre, wenn das Hinspiel gegen Mainz schon nicht durch diesen dämlichen Elfmeter versaut worden wäre.

Aber gut, das führt zu nix. Et is wie et is. Sagt der Eingeborene hier in Köln.

Da gibt es andere Dinge, über die man sich mehr aufregen könnte, wie beispielsweise der Daily Hleb, der dieses Mal rummemmt, weil er an seinem Geburtstag erst nach einer Stunde mit den anderen Kindern im Sandkasten spielen durfte. Bitte, geh nach München, dann kann ich Dich wenigstens aufrichtig Scheisse finden und muss nicht mehr so zwiegespalten sein. Oder über diejenigen VfB-Fans, die in Anbetracht der Transfergerüchte, schon wieder den Abstiegskampf für nächstes Jahr prognostizieren.

Aber ach, das macht doch keinen Spaß und da habe ich jetzt gerade auch keine Lust mehr drauf.

Daher schließe ich mit was Schönem und verweise nochmal auf unseren kleinen Statistikcheck.

Der Hinrunden-Rückrunden-Check: +25 Punkte, +26 Tore

hirngabel undercover: In der Höhle der Löwen

2 Mai

In meinem bisherigen, jungen Leben bin ich schon auf recht unterschiedliche Arten dazu gekommen, Fußballspiele zu besuchen. Natürlich häufig im Schlepptau meines Vaters und noch häufiger aus reinem Eigenantrieb, mal gratis dank Schiedsrichterausweis, mal auf Dauerkarten von Freunden und mal im Rahmen meines Zivildienstjobs. Aber auch schon mal auf Einladung von Egidius Braun, oder weil Bernd Schusters Kinder mal auf meine Schule gingen oder auch weil der DFB Sponsorentickets für ein Champions League-Finale nicht in ausreichender Zahl verteilen konnte.

Am vergangenen Samstag kam nun etwas Neues hinzu, denn dort besuchte ich erstmals ein Bundesligaspiel auf Einladung eines Sponsoren hin, um im Vorfeld der Begegnung an einer Produktpräsentation teilzunehmen.

Bei dem Spiel handelte es sich um den Auftritt der Bochumer (ja, zum zweiten Mal innerhalb von 8 Tagen musste ich mir die grottigen Bochumer antun) in der Münchner Allianz Arena, beim Sponsor um die Telekom und bei dem präsentierten Produkt um das Bundesligaprogramm „Liga total!“, das die Telekom über ihre Plattform „Entertain“ für seine Kunden verfügbar macht.

So lud nun die Telekom also mich und rund 20 (nicht ganz gezählt) weitere Blogger in den Fröttmaninger Fußballtempel, um dort noch vor der (vorher von mir als „Worst Case Szenario“ befürchteten) Meisterfeier der Bayern den Worten von zwei Repräsentanten der Telekom und einer Vertreterin der Firma Microsoft zu lauschen.

Ich bin selbst derzeit weder Sky-Abonnent, noch habe ich mir T-Home Entertain und das dazugehörige Liga Total! zugelegt, allerdings spiele ich für kommende Saison durchaus mit dem Gedanken diesbezüglich zu investieren.

Das Produkt „Liga Total!“ scheint dabei nicht wirklich schlecht zu sein, zumindest, wenn man wirklich „nur“ Bundesligafußball (1. und 2.) sehen will und natürlich über einen entsprechend leistungsfähigen VDSL-Internetanschluss verfügt, was leider auch bei weitem nicht für jeden der Fall ist.

Neben ein paar allgemeinen Dingen wurden uns vom in Fußballfragen leider nicht ganz sattelfesten Präsentator (ich sach nur „Sebastian Kießling“) vor allem die interaktiven Zusatzfunktionen vorgestellt, wie beispielsweise der Videoticker, der es erlaubt mit 5 Minuten Verzögerung relevante Spielszenen (vom Pfostenschuss über Karten bis hin zu -natürlich- Toren) während des laufenden Spiels „nachzuschauen“. Das ist grundsätzlich eigentlich eine ganz coole Sache, hat nur leider einen Haken. Man kann nur die Szenen des jeweiligen Kanals anschauen, auf dem man sich ohnehin gerade befindet – schaut man also VfB gegen Mainz an, dann kann man parallel auch nur auf die Highlightszenen dieses Spiels zugreifen. Um auf alle Spiele gleichzeitig zuzugreifen, muss man hingegen auf den Konferenzkanal.
Für nächste Saison sollte man es möglich machen, ein Spiel zu schauen und gleichzeitig auf die Highlights der anderen Begegnungen zugreifen zu können. Das würde dann zumindest schon mal relativ nahe an meine Traumvorstellung einer individuell erstellbaren „Konferenzschaltung“ herankommen.

Ein weiteres Feature, das ich persönlich ganz nett fände, wäre eine Art „Follow your team“-Option bei der Aufnahmefunktion. Zwar wurde gesagt, dass das mit der Serienprogrammierfunktion nicht machbar sei, da die Spiele ja jeweils auf unterschiedlichen Kanälen liegen würden, aber eigentlich müsste es doch technisch machbar sein, die Sendungen irgendwie mit einer Art „tags“ zu versehen, so dass die Übertragungen für eine Programmierfunktion identifizierbar sind. Gerade für mich, der ich relativ häufig unterwegs bin (was ein Haupthinderungsgrund für die Anschaffung von Pay-TV ist bislang), wäre sowas schon sehr zu begrüßen.

Ein weiteres Thema, das von den anwesenden Bloggern kritisch angesprochen wurde und auch für mich eher ein Hinderungsgrund wäre, ist die Mindestvertragslaufzeit von satten 24 Monaten. Das ist natürlich schon recht happig, aber wird wohl in naher Zukunft eher nicht geändert, da man seitens der Telekom auf das Thema Planungssicherheit pocht, was ich aus Firmensicht natürlich schon nachvollziehen kann.

Insgesamt kann man auf jeden Fall von einem ordentlichen Produkt sprechen und wenn man über Johannes B. Kerner hinweg sehen kann, dann kann man eine Anschaffung sicherlich mal in Erwägung ziehen, auch wenn die Produktpräsentation jetzt insgesamt nicht so war, als dass man hier ein absolutes „Must Have“-Produkt vor sich gehabt hätte. Letztlich ist dann eben auch die Abgrenzung zu Sky über die technische Komponente hinaus nicht groß genug, als dass man hier wirklich einen Kaufanreiz böte. Vielleicht sollte da neben der technischen Seite für kommende Saison auch auf redaktioneller Seite mal etwas zugelegt werden.

So oder so war der ganze Nachmittag in der Arena auf jeden Fall eine nette Geschichte – wenn halt nicht ausgerechnet die dummen Schalker gegen Bremen verloren hätten und dadurch Bayern die Quasi-Meisterschaft feiern konnte. Das hätte echt nicht sein müssen. Wobei insgesamt die Stimmung jetzt nicht so übermäßig überragend war nach dem Titel, wie man das so von anderen Vereinen kennt. Die Meisterschaft ist in München halt wohl schon ein bisschen Routine.

Im Anschluss ging es dann mit einem Großteil der Anwesenden Bloggerschaft zur intensiven Spieltagsnachbereitung in den Augustiner-Keller, wo zwischen tiefenpsychologischen Diskussionen über den Nukleus des Fan-Seins und hemmungslosem Lallen (Namen werden nicht genannt) so ziemlich alles vorhanden war.
Nachdem dort beinahe die komplette Truppe -trotz zwischenzeitlich unwirschem Kellner und einem nur knapp abgewendeten Brezelgate- bis zum Kehraus aushielt, ging es dann wohl noch weiter mit dem Versuch auszutesten ob einer der Bayern-Blogger noch weiterhin in einem Münchner Etablissement Hausverbot hat (Namen werden nicht genannt). Den entsprechenden Twitter-Meldungen nach zu urteilen, wurde dieses Hausverbot allerdings wohl nicht mehr aktiv angewendet. Ich selbst kann dies allerdings nicht bestätigen, da ich mich nach dem Augustiner-Keller schweren Herzens verabschieden musste und den Rest der Nacht (bis so ca. 5 Uhr) im wohl legendären (und das völlig zurecht!) xcess mit ein paar Hellen verbrachte.

Abgerundet wurde der sehr schöne München-Trip dann heute mit einem standesgemäßen Weißwurst“frühstück“ (ich sage jetzt nicht die Uhrzeit, sonst werde ich von den Eingeborenen nur noch mehr verachtet) in irgendeinem typisch gemütlichen Brauhaus, inklusive überraschender weiterer Fußballdiskussionen mit einem sympathischen Sport1-Journalisten (ja, das gibts).

Alles in allem also eine Runde Geschichte, die zudem wieder mal bestätigt, dass das Internet nicht nur ein Tummelplatz von sozial gestörten Menschen ist und auch dass Vereinszugehörigkeiten nicht die ganz große Rolle spielen.

Ich hoffe auf eine baldige Wiederholung und freue mich, mal wieder einige sehr nette Menschen kennengelernt zu haben.

Von daher, vielen Dank an die Telekom für die Einladung und die Organisation, sowie die ganzen, netten Blogger, die vor Ort waren.

Achja,vom Spiel selbst habe ich nicht viel gesehen, da ich die meiste Zeit in der Loge verbracht habe, um das gute Catering zu genießen die Konferenzschaltung zu verfolgen. Von Bochum hatte ich ja letzte Woche schon genug nicht gesehen.

Und Gerd Müller war auch da.