Archiv | Mai, 2015

Nachlese

31 Mai

Es setzt schon langsam die Fußballsehnsucht wieder ein und auch dieses Mal wird es wieder ein Hoffen auf neue Besen sein, die uns den Saisonstart versüßen sollen, aber der Reihe nach:

Viel ist passiert in den letzten Tagen. Ein Abstiegsfinale überstanden, einen Trainer verabschiedet (ich bin an der Statuebauen für Huub dran, bis jetzt musste letzten Samstag erst einmal ein Huub-Konzert reichen!), einen neuen Trainer bekommen, eine Pressekonferenz mit Abrechnung und weiterem neuem Personal und dazu der Abfall der ganzen Spannung, die sich seit März angesammelt hatte.

Das Spiel gegen Paderborn.

Ein Spiegelbild der Saison und herrliches Anschauungsmaterial für das neue Trainerteam (das wir einmal Andre Trulsen als Co kriegen, hätte ich mir auch nicht träumen lassen). Eine Abwehrreihe, die das Slackertum auf dem Platz zelebrierte und wie auch sonst zu seinen Gegentreffern kam. Und ein Sturm, der sich mühte und mühte. Wie Kostic immer gegen zwei geht, ist wirklich phänomenal, obwohl er nie von seinem Mitspieler unterstützt wird. Zum Glück der Ausgleich – sehen wir hinweg über die Chancenverwertung Dortmundscher Prägung – durch Harnik. Und der Vfb war auch wiederum das bessere Team. Die und Rüdiger, die rocken schon das Feld!

Und dann die Zitternummer in Halbzeit zwei, in der zu Beginn sich der VfB immer schwer tut (Verstehen die Spieler Huubsches Holländisch nicht?). Von Minute 50.-70. freundete ich mich mental mit der zweiten Liga an („Ist doch auch mal nicht schlimm“, „Mussten auch schon andere gehen“, „Kenne ich noch nicht, warum nicht?“, „Wir kommen frisch gestärkt zurück“ – Durchhalteparolen zum Abwinken!), und auch der Vfb schlich sich nur noch über den Platz – während die Konkurrenz davon zog.

Und dann die 72. Minute: Wer sonst, wenn nicht die Nummer 33! Maxim auf Ginzcek, umkurvt und rein das Ding.

Aber keine stolze Brust oder ein abgeschlossener Konter, jetzt drehte die Stuttgarter HIntermannschaft so richtig auf und zeigte Großes auf dem kleinen Paderborner Platz. Pässe wurden schlampig gespielt (erinnert sich noch jemand an die Schlussminuten des Hoffenheim-Spiels? Ich hatte da so ein Déjà-vu..), die Außen ließen die Paderborner durch, Ulreich stolpert über seine eigenen Vorderleute, Schußmöglichkeiten ergeben sich – nur nicht für uns. Ich glaubte erst nach dem Schlussßpfiff an die Rettung. Die zum Glück kam!

Zur dritten Halbzeit, man kann auch als einziger VfB-Fan in einer bayerischen Stadt groß aufdrehen. Dementsprechend war Sonntag der Kater groß..

[Fortsetzung folgt]

Erinnert sich noch jemand an Balakovs Freistoßtor?

22 Mai

Dieses machte den Nichtabstieg des VfB möglich, als er ins Herz der Schalker traf.

Ähnliches erhoffe ich mir für morgen. Optimistisch-selbstbewusst die Berichterstattung über unseren Verein, wobei Dutt auch schon mahnt, Stevens Stevens bleibt und die Spieler stärker in den Fokus genommen werden (Gente und Harnik).

Es sieht insgesamt gut aus (wer hätte mir vor 6 Wochen erzählt, wir siegen wohl dreimal hintereinander!), die Kurve zeigt nach oben, aber ein Paderborndusel – wenn wohl dieses Mal nicht aus 80 Metern – liegt halt auch noch im Bereich des Möglichen. Manche Presseorgane beginnen schon das Fazitziehen und den Countdown für Zorniger, aber ein Grummeln bleibt mir, die 90 Minuten müssen erst einmal erfolgreich gespielt sein.

..merkt man mir meine Anspannung an?

#Matchday: Heimspiel gegen Hamburg

17 Mai

Mit dem Zug nach Stuttgart anfahren wie auch wieder heimkommen ist immer eine spannende. Dieses Mal sitze ich allein lesend mit meiner SZ, als eine Horde Fans reinkommt, die ich erst einmal nicht deuten kann. Es waren Ultras von Rot-Weiß Erfurt, die zum Auswärtsspiel nach Stuttgart in den Degerloch fuhren. Da war ich als VfBler ein gern gesehener Gast.

Neben mir saß Robert, der sich in Würzburg 26 Lose gekauft hatte und tatsächlich nur Nieten zog, ausschließlich Nieten. Und das für 26 Euro. Wir unterhielten uns, bis ich raus musste. Robert aus Arnstadt lebte sieben Jahre in Leipzig, was natürlich das Gespräch auf RB brachte. Er betonte, und das hatte mir kürzlich auch ein echter Hallescher-Fan erklärt, dass RB sich wirklich alles scoutet, was der ganze Osten hergibt. Da werde in Schulen gegangen, Jugendmannschaften aufgekauft, um unbedingt der Leuchtturm im Osten zu sein. Andererseits jammern wieder all die, die gestern noch jammerten, warum kein Verein aus dem Osten Deutschlands erstklassig sei. Also gemischte Gefühle, die sich ähnlich auf Rot-Weiß übertragen ließen. Herrlich, als einer in den Zug rief: „Wir dürfen auch keinem erzählen, was wir hier jedes Wochenende tun.“ – Rot-Weiß war Zweiter, befeuerte das Projekt 2016 (Aufstieg in die Zweite!) und dann brach wohl irgendetwas zusammen, man verlor 8 Spiele am Stück, bis man sich zu einem Unentschieden aufraffte. Gestern ging es auch nur 0:0 aus. Sehr sympathisch, die Jungs und viel Erfolg euch weiterhin bei der Tour durch die Republik.

Sprung ins Spiel nach Stuttgart:

Um es vorweg zu nehmen, nervenaufreibend, nervenaufreibend, nervenaufreibend. Das dieser VfB auch nie den Sack zu machen kann und es immer spannend hält, ist nichts für kleine Kinder. Die erste Halbzeit stark, der Gegentreffer bei einem Freistoß (damit muss man bei unserem Verein ja immer rechnen) wurde tatsächlich bald weggesteckt und das Angriffsspiel lief. Wobei Didavi sehr gut in Manndeckung genommen wurde und auch Harnik sich nicht so entfalten konnte. Aber das VfB-Spiel ist brutal ausgelegt auf Kostic und Die, sobald es geht, kommt der Ball auf links außen und Kostic geht in jede 1:1-Situation. Und Die ist herrlich, gerne mit Stockfehler, aber ein ivorischer Tiger, der Leader, den der VfB braucht. Genauso sieht es eine Reihe weiter hinten aus, Rüdiger brüllt durch seiner Viererkette, toll. Und Baumgartl ist echt abgewichst, wie cool der das runterspielt, Hut ab. Gut fiel das 1:1, natürlich glücklich, aber das braucht es genau jetzt. Das 2:1 war ein Abwehrfehler des HSV, das darf doch auch mal sein.

Um es ehrlich zu sagen, der HSV war wirklich schwach, in der zweiten Halbzeit fiel ihnen noch weniger ein, sodass sie zu treten anfingen, das Spiel wurde ruppig und verflachte. Dazwischen Nadelstiche durch tolle Konter, die aber alle Halt machten an Adler (ich wollte jeden Ball reinbrüllen!), zum Verzweifeln!

4 Minuten Nachspielzeit, aber vom HSV kam nichts, der VfB begann, an der linken Ecke mit dem Ball zu sperren, das machten sie sechsmal, aber der HSV brachte nichts Neues, das sieht echt deutlich aus.

Nach dem Schlusspfiff eine Ehrenrunde und das war das Spiel, endlose Freude, aber diese Euphorie wurde komplett gestört durch die anderen Ergebnisse: Bayern „Wettbewerbsverzerrung“ München und FC Augsburg, was sollte denn das? Ärger stieg in mir hoch, aber wir haben es selbst in der Hand und jetzt sind wir im Finale:)

Der Spielplan und Didavi, diese beiden retten uns!

14 Mai

Bin am Samstag selbst vor Ort in Stuttgart und bin seit einer Woche angespannt.

Aber ich glaube fest an den Titel – meines Posts.

Der Spielplan ist wie ein höheres Geschenk und das neue „magische Dreieck“ mit Didavi dahinter kann echt den Unterschied ausmachen. Vor allem, nachdem Huub ja in jede Trickkiste greift, wie es heute Spon vermeldet (beschimpft seine Spieler).

„Glückwunsch für des VfB“ (Lothar Matthäus)

9 Mai

„Ein Pflichtsieg“, sagt Daniel Didavi, der Mann des Tages.

Zwei Bier und gutes Zureden hat es die 90min gebraucht. Alle abergläubischen Dinge befolgt.

Aber schauen wir uns das Spiel an: Mainz wirklich ohne Chance, da kaum ein Angriff lief, die Sechser gut zugestellt waren, die Stürmer stumpf, die Abwehr nicht immer sattelfest.

Besser aufgestellt zeigt sich der VfB, der wirklich ruhig bleibt, also wirklich. Gute Chancen vor dem Tor, die alle versiebt werden, ABER: Didavi zeigt ein enormes Spiel (der Joker im Abstiegskampf reloaded!), Die grätscht sich in den Himmel und selbst Schwaab und Klein halten dicht. Rüdiger und Baumgartl machen ihre Sache sicher, Ulreich bekommt auch mal einen Ball an den Mann beim Abstoß. Das neue „magische Dreieck“ (im Abstiegskampf glaube ich an alles!) ist an allen Toren beteiligt.

So kann/muss es weitergehen, bin nächste Woche selbst im Stadion, wenn es zum ultimativen Fight gegen die Treter aus Hamburg kommt!