Tag Archives: Huub Stevens

„Wenn wir nicht absteigen, bastel ich eine Statue für Huub!“ (Zitat dirk1991)

3 Mai

Am Donnerstag in der dritten Halbzeit unseres Altherrenteams ging es um die Abstiegskandidaten der Bundesliga. Zwei HSV-Fans sind bei unserem Team mit von der Partie, aber einhellige Meinung war: Der VfB ist spielerisch zu stark, um abzusteigen, Hamburg und Paderborn würden es erwischen. Genauso so dachte ich auch.

Vor dem Spiel:

Die Aufstellung versprach Gutes, die linke Seite beackerte Florian Klein, während Daniel Schwaab (übrigens der Einzige beim VfB, der auch mal ein Buch in die Hand nimmt, ich unterstütze das) die rechte Abwehrseite bespielte. Ansonsten die Aufstellung wie gehabt, S. Die wieder mit dabei und vorne ein schlagkräftiges Quartett. Didavi und Werner als Einwechselspieler eine gute Option. Meine kleine Hoffnung war ein Unentschieden.

Das Spiel:

Dafür musste der Liveticker des Kicker (der aber nicht wirklich soooo genial ist) und der MeinVfB-Ticker herhalten (viel subjektiver und genauer, ergo besser!) herhalten, da ich das Spiel selbst nicht schauen konnte (In ganz Frankfurt zeigen die in allen Skybars nur das Eintrachtspiel, nicht einmal Konferenz). Ein Rohrkrepierer in der Abwehr war immer drin – 0:1. Aber dann auch der unverhoffte Harnik mit dem Ausgleich vor der Pause – 1:1. In der zweiten Halbzeit dann das 1:2 durch Kostic, der wohl auch das dritte Tor hätte machen können. Da beschlich mich schon das Gefühl, dass das nicht hinhauen würde, da die Einwechslungen der Gegner in den vergangenen Spielen immer gefruchtet hatten und der VfB noch einen Bock dabei hatte. Und dies ist auch der Grund, warum ich mir bis jetzt keine bewegten VfBilder angeschaut habe, da es mich zu arg deprimiert. Natürlich war es der Unsympath Boateng, der nochmal groß auftrumpfte, und die Abwehr schwamm und ruderte. Deprimierend.

Nach dem Spiel:

Ja, die Hoffnung besteht immer noch. Ja, das Restprogramm ist machbar. Aber, langsam verliere ich die Hoffnung. Gerade auch, da die anderen Vereine da unten drin Siege einfahren, wichtige Siege und wir stecken bleiben. Die Mannschaft schafft es nicht, das Spiel bis zum Ende zu gewinnen und haben wohl durch die vermeintliche Ruhe und ihre Offensivkraft wieder die Lorbeeren aufgesucht, um sich auszuruhen. Ich weiß, selbst Kritik am Verein endet im Phrasengedresche, aber mir fällt nichts mehr ein. Stevens bleibt bei uns, kann in Ruhe arbeiten, Team wird besser und stärker, aber die Abwehr produziert trotzdem schlimme Fehler und vorne trifft man doch nicht oft genug. Es ist zum Verzweifeln. Ich gehe jetzt, mir eine Decke über den Kopf ziehen..

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So-ist-es-Haltung

5 Mrz

Die asiatische Gelassenheit lernt man schnell als Fan des VfB.

Da hilft auch kein brauner Mercedes, der früher bei den VfB-Spielern gefürchtet war, da Mayer-Vorfelder – das dieser Mann schillernd-mondän-zwielicht ist, habe ich sogar bereits als Kind erkasnnt – in seiner Funktion als Präsident des VfB damit vorfuhr, um seinen Spielern persönlich die Leviten zu lesen (Quelle: Seite Drei, heute, Süddeutsche).

Das Om suchen, nur so sind die Trainerentlassungen, die Präsidenteneinlassungen und die Managerauslassungen zu verkraften. Daher ist es mir in meinem Nidra für morgen glasklar: Verliert Stevens, kommt Zorniger, gewinnt er, atmen wir durch und die Chance, dass wir es schaffen, steigt enorm. Zorniger kommt dann ab Sommer, ich vertraue ihm und schätze ihn als einen guten Trainer ein (auch wenn sein Berater mit Christian Nerlinger der Ex-Manager des FCB ist).

Habe für morgen, 20:30h, ein Gutmann-Weizen (bestes Hefe der Welt!) kühl gestellt bekommen und freue mich auf das Spiel. Für den Verein zerreißen sich momentan Gentner, Ulreich, Die, Niedermeier und Werner. Sonst viel Mitgerenne, aber wir hoffen das Beste.

Und ich habe schon eingeschlagen, bei einer Relegation gegen Darmstadt, mit nach Darmstadt zu gehen.

Gegen Karlsruhe bin ich auch dabei, da wird Hochsicherheitsspiel wohl neu definiert (ich hoffe nicht!).

„Lieber jetzt 18 als drei Spieltage vor Schluss“

22 Feb

..so sprach ein Freund zu mir, der mich aufbauen wollte. Und er hat Recht.

Am Freitagabend nach dem Spiel war ich – angesichts dieser zweiten Halbzeit – wirklich desillusioniert und begann, diesen hässlichen Gedanken der zweiten Liga an mich heranzulassen. Vor dem Spiel war und ist wieder meine Theorie, wir kommen noch auf einen Relegationsplatz und hauen dann im Hochsicherheitsspiel den KSC erneut in die zweite Liga, ein Baden-Württemberg-Derby, das Labsal für die Seele ist.

In der zweiten Halbzeit gegen den BVB sah man einen VfB, der bemüht war, Einsatz zeigte und sich nie aufgab, aber spielerisch ein Armutszeugnis ablegte und in der Offensive harmloser als eine Kuschelkatze (ja, genau die, die wir immer bei youtube sehen) war. Als dann noch ein Flitzer das „Spiel“ (die Dortmunder stellten ja ebenso das Spielen ein) unterbracht, es aber keiner für nötig hielt, einzugreifen, war der Tiefpunkt erreicht. Marcel Reif (Arbeitsnachweis): „Was ist aus dem VfB Stuttgart geworden?“ und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Keine Frage, das Abstiegsgespenst ging um.

Am Samstagmorgen war ich aber bereits wieder voller Hoffnung,

die Fakten: Uns fehlten am Freitag wichtige Spieler, Gentner, Didavi und Rüdiger. Sind die mal wieder dabei und löst Stevens hoffentlich seine zweite Viererkette im Mittelfeld auf (Hlousek und Klein offensiv?), dann sieht die Sache doch deutlich besser aus. Ebenso kann Gruezo noch stärker werden.

Seit Jahren wird ein Leader vermisst, der Hoffnungsschimmer zeigte sich am Freitag: Die, bei jeder seiner Stationen bisher Publikumsliebling und in Basel so billig abgegeben, da er sich mit dem Trainer überwarf, hat das Zeug dazu. Deutlich war ihm beim Spiel seine Aggressivität und Optimismus anzumerken, mehr davon!

Die Abwehr wird stärker, wirklich! Baumgartl hat die letzten vier Spiele die stärksten Zweikampfwerte aller VfBler. Der Aussetzer gegen den BVB hat praktisch nichts geändert am Spielverlauf, da das 2:3 sonst auch nie gefallen wäre. Und Niedermeier, unser Nieder“strecker“, ist kernig abwehrbereit, ich mag den.

Unser Sturm, puh, das weiß ich wirklich nicht, Elfertor? Ecke? Irgendwie eins reinwürgen und hinten dicht, anders geht es jetzt nicht mehr. Mehr Impulse im Mittelfeld und vielleicht (vielleicht!) platzt mal bei Ibisevic der Knoten (ja, da ist viel Hoffnung und Wunsch mit drin).

Die Gegner, daheim gegen BVB, FCB und Gladbach kann man verlieren, es kommen jetzt die Gegner auf Tabellenaugenhöhe: Es ist eigentlich ganz einfach, die Spiele müssen punktetechnisch gut ausfallen und dann klappt das mit der Relegation (Paderborn und Freiburg steigen leider ab, der HSV wünsche ich mir). Haut das nicht hin, hat es der VfB auch in der ersten Liga nicht mehr verdient.

Der Trainer ist gut. Taktisch natürlich brutalmöglichst defensiv, aber was bleibt ihm alles übrig. Die Ansprache, die Erfahrung und das Verkörpern sind eindeutige Pluspunkte für Stevens, während Dutt der good cop ist und in der Öffentlichkeit für Optimismus sorgt.

Und die Fans stehen hinter der Mannschaft, das hat man nach dem Spiel gesehen!

Ja, ich weiß, 5-Euro ins Phrasenschwein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und jetzt gilt es. So einfach ist es.

Trainee-Programm

29 Apr

Wer soll nächste Saison die Coaching-Zone ausfüllen und die Verantwortung über den Kader übernehmen?

Der propagierte Jugendwahn – natürlich werbewirksam in Szene gesetzt (ist spannend, wie das bei der Hauptversammlung medial aufbereitet wird) und natürlich richtig so, da dies einfach bei jedem Fan ankommt, wenn die Mannschaft aus dem Stuttgarter Kessel und Umland kommt (in Barcelona lief in der Saison 2012/2013 das Team einmal mit 11 Spielern aus dem eigenen Jugendzentrum La Masia auf!) – soll fortgesetzt werden.

Nur, unter welcher Ägide? Der letzte, der dies ab 2001 vorbildlich aufbaute, war der in Wolfsburg und Schalke verschriene Masseneinkäufer Felix Magath, aus Not in Stuttgart zum Jugenddompteur mutiert (erste Einwechslung von Mario Gomez!). Ab dieser Personalie war es erst wieder Thomas Schneider, der sich das engagierte Fördern der Jugend auf die Fahnen schrieb (wobei die Fußnote erlaubt sei, dass ein Timo Werner vom hübschen Bruno das erste Mal eingewechselt wurde). Oder kann sich noch jemand an einen Trapattoni erinnern, der auf alte Dänen setzte..

Verdienste hat sich Stevens in der kurzen Zeit bereits erworben und die Mannschaft steht deutlich stabiler als zuvor, nur murren bereits jetzt die Ersten, die seinen Spielstil zu erlebnisarm bezeichnen und gerne den vielbeschworenen Offensivfußball zelebriert sehen wollen. Hier ist bereits die Kritik angelegt, die später einmal zum Tragen kommen würde. Man bedenke aber in diesem Zusammenhang, dass eine Defensivtaktik wie bei Chelsea hässlich aussieht, aber leider auch in den letzten Jahren sehr erfolgreich war. Also, warum nicht einen Fährmann nehmen, der das Schiff nach dieser Chaossaison in ruhige Gewässer führt und langsam aufbaut? Ich sehe keinen Grund, was dagegen sprechen sollte.

Oder soll man das Ruder rumreißen und einen jungen, aufstrebenden Trainer holen, der den „Stuttgarter Weg“, wie ihn auch Bernd Wahler propagiert, mit neuem Leben einhaucht? Nur, wer steht dafür zur Verfügung und hat bereits genug Erfahrung, dass das Unternehmen glückt? Marc Kienle (wobei sein Abschied kein schöner war)? Wiesinger (zu erfolglos)? … Mir fehlt die Fantasie, hier einen perfekten Kandidaten zu benennen.

Also doch einen erfahrenen Trainer wie Rangnick? Er setzt auf die Jugend und kann etwas aufbauen (man fahre nach Sinsheim und schaue es sich an). Aber ist er von Red Bull loslösbar?

Wie wäre es denn – und hier kommt mein Geheimtipp – mit Geertjan Verbeek? Er hinterließ einen positiven Eindruck, steht auf Offensivfußball und kann etwas aufbauen, besonders mit jungen Spielern. Erfahren genug ist er zudem und von seiner Biographie eine sehr interessante Persönlichkeit.

Daher, wenn Stevens nicht will oder sich der VfB dagegen entscheidet (was sehr schade wäre), dann machen wir weiter mit einem weiteren schillernden Holländer:)

 

Nachlese der persönlichen Art

10 Mrz

Thomas Schneider ist gegangen worden.

Nach neun Spielen ohne Sieg und dem nötigen Fortune griffen wieder die Mechanismen des Profifußballs. War ich jetzt zu naiv oder wurde mir etwas vorgegaukelt, dass ich fest an ein Bleiben Schneiders dachte/hoffte? Den Elfer kann er nicht reinmachen, den Ball über die Linie drücken ebenso nicht und Ball nach Ecke vor dem eigenen Tor wegschlagen geht auch schlecht (obwohl es da einige Möglichkeiten gegeben hätte).

Rückblende: Nach der Auswärtsniederlage in Frankfurt wurde Sonntag nacht mit Schneider, Montag ebenfalls bis spät, inklusive der HInzuziehung einiger Spieler und Dienstag mit Vorstand und Aufsichtsrat diskutiert. Ergebnis: Schneider bleibt! Die Mannschaft versprach, sich für Schneider zu zerreißen und der Zusammenhalt wurde gepredigt und der Stuttgarter Weg beschworen. So die offizielle Version, dass im Hintergrund Fredi Bobic versuchte, seinen alten Spezi Krassimir Balakov (war da nicht einmal was in Lautern?) plus Soldo (der aus Zagreb absagte) oder Verlaat (der von der Algarveküste absagte) in Stellung zu bringen und diese Idee durchfiel, steht auf einem anderen Blatt.

Ich persönlich hatte nach dem Braunschweigspiel erst einmal die Fresse gestrichen voll und keinen Bock. Sollen sie doch absteigen..

Dreitägige Diskussionen und ein Einbinden aller führte nach fünf Tagen dann Sonntag früh sang- und klanglos zum Rauswurf Schneiders und zur harten Linie und der Berufung von Huub Stevens. Der richtige Mann für diese Situation, der mich wieder sicher schlafen lässt, ich sehe zwar keine Verbindung zu dem zuvor versprochenen Jugendstil, aber Rettung tut not. Viel Erfolg, Huub!

Für mich der Verlierer der Umstände eindeutig Bobic, der mit Schneider (der auch wirklich Pech hatte) das schwächste Glied absägte und kein wirkliches Krisenmanagement bot. Zurecht brüllten die Fans am Samstag nach seinem Ende und wenn er die Saison am Ende nachlesen will, müsste er konsequenterweise gehen. Ewig hält die Liebe zu alten Helden der Jugend nicht..