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Transfers 09/10 (WP): Elson mal wieder, Hitz endgültig weg

8 Feb

Nur kurz der Vollständigkeit halber noch kurz ein paar Kommentare zu den zwei Transfers, die der VfB am letzten Wochenende der Transferperiode getätigt hat.

Elson per Leihe nach Hannover

Ich hatte ja in den Kommentaren schon mal angedeutet, dass ich durchaus zu den sich eher in der Minderheit befindlichen Befürwortern eines Verkaufs unseres Mittelfeldmanns Elson wäre. Der gute Mann hat eindeutig potentiell tolle Fähigkeiten am Ball und kann beeindruckende Standards ausführen – das will ich keinesfalls bezweifeln. Das Problem ist nur, dass er zum Einen einfach nicht die Robustheit aufweist, um sich dauerhaft im Bundesligafussball durchzusetzen und zum Anderen vor allem, dass er in den letzten eineinhalb Jahren nie Konstanz an den Tag legen konnte. Nun ist der kicker zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ich denke doch, dass es für sich spricht, dass Elson seit Beginn der Saison 08/09 es nie geschafft hat, zwei Spiele hintereinander eine bessere Leistung als 3,5 abzurufen. Im Gegenteil, meist überwog eher die Tendenz 4,0 und noch schwächer – gespickt mit ca. 1-2 Spielen pro Halbserie, die exzellent waren (meist nach Einwechslung zur Halbzeitpause).

Klar, man könnte nun noch sagen, dass es natürlich auch kein Wunder ist, da Elson ja auch ganz selten mal 3-4 bewertete Spiele am Stück bekam, um sich zu zeigen. Durchaus richtig – allerdings muss man dann eben auch sehen, dass Elson in seiner Zeit beim VfB insgesamt 4 verschiedene Trainer (Sammer, Veh, Babbel, Gross) hatte, von denen nie jemand nachhaltig auf ihn zu bauen schien.

Da sich Gross zudem auch noch relativ eindeutig dem 4-4-2 mit Doppelsechs im Mittelfeld verschrieben hat, gibt es zudem bis auf weiteres Elsons Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld auch nicht mehr, so dass eine Weiterbeschäftigung des Brasilianers unter dem Strich wirklich keinen großen Sinn aus meiner Sicht machte.
Natürlich, Elson kostet nicht sonderlich viel (vermutlich) und trat bislang nie als Stinkstiefel auf – dennoch ist das für mich keinen Grund, einen Spieler zu behalten, der nicht unbedingt nötig ist. Und der zudem sicherlich auch das Potential hätte bei einem anderen, kleineren Verein regelmäßiger zum Einsatz zu kommen.

Letzten Endes ist es dann doch nur eine Leihe und kein Verkauf geworden, da die Hannoveraner erst einen Transfer plötzlich ablehnten aus wirtschaftlichen Gründen – nur um dann nach der desaströsen 1:3-Niederlage gegen Nürnberg in Panik doch noch einer Leihe zuzustimmen.
Schade, aber so hat er nun beim mittlerweile vierten Leihverein seit Kauf durch den VfB im Jahr 2004 noch ein weiteres Mal die Chance zu beweisen, dass er es drauf hat, sich in der Bundesliga zu etablieren. Ob es dann doch noch mal beim VfB weitergeht – ich wage es zu bezweifeln…

Hitzlsperger an Lazio Rom verkauft

Der Hauptgrund warum ich mich jetzt doch noch dazu aufgerafft habe, diesen Eintrag zu schreiben (abgesehen von meiner Verpflichtung als …äh… Chronist), ist das Bedürfnis noch kurz etwas zu Hitzlsperger zu schreiben. Einerseits, weil unser letzter Mannschaftskapitän auf jeden Fall ein adäquates Dankeschön verdient hat. Zwar wirkte er gerne mal phlegmatisch und auch oft zurückhaltend, aber er war eben auch der Mann der in sehr hoher Frequenz dazu in der Lage war, den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen (oder auch gerne zu chippen). Von seiner exzellenten Schussstärke brauchen wir natürlich erst gar nicht zu reden.

Ein Problem war aber eben, dass er abseits dieser Pässe und Schüsse gerne mal zu unauffällig und bieder agierte. Solide und meist fehlerfrei, aber eben halt ohne große Glanzlichter und nicht mit der Bestimmtheit, die ein Kapitän eigentlich hätte aufbieten müssen. Letzteres war vermutlich dann auch der Grund, warum man in Hitzlsperger ein so leichtes Opfer gefunden hatte, an dem sich der Niedergang des VfB in der Hinrunde relativ leicht festmachen ließ.

Dass es dann letztlich zum Verkauf von Hitzlsperger in dieser Winterpause kam, war denn auch ziemlich zwingend. Zum Einen fehlte ihm nach der Hinrunde und seinem Sündenbocktum das Standing in der Aussenwirkung und vermutlich auch innerhalb der Mannschaft. Zum Anderen, was im Grunde noch schwerer wog, haben mit Khedira, Träsch und Kuzmanovic gleich drei Spieler die Nase vorne in Sachen Form gehabt, so dass es äusserst unrealistisch gewesen wäre, dass Hitz sich in der Rückrunde ernsthaft wieder für die Startelf hätte empfehlen können.

So war es dann eben logisch, dass er für die Sicherung der WM-Chancen einen Wechsel suchte. Dass es vermutlich besser gewesen wäre, einen deutschen Verein zu finden als einen italienischen Verein im Abstiegskampf, hatte ich schon vermutet. Zumal es mir irgendwie unpassend erschien, dass der Störungsmelder Hitzlsperger ausgerechnet zu Lazio Rom geht…

Dass er dann aber bei seinem Debüt in Rom gleich ebenfalls als Sündenbock abgestempelt wird und sogar vom Trainer nach nur einer Stunde Spielzeit indirekt als Fehleinkauf abgestempelt wird, hatte ich dann doch beim besten Willen nicht erwartet. Und das hat Hitzlsperger auch keinesfalls verdient!

Ich mein, unsere sportliche Leitung wird ja äußerst häufig aufgrund ihres mangelhaften Scoutingsystems gerügt, aber ein Trainer, der den Kauf von Hitzlsperger mit zu verantworten hat und dann sagt, dass man besser „einen wendigen Spieler, der am Ball besser ist und die Spitzen besser einsetzt“ gekauft hätte, ist schon ein absoluter Offenbarungseid der sportlichen Führung!

Laut Stuttgarter Nachrichten zögert der Präsident Lazios derzeit, den Trainer rauszuschmeissen, da man sich die Abfindung ersparen möchte. Man kann im Sinne Hitzlspergers eigentlich nur hoffen, dass dies noch vollzogen wird, denn ich glaube kaum, dass ein Trainer, der sich zu solchen Äusserungen hinreissen lässt, ein guter Coach ist. Im Sinne unseres Ex-Kapitäns wäre es natürlich optimal, wenn dort ein neuer Trainer kommen würde, der dann auch auf „The Hammer“ baut und ihn regelmäßig zum Einsatz kommen lässt.

Ob das realistisch ist, keine Ahnung. Aber zu wünschen wäre es ihm absolut.

Mach‘ es gut, Thomas, und vielen Dank für all die Jahre solider bis sehr guter Arbeit und absoluter Loyalität zum Verein!

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Fakten, Meinungen, Hoffnungen.

2 Dez

Bleiben wir heute zur Abwechslung mal ernsthaft und bei den nüchternen Fakten.

Fakt ist, dass sich heute unser, in den letzten Jahren angenehm unauffälliger, Präsident Erwin Staudt vor die Presse gestellt hat und dem nach der faktisch äußerst schmerzhaften Niederlage gegen Leverkusen wackelnden Trainer das Vertrauen ausgesprochen hat. Und nicht nur dass, er hat ihm gleich eine Jobgarantie bis in die Winterpause hinein gegeben – um dann dort „Kassensturz“ zu machen.
Meine Meinung zum möglichen Trainerwechsel hatte ich ja gestern in den Kommentaren schon kundgetan. Daher bin ich schon ein wenig erfreut, dass die Vereinsoberen nach wie vor zu Babbel halten – wenngleich ich mich natürlich nicht etwaigen Parallelen zum Dollschen Hamburg verschließen will.
Meine Hoffnung ist, dass es sich auszahlen wird. Natürlich.

Fakt ist zudem, dass Babbel sich dazu entschlossen hat, Matthieu Delpierre als neuen Mannschaftskapitän zu installieren – was natürlich gleichbedeutend mit der Entmachtung von Hitzlsperger ist.  Dies soll dem Ex-Mannschaftsführer allerdings, wie Babbel sagt, die Gelegenheit zu geben sich konzentrieren zu können, „um wieder seine Bestform zu erreichen“.
Meiner Meinung nach ist Delpierre grundsätzlich keine schlechte Wahl als Kapitän, alleine aufgrund seiner Routine und seiner langjährigen Konstanz. Allerdings sind die Umstände eines solchen Pferdewechsels in der Mitte der Saison doch immer etwas zweifelhaft, zumal Delpierre nach Aussen hin auch nicht gerade mehr Lautsprecher ist als Hitzlsperger es war/ist. Hinzu kommt, dass Delpierre zuletzt formmäßig auch etwas schwächelte.
Meine Hoffnung ist natürlich, dass Babbel das richtige Gespür hatte, mit Delpierre einen Spieler mit mehr Durchschlagskraft und entsprechendem Standing im Team zu befördern. Ganz ab von der Hoffnung, dass Hitzlsperger durch das Manöver tatsächlich wieder den Kopf frei bekommt.

So was von Fakt ist natürlich, dass es bis zur Winterpause noch vier Begegnungen sind für den VfB – vier Begegnungen, die faktisch für Babbels näheren beruflichen Werdegang entscheidend sind. Und selbstverständlich auch für den VfB in sportlicher Hinsicht wegweisend sind. Dem Heimspiel am Samstag gegen Bochum wird das „Finale“ gegen Urziceni in der Champions League folgen. Anschließend stehen zwei nominell schwierige Aufgaben in der Bundesliga an: Auswärts gegen die zu Hause ungeschlagenen Mainzer und dann zum Abschluss nochmal gegen die unberechenbaren Hoffenheimer.
Meine Meinung ist eigentlich ganz klar: Wenn alle drei Heimspiele gewinnen werden, dann wird auch Babbel weiter im Amt sein – und möglich ist das, so rein prinzipiell, sicherlich.
Meine Hoffnung wäre natürlich zusätzlich auch noch in Mainz ungeschlagen zu bleiben.

Im Detail würde meine Einschätzung so ausschauen:

5.12. – Bochum (H – BuLi)
Hier ist es ganz klar und eindeutig: der Sieg und nichts als der Sieg zählt hier! Wenn wir gegen Bochum nicht gewinnen könnten, dann würde ich meinen letzten Rest an Optimismus und Glauben an das Team nun wirklich verlieren. Aber ich kann mir das selbst nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht vorstellen. Wenn zudem bei den anderen Begegnungen alles halbwegs so läuft, wie es zu erwarten ist, dann sollten wir uns mit dem Sieg wieder auf den 14. Platz vorschieben können (außer Nürnberg macht wieder was Unerwartetes).

9.12. – Urziceni (H – CL)
Wie gesagt, für eine sichere Weiterbeschäftigung sollte jedes Heimspiel gewonnen werden. Der Sieg wäre in diesem Falle natürlich gleichbedeutend mit dem Achtelfinaleinzug. Sicherlich ein kleines Trostpflaster für den bisherigen Saisonverlauf. Ob das klappen wird? Keine Ahnung. Hoffnung ist, wie immer, da. Aber ich würde es derzeit als „coin toss“ einschätzen, in Anbetracht des fragilen Mannschaftsgefüges. Daher: Gelingt in den ersten 30 Minuten der Führungstreffer wird es sicherlich klappen – sonst wirds ein „nail biter“.

13.12. – Mainz (A – BuLi)
Die sympathischen Mainzer sind mir als Auswärtsgegner zu diesem Zeitpunkt leider äußerst unsympathisch. Als Aufsteiger bis dato ungeschlagen in der heimischen Bruchweg-Arena strotzen sie nur so vor Selbstvertrauen und kämpften mit seeehr viel Einsatz und dem Fortune, das uns meist abgeht, sogar beinahe den HSV nieder. Sollte bei uns auch ein Remis am Ende stehen, dann könnte ich damit schon halbwegs leben (unter der Voraussetzung der Heimspielsiege). Es wird allerdings mehr als hart, da ich ein wenig Zweifel habe, dass der VfB gegen eine Mannschaft mit viel Energie, Leidenschaft und auch Spielkraft wirklich bestehen kann.
Unentschieden aber auch Niederlage könnten bei den anderen Paarungen des Wochenendes beide reichen, um weiterhin den Platz 14 zu halten [btw: ein Sieg könnte uns dann sogar schon auf 12 hochhieven].

19.12. – Hoffenheim (H – BuLi)
Eine nicht minder schwere Nuss gilt es dann zum Abschluss der Hinrunde zu knacken mit den allseits beliebten Ex-Underdogs aus Hoffenheim. Ein Sieg wäre hier sportlich ebenso wichtig, wie mental, um mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen, daher ist hier ein Sieg eigentlich doppelt nötig – selbst wenn ein Remis sportlich nachvollziehbar wäre gegen die versierten Hoffenheimer. Eine Niederlage darf hier am wenigsten passieren, denn das würde mit großer Wahrscheinlichkeit ein Abrutschen auf 15 – schlimmstenfalls gar 16 bedeuten (und das wäre tödlich, für Babbel wie Team). Auch ein Remis würde lediglich Rang 14 und wenig Vorsprung auf die Abstiegsränge bedeuten, womit Babbel sich ebenfalls wohl umorientieren dürfte (es sei denn alle drei vorangegangenen Spiele wurden gewonnen). Ein Sieg hingegen könnte uns bis auf 12 nach vorne schieben, würde dementsprechend Luft zum Atmen schaffen und wäre eben psychologisch unheimlich wichtig.

Bringen wir es also noch mal auf den Punkt: 3 Siege zuhause und wenn möglich keine Niederlage in Mainz dürften der Schlüssel zum Glück sein, für Mannschaft wie Trainerteam. Möglich ist es, wie gesagt. Fraglich, wie wahrscheinlich.

[Kleine, spinnerte Randnotiz zum Schluss: Sollte das tatsächlich alles so eintreffen, dann wären wir 12. Also genau einen Platz schlechter als nach der Hinrunde der vergangenen Saison… Allerdings mit signifikant weniger Punkten als damals und dadurch auch mehr Rückstand auf die Fleischtöpfe. Aber Grau ist alle Theorie.]

Wendepunkt?

25 Nov

Ganz klar, im Fußball sind Tore das Salz in der Suppe.

Am 26. September erzielte der VfB Stuttgart derer drei und gewann das Spiel in Frankfurt.
Gestern, am 24. November, erzielte der VfB zwei Tore in Glasgow und gewann das Spiel.

Zwischen diesen beiden Siegen lagen zwei Monate mit insgesamt 10 Pflichtspieleinsätzen, in denen der VfB es jeweils nicht schaffte mehr als ein mickriges Törchen zu erzielen (4x sogar nicht mal das) und nahezu logischerweise auch keinen einzigen Sieg.

Was lernen wir daraus? Vermutlich dies: Schießt Du Tore, gewinnst Du Spiele.

So einfach ist Fußball. Wahrscheinlich.

Das Spiel in Glasgow lief dabei lustigerweise wieder mal so ab, wie es viele Spiele in der letzten Zeit. Stuttgart legt stark los, dominiert die erste halbe Stunde, baut dann etwas ab, lässt dem Gegner mehr Raum für gefährliche Chancen. Nur eben mit dem Unterschied, dass diesmal in Minute 16 die Flanke von Hleb zwar wieder mal vom Stürmer (Pogrebnyak) verstolpert wird, aber diesmal Sebastian RudyRudyRudyRudy dahinter steht und das Ding reinmacht. RudyRudyRudyRudy war es dann auch noch mal nach einer knappen Stunde, der die perfekte Flanke auf Kuzmanovic reinbrachte, der dann zum Endstand einköpfte und damit nun 3 der letzten vier Pflichtspieltore von uns erzielt hat – typischer Horst Heldt-Fehleinkauf halt.

Was bedeutet der Sieg nun? In erster Linie natürlich die Sicherheit, dass wir auch im Februar noch im internationalen Geschäft sein werden, da durch den Sieg der dritte Platz in der CL-Gruppe sicher ist. Ob es aber „nur“ Europa League oder doch weiterhin Champions League sein wird, das wird sich in zwei Wochen entscheiden, wenn es im finalen Gruppenspiel gegen Urziceni geht. Die haben leider ganz überraschend durch ein unfassbares Eigentor von Sevilla gewonnen (Wettbetrug anyone? just kidding…) – was allerdings nur ändert, dass ein Unentschieden eben diesmal nicht ausreicht, sondern gewonnen werden muss. Was andererseits halt aus psychologischer Sicht vielleicht nicht unbedingt schlechter ist. Wobei natürlich die Aufgabe gegen aller Voraussicht nach sehr tief stehende Rumänen nicht gerade so richtig leicht werden dürfte, denn da sind wir wieder beim Thema: Tore müssen her!

Der Sieg von gestern ist hoffentlich auch eine Art Initialzündung, die im Team für etwas positive Belebung sorgt. Schade ist natürlich, dass ausgerechnet Kuzmanovic aufgrund einer, laut kicker unberechtigten, Gelb-Roten im Duell mit Leverkusen fehlt, aber das ist dann natürlich auch die Chance für unseren eigentlichen Kapitän Hitzlsperger -heute nicht in der Startelf- zu zeigen, dass er nach wie vor wichtig fürs Team ist und seinen Platz verdient hat. Denn insgesamt hat die Mannschaft selbst mit dem von mir nicht präferierten Ein-Spitzen-System sehr gut funktionieret.

Lehmann steht ja sportlich sowieso ausserhalb jeglicher Diskussion und auch die Abwehr insgesamt scheint sich mittlerweile doch sehr gefangen zu haben – halbwegs egal in welcher Besetzung. Denn bei all der Kritik über die miese Chancenverwertung vorne, steht die Mannschaft defensiv in der Regel ziemlich gut und hat in den letzten sieben Begegnungen nie mehr als einen Gegentreffer kassiert.
Im Mittelfeld sollte sich nun Sebastian Rudy endgültig ins Team gespielt haben und damit vielleicht das Vakuum füllen, dass die seit zwei Jahren fehlende Form von Hilbert hinterlassen hat. Fehlende Form war auch lange ein Problem von Hleb in dieser Saison, der aber heute und auch am Samstag etwas ansteigende Tendenz hat erkennen lassen.

Eine positive Erscheinung war zudem Cacau, dem es scheinbar gut tat, etwas zurückgezogen zu spielen und so mehr Raum zu haben, so dass über ihn eine Vielzahl von Angriffen lief. Lediglich Pogrebnyak trübte das Gesamtbild leider etwas – wieder mal stets bemüht, aber wieder mal glücklos, wie Gomez im Nationalmannschaftstrikot…

Ich bin gespannt wie es weiter geht mit unser aller Lieblingstruppe.

Bundesliga 09/10, ST11: FC Bayern München.

1 Nov

Am vergangenen Mittwoch wurde ja bekanntermaßen aus der Variable Babbel fürs Erste wieder eine Konstante gemacht, was nun am gestrigen Samstag in Form einer aussergewöhnlichen Kurvendiskussion vor dem Spiel zwischen Fans und Mannschaft auch zelebriert wurde. Das war sicherlich ein positives Signal und spricht dafür, dass derzeit sowohl die Mannschaft intern, als auch ihr Verhältnis zu Trainerteam und Fans durchaus intakt ist, sowie die Stimmung rund um den Verein den Umständen entsprechend positiv ist.

Blöderweise verlief allerdings das sich anschließende Spiel gegen die heiss geliebten Kollegen aus Bayern wieder mal nach altbekannten Formeln. Der VfB begann wieder einmal eine Partie mit viel Schwung, bevor die Kurve nach hinten raus einmal mehr abflachte. Das größte Problem ist allerdings, dass auch an diesem Samstag wieder einmal x = 0 war – wobei x für die Anzahl der geschossenen Tore stand, da mal Träsch, mal Schieber, mal Hilbert den Ball nicht millimetergenau, sondern eben nur ungefähr auf den gegnerischen Quader zirkelten, so dass er entweder nur knapp daran vorbeitangierte oder eben ein bestens aufgelegter Butt die Lösungen stets auf der Hand hatte.

Wie gesagt tendierte die Formkurve der Stuttgarter Offensive parallel zur zunehmenden Spieldauer eher in Richtung Null, und fand immer seltener (ausser vielleicht mal in Form einer Delpierrschen Diagonale) Lösungswege, um den Bajuwaren die Wurzel zu ziehen.
Immerhin schlug aber auch das bayrische Pendant weitestgehend lediglich in Form von Distanzschüssen zu, was wohl hauptsächlich daran lag, dass mit Ribery und Robben die beiden Katheten des eigentlich ersten Stammoffensivdreiecks fehlten, so dass im Sturm die beiden Hypothenusen Gomez und Klose vorwiegend wirkungslos blieben und auch dem eingewechselten Toni nicht die Quadratur des Kreises gelang.

Einen entscheidenden Anteil an dieser Wirkungslosigkeit hatte allerdings mit Sicherheit dieses Mal auch unsere Defensivlinie, die sich an diesem Samstag zur Abwechslung mal keine Nullstellen leistete, sondern sehr wirkungsvoll den Radius der gegnerischen Stürmer limitierte. Selbst das beinahe schon obligatorische Abseitstor wurde im Gegensatz zu Hannover und Sevilla dieses Mal vom Schiedsrichterteam korrekt entschieden – die Sinuskurve des Glücks ist vielleicht doch wieder auf dem Wege ins Positive für uns…

Das jedenfalls ist mit Sicherheit das Positivste an diesem Spiel, das ansonsten kein so richtig Gutes war: Dass diesmal eben nicht nur x=0 war, sondern eben auch auf der anderen Seite der Gleichung bei y eine 0 stand.

Dennoch ist ein Remis mit einem Punkt natürlich noch kein wirklicher Befreiungsschlag. Erst am kommenden Samstag, wenn definitiv endlich mal wieder x>y sein muss, wird sich zeigen, ob dieser Punkt gegen Bayern nur ein Sattelpunkt oder vielleicht doch sogar ein Wendepunkt ist, im Verlauf der Kurve dieser Saison beim VfB.

Vorher kommt natürlich noch das Rückspiel in Sevilla, wo die Vorzeichen ähnlich wie vor dem Duell gegen die Bayern sind, denn schließlich sprechen die Zahlen und die menschliche Ratio dagegen in Spanien irgendetwas anderes zu holen, als eine weitere Addition an Erfahrungen.

Aber wie wir an diesem Spieltag mal wieder gesehen haben, ist Fußball nun mal eben keine Mathematik und das Ganze mehr als die Summe der einzelnen Teile.

 

PS: Für mehr ernsthafte Analyse empfehle ich, wie immer, bei angedacht vorbeizuschauen und wer einen guten Eindruck der schwäbischen Gemütslage bekommen will, der sollte bei der Sächsin (?) Alexis vorbeischauen.