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Eupho-rien.

24 Okt

In der vergangenen Woche interviewte mich Alex von den Clubfans United für ihren Blog zum anstehenden „kleinen Süd-Derby“ (Zitat: kicker.de) und schon die erste Frage brachte  mich stark ins Schwitzen. Er fragte nämlich, wie denn die Stimmung derzeit im Ländle sei in Sachen VfB.

Nun bin ich ohnehin schon selten wirklich repräsentativ, so als Exil-VfB-Fan, aber diesmal war es so, dass das letzte VfB-Spiel, von dem ich mehr als das Ergebnis mitbekommen hatte, der 3:0-Sieg gegen Hannover 96 war, am 5. Spieltag. Danach weilte ich bis Mitte vergangener Woche in den USA und habe dementsprechend selten mehr als das Ergebnis nachlesen können.

Als ich mir allerdings (nach dem Interview) die Blogeinträge, Forenkommentare und Tweets der geschätzten Mit-VfB-Fans so durchlas, dann kam mir der Verdacht, dass ich vermutlich ohnehin keine eindeutige Stimmungslage hätte ausmachen können. Und da half auch der samstägliche Auftritt bei den Clubberern nicht viel.

Irgendwie scheint es mir nämlich so, dass alle VfB-Fans derzeit nicht so richtig wissen, woran sie sind mit dem VfB und was sie mit der bisherigen Saison so anfangen sollen.

Einen Großteil der „Schuld“ daran trägt, da lehne ich mich mal aus dem Fenster, vermutlich die Person Bruno Labbadia, bzw. die mit ihm verbundenen Erwartungen, oder vielmehr das Mißtrauen, dass ihm die große Mehrheit der VfB-Fans entgegenbringen dürfte.

Während ich mit Gross in erster Linie Respekt für seine Fachkompetenz verband, bei Babbel lange Zeit eine große Sympathie für seine Art und seine Begeisterungsfähigkeit hegte und selbst bei Veh natürlich noch lange der Meistertitel nachhallte, verbinde ich mit unserem heutigen Trainer in erster Linie ein Gefühl der Reserviertheit (um nicht zu sagen grundsätzlicher Skepsis). So dürfte es vermutlich der Mehrheit gehen, und das ist natürlich keine gesunde Basis, um so etwas wie Euphorie zu erzeugen.

Das mag unfair erscheinen in Anbetracht der teils tollen und insgesamt sehr erfolgreichen Rückrunde unter Labbadia, aber so ist nun mal die interne Gefühlslage. Zumal die bisherige Saison eben dem Vernehmen nach in Sachen Resultate zwar als sehr erfolgreich zu bezeichnen ist (bester Saisonstart seit der Meistersaison…), aber eben spielerisch -allem Vernehmen nach- nur wenig überzeugend verlief. Dem Spiel der Mannschaft fehlt der Esprit, es fehlen die positiven Identifikationsfiguren und zudem gibt es diverse kleinere Nebenschauplätze, die ein insgesamt nicht sonderlich gutes Gefühl hinterlassen, das dadurch verstärkt wird, dass man -mindestens unterbewusst- ständig auf den Labbadia-typischen Einbruch der Mannschaft wartet.

Letzteres schien am Samstag endlich so weit zu sein, als der VfB erst zum ersten Mal seit dem Leverkusen-Spiel in Rückstand geriet und eine absolut unterirdische erste Hälfte ablieferte, die offensiv jeder Beschreibung spottete und defensiv eigentlich gut war – wenn da nicht die altbekannten Schwächen bei Standards gegen uns gewesen wären…
In der zweiten Hälfte schien es dann erst einmal besser zu werden, auch wenn es dann ein mindestens glücklicher, wenn nicht unberechtigter Handelfmeter war, der zum Ausgleich führte. Das Spiel schien sogar kurzzeitig dabei zu sein zu unseren Gunsten zu kippen – wenn da nicht wieder die altbekannten Schwächen bei Standards gegen uns gewesen wären…

Dass es am Ende doch noch zum erneuten Ausgleich reichte, hatte ich nicht mehr zu hoffen gewagt. Womöglich war der Treffer zum 2:2 von Maza begünstigt durch die Unerfahrenheit der von zahlreichen Verletzungen gebeutelten Nürnberger Mannschaft, aber dennoch hat mir der Kampfgeist des VfB-Teams schon ein wenig imponiert, sich auch nach zwei Rückständen nicht aufzugeben.

Ich habe keine Ahnung, wo es diese Saison für den VfB lang gehen wird. Mit Platz 5 und 17 Punkten ist die Ausgangslage rein mathematisch überdurchschnittlich gut und auch im Pokal sollte bei einem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (bei allem Respekt) ein Weiterkommen absolute Pflicht sein.

Auch ich schließe mich übrigens den Forderungen an, dass Timo Gebhart am Mittwoch im Pokal dringend mal wieder etwas Einsatzzeit bekommen muss. Darüber hinaus fehlt es mir an Hintergründen, um die Situation um ihn herum einschätzen zu können, aber ich hoffe, dass Labbadia wieder verstärkt auf ihn setzt, da seine Art und sein Spielstil unserer Offensive eigentlich nur gut tun kann.

Am kommenden Samstag steht mit der zuletzt wieder stabilisierten Borussia aus Dortmund, die zwei Punkte vor uns liegen, ein ziemlich harter Prüfstein an. Ich bin gespannt, ob wir das spielstarke Team knacken können.

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Der Trainer hat immer recht.

8 Feb

Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht.
Der Trainer hat immer recht – zumindest wenn gewonnen wird.

Zugegeben, das ist jetzt gerade ganz schamlos vom geschätzten Kollegen Kamke abgekupfert – aber der Satz war nun mal das, was ich so etwa ab der 50. Minute, sozusagen als Mantra, ständig vor mich hermurmelte. In besagter Minute entschied sich nämlich unser Trainer Gross dazu, den kurz zuvor gelbverwarnten Stürmer Marica herauszunehmen und gegen den Mittelfeldspieler Kuzmanovic zu ersetzen. Die schon in den vorangegangenen 50 Minuten eher übersichtlichen Offensivbemühungen wurden dann im Zuge dieser Systemumstellung vom etablierten und gewohnten 4-4-2 auf das eher selten gespielte 4-5-1 leider noch weiter heruntergefahren, was an sich nicht so dramatisch wäre – aber aus meiner Sicht ziemlich unnötig und auch etwas fahrlässig bei einer Führung mit lediglich einem Tor.

Und auch wenn ich eigentlich gestern von Beginn an ein ziemlich gutes Gefühl hatte, was ein erfolgreiches Abschneiden beim Topspiel anging, so behagte mir diese aufreizende Passivität über weite Strecken des Spiels doch überhaupt nicht. Keine Ahnung, ob das von Gross so angeordnet war, um einfach mal den Gegner kommen zu lassen und Wert auf ein kräfteschonenderes Spiel zu legen…

Wenn dem tatsächlich so ist, dann darf ich, genauso wie über die probierte Systemumstellung, natürlich eigentlich nicht meckern, schließlich habe ich vergangene Woche für genau dieses Duell mit dem Tabellensiebzehnten noch Experimente mit der Mannschaftsaufstellung gefordert!

Jetzt zu sagen, dass das mit der Umstellung auf 4-5-1 Bockmist gewesen sei, wäre daher natürlich vollkommen unangebracht – auch wenn es nicht die Veränderung im Team war, auf die ich ein wenig spekuliert hätte. Nämlich Celozzi rauszunehmen (was er gestern durch seine Defensivleistung ja auch durchaus gerechtfertigt hätte), Träsch auf die RV-Position zu verschieben und Kuzmanovic neben Khedira zu setzen.

Aber Gross hatte mal wieder anderes im Sinn und zog Khedira in eine etwas offensivere Position zentral im Mittelfeld, während Kuzmanovic auf die Position des temporären Kapitäns in der Doppelsechs neben Träch ging, so dass das Ganze dann folgendermaßen aussah:

———-Träsch———Kuzmanovic———
—-Gebhart——-Khedira——–Hleb——-
——————Pogrebnyak——————-

[Nach der obligatorischen Auswechlung Hlebs um die 60. Minute rum, übernahm dessen Position dann Roberto Hilbert]

Meine Vermutung ist ja, dass die 4-5-1-Variante vom gestrigen Spiel ein Vorgriff auf zumindest eine Option ist, die Gross für das Duell gegen Barcelona im Kopf hat.  In Fankreisen wurde eine solche Systemänderung schon häufiger vermutet für das CL-Spiel, und nach der gestrigen Umstellung glaube ich sogar, dass das tatsächlich vom Trainerteam ernsthaft in Erwägung gezogen wird.
Gut finden tue ich das allerdings nicht wirklich, da ich der Meinung bin, dass man sich -selbst bei der besten Mannschaft des Planeten- vorwiegend nach den eigenen Stärken richten sollte und nicht nach denen des Gegners. Und wir sind nun mal stark und erfahren im 4-4-2.
Aber was weiss ich schon?

Da das Champions League-Spiel aber erst einmal noch eine Woche Zukunftsmusik ist, lassen wir das erst einmal beiseite und schauen uns noch ein paar Lehren aus dem gestrigen Spiel an.

Heraus ragte natürlich Khedira, der sich auch auf der offensiveren Position nicht unwohl zu fühlen scheint, mit seinen beiden Assists und auch Tasci machte in meinen Augen eine ziemlich gute Partie.
Zu den auffälligeren Akteuren gehörten zudem natürlich auch die beiden Torschützen Hilbert, der einen wieder mal sehr engagierten Eindruck nach seiner Einwechslung hinterließ, und natürlich Timo Gebhart.

Ach, Gebhart… Ich glaube er zählt zu diesem Typ Spieler, den Du nur dann halbwegs ertragen kannst, wenn er in Deiner eigenen Mannschaft spielt. Also jemand wie van Bommel beim FCB, Jarolim beim HSV, oder passender noch: wie früher Christian Tiffert bei uns.
Ich kann mich hier nur wiederholen und erneut meinen Wunsch ausdrücken, dass er diese unsäglichen Schmutzigkeiten aus seinem Spiel rausbekommt – aber solange er dabei zumindest regelmäßig gute Offensivaktionen bringt, wie es gestern der Fall war, kann man natürlich als Fan wenig meckern.

Dass Celozzi gegen Nürnberg vor allem defensiv einen eher gebrauchten Tag erwischt hat, hatte ich ja schon erwähnt – zumindest aber offensiv konnte er auch wieder ein paar Akzente sitzen. Während sein Stellungsspiel nach wie vor ausbaufähig ist, scheint sich da aber zumindest die Abstimmung mit Gebhart so allmählich einzuspielen.
Sein Counterpart auf der linken Seite Molinaro, war quasi das Gegenstück: Defensiv sehr stabil, aber diesmal sehr beschränkt im Vorwärtsdrang. War aber auf jeden Fall sehr schön zu sehen, dass auf dieser Seite mal so überhaupt nix angebrannt ist.

Dass die linke Seite allerdings über weite Strecken auch offensiv nicht viel passierte, war natürlich ganz und gar nicht schön. Dort war Hleb einmal mehr eher ein Schatten vergangener Jahre und es kam eben erst Belebung auf diesen Flügel, als Gross Hilbert einwechselte.

Eine Serie ist leider gestern doch gerissen: Zum ersten Mal seit Gross das Ruder übernommen hat, wurde kein einziges Stürmertor erzielt, da sowohl Marica (bis zur 50.) als auch Pogrebnyak, der spätere Alleinunterhalter, leider darunter litten, dass das Offensivspiel insgesamt nicht sonderlich rund lief und bei den wenigen Gelegenheiten, die sie bekamen, eher glücklos agierten. Solange man trotzdem gewinnt, lässt sich das natürlich locker verschmerzen.

Wichtig war der Last Minute-Sieg natürlich allemal – schließlich sind derzeit eigentlich ausschließlich Siege notwendig, um noch irgendwas in Richtung oben unternehmen zu können. Zum Einen weil der Rückstand nach oben natürlich noch ziemlich groß ist (wenngleich er in den 4 Spielen der Rückrunde schon von 14 auf 8 geschmolzen ist). Zum Anderen aber eben auch, weil die Abteilung „Mittelfeld“ der Bundesliga derzeit extremst gedrängt ist: Nach hinten liegen innerhalb von 3 Punkten Abstand drei andere Teams, nach vorne sind es in diesem Bereich sogar derer vier! Dementsprechend kann es sehr schnell wieder in beide Richtungen gehen – lediglich der Abstiegskampf sollte mit nun 11 Punkten Vorsprung mittlerweile endgültig zu den Akten gelegt werden können.
Nächste Woche Samstag geht es dann im Heimspiel gegen Hamburg, die jetzt zwar drei Spiele in Folge nicht gewinnen konnten, aber gegen uns dann vermutlich sowohl van Nistelroy als auch Ze Roberto mit an Bord haben werden. Keine ganz leichte Aufgabe, aber wenn man eben was reissen will nach oben, dann ist hier ein Sieg eigentlich ein Muss, da man so den Rückstand auf Platz 5 schon auf nur noch 5 Punkte reduzieren könnten. Und dann würde auch ich vielleicht dran glauben, dass diese Saison doch noch etwas mehr geht, als nur um Rang 6 zu kämpfen…

Eine Leistungssteigerung wird dafür natürlich allemal vonnöten sein. Aber von den Quervergleichen halte ich ohnehin nicht ganz so viel.

Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +7 Punkte, +7 Tore

Bundesliga 09/10, ST04: 1. FC Nürnberg.

30 Aug

Meinen Samstagnachmittag habe ich vorwiegen verbracht mit Zombies, Killern, Entführern, schießwütigen Mafiosis, Hexen und organhandelnden Motelbesitzern.

Es war vermutlich nicht wesentlich gruseliger, als das, was sich zur gleichen Zeit ein paar Hundert Kilometer weiter südlich in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena abspielte. Der VfB strahlte nämlich ungefähr die Leblosigkeit eines Zombies aus, die Offensive war zahnlos wie Granny O’Grimm, und der Spielaufbau in etwa so betriebsam wie ein Motel an einer verlassenen Seitenstraße der Route 66.

Zumindest, wenn man den Spielberichten der diversen Medien Glauben schenken darf.

Denn da ich eben auf dem Fantasy Film Fest in Köln weilte, habe ich vom Stuttgarter Spiel im Grunde nix gesehen. Und da das so ist und im Grunde auch nix relevantes passiert zu sein scheint, ausser dass der VfB eine wirklich enttäuschende Leistung mit einem sehr enttäuschenden Ergebnis gekrönt hat, nämlich einem 0:0 gegen den Abstiegsmitfavoriten Nürnberg, sparen wir uns an dieser Stelle alles Weitere und begeben uns in die wohlverdiente zweiwöchige Länderspielpause und hoffen darauf, dass danach alles wieder viel besser aussieht.

Achja, eine positive Sache gibt es doch noch zu erwähnen: Mit Serdar Tasci hat ein weiterer, wichtiger Spieler seinen Vertrag verlängert und das direkt bis 2014. Damit dürften wir, bei weiterhin so positiver Entwicklung des Innenverteidigers auch für ihn sicherlich demnächst eine satte Ablöse kassieren. Denn er wird garantiert bald seinen Weg zu einem noch größeren Verein finden. Da braucht man sich als VfB-Fan schließlich keinen Illusionen hingeben.

Und jetzt schauen wir erstmal, welche(n) Kracher wir denn morgen noch verpflichten werden.