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Stiefel im Westen, wo die Sonne verstaubt

26 Apr

EU-RO-PA-PO-KAL, EU-RO-PA-PO-KAL, EU-RO-PA-PO-KAAAAAL!

*räusper*

Tschuldigung.

*hüstel*

Okay, natürlich ist der 6. Platz und damit die Zulassung für die 3. Runde der Europa League Qualifikation noch nicht in Tüchern und wenn man gegen sorgenfreie Mainzer und wieder erstarkte Hoffenheimer nicht mehr als einen Punkt holt, dann könnte es gegen den HSV letztlich doch nicht reichen.

Aber hey, Scheiss auf das Understatement! Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das mit 5 Punkten Vorsprung und trotz schlechterer Tordifferenz auf alle Fälle hinhauen wird mit der Europa League Qualifikation! Zum einen, weil ich mir natürlich sicher bin, dass der VfB auch noch die letzten beiden Spielchen dieser Saison gewinnen wird. Und das locker. Zum Anderen aber auch weil der HSV, auch wenn er Bruno, den Problembärtrainer, losgeworden ist, nicht die Stärke haben wird aus den beiden verbliebenen Duellen mit Nürnberg und Bremen die volle Zählerausbeute einzufahren.

Nur, wie gesagt, was die Hamburger (von denen einige Fans -aus Ulm!- schon eine Fusion mit uns anstreben – Vorsicht! Das dort verlinkte Bild ist nichts für sensible VfB-Anhänger!!!) wird ohnehin völlig wumpe sein, denn der VfB ist stark genug, um in dieser Saison nichts mehr anbrennen zu lassen.

Zwar war das am Freitag im Bochumer rewirpower Stadion alles andere als ein Spektakel, was die Mannen mit dem Brustring abgeliefert haben, aber derart souverän, wie man vor allem defensiv da seinen Stiefel gegen zugegeben offensivschwache Abstiegsmitfavoriten runterspielte – das hat mich schon beeindruckt.

Vor allem unser neuer Liebling Molinaro und unser Innenverteidigerpärchen Delpierre und Tasci, diese Saison ja desöfteren gescholten, ließen wirklich gar nichts anbrennen. Bzw. wenn mal einer etwas patzte, dann bügelte einer der anderen diesen, in der Regel noch vor dem Strafraum schnellstens wieder aus. Das war, wie gesagt, einfach nur beeindruckend.

Der einzige, der hier ein wenig abfiel, war leider Ricardo Osorio, der erstmals seit längerem wieder die Gelegenheit bekam, von Beginn an zu spielen, aber dann unglücklicherweise auch mit seiner Leistung rechtfertigte, weshalb man beim Trainerteam nicht mehr wirklich auf ihn setzt. Dennoch hat es mich gefreut, dass er mal wieder eine Chance bekam und es hat mich traurig gemacht, dass er dann durch eine Verletzung später wieder raus musste. Ich würde mir ja wünschen, er würde für den letzten Spieltag nochmal fit werden, um ein bisschen Abschied zu bekommen – aber es sieht nicht wirklich gut aus.

Das einzig positive an der Verletzung war dann, dass Gross sich dazu genötigt sah, Träsch wieder auf die Rechtsverteidigerposition zu ziehen und Kuzmanovic einzuwechseln, was dem zu diesem Zeitpunkt seeehr gemächlich dahinplätschernden Offensivspiel durchaus gut tat.
Einerseits, weil Kuzmanovic selbst wieder zeigte, dass man mit ihm einen wirklichen Luxusjoker hat und andererseits, weil auch Träsch endlich ein adäquates Pendant zu Molinaro bildete und seine Aussenverteidigerposition ähnlich offensiv auslegte, wie der Italiener auf Links. Ich kann mich nur noch mal wiederholen – ich würde das sehr gerne dauerhaft beim VfB sehen!

Zum Zeitpunkt von Osorios Verletzung in Minute 64 schwächelte, wie erwähnt, das eigene Offensivspiel schon gewaltig – und das im Grunde da schon seit längerem. Denn nachdem das Spiel zu Beginn drohte eine sehr zähe Angelegenheit zuwerden gegen einen ultratief  mit teils allen Mann in der eigenen Hälfte stehenden, giftigen Gegner, führten erfreulicherweise direkt Guter Angriff 2 und Guter Angriff 3 direkt zu zwei Toren, womit das Spiel dann auch schon entschieden war – dessen sich die VfB-Spieler auch sehr bewusst zu sein schienen.

Man nahm nämlich schon nach rund 20-25 Minuten ein, zwei Gänge raus und drosselte das Tempo merklich, so dass die Priorität eindeutig auf Ballsicherung und Abwehrstabiliät lag. Das wäre ja auch alles völlig in Ordnung gewesen, wenn die Offensivspieler nicht insgesamt so schlampig und nachlässig bei den vereinzelten Kontergelegenheiten agiert hätten. Besonders Cacau hat sich da leider hervorgetan, indem er mehrere Gegenstöße entweder zu eigensinnig zu Ende führen wollte oder aber seine Pässe auf die Mitspieler ohne die richtige Power und die benötigte Präzision spielte. Klar, Cacau, am Freitag erneut wieder hochwichtiger Torschütze, hat die Argumente definitiv auf seiner Seite und wurde auch zurecht von uns Fans nach Spielende mit Extrasprechchören und Applaus gefeiert (siehe -> Wertschätzung, die) – aber man muss eben auch mal Kritik üben, wenn es angebracht ist.

Natürlich war er damit aber auch nicht alleine: Auch Hilbert, Gebhart und Marica glänzten nicht wirklich mit einer konsequent durchdachten Ausführung jener Kontermöglichkeiten, während eben die Kollegen Khedira und Träsch sich weitestgehend auf die Lösung der defensiven Aufgabenstellungen konzentrierten, nach vorne aber eher wenig Akzente setzten.

Da die Bochumer allerdings, wie erwähnt, auftraten, wie ein sicherer Abstiegskandidat und offensiv mal so überhaupt nichts auf die Kette brachten, war das Spiel nach den beiden Toren dann eine nur so mittelmäßig erquickende Angelegenheit und wir konnten uns dementsprechend vorwiegend auf Feiern und Jubeln konzentrieren, was doch ganz gut klappte, denn die Stimmung war, zumindest in unserer Gästeecke des Stadions ausnehmend sehr gut.

Gut, der Ultrablock meinte zwischendurch mal wieder den ausnehmend dämlichen Schlachtruf „Gegen alle Stadionverbote“ anstimmen zu müssen – aber VfB-Fan-Sein schützt nun mal leider vor Dummheit nicht…

Ansonsten war das sehr anständig, was Stimmungsmäßig in unserer Ecke so gebracht wurde, und das durchaus nicht nur vom Stehblock, sondern auch bei uns auf der Sitzplatztribüne gab es im unteren Drittel eine größere Gruppe, die mehrfach Gesänge anstimmte.

Und wo wir gerade beim Thema Randnotizen sind, so gibt es noch eine Begebenheit bzw. einen Aspekt, der hier auf jeden Fall noch erwähnt werden muss und das ist das Thema „Hleb“.

Wenn man früh genug im Stadion ist, hat man ja den kleinen Vorteil, dass man genügend Zeit hat, um das Aufwärmprogramm der Teams aufmerksam zu studieren, was einem durchaus ein paar Einblicke erlaubt, wie es um die Mannschaft bzw. ihre innere Chemie bestellt ist. Ein besonderes Augenmerk legte ich dabei an diesem Tag auf unsere Barca-Leihgabe Aleks Hleb, ohne dass ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass er gar nicht spielen würde.

Im Nachhinein hätte ich mir das allerdings denken können, denn der Weißrusse trat doch betont unmotiviert während des ganzen Warm-Ups auf und verbrachte weite Teile der Spielvorbereitung mit sich und seinem Schuhwerk, was mir schon recht negativ auffiel.

Getoppt wurde dies allerdings nochmal Mitte/Ende der zweiten Halbzeit (wobei ich den genauen Zeitpunkt nicht mehr weiss, aber meine es wäre nach der Auswechslung Osorios gewesen).

Es gab dort eine Situation, in der sich -weit abseits des Spielgeschehens- Lehmann mit Boulahrouz und Hleb scheinbar angelegt hat, die sich dort in der zweiten Halbzeit neben seinem Tor warmgemacht (bzw. eher “warmgestanden”) haben.

Ganz genau habe ich es nicht mitbekommen, da ich den Anfang der Situation nicht gesehen habe und zu weit vom Geschehen entfernt saß, um es akkustisch mitzubekommen, allerdings *glaube* ich, dass es darum ging, dass einer beiden eine Trinkflasche an die Seitenlinie auf der Gegengeraden bringen sollten, damit ein Feldspieler (ich glaube, Träsch) etwas trinken konnte.
Nur haben Boula und Hleb sich wohl geweigert oder so, so dass Lehmann dann die Trinkflasche in Richtung der beiden geschmissen hat und es dann anschließend noch ein paar hitzigere Worte gab zwischen den Dreien – und auch von den Fans gab es wohl noch einige Kommentare, speziell in Richtung Hlebs, der zwischenzeitlich durch den Zaun diskutierte.

Die besagte Flasche wurde dann von Boulahrouz anschließend relativ unmotiviert nach vorne an die Bande in Höhe Strafraumkante geschleudert, wo sie sich Träsch dann später schnappte und im Anschluss wieder Lehmann zurückbrachte, der zudem auch Nachschub von der Bank aus bekommen hatte.

Wie gesagt: Das ist meine Interpretation der Geschehnisse und wenn jemand weiteren Input hat, und vielleicht sogar einer aus den unteren Reihen der Tribüne hier im Blog mitliest, dann wäre ich überaus dankbar für weitere Ergänzungen unten in den Kommentaren.

So wie gerade geschildert würde es zumindest zu meinen Vorurteilen passen, dass sich die ohnehin sehr lustlos wirkenden Edelreservisten in diesem Fall einer “Anweisung” des streitbaren Herrn Lehmann widersetzt haben.

Fast schlimmer noch, weswegen ich mich auf Hleb mit meiner Kritik konzentriere, empfand ich allerdings, dass Hleb nach Schlusspfiff mehr oder weniger direkt in die Kabine abdampfte, und weder mit dem Rest der Mannschaft feierte, geschweige denn anschließend zur Kurve kam, um sich bei uns Fans zu verabschieden.

Das ist für mich nicht in Ordnung und gerade wenn man die anderen beiden Dinge noch mit hinzu nimmt, bzw. sein Verhalten an mehreren Punkten dieser Saison, gerade auch einige Interviews, dann muss man ganz klar konstatieren, dass Hleb hier kein Bestandteil der Mannschaft mehr ist, und auch wenn ich ihn nach wie vor sportlich durchaus für eine wichtige Stärkung halte, so kann er mir menschlich mittlerweile absolut gestohlen bleiben und verzieht sich irgendwo weit weg nach dieser Saison. Mir reicht’s.

Eigentlich müsste man jetzt ja auch noch was dazu schreiben, dass Bochum in der Hinrunde ja quasi den Tief- und Wendepunkt markierte, mit den Fan-Protesten vor und nach dem Spiel, dem frustrierenden Remis in letzter Minute, dem Trainerwechsel nach der Begegnung. Und dass der neue Trainer eine unfassbar starke Serie mit dem Team gestartet hat seitdem er nach Bochum übernommen hat.

Aber was soll’s. Sowas ähnliches habe ich letztes Jahr schon mal gebloggt und kann ich dann ja nächste Saison auch wieder machen, wenn dann die Mannschaft unter dem Nachfolger von Gross wieder extrem durchgestartet ist. Oder so.

Der Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +25 Punkte, +26 Tore

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Zwei verschenkte Punkte

7 Mrz

Nachdem ich letzte Woche berufsbedingt nichts vom Spiel der Stuttgarter sehen konnte, war ich dieses Mal bei meinen Eltern zuhause und habe die Bundesligakonferenz auf Sky geschaut – und wieder quasi nichts vom Spiel des VfB mitbekommen. Daher gibt es dann heute wieder keinen Nachbericht zum Spiel, zumal ich ohnehin auch relativ wenig Zeit habe, mich ausführlich mit dem Spiel auseinanderzusetzen – geschweige denn die eigentlich notwendige Motivation. Denn der ganze Ablauf des Spiels hat mich doch unter dem Strich etwas angefressen, da es mich doch einigermaßen nervt, dass wir nach der Niederlage gegen Hamburg schon wieder gegen einen mehr oder weniger unmittelbaren Konkurrenten Punkte gelassen haben, obwohl es nicht notwendig war.

So bleibt es nun bei vier Punkten Rückstand auf Werder Bremen, während Hamburg und Dortmund, wie im Grunde erwartet, ihre jeweiligen Spiele gewinnen konnten, so dass der Rückstand nun wieder auf 7 bzw. 8 Punkte angewachsen ist.

Mit Schalke, Bayern und Leverkusen hat man an den nächsten 6 Spieltagen gleich die komplette Top3 der Liga vor der Brust, was die Geschichte oben ranzukommen, natürlich bei weitem nicht einfacher macht. Bei dem derzeitigen Rückstand werden daher auf jeden Fall Unentschieden nicht reichen, da man sonst eher Gefahr läuft noch von den Teams knapp hinter dem VfB abgefangen zu werden. Und selbst wenn man dort Siege holen würde, müsste man angesichts des Rückstands immer noch auf mehrere Ausrutscher bei der Konkurrenz hoffen.

Schade, denn mit einem Sieg gegen Werder hätte man sich da doch mal in eine etwas bessere Ausgangsposition manövriert. Vom psychologischen Effekt eines Auswärtssiegs in Bremen mal ganz zu schweigen.

Aber gut,  schauen wir mal was die nächsten Wochen bringen.

Hier wird es berufsbedingt wieder etwas ruhiger werden, da kommende Woche für mich die größte Touristikmesse der Welt in Berlin ansteht und die Woche darauf, die Abgabe eines äußerst wichtigen Projekts.

Wenn ihr Euch als Leser also irgendwie zum VfB äußern wollt, dann seid ihr herzlichst eingeladen das in den Kommentaren unter diesem Text zu tun. Falls nicht, dann nicht.

Der Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +11 Punkte, +13 Tore

Der linke Hleb.

2 Mrz

Nachdem am vergangenen Wochenende Aliaksandr Hleb sehr eindeutig geäußert hat, dass er in der kommenden Saison keinesfalls mehr das Trikot des VfB Stuttgart überstreifen wird und er generell mehrfach in der jüngeren Vergangenheit seine Unzufriedenheit kundgetan hat (u.a. in einem sehr seltsam anmutenden Sky-Interview vor dem Barcelona-Spiel), ist das Thema „Hleb“ bei der Berichterstattung rund um den VfB derzeit natürlich gerne im Fokus.

Und auch unter uns Fans wird es momentan durchaus leidenschaftlich diskutiert, inwieweit das tatsächlich ein Verlust wäre. Wobei diskutiert eigentlich der falsche Ausdruck ist, denn insgesamt ist man sich doch eher einig, dass man hier den guten alten Spruch „Wer nicht will, der hat schon“ anwenden kann, da Hleb eigentlich nie die hohen in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte.

Die Enttäuschung ist natürlich in erster Linie vor allem deshalb so groß, weil sich eigentlich alle Fans tierisch über die Rückkehr eines der besten Spieler der letzten 20 Jahre gefreut hatten. Klar herrschte, auch bei mir, ein kleines bisschen Skepsis vor, angesichts des kolportierten schlechten Fitnesszustands, den er aus Spanien mitbrachte. Aber spätestens als er im CL-Qualifikationsspiel gegen Timisoara dieses Sahnesolo auspackte, das uns letztlich den Sieg und damit die Zugangsberechtigung zur Königsklasse brachte, waren diese Bedenken mehr oder weniger fortgewischt. Stattdessen hatte ich ernsthafte Hoffnungen, dass mit dem entsprechenden Training und der Spielpraxis auch die Fitness und Kondition wieder zurückkehren würden.

Leider sollte sich diese Hoffnung aber im weiteren Verlauf der Saison nie wirklich erfüllen. Und jetzt, wo wir mittlerweile 2/3 der Saison hinter uns haben, kann man sicherlich mit Fug und Recht behaupten, dass er dieses -von uns Fans erhoffte- Niveau auch nie mehr erreichen wird. Ganz einfach weil ihm augenscheinlich der Mumm, der Biss, die Selbstdisziplin fehlt, um sich derart reinzuhauen, dass er körperlich fit genug ist, um ein 90 Minuten-Spiel voll durchzupowern.

Und das ist ja das ärgerliche daran, dass sich Hleb momentan ständig und überall beklagt man ließe ihn beim VfB nicht durchspielen: Die Auswechslungen nach einer Stunde haben absolut ihren Grund! Denn so bemüht er sich -manchmal- auch dann noch zeigt, so häufig unterlaufen ihm nach einer gewissen Spieldauer einfach kontinuierlich Fehlpässe und leichte Ballverluste, die ebenso regelmäßig zu gefährlichen Situationen gegen den VfB führen.

Klar, ich kann es verstehen, dass Hleb spielen will – aber dann muss er das eben auch mit den entsprechenden Basics unterfüttern. Aber wenn er es nicht kann, dann muss er eben auch damit leben, nach einer Stunde ausgewechselt zu werden und hat verdammt noch mal damit aufzuhören, rumzujammern.

Aber gut, ich schweife ab.

Denn, so sehr mich das Verhalten ärgert und so sehr ich enttäuscht bin von seiner mangelnden Disziplin, hatte ich eben doch das Gefühl, dass Hleb auf seine Art und Weise dem VfB nichtsdestotrotz hilft und die Qualität der linken Seite definitiv verbessert hat.

Klar, das sollte selbstverständlich sein bei einem Spieler seiner Güte- und Gehaltsklasse, dennoch sollte man es zumindest nicht negieren.

Angeregt durch eine kurze Diskussion bei angedacht und der dortigen Rückfrage von heinzkamke ob es denn tatsächlich so sei wie von mir und dem anderen Leser el pibe behauptet, dass wir auf der linken Seite mittlerweile mittlerweile mehr Offensivgefahr zeigen, habe ich mir das dann einmal näher angeschaut.

Und siehe da: Der VfB Stuttgart hat tatsächlich 15 seiner bislang 34 erzielten Tore durch Spielzüge über die linke Seite erspielt bzw. erzwungen.

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2009/10 (bis ST24)

Die restlichen 19 Tore hingegen verteilen sich mit etwas Abstand relativ gleichmäßig auf die rechte Seite (9 Tore) bzw. Aktionen durch die Mitte (10 Tore).

Das alleine sagt natürlich noch nicht so viel aus, aber wenn man dann noch hinzunimmt, dass er an 9 dieser Treffer zumindest indirekt beteiligt war, dann bekommt schon eine genauere Vorstellung davon, dass er durchaus eine gewisse Rolle im Offensivspiel einnimmt. Zumindest weitaus mehr als es die nackte Bilanz von lediglich 2 tatsächlichen Assists aussagen würde.

Besonders interessant wird es allerdings, wenn man die Links/Mitte/Rechts-Bilanz in den jeweiligen Trainerphasen unter Babbel bzw. unter Gross vergleicht.

Denn ganz eindeutig kann man feststellen, dass Hleb unter Gross ziemlich aufgeblüht ist. Nicht nur, dass in wirklich jedem Spiel unter Gross mindestens ein Tor über links erzielt wurde, ganze 8 von Hlebs Torbeteiligungen fielen allesamt in eben diese 9 Spiele, ebenso wie beide Torvorlagen.

Ohnehin schaut die Bilanz unter Babbel signifikant anders aus, als unter Gross: Bei Babbel wurden lediglich 4 Tore über links erspielt bzw. erzwungen, während es auf links derer 5 und durch die Mitte sogar nur 3 Treffer waren. Mit Gross auf der Bank gelang man hingegen satte 11x über links zum Torerfolg, solide 7x durch die Mitte und nur 4x über rechts.

Ein weiterer spannender Blick lohnt sich aber auch auf die Rückrunde an sich zu werfen, denn -das wurde vorab schon sinnvollerweise von heinzkamke angemerkt- seit der Winterpause hat der VfB ja in Cristiano Molinaro einen neuen Linksverteidiger in der Stammelf, der schon mit einigen Offensivaktionen auf sich aufmerksam machen konnte.

Denn die Hälfte der 18 in der Rückrunde erzielten Treffer wurden über die linke Seite herausgespielt – 5x war hier Molinaro im Laufe des Spielzugs mit am Ball, einmal sogar als direkter Vorlagengeber.

Man kann also zum Einen behaupten, dass mit Gross grundsätzlich eine Verschiebung des Offensivspiels zur Linkslastigkeit hin eingesetzt hat und zum Anderen, dass Hleb mit Molinaro endlich einen Partner gefunden hat, der die linke Seite zu einer echten Waffe hat werden lassen.

Diese Schlüsse liegen zwar natürlich nahe, aber sie sagen natürlich noch recht wenig aus, wie sehr die Verpflichtung Hlebs tatsächlich das Offensivspiel des VfB beeinflusst hat.
Daher lag es natürlich auch relativ nahe, mal einen Blick auf die vorangegangene Saison zu werfen und zu schauen, wie es denn dort aussah mit dem Offensivspiel.

Ich hatte da schon so eine Vermutung. Dass sie aber derart krass ausfiel, war dann doch auch für mich etwas überraschend:

Von insgesamt 63 Toren, die man in der Saison erzielte, fielen mehr als die Hälfte, nämlich 32, nach Spielzügen und Aktionen durch die Mitte!
Die restlichen Treffer teilen sich hingegen relativ gleichmäßig auf die beiden Flügel auf – 16 über Rechts, 15 über die linke Seite.

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2008/09

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2008/09

Das dürfte sicherlich unter anderem mit der großen individuellen Klasse von Gomez zu tun haben, aber auch mit einem wesentlich stärker als dieses Jahr aufgelegten Thomas Hitzlsperger.

Man kann also demnach einen eindeutigen Shift erkennen bei den Torerfolgen des VfB und auch wenn man einen Blick auf die Spielschwerpunkte bei den generellen Vorwärtsbewegungen wirft (was ich bisher nur punktuell getan habe), dann zeigt sich schon ein verhältnismäßig klares Bild.

Keine Frage, das sind alles nur Indizien, die keinen wirklich zwingenden Schluss auf eine große Wichtigkeit Hlebs für das Team zulassen, aber es sind doch schon ein paar bemerkenswerte Aspekte, die man nicht ganz vergessen sollte, wenn man momentan über Alex Hleb diskutiert.

PS: Man verzeihe mir meine stümperhaften Grafikversuche, aber mir mangelt es hier leider etwas am Handwerkszeug.

PPS: Bei der Recherche habe ich mich auf die Analyseseiten bei http://www.bundesliga.de verlassen, teilweise unterstützt durch die Spielberichte bei http://www.kicker.de und Zusammenfassungen bei youtube, wo notwendig.

Ar-beits-sieg! Ar-beits-sieg!

28 Feb

Berufsbedingt konnte ich das gestrige Duell mit den Frankfurtern leider nicht live anschauen, lediglich die letzten rund 15 Minuten konnte ich die ARD-Radiokonferenz noch verfolgen – und da war das Spiel ja dann im Grunde schon gegessen.

Dementsprechend gibt es heute mal keine detaillierte Spielbeschreibung, dafür empfehle ich dann die bewährten Stadiongänger, die rechts in der Liste verlinkt sind.

Nichtsdestotrotz kann ich, basierend auf den Zweiterhand-Eindrücken, sicherlich guten Gewissens, das Fazit ziehen, dass man alles in allem am gestrigen Samstag nicht unbedingt die bessere sondern etwas glücklichere Mannschaft war und so am Ende als Sieger vom Platz gehen konnte.

Durchaus positiv stimmt mich daher weniger WIE wir das Spiel gewonnen haben, sondern die Tatsache, DASS wir es gewonnen haben. So kurz nach der Gala gegen Barcelona ist es ja bekanntermaßen oftmals schwierig den Schalter umzulegen, was man den diversen Berichten nach zu urteilen, wohl auch gesehen hat. Umso wichtiger dann eben, dass dennoch der Sieg gegen einen zumindest momentan direkten Konkurrenten gelang.

Bedanken dürfen wir uns dabei natürlich in erster Linie bei Cacau, der irgendwann in seiner Verletzungspause den goldenen Gomez gefunden zu haben scheint. Zumindest ist er derzeit der Mann, der eben für die Tore sorgt, selbst dann wenn sonst nicht viel geht, wie es gestern der Fall war. Gerade das zweite Tor machst Du halt auch wirklich nur, wenn Du das Selbstvertrauen eines Stürmers hast, der in der Woche vorher schon in zwei anderen Spielen traf, davon einmal sogar vierfach.

Zwei Sachen, die mir ansonsten noch direkt zum Spiel einfallen: „Schön“, dass wir den alten Celozzi wieder haben… Hatte ich mich am Mittwoch noch gefreut, wie exzellent er gegen die Barca-Offensivkünstler aussah, war er gestern wieder der altbekannte Schwachpunkt in der Viererkette.
Ganz gut gefallen hat mir in den paar Ausschnitten, die ich sah, Timo Gebhart, auch wenn er eben immer noch ab und an die falschen Entscheidungen trifft, wie der Kommentator bei „Bundesliga Pur“ sehr treffend bemerkte.

Sehr wichtig war der Sieg natürlich auch vor allem deshalb, weil uns in der derzeitigen Phase der Saison und bei dem derzeitigen Tabellenstand nur noch drei Sachen weiterhelfen: Siege, Siege und Siege.

Wie letzte Woche schon prognostiziert lief der Spieltag ziemlich optimal für uns, durch direkte Duelle der unmittelbaren Tabellennachbarschaft (Mainz vs. Bremen) bzw. Spiele der EL-Platzhalter gegen zwei Top3-Teams, die dann erwartetermaßen Niederlagen kassieren. Damit ist dank des gestrigen Sieges tatsächlich der Rückstand auf Hamburg und Dortmund auf 6 bzw. 5 Punkte geschrumpft, was man zwar noch nicht als in Reich- aber doch schon in Sichtweite bezeichnen könnte.

Besondere Bedeutung hat dann also auch schon wieder das Spiel am kommenden Samstag bei Werder Bremen, die derzeit mit 4 Punkten Vorsprung zwei Plätze vor uns liegen – ganz so wie die Frankfurter vor diesem Spieltag. Das wird sicherlich die nächste echte Nagelprobe, auch wenn die Bremer gestern ebenfalls nicht unbedingt überzeugt haben, sondern vorwiegend von Baback Rafati profitiert haben.

Das positive bei Werder Bremen ist auf jeden Fall schon mal, dass bei ihnen nicht Ruud van Nistelrooy auf der Bank sitzt, sondern Hugo Almeida.

Auch Frankfurt könnte sehr wahrscheinlich für uns spielen, da sie mit Schalke einen mehr als zähen Gegner haben, den sie vermutlich nicht bezwingen können werden. Aber auf Dortmund und HSV wird es schwierig weiter Punkte gut zu machen, da mit Mönchengladbach und vor allem Hertha nicht gerade Heimspielaufgaben warten, die derzeit Angst und Schrecken verbreiten.

Aber, so oder so, müssen wir natürlich erst einmal unsere eigenen Hausaufgaben machen und Bremen schlagen. Eine zweite Niederlage nach dem Hamburg-Spiel gegen einen mehr oder minder direkten Konkurrenten können wir uns eigentlich definitiv nicht leisten, wenn wir nach oben noch was ausrichten wollen. Wobei ich andererseits ja schon nach dem HSV-Spiel die Ambitionen nach oben abgehakt hatte…

Zu guter letzt noch ein Wort zu Aliaksandr Hleb:

Seufz.

Geerdet

13 Feb

Beginnen wir diesen kurzen Eintrag direkt mal mit dem Fazit und der Lehre, die man aus diesem Spiel ziehen kann: Trotz einer auch heute über weite Strecken durchaus ansprechenden Leistung hat es nicht gereicht, um den HSV zu bezwingen. Dadurch beträgt der Rückstand auf Hamburg statt 5 Punkte leider derer 11 und damit können wir im Grunde unsere insgeheim gehegten Ambitionen auf das internationale Geschäft mit ziemlicher Sicherheit ad acta legen – da es auch auf Dortmund mindestens 8 Punkte Abstand bleiben. Zudem hat  sich durch die Auslosung im Pokal auch mit relativ großer Wahrscheinlichkeit die Option mit Platz 6 erledigt, da ja leider Schalke schon im Halbfinale gegen Bayern spielen wird.

Nichtsdestotrotz war das heute zwar ein Rückschlag in ergebnistechnischer Hinsicht, aber zumindest kein kompletter Niederschlag was die fußballerische Leistung angeht. Die Mannschaft sollte aus dieser Begegnung auf jeden Fall mitnehmen, dass man dem Gegner nicht nur auf Augenhöhe begegnet ist, sondern zeitweise sogar eindeutig dominiert hat.

Dass Labbadia dann den Luxus hatte, mit van Nistelroy einen absoluten Killer vorne einzuwechseln, der die schlimmsten Befürchtungen dann auch noch unmittelbar nach Betreten des Platzes erfüllte, ist natürlich hochgradig ärgerlich – aber eben in dem Fall nur bedingt zu vermeiden.

Zugegeben, der neuen alten Innenverteidigung mit Tasci und Delpierre, der für den zuletzt starken Niedermeier wieder in die Mannschaft kam, kann man durchaus ein paar kleinere Vorwürfe machen, bei allen drei Gegentoren nicht so richtig auf dem Posten gewesen zu sein. Vor allem das erste Gegentor von Berg wurde stark begünstigt von mangelnder Abstimmung zwischen den beiden, als der Schwede perfekt durch die Schnittstelle sprintete und sehenswert das Ding direkt abschloss. Ob das mit Niedermeier anders gewesen wäre? Müßig zu diskutieren.

Sehr kritisch betrachten muss man natürlich die mangelhafte Chancenverwertung, vor allem ab Beginn zweite Halbzeit bis zur Einwechslung der Käseeismaschine beim HSV. Andererseits, so richtig neu ist das natürlich nicht. Wäre halt beispielsweise der Ball von Marica rein statt knapp neben den Pfosten gegangen – vermutlich hätte es dann gereicht, trotz Nistel the pistol.

Hadern könnte man auch noch in Sachen Schiedsrichterleistung als VfB-Fan, wobei er zumindest bei den Strafstoßentscheidungen mit Pogrebnyak meines Erachtens richtig lag. Da setzt mein Verständnis ehrlich gesagt aus, warum er da gleich zweimal einen auf Jarolim macht und sich fallen lässt, anstatt einfach durchzulaufen und den Abschluss zu suchen oder -in der zweiten Situation- den Pass auf den nahezu mutterseelenallein stehenden Hleb zu machen.

Hleb hat immerhin heute einen seiner besseren Tage erlebt und mit einem wirklichen Zuckerpass auf Träsch den zeitweiligen Ausgleich vorbereitet – wurde aber konsequenterweise wie üblich nach knapp einer Stunde direkt ausgewechselt.

Man verzeihe mir heute meine abgehakte und sehr punktuelle Spielbesprechung, aber ich habe irgendwie keine große Lust mich noch mehr als nötig mit diesem Spiel auseinanderzusetzen und widme mich lieber den nächsten beiden Aufgaben, die da heissen FC Barcelona und 1. FC Köln, wo ich dann endlich auch mal wieder im Stadion anwesend sein werde.

Zum Champions League Achtelfinale dann in den nächsten Tagen mehr hier im Blog.

Hinrunden-Rückrundenvergleich: +7 Punkte, +7 Tore