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App-es Neues

21 Sep

Der „Mein-VfB“-App war der erste App, für den ich Geld gezahlt habe.
Ja, wahrscheinlich gehöre ich auch zu den Personen, laut Studie, bei denen, wenn sie ein Applezeichen sehen, dieselbe Gehirnregion aufleuchtet, die bei anderen Menschen den Bereich der Gläubigkeit markiert. Da fand ich es echt eine tolle Idee von den Stuttgarter Zeitungen, einen VfB-App zu kreieren, den ich nun besitze. App-solut app-gefahrene Idee!
Und der App lohnt sich. Ich kann täglich die Sportseiten der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten einsehen, darüber hinaus habe ich noch einen Live-Ticker und weitere Daten (Kader, Stadion, Verein) zu meinem Lieblingsverein.
Aber bisher gibt es noch Dinge, die mich stören (ja, da kann ich meine tauberfränkische Herkunft nicht verleugnen).
Aus technischer Sicht dauert es im Smartphonezeitalter eine Ewigkeit, bis der App geladen ist. Teilweise finden sich tagelang keine neuen Bericht. Dann sind sie verschoben oder falsch dargestellt. Hier sollte unbedingt noch an der Übertragung und der Darstellung gearbeitet werden, ansonsten wird diese Warterei zu eine nervigen Angelegenheit.
Wenn man täglich die Berichte – und eine Zeitung ist ja dazu angehalten, in ihrem Sportteil täglich über den Lokalverein zu berichten – über den VfB liest, stellt man Muster fest, die etwas opportunistisch riechen: Die vermeintliche Krise wie der vermeintliche Aufschwung werden medial von den Sportredaktionen befeuert, ohne dass ein eigener Standpunkt klar markiert wird. Beispielsweise wurde nach dem ersten Spieltag von der StZ schon fast wieder alles in den Himmel gelobt, während nach der Niederlage gegen Hertha alte Schreckensbilder an die Wand gemalt wurden und Berichte verfasst werden, inwieweit die Vorsaison sich wiederhole.
Ein ständiges Auf und Ab, das durch jedes Ergebnis neu angefacht wurde, egal, ob die Richtung jetzt nach unten oder nach oben zeigte. Dadurch werden diese Berichte beliebig. Klar ist festzuhalten, dass ein Redakteur täglich ein Bericht rund um den VfB verfassen muss, aber dabei immer nur nach dem berühmten Fähnlein im Wind zu wehen, ist doch etwas zu einfach. Und die ewige Mär von dem Bauen auf die Jugend, so wie es die StZ gebetsmühlenartig vorbringt, ist mir zu kurz gedacht, jedes Interview zielt auf die Lippenbekenntnisse für die Jugend, bringt aber keinen Standpunkt mehr in eigener Sache. Schlägt man die Süddeutsche wiederum auf, ist man happy über die gelieferte Hintergrundinfo, hier wurde ich beispielsweise über Lenos Zukunftspläne deutlich besser informiert als in der StZ. Fredi Bobic sei in einer Zwickmühle gefangen, die ihm in dieser Torwartfrage praktisch nachts kein Auge mehr zumachen lasse, während die SZ lapidar feststellte, dass Leno ab 1. Januar wieder beim VfB sei und Bayer überhaupt nicht jeden Tag um ihn buhle.
Alles in allem würde ich mir mehr Gedankengänge bei der StZ wünschen, inhaltlich wie in technischer Hinsicht. Ansonsten kann ich den VfB-App nur empfehlen.
Und bevor ich mich jetzt noch über den leserunfreundlichen Kicker-App aufrege, ende ich hier lieber mit meinem fränkischen Ton;)

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Verkehrte Welt? Das Interview zu VfB vs. Hannover

5 Mai

Zur Abwechslung gibt es heute mal wieder ein Interview mit einem anderen Blogger im Vorfeld des Duells zwischen uns und Hannover 96. Ein Spiel, bei dem viele vor der Saison durchaus auf ein Duell zwischen CL-Kandidat und Abstiegskämpfer getippt hätten – nur vermutlich eben mit genau umgekehrt besetzten Positionen.

Aber die Saison lief nun mal bei beiden Teams komplett entgegen der ursprünglichen Erwartungen, dementsprechend bot es sich natürlich an, im Vorfeld zu diesem vermutlich Vieles entscheidenden Spieltag die Stimmung aus Niedersachsen einzufangen und ein wenig über die Hintergründe dieser sensationellen Saison zu sprechen. Nils von der Seite www.das-fanmagazin.de stand freundlicher Weise dazu bereit, mir ein par Fragen zu beantworten.
Gleiches tat ich dann natürlich bei ihm drüben auch – wer’s lesen mag (voraussichtlich ab Freitag Vormittag online).

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Ich bin ganz ehrlich: Vor Beginn der Saison war Hannover 96 für mich der größte Favorit auf den Abstieg. Dementsprechend beeindruckt bin ich von der Saison, die Ihr jetzt spielt. Und die Prognose für Hannover hatten ja nicht wenige ausgewiesene Fußballexperten ebenfalls abgegeben. Könnt Ihr als Fans diese Saison überhaupt fassen?
Es ist wirklich kaum zu realisieren. Man muss sich immer mal wieder kneifen, weil es wirklich ist wie in einem Traum. Vor allem, wenn man sich die letzte Saison vor Augen hält, wo wir erst am letzten Spieltag von den Abstiegsplätzen sprangen. Nun ist die Mannschaft plötzlich wie ausgewechselt, obwohl sie über weite Strecken aus dem gleichen Personal besteht. Der Kontrast ist schon krass.

Was diese Saison besonders bemerkenswert macht, ist in meinen Augen, dass 96 erstaunlich konstant ist. Spätestens ab Mitte der Hinrunde haben ja alle förmlich auf den Einbruch gewartet; aber er kam nicht – auch nicht nach einzelnen mitunter herben Niederlagen.

In der momentanen Berichterstattung konzentrieren sich viele Medien auf das „10 Sekunden Überfallkommando“. Ist dies wirklich Euer einziges Mittel oder findest Du diese Betrachtung etwas zu kurz gesprungen?

Auf jeden Fall ist das zu kurz gesprungen. Es ist ja nun nicht so, dass wir alle Tore innerhalb von 10 Sekunden erzielen. Zudem steht auch die Abwehr ziemlich gut und das hat mit diesen 10 Sekunden eher weniger zu tun ist aber ebenfalls ein Erfolgsgarant. Fakt ist aber durchaus, dass im Training explizit das schnelle Abschließen von Angriffen geprobt wird. Insofern da natürlich schon etwas dran.

Welche Rolle spielt der mehrere Jahre von zahlreichen Clubs übergangene Mirko Slomka bei Eurem bisherigen Erfolg?

Das ist schwer einzuschätzen. Im Erfolgsfall lässt sich immer leicht sagen, dass der Trainer der Größte ist (das ist selbst bei einem Peter Neururer der Fall). Und im Misserfolgsfall ist der Trainer die größte Pfeife. Man kennt das ja. Dennoch halte ich Slomka zusammen mit Jörg Schmadtke, der ein gutes Händchen für günstige Spieler zu haben scheint, für DEN Erfolsgaranten für Hannover 96. Er verfolgt ein langfristiges Konzept – was ihm ja auch fast zum Verhängnis wurde, wenn man mal seine Niederlagenserie zu Beginn betrachtet, die ihn fast den Job gekostet hätte.

Ya Konan ist vielleicht der Spieler, der am meisten im Fokus bei Hannover stand. Aber mit Schmiedebach oder Rausch haben sich beispielsweise auch ein paar jüngere Spieler in den Vordergrund gespielt. Welche Spieler würdest Du als entscheidend für Eure gute Saison hervorheben?

Ya Konan auf jeden Fall schon einmal. Auch wenn er zuletzt vielleicht etwas zu eigensinnig war. Aber auch wenn er fehlte, hat 96 zuletzt Erfolge vorzuweisen. Für einen weiteren großen Erfolgsgaranten halte ich Ron-Robert Zieler, auch wenn es in der Hinrunde mit Florian Fromlowitz ebenso gut lief. Allerdings strahlt Zieler ganz andere Sicherheit aus. Sowohl, wenn es um Rückpässe vom eigenen Spieler geht, als auch was die Luftbeherrschung im Strafraum betrifft. Und die Reflexe stimmen auch. Zudem sehe ich bei ihm noch ein enormes Entwicklungspotenzial. Obwohl er bereits jetzt ein – und das meine ich ohne Übertreibung so – hervorragender Torhüter ist, ist da noch Luft nach oben.
Mit Rausch und Schmiedebach hast Du schon zwei weitere wichtige Spieler genannt. Im Grunde ist das ganze Team zu nennen, dass einen Teamgeist ausstrahlt, den ich selten so wahrgenommen habe. Das ist sicherlich auch mit das Erfolgsgeheimnis.

Wo Du gerade das Thema Torhüter ansprichst. Wie hast Du damals den Wechsel von Fromlowitz zu Zieler aufgenommen? Diese Personaländerung kam ja doch für uns Aussenstehende extrem überraschend.

Ich war völlig überrascht, denn mit einem Torhüterwechsel war nicht zu rechnen. Auch hier in Hannover nicht; für uns kam es ebenso überraschend wie für Außenstehende. Denn Fromlowitz hatte sich ja keine gravierenden Fehler geleistet, sodass es keinen konkreten Anlass für den Wechsel gab. Anfangs wurde ja auch eine Verletzung als Grund vermutet. Aber es war schlicht so, dass Slomka im Training von Zieler einen besseren Eindruck als von Fromlowitz hatte, was sich dann ja auch auf dem Platz bestätigte. Ich finde es jedenfalls ungeheuer mutig von Mirko Slomka, diesen Wechsel durchzuführen. Denn es lief ja vorher auch mit Fromlowitz sehr gut für Hannover 96. Slomka konnte mit dem Wechsel also eigentlich fast nur verlieren, hat aber trotzdem „gewonnen“.

Ein Problem für viele „kleine“ Mannschaften, die in Deutschland eine erfolgreiche Saison spielen, ist meist der Aderlass der darauf folgt. Siehst Du diese Gefahr auch bei Hannover oder meint ihr, ihr könnt Eure Stützen halten?

Das meine ich nicht nur, das ist erfreulicherweise auch so. 😉 Beispielsweise konnten die Verträge mit Christian Schulz und Didier Ya Konan verlängert werden. Beides Spieler, die sicherlich auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt haben. Nach dieser Saison endet mit keinem Spieler, der eine elementare Stütze des Teams ist, ein Vertrag. Das heißt, dass Hannover 96 es gewissermaßen selbst in der Hand hat – wenn nicht gerade irgendwelche geheimen Ausstiegsklauseln in einzelnen Verträgen stehen. Aber warum sollte ein Didier Ya Konan oder ein Christian Schulz seinen Vertrag verlängern, um dann kurze Zeit später wechseln zu wollen? Das halte ich für unwahrscheinlich. Im Großen und Ganzen wird der Kader wohl so bestehen bleiben.
Letzte Woche standet ihr noch vor den Bayern auf dem Champions League Qualifikationsplatz. Ganz ehrlich: Wäre nicht doch ein wenig Enttäuschung mit im Spiel, wenn es am Ende doch „nur“ zu Rang 4 und der Europa League reicht?

Natürlich ist da auch ein klitzekleines bisschen Enttäuschung dabei. Aber die würde wirklich nur ganz kurz andauern. Denn zum einen hat man sich ja gar nicht wirklich an den dritten Platz „gewöhnt“, da es zuletzt immer ein Hin und Her war und zum anderen muss man einfach die ganze Saison betrachten und berücksichtigen, wo wir her kommen. Da kann man mit einem vierten (oder auch fünften) Platz gar nicht wirklich enttäuscht sein.

Apropos Europa: Wird im kommenden Jahr mehr als die Vorrunde der Europa League drin sein für Eure Mannschaft?

Um ehrlich zu sein, beschäftige ich mich gar nicht mit den Erfolgsaussichten in der EL; wirklich nicht. Es überwiegt einfach nur die Freude darauf, dass wir auf jeden Fall mit von der Partie sind. Und natürlich hängt es auch davon ab, auf welche Gegner man trifft. Und von der Tagesform. Und und und. Seriös lässt sich das noch weit weniger einschätzen, als ein Saisonverlauf in der Bundesliga. Und schon der lässt sich eigentlich kaum einschätzen, was man ja an der laufenden Saison sieht…

Und welche Chancen rechnest Du Dir für die kommende Bundesligasaison an sich aus? Wird der Erfolg ansatzweise wiederholbar sein?

Da die Mannschaft im Großen und Ganzen so bestehen bleibt, sollte man meinen, dass es schon möglich ist. Aber man muss auch realistisch bleiben: Zweifelsohne haben wir ein gutes Team, aber in dieser Saison hat auch einfach verdammt viel gestimmt. Beispielsweise blieben wir von Verletzungen weitestgehend verschont. Zuletzt hatte 96 den niedrigsten Verletztenstand aller Bundesligisten. Zudem profitierten wir sicherlich auch davon, dass man uns bis Mitte der Rückrunde konsequent unterschätzte. Manche tun das immer noch. Außerdem bleibt abzuwarten, wie 96 mit der Dreifachbelastung klar kommt. In dieser Saison waren wir ja – durch den taktisch klugen frühen Ausstieg aus dem DFB-Pokal – nur einfach belastet.

Für mich persönlich ist das Ziel jedenfalls erstmal der (gerne auch frühzeitige) Klassenerhalt. Wozu die Ziele auch höher hängen? Was bringt es denn – außer Enttäuschungspotenzial? Und wenn es dann doch mehr wird, ist die Freude umso größer. Schließlich sind wir nicht der FC Bayern, der vor jeder Saison den Meistertitel als Ziel hat und somit eigentlich nur verlieren kann. Und das sollte man auch nutzen, auch wenn bei vielen die Erwartungen nach dieser Spielzeit sicherlich gestiegen sind.

Wo müssten Deiner Meinung nach noch personelle Verstärkungen vollzogen werden? Und ist dafür überhaupt Geld vorhanden?

In der Hinsicht backt Hannover 96 ja immer ziemlich kleine Brötchen. Stets heißt es, dass die Kasse klamm ist und man sehr kostenbewusst agieren müsse. Zwar sieht es nach dieser Saison etwas besser aus als geplant, wirklich große Sprünge sind aber dennoch nicht möglich.
Personelle Verstärkungen müssen schon allein auf Grund der Europapokal-Belastung sicherlich her. Ich bin gespannt, was Schmadtke da wieder für hochkarätige Schnäppchen an Land zieht.

Apropos Schmadtke: Verpflichtet Ihr diesen Sommer dann auch endlich Elson fest? 😉

Wir warten bis heute auf ein neues Angebot des VfB… 😉

Zum Abschluss die Standardfrage: Wie lautet der Tipp für die Begegnung am Samstag?

2:1 für den CL-Aspiranten. 😉

Den von vor der Saison oder den jetzigen? Naja, ich kanns mir schon denken… =) Vielen Dank jedenfalls für das sehr interessante Interview und vielleicht können wir ja am 34. Spieltag noch den Bayern in die Suppe spucken, so dass ihr profitieren könnt…

Das Dortmund-Debakel

29 Aug

Um es kurz zu machen: Ich habe keine große Lust mich hier an dieser Stelle über das Spiel von heute auszukotzen.

Ein paar Gedanken habe ich schon bei spox.com formuliert, für die ich in dieser Saison mehr oder weniger regelmäßig bloggen werde. Ich hoffe, dass das insgesamt keine allzu großen Auswirkungen auf diesen Blog haben wird, aber wir werden sehen. Wer also das Bedürfnis hat, ein paar Bemerkungen zum Thema zu lesen, der kann das dort gerne tun.

Ansonsten stelle ich gerne meine Kommentarspalte hier zur Verfügung, wenn Ihr Euch ein bisschen auskotzen wollt über diese unfassbar katastrophale erste Hälfte, die eines der gruseligsten Defensivverhalten ever geboten hat.

Man mag mir verzeihen, dass ich es in Anbetracht dieses furchtbaren Spiels nicht übers Herz bringe noch einen zweiten Text darüber zu schreiben.

Der Brustring zum Hören

12 Aug

Gestern kontaktierten mich Felix und Thomas, die gemeinsam den kleinen, aber sehr feinen Podcast „Meine wahre Liebe“ zum Thema Fußball produzieren und damit im deutschen Markt sicherlich eine bislang weitestgehend unentdeckte Nische besetzen, ob sie mir ein paar Fragen zum VfB Stuttgart stellen könnten.

Und da ich ja als Blogger und Twitteraner ohnehin zum Meinungsexhibitionismus neige und es zeitlich einigermaßen passte, habe ich mich selbstverständlich bereiterklärt mitzumachen.

Ursprünglich war noch geplant zwei weitere „Fanexperten“ (uh, das böse Wort) zu Wort kommen zu lassen – nur leider war technisch insgesamt irgendwie der Wurm drin (auch bei mir), so dass die beiden Jungs spontan eine „VfB only“-Version aus dem Gespräch mit mir gemacht haben, die insgesamt rund eine Viertelstunde dauert.

Insgesamt kann ich natürlich auch nix Neues erzählen, was nicht ohnehin schon jeder VfB-Fan weiss, aber wer zumindest mal feststellen will, ob meine Stimme eher ein sonorer Sopran (nicht wirklich) oder ein besänftigender Bass (erst recht nicht) ist, der klickt einfach auf den folgenden Link:

Meine wahre Liebe – Fantalk VfB Stuttgart

Es lohnt sich auf jeden Fall auch mal durch die anderen Einträge zu klicken, wo sich beispielsweise ein Videointerview mit U20-Weltmeisterin Svenja Huth befindet oder auch eins mit Frankfurtprofi Patrick Ochs. Das Herzstück der Seite sind aber natürlich die regelmäßigen Podcasts der beiden Jungs.

Prädikat: Empfehlenswert.

Und, um mal einen Delling einzubauen, empfehlenswert ist es sicherlich auch, noch mal kurz auf meine Umfrage zu den Aussichten des VfB für das erste Saisondrittel hinzuweisen – da könnt ihr bei Teilnahme schließlich ein Trikot des VfB gewinnen. (/Werbestimme off)

hirngabel undercover: In der Höhle der Löwen

2 Mai

In meinem bisherigen, jungen Leben bin ich schon auf recht unterschiedliche Arten dazu gekommen, Fußballspiele zu besuchen. Natürlich häufig im Schlepptau meines Vaters und noch häufiger aus reinem Eigenantrieb, mal gratis dank Schiedsrichterausweis, mal auf Dauerkarten von Freunden und mal im Rahmen meines Zivildienstjobs. Aber auch schon mal auf Einladung von Egidius Braun, oder weil Bernd Schusters Kinder mal auf meine Schule gingen oder auch weil der DFB Sponsorentickets für ein Champions League-Finale nicht in ausreichender Zahl verteilen konnte.

Am vergangenen Samstag kam nun etwas Neues hinzu, denn dort besuchte ich erstmals ein Bundesligaspiel auf Einladung eines Sponsoren hin, um im Vorfeld der Begegnung an einer Produktpräsentation teilzunehmen.

Bei dem Spiel handelte es sich um den Auftritt der Bochumer (ja, zum zweiten Mal innerhalb von 8 Tagen musste ich mir die grottigen Bochumer antun) in der Münchner Allianz Arena, beim Sponsor um die Telekom und bei dem präsentierten Produkt um das Bundesligaprogramm „Liga total!“, das die Telekom über ihre Plattform „Entertain“ für seine Kunden verfügbar macht.

So lud nun die Telekom also mich und rund 20 (nicht ganz gezählt) weitere Blogger in den Fröttmaninger Fußballtempel, um dort noch vor der (vorher von mir als „Worst Case Szenario“ befürchteten) Meisterfeier der Bayern den Worten von zwei Repräsentanten der Telekom und einer Vertreterin der Firma Microsoft zu lauschen.

Ich bin selbst derzeit weder Sky-Abonnent, noch habe ich mir T-Home Entertain und das dazugehörige Liga Total! zugelegt, allerdings spiele ich für kommende Saison durchaus mit dem Gedanken diesbezüglich zu investieren.

Das Produkt „Liga Total!“ scheint dabei nicht wirklich schlecht zu sein, zumindest, wenn man wirklich „nur“ Bundesligafußball (1. und 2.) sehen will und natürlich über einen entsprechend leistungsfähigen VDSL-Internetanschluss verfügt, was leider auch bei weitem nicht für jeden der Fall ist.

Neben ein paar allgemeinen Dingen wurden uns vom in Fußballfragen leider nicht ganz sattelfesten Präsentator (ich sach nur „Sebastian Kießling“) vor allem die interaktiven Zusatzfunktionen vorgestellt, wie beispielsweise der Videoticker, der es erlaubt mit 5 Minuten Verzögerung relevante Spielszenen (vom Pfostenschuss über Karten bis hin zu -natürlich- Toren) während des laufenden Spiels „nachzuschauen“. Das ist grundsätzlich eigentlich eine ganz coole Sache, hat nur leider einen Haken. Man kann nur die Szenen des jeweiligen Kanals anschauen, auf dem man sich ohnehin gerade befindet – schaut man also VfB gegen Mainz an, dann kann man parallel auch nur auf die Highlightszenen dieses Spiels zugreifen. Um auf alle Spiele gleichzeitig zuzugreifen, muss man hingegen auf den Konferenzkanal.
Für nächste Saison sollte man es möglich machen, ein Spiel zu schauen und gleichzeitig auf die Highlights der anderen Begegnungen zugreifen zu können. Das würde dann zumindest schon mal relativ nahe an meine Traumvorstellung einer individuell erstellbaren „Konferenzschaltung“ herankommen.

Ein weiteres Feature, das ich persönlich ganz nett fände, wäre eine Art „Follow your team“-Option bei der Aufnahmefunktion. Zwar wurde gesagt, dass das mit der Serienprogrammierfunktion nicht machbar sei, da die Spiele ja jeweils auf unterschiedlichen Kanälen liegen würden, aber eigentlich müsste es doch technisch machbar sein, die Sendungen irgendwie mit einer Art „tags“ zu versehen, so dass die Übertragungen für eine Programmierfunktion identifizierbar sind. Gerade für mich, der ich relativ häufig unterwegs bin (was ein Haupthinderungsgrund für die Anschaffung von Pay-TV ist bislang), wäre sowas schon sehr zu begrüßen.

Ein weiteres Thema, das von den anwesenden Bloggern kritisch angesprochen wurde und auch für mich eher ein Hinderungsgrund wäre, ist die Mindestvertragslaufzeit von satten 24 Monaten. Das ist natürlich schon recht happig, aber wird wohl in naher Zukunft eher nicht geändert, da man seitens der Telekom auf das Thema Planungssicherheit pocht, was ich aus Firmensicht natürlich schon nachvollziehen kann.

Insgesamt kann man auf jeden Fall von einem ordentlichen Produkt sprechen und wenn man über Johannes B. Kerner hinweg sehen kann, dann kann man eine Anschaffung sicherlich mal in Erwägung ziehen, auch wenn die Produktpräsentation jetzt insgesamt nicht so war, als dass man hier ein absolutes „Must Have“-Produkt vor sich gehabt hätte. Letztlich ist dann eben auch die Abgrenzung zu Sky über die technische Komponente hinaus nicht groß genug, als dass man hier wirklich einen Kaufanreiz böte. Vielleicht sollte da neben der technischen Seite für kommende Saison auch auf redaktioneller Seite mal etwas zugelegt werden.

So oder so war der ganze Nachmittag in der Arena auf jeden Fall eine nette Geschichte – wenn halt nicht ausgerechnet die dummen Schalker gegen Bremen verloren hätten und dadurch Bayern die Quasi-Meisterschaft feiern konnte. Das hätte echt nicht sein müssen. Wobei insgesamt die Stimmung jetzt nicht so übermäßig überragend war nach dem Titel, wie man das so von anderen Vereinen kennt. Die Meisterschaft ist in München halt wohl schon ein bisschen Routine.

Im Anschluss ging es dann mit einem Großteil der Anwesenden Bloggerschaft zur intensiven Spieltagsnachbereitung in den Augustiner-Keller, wo zwischen tiefenpsychologischen Diskussionen über den Nukleus des Fan-Seins und hemmungslosem Lallen (Namen werden nicht genannt) so ziemlich alles vorhanden war.
Nachdem dort beinahe die komplette Truppe -trotz zwischenzeitlich unwirschem Kellner und einem nur knapp abgewendeten Brezelgate- bis zum Kehraus aushielt, ging es dann wohl noch weiter mit dem Versuch auszutesten ob einer der Bayern-Blogger noch weiterhin in einem Münchner Etablissement Hausverbot hat (Namen werden nicht genannt). Den entsprechenden Twitter-Meldungen nach zu urteilen, wurde dieses Hausverbot allerdings wohl nicht mehr aktiv angewendet. Ich selbst kann dies allerdings nicht bestätigen, da ich mich nach dem Augustiner-Keller schweren Herzens verabschieden musste und den Rest der Nacht (bis so ca. 5 Uhr) im wohl legendären (und das völlig zurecht!) xcess mit ein paar Hellen verbrachte.

Abgerundet wurde der sehr schöne München-Trip dann heute mit einem standesgemäßen Weißwurst“frühstück“ (ich sage jetzt nicht die Uhrzeit, sonst werde ich von den Eingeborenen nur noch mehr verachtet) in irgendeinem typisch gemütlichen Brauhaus, inklusive überraschender weiterer Fußballdiskussionen mit einem sympathischen Sport1-Journalisten (ja, das gibts).

Alles in allem also eine Runde Geschichte, die zudem wieder mal bestätigt, dass das Internet nicht nur ein Tummelplatz von sozial gestörten Menschen ist und auch dass Vereinszugehörigkeiten nicht die ganz große Rolle spielen.

Ich hoffe auf eine baldige Wiederholung und freue mich, mal wieder einige sehr nette Menschen kennengelernt zu haben.

Von daher, vielen Dank an die Telekom für die Einladung und die Organisation, sowie die ganzen, netten Blogger, die vor Ort waren.

Achja,vom Spiel selbst habe ich nicht viel gesehen, da ich die meiste Zeit in der Loge verbracht habe, um das gute Catering zu genießen die Konferenzschaltung zu verfolgen. Von Bochum hatte ich ja letzte Woche schon genug nicht gesehen.

Und Gerd Müller war auch da.