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Minima Moralia

22 Apr

Der Vater meines besten Freundes ist ein weiser Mann. Stoisch schüttelte er bereits in den 90er den Kopf, wenn Gerhard Delling “mal ganz pragmatisch nach Prag” schaltete und nahm einen Schluck aus seinem Distelhäuser Bier.

Für den Verlauf dieser Saison hat er folgenden Ausspruch getätigt: “Dieses Jahr wird ein Klub absteigen, der weiß es bis jetzt noch garnicht.” – Dummerweise habe ich die große Sorge, dass es aktuell der VfB sein wird, der diese Ehre zuteil wird. In den beiden letzten Spielrunden war schnell klar, dass es ein Überlebenskampf wird und selbst Martin Harnik wusste, um was es ging, aber dieses Jahr ist diese trügerische Sicherheit, dieses halbentspannt-in-der-Hängematte-Gefühl, “das-Wuppen-wir-schon-Gefühl” ohne den Aufwand dahinter zu sehen.

Und das macht es so saugefährlich, die Masse ist träge, rutscht Hamburg heute durch, oder erwischt es außer Erwarten doch die Kölner oder muss dieses Mal doch der VfB dran glauben? Ganz sachte, wie immer optimistisch, wird wohl Hannover wie die Eintracht da unten sitzen bleiben, aber die Relegation, das könnte es dieses Mal für uns sein, dann wohl gegen den Club, ob es hinhaut?

Wir hoffen, dass der Vater meines besten Freundes viele Weisheiten parat hat, aber dieses Mal einfach grandios daneben liegt oder doch den HSV das Triple in der Relegation schaffen lässt:)

Montagsspiel – Gedanken zum Weltgeschehen

22 Mär

Sieht uns die DFL bereits in der zweiten Liga oder wie kommt diese mysteriöse Spielansetzung zustande? Begründung des Polizeiaufwandes des 1. Mai klingt durchdacht,

aber warum nicht auf Samstag schieben? Nach Bremen ist es für Fans nämlich wirklich ein Stück, Rostock spielt nicht mehr in der Ersten, daher ist Bremen mit 650km der Spitzenreiter (wird dann Leipzig nächstes Jahr weiter sein, fährt da überhaupt jemand hin?).

Oder spielt Not gegen Elend, weil der VfB seit Jahren keine Konstanz hinbekommt (außer bei schlechten Tabellensituationen) und Bremen, eine Abwehr, offen wie ein Scheunentor hat (Schaafs Erbe, der einem in Hannover wirklich leid tun kann. Wann der von der Leine geht?). Man weiß es nicht, oder hat das Niersbach, äh..Beckenbauer, äh..Zwanziger gekauft? Man kommt doch durcheinander mit den Namen und Ereignisse, aber beruhigend, wenn die FIFA ermittelt, dass ist ja wie die Geschichte, wenn man den Bock zum Gärtner macht..

Aber seis drum, auf eine kurzweilige Länderspielpause.

Hüpfen hier und dort und überall

11 Dez

Raffiniert, wie Robin Dutt das eingefädelt hat. Jetzt hat er es endlich raus, den Bogen. Zu viele Stümper, zu viele Vorwürfe, zu viel Klein-Klein. Wie die Abwehr endlich stabilisiert, wie aus einem Irrlicht ein guter Torhüter wird, die Sturmreihe effektiv spielend und das Mittelfeld unabhängig von Didavi seiend, die Trainerfrage ist der Schlüssel zum Glück und Robin Dutt lässt sich Zeit bis Weihnachten, der Zeit der Liebe, aber auch der Wunder, um seinen Trainer aus dem Hut zu zaubern:

Ein schillernder Vorname – check, ein kompetenter Fußballverstand – check, ein Land, das viele gute Trainer hervorgebracht hat – check, Empfehlung von Ottmar Hitzfeld – check, das richtige Alter – check, der richtige Spielansatz – check, aber, und das macht die Sache zu einer besonderen, die geheime Wunderwaffe, der “Wundermann” unter den Trainern:

Pierluigi Tami. Wir erinnern uns, Tami, das war doch der etwas depperte Bär aus der Gummibärchenbande!

Und was verhalf ihm zum Sieg gegen die Bösen? Der Gummibärchensaft! Danke, Robin, jetzt haben wir es geschnallt, dieser Torso an Mannschaft kann nur mit Zauberkräften geholfen werden. Endlich bringt es mal einer auf den Tisch, weg mit möglichen Medizinbällen, der Gummibärchensaft muss her. Niedermeier wird wie Cubbi über das Feld hüpfen, Die wird Sunni als Prinzessin des Mittelfelds würdig vertreten, Timo Werner zaubert vorne den gegnerischen Torhütern die Bälle nur so ins Netz. All das dank des Saftes von P. Tami..

..Seien wir ehrlich, meine These ist, wenn Favre nicht kommt, mit Abstrichen Luhukay, steigt der VfB diese Saison ab. Denn ob die Trainer Schwartz (Sandhausen rockt), Schuster (Rausch in Darmstadt ausschlafen), Korkut (von der Leine), Yakin (Typ Balakov) heißen, das hilft in der jetzigen Situation, bei der der Karren an die Wand gefahren wurde, nicht mehr.

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Eilmeldung: Tuchel wollte VfB II in der 3. Liga übernehmen

9 Dez

Wie der Sportdirektor, Robin Dutt, auf Anfrage bestätigte, waren die Verhandlungen im März 2015 so weit gediehen, dass es nur noch um letzte Details ging: Thomas Tuchel, der bayerische Schwabe, der in der Jugendabteilung des VfB arbeitete, beabsichtigte, die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart zu übernehmen: „Mit jungen Spielern zu arbeiten, diese anzuleiten, zu entwickeln – all dies stelle ich mir als eine ausfüllende Tätigkeit vor“, ließ er die Verantwortlichen des VfB Stuttgart wissen. Jürgen Kramny sollte ihm unterstützend zur Seite stehen, Marc Kienle, zuletzt bei Wehen Wiesbaden beschäftigt, als Scout arbeiten. Als Ziel hatte man sich den Aufstieg auf die rot-weißen-Fahne geschrieben: „In drei Jahren spielen wir gegen RB Leipzig um Punkte in der zweiten Liga.“..

Wenn ich noch einmal vage Vermutungen, Halbgares, unseriöses Geschwätz höre zum Thema Tuchel (der Letzte in der Reihe war Oliver Fritsch in der ZEIT, Link: http://www.zeit.de/sport/2015-11/alexander-zorniger-vfb-stuttgart-entlassung-robin-dutt), der, ach, hätte nicht, wollte nicht, unbedingt von Herzen etc., nicht alles dem VfB versprochen war. Jeder nutzt die Gerüchte, um seine Meinung zu untermauern: Dutt ist ein schlechter Manager, da er Tuchel von der Angel ließ; Dutt sei ein besonnener Mann der Politik der ruhigen Hand, der keine Luftschlösser mit Tuchel baute (da er wusste, dass ein Tuchel niemals Salzstreuer in italienischen Edelrestaurants mit Guido Buchwald über den Tisch schob), ein jeder, wie er es braucht.

Bitte, lasst das Thema Tuchel ab jetzt raus, über ungelegte Eier philosophieren, brachte bisher wenig..

Züruck in die Zukunft? – Zur aktuellen Trainerfrage beim VfB

25 Nov

Schneller als gedacht ging es, was einerseits offenbart, wie tief der Riss zwischen Trainer und Mannschaft, aber andererseits auch zwischen Trainer und Vorstand war. Zorniger, der Unbiegsame, propagierte den Merkel-Kurs („alternativlos“) als Fußballtrainer und überforderte damit das Team in allen Mannschaftsteilen (Ja, nicht nur die bedauernswerte Abwehr). Das Experiment „Überfallfußball“ scheiterte damit genau einem Jahr nach Rücktritt von Armin Veh, was wiederum uns den dritten Trainer nach ihm bringen wird.

Es erinnert einen an den Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“; Veh kam als Sehnsucht nach alter Größe, Zorniger als Speerspitze des modernen Fußballs, der das Angriffsfußballgen dem VfB auf allen Ebenen einpflanzen sollte. Mit welchem Ansatz soll man es jetzt probieren?

Mit Langner scheint der Torwarttrainer bereits festzustehen, ein alter Spezi von Dutt. Ist dies ein Fingerzeig für die Trainerwahl?

Die Kandidaten (nach Favoriten geordnet):

Favre, Lucien

unbestritten der „Professor“, ein absoluter Fachmann. Hat Mönchengladbach von einem Abstiegskandidaten innerhalb von dreieinhalb Jahren in die Champions League geführt. Es enden alle Trainerstationen dubios (absurde Pressekonferenzen und jeweilige Transfergerangel im Vorfeld), aber die geleistete Arbeit ist jeweils hervorragend.

Alle sprechen immer von Stallgeruch (als ob das für irgendetwas qualifizieren würde), aber hier kommt mein Argument: Hat in der Schweiz in der C-Jugend Ludovic Magnin trainiert, wer da nicht den kommenden deutschen Meister bereits trainiert hat:)

Und wer Martin Stranzl aus Russland holt und ihn zu einem der besten Innenverteidiger macht, das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Kann zudem mit Talenten arbeiten.Ebenso ein Grund: Vielleicht überlegt es sich Didavi und Kostic noch einmal anders, bevor Didavi beim nächsten RB-Klon Roger S. zum Überfallfußball blasen muss.

Zwei Punkte sprechen (noch) dagegen:

Dutt hätte es mit einem besseren Trainer als ihm selbst zu tun, der menschlich auch schwierig sein kann, ob das harmoniert und Dutt sich darauf einlässt? Und, hat Favre überhaupt Bock drauf? Ein seit Jahren vom Abstieg bedrohter Verein? Was für beide spricht ist die blanke Not: Dutt ist angreifbar geworden durch die gescheiterte „schwäbische Revolution“ und auch Favres Ruf hat durch sein Ende in Gladbach gelitten, eine wunderbare Möglichkeit für beide, sich zu rehabilitieren.

Daher für mich: Mein absoluter Favorit!

Luhukay, Jos

ein Fachmann. Überzeugte durch Spielphilosophie und Arbeit in Augsburg und Berlin, die Aufstiege zu stemmen war mit vorgegebenem Kader nicht einfach, daher kann er aus wenig viel holen (würde uns helfen:)

Für mich: Gute Wahl!

Gisdol, Markus

kommt von Hoffenheim. Da hatten wir doch schon einmal jemanden, ah, richtig, den Nationaltrainer von Jamaika, Winnie Schäfer. Kam damals von Karlsruhe nach Stuttgart und wollte alles besser machen, ging ordentlich schief. Ähnliche Vorbehalte habe ich gegen Gisdol, war mal in der Jugend in Stuttgart (wer war das eigentlich nicht in der Bundesliga und trotzdem nie Trainer des VfB..Klopp..Tuchel..). Kann als Trainer aber überzeugen.

Aus Antiphatie zu seiner vorherigen Trainerstation: Bitte nicht.

Korkut, Tayfun

Da dringt einem wieder der Stallgeruch in die Nase, da Jugendtrainer beim VfB. Blieb in Hannover für mich blass, ging sang- und klanglos von der Leine. Dutt hätte mit ihm einen idealen Kandidaten, der ihn aber nicht weit bringen würde (außer in seinem Machtumfeld).

Für mich: die ungünstigste Wahl, laut Presseartikeln die wahrscheinlichste..

Ich hoffe weiter und fühle mich nach der Entlassung wirklich erleichtert. Es war doch ein Irrweg, bin auch schon viel weniger zornig(er)

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