Bundesliga 09/10, ST11: FC Bayern München.

1 Nov

Am vergangenen Mittwoch wurde ja bekanntermaßen aus der Variable Babbel fürs Erste wieder eine Konstante gemacht, was nun am gestrigen Samstag in Form einer aussergewöhnlichen Kurvendiskussion vor dem Spiel zwischen Fans und Mannschaft auch zelebriert wurde. Das war sicherlich ein positives Signal und spricht dafür, dass derzeit sowohl die Mannschaft intern, als auch ihr Verhältnis zu Trainerteam und Fans durchaus intakt ist, sowie die Stimmung rund um den Verein den Umständen entsprechend positiv ist.

Blöderweise verlief allerdings das sich anschließende Spiel gegen die heiss geliebten Kollegen aus Bayern wieder mal nach altbekannten Formeln. Der VfB begann wieder einmal eine Partie mit viel Schwung, bevor die Kurve nach hinten raus einmal mehr abflachte. Das größte Problem ist allerdings, dass auch an diesem Samstag wieder einmal x = 0 war – wobei x für die Anzahl der geschossenen Tore stand, da mal Träsch, mal Schieber, mal Hilbert den Ball nicht millimetergenau, sondern eben nur ungefähr auf den gegnerischen Quader zirkelten, so dass er entweder nur knapp daran vorbeitangierte oder eben ein bestens aufgelegter Butt die Lösungen stets auf der Hand hatte.

Wie gesagt tendierte die Formkurve der Stuttgarter Offensive parallel zur zunehmenden Spieldauer eher in Richtung Null, und fand immer seltener (ausser vielleicht mal in Form einer Delpierrschen Diagonale) Lösungswege, um den Bajuwaren die Wurzel zu ziehen.
Immerhin schlug aber auch das bayrische Pendant weitestgehend lediglich in Form von Distanzschüssen zu, was wohl hauptsächlich daran lag, dass mit Ribery und Robben die beiden Katheten des eigentlich ersten Stammoffensivdreiecks fehlten, so dass im Sturm die beiden Hypothenusen Gomez und Klose vorwiegend wirkungslos blieben und auch dem eingewechselten Toni nicht die Quadratur des Kreises gelang.

Einen entscheidenden Anteil an dieser Wirkungslosigkeit hatte allerdings mit Sicherheit dieses Mal auch unsere Defensivlinie, die sich an diesem Samstag zur Abwechslung mal keine Nullstellen leistete, sondern sehr wirkungsvoll den Radius der gegnerischen Stürmer limitierte. Selbst das beinahe schon obligatorische Abseitstor wurde im Gegensatz zu Hannover und Sevilla dieses Mal vom Schiedsrichterteam korrekt entschieden – die Sinuskurve des Glücks ist vielleicht doch wieder auf dem Wege ins Positive für uns…

Das jedenfalls ist mit Sicherheit das Positivste an diesem Spiel, das ansonsten kein so richtig Gutes war: Dass diesmal eben nicht nur x=0 war, sondern eben auch auf der anderen Seite der Gleichung bei y eine 0 stand.

Dennoch ist ein Remis mit einem Punkt natürlich noch kein wirklicher Befreiungsschlag. Erst am kommenden Samstag, wenn definitiv endlich mal wieder x>y sein muss, wird sich zeigen, ob dieser Punkt gegen Bayern nur ein Sattelpunkt oder vielleicht doch sogar ein Wendepunkt ist, im Verlauf der Kurve dieser Saison beim VfB.

Vorher kommt natürlich noch das Rückspiel in Sevilla, wo die Vorzeichen ähnlich wie vor dem Duell gegen die Bayern sind, denn schließlich sprechen die Zahlen und die menschliche Ratio dagegen in Spanien irgendetwas anderes zu holen, als eine weitere Addition an Erfahrungen.

Aber wie wir an diesem Spieltag mal wieder gesehen haben, ist Fußball nun mal eben keine Mathematik und das Ganze mehr als die Summe der einzelnen Teile.

 

PS: Für mehr ernsthafte Analyse empfehle ich, wie immer, bei angedacht vorbeizuschauen und wer einen guten Eindruck der schwäbischen Gemütslage bekommen will, der sollte bei der Sächsin (?) Alexis vorbeischauen.

4 Antworten to “Bundesliga 09/10, ST11: FC Bayern München.”

  1. heinzkamke November 2, 2009 um 9:20 am #

    Nachdem ich gestern abend keine Formlesammlung zur Hand hatte, kann ich Dir nun folgen und erfreue mich insbesondere an der „Delpierrschen Diagonale“ – nicht am Spielzug, nur an dessen Bennennung.😉

    Schöne Idee, konsequent umgesetzt.
    (Daran sollten sich die VfB-Offensivkräfte ein Beispiel nehmen.)

  2. hirngabel November 2, 2009 um 11:19 am #

    Ja, die „Delpierrsche Diagonale“ schwebte mir schon ungefähr seit dem Köln-Spiel im Kopf rum und musste halt endlich mal raus.

  3. Schwob November 3, 2009 um 9:30 am #

    Gratulation hoch zehn zu diesem überaus mathematischen Beitrag! Klasse zu lesen, auch wenn ich die Naturwissenschaften als meinen natürlichen Feind betrachte – neben Badenern und dem reichsten Club Deutschlands von der Isar.

Trackbacks/Pingbacks

  1. brunolabbadialookingatthings « angedacht - August 28, 2012

    […] Anlass sei, die in der Stuttgarter Innenverteidigung traditionell beliebten Diagonalbälle (“Delpierrsche Diagonale“) unermüdlich mit dem schwächeren Fuß zu üben – auf dass irgendwann doch mal einer […]

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