Geerdet

13 Feb

Beginnen wir diesen kurzen Eintrag direkt mal mit dem Fazit und der Lehre, die man aus diesem Spiel ziehen kann: Trotz einer auch heute über weite Strecken durchaus ansprechenden Leistung hat es nicht gereicht, um den HSV zu bezwingen. Dadurch beträgt der Rückstand auf Hamburg statt 5 Punkte leider derer 11 und damit können wir im Grunde unsere insgeheim gehegten Ambitionen auf das internationale Geschäft mit ziemlicher Sicherheit ad acta legen – da es auch auf Dortmund mindestens 8 Punkte Abstand bleiben. Zudem hat  sich durch die Auslosung im Pokal auch mit relativ großer Wahrscheinlichkeit die Option mit Platz 6 erledigt, da ja leider Schalke schon im Halbfinale gegen Bayern spielen wird.

Nichtsdestotrotz war das heute zwar ein Rückschlag in ergebnistechnischer Hinsicht, aber zumindest kein kompletter Niederschlag was die fußballerische Leistung angeht. Die Mannschaft sollte aus dieser Begegnung auf jeden Fall mitnehmen, dass man dem Gegner nicht nur auf Augenhöhe begegnet ist, sondern zeitweise sogar eindeutig dominiert hat.

Dass Labbadia dann den Luxus hatte, mit van Nistelroy einen absoluten Killer vorne einzuwechseln, der die schlimmsten Befürchtungen dann auch noch unmittelbar nach Betreten des Platzes erfüllte, ist natürlich hochgradig ärgerlich – aber eben in dem Fall nur bedingt zu vermeiden.

Zugegeben, der neuen alten Innenverteidigung mit Tasci und Delpierre, der für den zuletzt starken Niedermeier wieder in die Mannschaft kam, kann man durchaus ein paar kleinere Vorwürfe machen, bei allen drei Gegentoren nicht so richtig auf dem Posten gewesen zu sein. Vor allem das erste Gegentor von Berg wurde stark begünstigt von mangelnder Abstimmung zwischen den beiden, als der Schwede perfekt durch die Schnittstelle sprintete und sehenswert das Ding direkt abschloss. Ob das mit Niedermeier anders gewesen wäre? Müßig zu diskutieren.

Sehr kritisch betrachten muss man natürlich die mangelhafte Chancenverwertung, vor allem ab Beginn zweite Halbzeit bis zur Einwechslung der Käseeismaschine beim HSV. Andererseits, so richtig neu ist das natürlich nicht. Wäre halt beispielsweise der Ball von Marica rein statt knapp neben den Pfosten gegangen – vermutlich hätte es dann gereicht, trotz Nistel the pistol.

Hadern könnte man auch noch in Sachen Schiedsrichterleistung als VfB-Fan, wobei er zumindest bei den Strafstoßentscheidungen mit Pogrebnyak meines Erachtens richtig lag. Da setzt mein Verständnis ehrlich gesagt aus, warum er da gleich zweimal einen auf Jarolim macht und sich fallen lässt, anstatt einfach durchzulaufen und den Abschluss zu suchen oder -in der zweiten Situation- den Pass auf den nahezu mutterseelenallein stehenden Hleb zu machen.

Hleb hat immerhin heute einen seiner besseren Tage erlebt und mit einem wirklichen Zuckerpass auf Träsch den zeitweiligen Ausgleich vorbereitet – wurde aber konsequenterweise wie üblich nach knapp einer Stunde direkt ausgewechselt.

Man verzeihe mir heute meine abgehakte und sehr punktuelle Spielbesprechung, aber ich habe irgendwie keine große Lust mich noch mehr als nötig mit diesem Spiel auseinanderzusetzen und widme mich lieber den nächsten beiden Aufgaben, die da heissen FC Barcelona und 1. FC Köln, wo ich dann endlich auch mal wieder im Stadion anwesend sein werde.

Zum Champions League Achtelfinale dann in den nächsten Tagen mehr hier im Blog.

Hinrunden-Rückrundenvergleich: +7 Punkte, +7 Tore

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16 Antworten to “Geerdet”

  1. Kid Februar 13, 2010 um 8:32 pm #

    „Man verzeihe mir heute meine abgehakte und sehr punktuelle Spielbesprechung“

    Ich habe an deiner Spielbesprechung nichts auszusetzen. Du hast kurz und knackig auf den Punkt gebracht, woran es aus Sicht des VfB heute gelegen hat.

    Van the man auf eurer Seite und das Spiel hätte einen anderen Sieger gesehen. Der Mann ist – immer noch – ein Knipser vor dem Herrn und hat heute im Ergebnis den Unterschied gemacht. Ihr hattet den HSV tatsächlich gut im Griff, habt es aber versäumt, eure Überlegenheit auch in Zählbares zu verwandeln. So was kommt vor. In den besten Familien und den besten Mannschaften. 😉

    Gruß vom Kid

  2. Holle Februar 13, 2010 um 9:05 pm #

    „…wobei er zumindest bei den Strafstoßentscheidungen mit Pogrebnyak meines Erachtens richtig lag. Da setzt mein Verständnis ehrlich gesagt, warum er da gleich zweimal einen auf Jarolim macht und sich fallen lässt, anstatt einfach durchzulaufen und den Abschluss zu suchen…“

    Ich weiss nicht ob ich da der Einzige bin aber dem Herrn Pogrebnyak zu zuschauen macht mich langsam etwas müde und frustriert. Ich rechne schon jedesmal damit dass er versucht einen Standard heraus zubekommen anstatt sich an einem ernsten Torschuss zu versuchen. Vielleicht liegt es aber auch einfach an seiner Schlacksichkeit die in mir diesen Eindruck hinterlässt.
    Liege ich damit komplett daneben?

    Gruß

  3. Stefan Februar 13, 2010 um 11:47 pm #

    Auch wenn es unter Gross bei Marica und Pogreb deutlich besser läuft, sollte da was im Sommer gemacht werden. Das Mittelfeld arbeitet nämlich, soweit ich das sehe, sehr gut mit, nur der Sturm muss dann auch mal mehr drauß machen. Eine Art Olic wäre meiner Meinung die richtige Verpflichtung. Jemand, der sich aktiv vorne anbietet, schwer arbeitet.

  4. hirngabel Februar 14, 2010 um 1:29 am #

    @Kid
    Danke für Deinen Zuspruch. =)

    Vermutlich hängt mein Unmut über die eigene Spielbesprechung auch einfach mit dem besprochenen Spiel zusammen…

    Ja, Ruud scheint schon ein Phänomen zu sein. Erinnert mich doch gewaltig an den Einstand von Arjen Robben bei den Bayern zu Beginn der Saison, der ja mit einem ähnlichen Paukenschlag in der Bundesliga angekommen ist – und sich seitdem auch sehr gut etablieren konnte. Bin mal gespannt, ob Van Nistelroy dies auch so gelingt

    Für die Bundesliga an sich tut so ein Spieler natürlich schon gut, aber ich hätte dann doch nix dagegen gehabt, wenn er erst nächste Woche seinen Einstand gefeiert hätte…

    @Holle
    Wie an meinem Kommentar zu ersehen, ist mir das ja durchaus auch aufgefallen. Wobei ich zugeben muss, dass er da in den letzten Spielen mit solcherlei Aktionen nicht so hervorgestochen ist (zumindest nicht in meiner Wahrnehmung).
    So oder so kann ich nur hoffen, dass er das bleiben lässt, da ich sowas auch bei eigenen Spielern nur äußerst ungern sehe.
    Er kann es doch eigentlich besser…

    @Stefan
    Abgesehen davon, dass sich Pogrebnyak durchaus als Spieler gezeigt hat, der sich aktiv vorne anbietet und extrem schwer arbeitet, würde ich Dir durchaus nicht widersprechen, dass der VfB im Sturm durchaus noch einen Spieler von hoher Qualität vertragen könnte – vor allem, wenn sich weder Pogrebnyak noch Marica jetzt in der Rückrunde nachhaltig aufdrängen.
    Die Frage ist halt, ob tatsächlich Pogrebnyak einen guten Zuarbeiter benötigt, oder ob es nicht vielmehr jemanden braucht, der ein Knipser ist.

    Es steht aber ohnehin beispielsweise auch noch ein Fragezeichen hinter einer potentiellen Vertragsverlängerung von Cacau im Sommer, so dass man so oder so gegebenenfalls noch etwas tun müsste.

    Vielleicht kommt ja tatsächlich Kevin Kuranyi zurück…

  5. Nick Februar 14, 2010 um 9:25 pm #

    @Hirngabel: Ich muss dich in Sachen Pogrebnyak korrigieren. Gegen den BVB hatte er auch so ein Ding dabei, da hat er dann auch Gelb für gesehen – keine Ahnung, warum gestern nicht. Macht drei Schwalben in drei Spielen, da sollte Gross mal mit ihm reden.

    Ansonsten eine unglückliche Niederlage für euch, wie mir scheint. Van Nistelrooy hat den Unterschied ausgemacht.

  6. hirngabel Februar 14, 2010 um 9:37 pm #

    Stimmt, im Dortmundspiel war da auch so eine Aktion. Wie gesagt, meine Wahrnehmung – und die ist ja als Fan auch gerne mal etwas verzerrt… =)

    Ja, unglücklich war es. Leider.

  7. nedfuller Februar 14, 2010 um 9:40 pm #

    …“einen auf Jarolim macht und sich fallen lässt“
    Ohne das Spiel die gesamten 90. Minuten gesehen zu haben: Kannst du die Szenen nennen, in denen sich Jarolim fallen lässt?

  8. hirngabel Februar 14, 2010 um 9:42 pm #

    Habe ich erwähnt, dass Jarolim sich gestern hat fallen lassen?

  9. heinzkamke Februar 15, 2010 um 4:17 pm #

    Interessant, die Sache mit Pogrebnyak. Aus der Distanz sah eine Situation nach einem heftigen Stoßen aus, bei dem man sich nur schwer würde auf den Beinen halten können. An die andere erinnere ich mich nicht.

    Beim Dortmundspiel (da war ich nicht so weit weg) war ich übrigens der Ansicht, dass es zwer kein Elfmeter, aber auch keine Schwalbe war, sondern einfach ein Sturz.

    Hleb hatte, wie auch in der hiesigen Presse geschrieben, in der Tat mehr gute Szenen als sonst, auch einige sehr gute. Für die Auswechslung habe ich (anders als besagte Presse) durchaus Verständnis – als Trainer hätte ich auch wenig Lust, mir sein Zweikampfverhalten 90 Minuten lang anzusehen.

  10. nedfuller Februar 15, 2010 um 8:34 pm #

    @hirngabel
    Du hast nicht erwähnt, daß er sich gegen Stuttgart hat fallen lassen. Aber warum schreibst du es dann?

  11. hirngabel Februar 15, 2010 um 9:11 pm #

    Weil Jarolim für mich einer jener Spieler ist, die sich einfach ungehörig oft fallen lassen und das kann ich nun mal nicht leiden. Oder willst Du ernsthaft bestreiten, David Jarolim hätte keine Probleme mit der Gravitation?

    Ich mein, gut, Vereinsbrille kenne ich ja auch, aber ernsthaft?

  12. nedfuller Februar 15, 2010 um 10:43 pm #

    Dann lass uns über tatsächliche Situationen reden.
    Mir fällt eine Schwalbe ein, die er im letzten Heimspiel gemacht hat. Dafür habe ich ihn ausgeschimpft. Das will ich nicht sehen.

    Meiner Meinung nach fällt er tatsächlich nicht mehr so oft, wie es vor ein zwei Saisons noch war. Er ist jetzt immerhin Kapitän, muß also aufpassen, was er tut.

  13. hirngabel Februar 15, 2010 um 11:24 pm #

    Das letzte Spiel vom HSV, das ich über die volle Laufzeit gesehen habe, war das Duell mit Dortmund und da fiel Jarolim in bestimmt zwei, drei Situationen ohne dass es wirklich begründet gewesen wäre.

    Aber ich kann Dir jetzt leider nicht die tatsächlichen Situationen auflisten. Dazu verfolge ich Euch dann doch nicht so detailliert. =)

  14. heinzkamke Februar 16, 2010 um 9:33 am #

    Habe tatsächlich auch den EIndruck, dass Jarolim nicht mehr so häufig fällt. Ist aber wirklich nur ein schwaches Gefühl auf Basis einiger weniger Spiele, die ich gesehen habe.

  15. nedfuller Februar 16, 2010 um 9:54 am #

    @hirngabel
    Na siehst du. Dein Urteil begründet sich auf einige wenige Szenen, die du gesehen hast. Das wäre ja so, als wenn ich mir ein Urteil über einen Spieler von euch erlaube, ohne die Spiele wirklich gesehen zu haben

    @heinzkamke
    Das ist auch mein Gefühl

    Jarolim hat ein großes Problem: Er hält den Ball zu lange. Anstatt gleich abzuspielen bringt er sich oft selber in Bedrängnis und, wie drücke ich es am besten aus, sucht das Foul. So wie Diego es zum Beispiel gemacht hat. Fallen lassen will ich nicht sagen. Das wären dann ja immer alles Schwalben.
    Veilleicht besser so ausdrücken: Körperkontakt ist da, aber an sich braucht man deswegen nicht umfallen.

    Wie gesagt, eine Schwalbe hat er definitiv in einem Spiel gemacht, dafür haben wir, naja habe ich ihn dann auch ausgeschimpft.

  16. hirngabel Februar 16, 2010 um 10:48 am #

    „Na siehst Du.“

    Du „gibst“ es doch jetzt quasi selbst zu mit Deinem Kommentar an heinzkamke. 😀

    Das ist ja auch völlig okay, solche Spieler muss es ja schließlich irgendwie geben, die man dann beim Gegner richtig schön unsympathisch finden kann (vgl. van Bommel, der).
    Hatte das ja im Rahmen meiner Kritik an Gebhart vor kurzem hier schon mal formuliert, nachdem er auch -wieder mal- unnötigerweise …äh… das Foul gesucht hat.

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