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Wunder von Wolfsburg

8 Mai

Glaubt ihr dran? Hier müsste jetzt der letzte Aufruf, ob in weiß oder nicht, stehen, aber ich sehe schwarz.

Ich glaube nicht daran, und es spricht wirklich alles dagegen: Mannschaft überfordert (72 Gegentore!), die berühmten „Führungsspieler“ nicht vorhanden, Trainer überfordert (Warum Sunjic?), Manager am Weinen (, Fans hilflos, Trend spricht gegen uns (sowas von), Eintracht wie Bremen im Aufwind (wobei, Bobic kommt nächstes Jahr an den Main, ob das lange anhält mit der Eintracht;)), nichts, was ich jetzt noch an Restoptimismus zusammenkratzen könnte. Klar, ich sitze nächsten Samstag wieder vor dem Fernseher, mache ab halb vier mein Handy aus, schalte pünktlich um 18.00 Uhr die ARD ein, ertrage Matthias Opdenhövel und Konsorten, trinke wieder ein Glücksweizen (gestern gab es eine andere Marke, man muss ja neue Impulse setzen), drücke dem VfB bei der Sportschaukonferenz die Daumen, aber Hoffnung? Wunder(mann)glaube? Will sich alles nicht bei mir einstellen, gefühlt ist der VfB für mich am Samstag abgestiegen. Punkt.

Samstag Abend, nach zwei Frustbier und einem Schnaps fühlte ich schon einen Kloß in meinem Hals, verdammt, da ist man 25 Jahre Fan und dann das, steigt aus der 1. Fußballbundesliga ab, spielt nicht mehr in Hamburg, sondern St. Pauli, nicht mehr in Dortmund, sondern in Bochum, okay, gut, mann darf in die Allianzarena, aber die ist blau und nicht rot. Aber so richtig die Kullertränen liefen nicht, weil, und dies setzte sich heute immer stärker durch, ich fühle mich befreit!

Seit 2007 habe ich das Gefühl, dass es nicht mehr so richtig stimmt (Marica! 8 Millionen! von Schachtor Donezk!), Mario Gomez hat uns noch drei Spieljahre am Leben gehalten und ich denke, auch Bruno Labbadia hat viel aus dem Kader rausgeholt, und diese unheimlichen Rückrundenläufe taten einiges, aber der Trend zeigte unweigerlich nach unten. Der Kader, jeder der sechs Trainer der vergangenen fünf Jahre durfte sich mal versuchen, die Manager wechselten, der Präsident Mäuser, uuuuh, an diese Zeit will man garnicht denken. Und man fieberte immer mit. Und dann die Herzschlagfinals der zwei (!) letzten Jahre, zuviel des Guten. Man will und kann nicht mehr zittern. Und das befreit mich.

Bei mir steht das Wort Neuanfang auf dem Index, aber ich bin gespannt, neue Liga, neues Tun, endlich mal wieder gewinnen. Und da fahre ich lieber auf den Betze als nach Leipzig.

Ali Barba und die 40 Gegentore

3 Mai

Was war denn das?

Ein Offenbarungseid. 6:2, ich habe mich gestern wirklich gefühlt wie ein Absteiger (was in diesem Monat vielleicht noch Realität wird). Was ich momentan garnicht abkann, sind diese ganzen Phrasen, egal, auf welcher Seite. „Neuanfang in der 2. Liga mit echten VfBlern“ ist genau das gleiche Gelaber wie „Kopf hoch, noch ist nichts verloren, in Mainz werden wir alles reinschmeißen“. Meinte Daniel Schwaab eigentlich damit, dass Insua seine Einwürfe gleich ins Tor wirft? Gewaltig lief er jedes Mal gestern an, winkte weit nach vorne und warf den Ball dann zu einem Bremer, hervorragend. Jedenfalls, die Phrasen kann ich nicht mehr hören und will sie auch nicht wieder lesen (wobei uns genau das erwartet die nächsten zwei Wochen).

Um von Allgemeinplätzen wegzukommen, eine kleine Spurensuche:

Es war viel die Rede von der schlechten Zweikampfbilanz und der astronomisch hohen Gegentorenzahl (69) in dieser Saison. Dies ist für mich das Zorniger-Erbe, in der Zeit verteidigte man ja vogelwild, verlor viel und kassierte noch mehr. Danach krähte nach dem 21. Spieltag (Platz 10) keiner mehr, deshalb gebe ich darauf wenig.

Die Aufstellung, mit der Kramny begann, leuchtete mir ein und zeigte doch gute Ideen: Zimmermann als frischer Impuls statt dem ewig-soliden Klein, Harnik als Ex-Bremer mit Schnelligkeit (und seiner miserablen Chancenverwertung) als Sturmtank und mehr Kreativität durch Maxim. Die Abwehr, das ging so in Ordnung (was soll er denn machen?).

Gekämpft haben Rupp, Maxim, Niedermeier, die gingen das an, bemüht Schwaab, Insua und Zimmermann, Didavi auch. Das war schon okay, Chancen gab es. Federico Barba zeigte sich sehr instabil (der berühmte „gebrauchte Tag“, sorry, Phrase) und die Giftigkeit und Grilligkeit war auf Seiten der Bremer, die wollten es mehr.

Eins blieb mir unverständlich: Beim Stand von 3:2 für Bremen musste Barba runter und Kramny wechselte in der 61. Minute Ristl ein. Warum? Einen jungen und unerfahrenen Spieler in diesem Spiel auf der 6er-Position, warum? Dieser zeigte sich entsprechend überfordert, verlor zweimal den Ball vor einem Gegentreffer und machte die Abwehr noch weiter auf, bitter. Die Statik (gab es die noch?) ging damit völlig flöten. Dieser taktische Fehler ging auf die Kappe von Kramny, da hätte selbst der hölzerne Sunjic mehr bewirkt, Schwaab wieder vorgezogen und die beiden Recken hinten drin. Pommes Tyton wie immer mit Licht und Schatten.

Wie geht es jetzt weiter? Dutt wird ruhig-Blut-machen, Gentner kann garnicht anders, Didavi will sich noch positionieren und Niedermeier wird ein Interview geben.

Ich hoffe immer, wie immer, aber dieses Mal keine Prognose..

Minima Moralia

22 Apr

Der Vater meines besten Freundes ist ein weiser Mann. Stoisch schüttelte er bereits in den 90er den Kopf, wenn Gerhard Delling „mal ganz pragmatisch nach Prag“ schaltete und nahm einen Schluck aus seinem Distelhäuser Bier.

Für den Verlauf dieser Saison hat er folgenden Ausspruch getätigt: „Dieses Jahr wird ein Klub absteigen, der weiß es bis jetzt noch garnicht.“ – Dummerweise habe ich die große Sorge, dass es aktuell der VfB sein wird, der diese Ehre zuteil wird. In den beiden letzten Spielrunden war schnell klar, dass es ein Überlebenskampf wird und selbst Martin Harnik wusste, um was es ging, aber dieses Jahr ist diese trügerische Sicherheit, dieses halbentspannt-in-der-Hängematte-Gefühl, „das-Wuppen-wir-schon-Gefühl“ ohne den Aufwand dahinter zu sehen.

Und das macht es so saugefährlich, die Masse ist träge, rutscht Hamburg heute durch, oder erwischt es außer Erwarten doch die Kölner oder muss dieses Mal doch der VfB dran glauben? Ganz sachte, wie immer optimistisch, wird wohl Hannover wie die Eintracht da unten sitzen bleiben, aber die Relegation, das könnte es dieses Mal für uns sein, dann wohl gegen den Club, ob es hinhaut?

Wir hoffen, dass der Vater meines besten Freundes viele Weisheiten parat hat, aber dieses Mal einfach grandios daneben liegt oder doch den HSV das Triple in der Relegation schaffen lässt:)

Montagsspiel – Gedanken zum Weltgeschehen

22 Mrz

Sieht uns die DFL bereits in der zweiten Liga oder wie kommt diese mysteriöse Spielansetzung zustande? Begründung des Polizeiaufwandes des 1. Mai klingt durchdacht,

aber warum nicht auf Samstag schieben? Nach Bremen ist es für Fans nämlich wirklich ein Stück, Rostock spielt nicht mehr in der Ersten, daher ist Bremen mit 650km der Spitzenreiter (wird dann Leipzig nächstes Jahr weiter sein, fährt da überhaupt jemand hin?).

Oder spielt Not gegen Elend, weil der VfB seit Jahren keine Konstanz hinbekommt (außer bei schlechten Tabellensituationen) und Bremen, eine Abwehr, offen wie ein Scheunentor hat (Schaafs Erbe, der einem in Hannover wirklich leid tun kann. Wann der von der Leine geht?). Man weiß es nicht, oder hat das Niersbach, äh..Beckenbauer, äh..Zwanziger gekauft? Man kommt doch durcheinander mit den Namen und Ereignisse, aber beruhigend, wenn die FIFA ermittelt, dass ist ja wie die Geschichte, wenn man den Bock zum Gärtner macht..

Aber seis drum, auf eine kurzweilige Länderspielpause.

Hüpfen hier und dort und überall

11 Dez

Raffiniert, wie Robin Dutt das eingefädelt hat. Jetzt hat er es endlich raus, den Bogen. Zu viele Stümper, zu viele Vorwürfe, zu viel Klein-Klein. Wie die Abwehr endlich stabilisiert, wie aus einem Irrlicht ein guter Torhüter wird, die Sturmreihe effektiv spielend und das Mittelfeld unabhängig von Didavi seiend, die Trainerfrage ist der Schlüssel zum Glück und Robin Dutt lässt sich Zeit bis Weihnachten, der Zeit der Liebe, aber auch der Wunder, um seinen Trainer aus dem Hut zu zaubern:

Ein schillernder Vorname – check, ein kompetenter Fußballverstand – check, ein Land, das viele gute Trainer hervorgebracht hat – check, Empfehlung von Ottmar Hitzfeld – check, das richtige Alter – check, der richtige Spielansatz – check, aber, und das macht die Sache zu einer besonderen, die geheime Wunderwaffe, der „Wundermann“ unter den Trainern:

Pierluigi Tami. Wir erinnern uns, Tami, das war doch der etwas depperte Bär aus der Gummibärchenbande!

Und was verhalf ihm zum Sieg gegen die Bösen? Der Gummibärchensaft! Danke, Robin, jetzt haben wir es geschnallt, dieser Torso an Mannschaft kann nur mit Zauberkräften geholfen werden. Endlich bringt es mal einer auf den Tisch, weg mit möglichen Medizinbällen, der Gummibärchensaft muss her. Niedermeier wird wie Cubbi über das Feld hüpfen, Die wird Sunni als Prinzessin des Mittelfelds würdig vertreten, Timo Werner zaubert vorne den gegnerischen Torhütern die Bälle nur so ins Netz. All das dank des Saftes von P. Tami..

..Seien wir ehrlich, meine These ist, wenn Favre nicht kommt, mit Abstrichen Luhukay, steigt der VfB diese Saison ab. Denn ob die Trainer Schwartz (Sandhausen rockt), Schuster (Rausch in Darmstadt ausschlafen), Korkut (von der Leine), Yakin (Typ Balakov) heißen, das hilft in der jetzigen Situation, bei der der Karren an die Wand gefahren wurde, nicht mehr.

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