„Lieber jetzt 18 als drei Spieltage vor Schluss“

22 Feb

..so sprach ein Freund zu mir, der mich aufbauen wollte. Und er hat Recht.

Am Freitagabend nach dem Spiel war ich – angesichts dieser zweiten Halbzeit – wirklich desillusioniert und begann, diesen hässlichen Gedanken der zweiten Liga an mich heranzulassen. Vor dem Spiel war und ist wieder meine Theorie, wir kommen noch auf einen Relegationsplatz und hauen dann im Hochsicherheitsspiel den KSC erneut in die zweite Liga, ein Baden-Württemberg-Derby, das Labsal für die Seele ist.

In der zweiten Halbzeit gegen den BVB sah man einen VfB, der bemüht war, Einsatz zeigte und sich nie aufgab, aber spielerisch ein Armutszeugnis ablegte und in der Offensive harmloser als eine Kuschelkatze (ja, genau die, die wir immer bei youtube sehen) war. Als dann noch ein Flitzer das „Spiel“ (die Dortmunder stellten ja ebenso das Spielen ein) unterbracht, es aber keiner für nötig hielt, einzugreifen, war der Tiefpunkt erreicht. Marcel Reif (Arbeitsnachweis): „Was ist aus dem VfB Stuttgart geworden?“ und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Keine Frage, das Abstiegsgespenst ging um.

Am Samstagmorgen war ich aber bereits wieder voller Hoffnung,

die Fakten: Uns fehlten am Freitag wichtige Spieler, Gentner, Didavi und Rüdiger. Sind die mal wieder dabei und löst Stevens hoffentlich seine zweite Viererkette im Mittelfeld auf (Hlousek und Klein offensiv?), dann sieht die Sache doch deutlich besser aus. Ebenso kann Gruezo noch stärker werden.

Seit Jahren wird ein Leader vermisst, der Hoffnungsschimmer zeigte sich am Freitag: Die, bei jeder seiner Stationen bisher Publikumsliebling und in Basel so billig abgegeben, da er sich mit dem Trainer überwarf, hat das Zeug dazu. Deutlich war ihm beim Spiel seine Aggressivität und Optimismus anzumerken, mehr davon!

Die Abwehr wird stärker, wirklich! Baumgartl hat die letzten vier Spiele die stärksten Zweikampfwerte aller VfBler. Der Aussetzer gegen den BVB hat praktisch nichts geändert am Spielverlauf, da das 2:3 sonst auch nie gefallen wäre. Und Niedermeier, unser Nieder“strecker“, ist kernig abwehrbereit, ich mag den.

Unser Sturm, puh, das weiß ich wirklich nicht, Elfertor? Ecke? Irgendwie eins reinwürgen und hinten dicht, anders geht es jetzt nicht mehr. Mehr Impulse im Mittelfeld und vielleicht (vielleicht!) platzt mal bei Ibisevic der Knoten (ja, da ist viel Hoffnung und Wunsch mit drin).

Die Gegner, daheim gegen BVB, FCB und Gladbach kann man verlieren, es kommen jetzt die Gegner auf Tabellenaugenhöhe: Es ist eigentlich ganz einfach, die Spiele müssen punktetechnisch gut ausfallen und dann klappt das mit der Relegation (Paderborn und Freiburg steigen leider ab, der HSV wünsche ich mir). Haut das nicht hin, hat es der VfB auch in der ersten Liga nicht mehr verdient.

Der Trainer ist gut. Taktisch natürlich brutalmöglichst defensiv, aber was bleibt ihm alles übrig. Die Ansprache, die Erfahrung und das Verkörpern sind eindeutige Pluspunkte für Stevens, während Dutt der good cop ist und in der Öffentlichkeit für Optimismus sorgt.

Und die Fans stehen hinter der Mannschaft, das hat man nach dem Spiel gesehen!

Ja, ich weiß, 5-Euro ins Phrasenschwein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und jetzt gilt es. So einfach ist es.

7 Antworten to “„Lieber jetzt 18 als drei Spieltage vor Schluss“”

  1. Micha Februar 22, 2015 um 12:36 pm #

    Ich habe gehört, dass Jörg Löhr als Motivationstrainer verpflichtet wurde. Ich kenne den, der ist richtig gut. Die Jungs können ja Fussball spielen, aber um es mit Rainer Fassbinder zu sagen : Angst essen Seele auf. Die brauchen jetzt jemand, der Ihnen hilft im Mentalen. Am besten sieht man das bei Harnik. Ohne dessen Einsatz wären wir letztes Jahr schon runter, sein Kampf und Einsatz war vorbildlich. Und jetzt? Ängstlich, Angsthasenfussball, kein Risiko, schlechtes Abspiel etc. Bei trotzdem grossem Einsatz.
    Wenn jetzt die Fans und die Presse am Trainer zweifelt, gehen wir runter.
    Die brauchen jetzt definitiv unsere Unterstützung, mehr denn je.

    • dirk1991 Februar 23, 2015 um 8:43 pm #

      Harnik ist wirklich ein gutes Beispiel, letztes Jahr noch spielend mit gebrochener Schulter und jetzt gelingt garnichts..
      Stevens ist gut drauf und glaubt dran, dann tun wir das sowieso!

  2. greifenklaue Februar 22, 2015 um 10:53 pm #

    So schwarze Zeiten hab ich mit dem VfB auch noch nicht erlebt (bin seit ’86 Fan), an den Gedanken an Liga 2 muss man sich wohl schonmal gewöhnen, andererseits kommen jetzt die wichtigen Spiele und noch ist nicht aller Tage abend, aber wenn es in den nächsten zwei, drei Spielen nicht knallt, dann wird es … nicht leichter.

    • dirk1991 Februar 23, 2015 um 8:43 pm #

      Ich seit 1991, aber wie gesagt, lieber jetzt die Durststrecke und ab Spieltag 30 keine Sorgen mehr:)

  3. neckarstadioniker Februar 23, 2015 um 1:24 pm #

    „Der Trainer ist gut. Taktisch natürlich brutalmöglichst defensiv, aber was bleibt ihm alles übrig. “

    Ich finde schon, dass Stevens noch andere Möglichkeiten hat. Nur durch Zufall oder „Reinwürgen“ werden wir die erforderlichen Tore nämlich nicht schiessen. Das Hauptaugenmerk auf die Defensive zu setzen würde nur Sinn machen, wenn wir einige Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze hätten … haben wir aber nicht. Und dann kann ich Stevens nicht verstehen, dass er (fast) alle offensiven Möglichkeiten ungenutzt liegen lässt. Was haben Maxim und Kostic verbrochen, dass sie immer draussen sitzen? Die können mit dem Ball wenigstens etwas anfangen und haben auch Technik, die z.B. Harnik und Hlousek völlig abgeht. Mit denen bekäme vielleicht auch Ibisevic mal wieder den einen oder anderen ordentlichen Ball aufgelegt. Dann könnte auch Kurz wieder als AV spielen und der unsägliche Sakai mal eine (hoffentlich lange) Denkpause einlegen.

    Mit

    ————————–Ibisevic————————–
    —————Werner————————————-
    ————————-Maxim—————————-
    Kostic———————————————Sararer
    ———————-Gruezo—-Dié———————–
    Kurz—–Niedermaier—–Baumgartl—–Schwaab

    hätten wir mMn eher ne Chance ein Tor zu erzielen als reinzuwürgen. Wird er aber wohl nicht machen und eher den Antifussballern in der Mannschaft weiterhin die Freikarte überreichen.

    • neckarstadioniker Februar 23, 2015 um 1:29 pm #

      Streiche „Kurz“, setze „Klein“

    • dirk1991 Februar 23, 2015 um 8:48 pm #

      Die Aufstellung gefällt mir, es ist ja völlig klar, dass Hlousek und Klein vorne nicht die Akzente setzen können, die wir brauchen, um die Tore zu schießen. Ich bin auch für unbedingt Maxim einsetzen, dass verträgt die Mannschaft, siehe Junuzović bei Werder, der trifft von überall.
      Ibisevic bin ich eigentlich mit der Geduld am Ende..

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