Wo ist Walter?

19 Dez

Ich hatte das Vergnügen, am Montag beim Spiel des VfB beizuwohnen. Es war mal wieder spannend, den VfB auswärts zu bewundern, zudem ich gestehen muss, dass es mein zweites Auswärtsspiel in drei Jahren war, das letzte Spiel war die 0:3-Klatsche in Würzburg (was für ein Kick, als Asano rannte und rannte, aber nie einen Ball bekam, Pavard auf dem Heidingsfelder Acker versank und Großkreutz sich in Vorfreude auf Uerdinger Kampfbahnen befand!). Analog dazu musste dies ja heißen, der VfB steigt wieder auf und Darmstadt ab – oder doch nicht?

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Pfungstädter kann man nicht trinken, aber der Darmstädter gewöhnt sich an alles“ – so die Begrüßung meines Darmstädter reingeschmeckten Kumpels. Und genau so schmeckte es auch (Gut, dass der VfB von Krombacher umschwenkt, gottseidank! Kann man im Daimlerstadion nicht einfach Schönbuch ausschenken? Oder einfach Wulle? Dann nehmen wir halt Dinkelacker, das 1984-Trikot ist ja auch eine Legende, das reicht dem Fußballkulturisten!). Zurück zum Spiel und damit keine Umwege über Glögg-Stationen auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt (auch wenn die Rosinen im Getärnk witzig waren).

Ich hatte das Glück, mit einem versierten Jugendtrainer an meiner Seite das Spiel zu sehen, und dies war absolut erhellend (was nicht am Bier lag). Das einstudierte Spiel des ballhabenden Systems war deutlich zu sehen. Hier begann immer der Versuch, eine Spielerüberlagerung auf die linke Seite zu schaffen, so zog beispielsweise Castro immer nach innen und flankte in der 1. Halbzeit nie, während Sosa ebenso die Grundlinie suchte und keine Flanken schuf. Die Torgefahr sollte gelingen, indem der Diagonalpass zu Silas nach rechts geschlagen wurde, dieser sollte mit Tempo die Räume nutzen und Torgefahr ausstrahlen. Dies gelang nur bedingt, da Silas sich andauernd ins Dribbling warf, aber keine direkten Flanken kreierte. Mario Gomez zeigte es ihm dreimal auf dem Feld an, annehmen und gleich flanken. Förster tummelte sich da hinter den Spitzen, ohne konstruktiv das Spiel zu ordnen (es war ein trauriger Anblick, Didavi 30min sich aufwärmen zu sehen, ohne dass es zu einem Einsatz kam). Die Darmstädter hatten sich clever auf diese Offensive eingestellt und verteidigten aufopferungsvoll, dies gelang auch, da der VfB bis zum 1:1 kaum Schnelligkeit entfaltete, die Versuche wirkten Statisch und berechenbar. Und das war/ist das Wudnersystem von Tim Walter, ich begann zu Ende der 1. Halbzeit zu zweifeln.

Dieser Eindruck verstärkte sich, als zur zweiten Halbzeit keinerlei Wechsel oder eine Schnelligkeit verordnet wurde. Dies geschah erst, als Walter umstellte und Silas vom Platz nahm. Das Spiel wurde breiter, die Außen rückten noch stärker an die Außenlinie und zwei Stürmer wurden mit Flanken gefüttert – und hieraus entsprangen die besten Chancen. Warum Walter nicht schon früher umgestellt hatte, blieb mir ein Rätsel.

Insgesamt kein starker Auftritt, zu vorhersehbar, zu langsam und ohne B-Plan. So greift wohl bald der Plan B mit „Alles auf Anfang“ oder wer will denn Schwarz sehen? Es wundert mich schon, dass jetzt schon der Kicker weiß, dass es bei Walter um Alles geht und der Trainer öffentlich so angezählt ist. Aber von dem mit viel Pauken und Trompeten empfangenen Wunder-Bayern-Erfolgsgen-Haber-Trainer ist meiner Meinung nach nicht viel übriggeblieben. Schade! Wieder einer mehr auf der Liste..

Hier könnt ihr noch mehr lesen vom Spiel, bei RundumdenBrusting und beim Vertikalpass.

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