Tag Archives: Bundesliga

Urvertrauen

11 Okt

Letztes Jahr ging es mir mit Huub Stevens so, und dieses Jahr mit Armin Veh: Ich habe ein Urvertrauen, was deren Arbeit angeht und ich weiß, mit Abstiegssorgen lnüppeldicker Art müssen wir uns nicht herumschlagen.

Es ist zwar mal wieder Didavi verletzt, dafür kommt Ginczek und auch Ibisevic hat scheints die Lust am Kicken wieder gewonnen. Die Abwehr stabilisiert sich um Kirschbaum und Rüdiger und das Mittelfeld ist eh gut besetzt. Die Außen halten dich und dann wird das Ganze. Ich peile Platz 12 an, was meint ihr, was es dieses Jahr wird?

Bobic raus!?

24 Sep

Die Katastrophensaison steckt noch in allen Knochen und steigt wieder an die Oberfläche – so wirkt es, betrachtet man die Entwicklung in den ersten Wochen der Saison 2014/15. Ein Déjà-vu, gegen das in vielen Bereichen vorgegangen wurde, um es tunlichst zu vermeiden.

Wie die Süddeutsche titelte, hängt jetzt wohl alles vom ehemaligen Meistertrainer ab, der auch von den Fans ausdrücklich ausgenommen wird bei ihrem offenen Brief und der im Sommer für viel Euphorie rund um den Cannstatter Wasen gesorgt hat. Ein Trainer, der in Frankfurt, in Stuttgart und Augsburg gezeigt hat, was er kann. In Hamburg beendete er von sich aus, wohl aus Gründen, die bis heute nicht gelöst sind und in Wolfsburg stolperte er über sein zu großes Selbstvertrauen (Augsburgern darf man das nachsehen:)). Das Anbandeln mit Schalke nach seinem Engagement in Frankfurt und der plötzliche Schwenk irritierte zwar etwas, aber als VfB-Fan nimmt man das gelassen hin, es wirkte fast wie die Heimkehr des verlorenen Sohns, der nun auf allen Ebenen den Verein zu alter Stärke führen würde.

Der Kader gestaltete der Trainer mit, die Sturmmisere (außer Ibisevic nicht viel und momentan garnicht) konnte aber nicht beendet werden, auch missfällt der ständige Einsatz seines Lieblingsspielers Oriol Romeu, der Gruezo (und den ich sehr schätzte) verdrängte. Damit einher ging das einstudierte Spielsystem mit einer Doppelsechs, welches wieder Gentner daran hindert, offensiv aufzutreten. Laut Nachfrage spielt der „Wunschspieler“ Kostic nur wenig, da für ihn das System gewechselt werden müsse. Warum nicht Gruezo wieder als Abräumer auftreten lassen, damit befreit es Gentner von vielen Defensivaufgaben und ermöglicht wiederum Didavi neue Möglichkeiten nach vorne.

Es ist nicht wahr, dass der VfB nur Mittelmaß biete und keine Talente aufbiete:

Rüdiger, Werner, Ulreich (lern doch bitte endlich mitspielen), Leitner, Gruezo, Romeu, Ginzcek, all das sind entwicklungsfähige Spieler, die noch Potenzial haben.Und Hlousek, dies bestätigte mir ein Club-Insider, ist ein Hammerspieler, wenn nur sein Körper mitmache (was einfach bitter ist). Im Team spielen ansonsten gestandene BuLi-Spieler, ein Ibisevic ist jedes Jahr für 10-12 Tore gut, ein Harnik ist ein Fighter, bei der Kaderbildung sehe ich nicht schwarz. Ausnahme mache ich bei unseren Außen, dies passt seit Jahren nicht (wobei Magnin 2007 auch nicht der Oberknaller war) und es wird nicht viel getan, Klein bisher passabel-schüchtern, Rausch/Sakai keine langfristige Lösung.

Zur Person Bobic, die viel Kritik einstecken muss und darf man den Zeitungen glauben, nach dem BVB-Spiel heute entlassen wird. Ich tue mich immer schwer, seine Arbeit von außen zu beobachten, die Lösung mit Schneider als Trainer klang für mich sehr ansprechend und hätte auch getragen, wäre nicht dieses letzte Viertelstundepeck hinzugekommen, was sich verselbstständigte. Leider vergraulte er wohl aber auch im Nachwuchsbereich tolle Trainer (wenn man bedenkt, dass ein Kienle ebenfalls als Co von Jogi im Gespräch war) und hatte die Aufgabe, den Kader finanziell zu verkleinern.

Das jetzt ist sein Kader, und ja, auch Schieber und Okazaki holte er zum VfB, die Torjäger der frischen Saison, also ihm vorzuwerfen, da sei alles schlecht, sehe ich nicht ein, wobei der aktuelle Kader nicht nur Perlen bietet. Zudem – hier sei an ihn als Spieler erinnert – zeigt er sich nicht immer diplomatisch geschickt und hatte sich mit seinem Balakov-Planspiel einen ziemlichen Bock erlaubt, das verzeiht ein Fan wenig. Da der Meistertrainer als sakrosankt gilt (und dem Fan wirklich ein gutes Gefühl gibt), ist der zweitschwächste in der Kette der Manager, ein Präsident Wahler muss jetzt wohl zeigen, dass er auch den harten Mann markieren kann, markige Worte (Z.B. Kurayni) sind ja bereits gefallen, Taten?

Aber auch fällt es wieder schwierig, die Außensicht zu verallgemeinern und damit auf alles zu schließen.

Sandhausen, FSV Frankfurt, Aalen..

9 Apr

Zu diesen Teams würde ich fahren, wenn es denn eine Liga tiefer ginge.

Noch im Konjunktiv und noch voller Hoffnungen auf einen Verbleib in Liga 1. Alles andere wäre auch unvorstellbar (obwohl ich ja kurz den Gedanken trug, in schwarz gekleidet aufzutauchen, würde das Unfassbare eintreten). Die Mannschaft hat sich unter Stevens gefangen, ist stabiler geworden, er bewies ein glückliches Händchen mit Neubesetzungen (Gruezo, Didavi (der mit seiner Leidensgeschichte selbst für den Umschwung im Team sorgt) und den Einwechslungen.

Und auf einmal zeigen auch Spieler, die vorher untergegangen waren, ihre starken Seiten: Traore, Harnik (4 Tore in den letzten 6 Spielen), Maxim (was hab ich geschimpft, als er in Frankfurt freistehend vorm leeren Tor verzog). UIreich richtig stark und auch leise Hoffnung bei der Abwehr.

Aber auch ein Huub kann nicht alles abstellen: Sakais Herzstillstand-Kopfballrückgabe an Ulreich gegen Freiburg, ein Verspielen der 2:0-Führung gegen Dortmund, späte Gegentore und ein Auf und Ab während des Spielverlaufes. Leider auch der Komplettausfall von Vedad Ibisevic, obwohl er auf dem Feld steht. Wir wanken in die Zielgeraden und müssen aber noch unbedingt punkten, dabei steht ein schweres Restprogramm auf dem Plan.

Toll in diesem ganzen Zusammenhang finde ich die Fans, die anfeuern, viele Ideen kreieren und vom Verein komplett unterstützt werden. Hut ab. Nur so kann es klappen, ich drücke die Daumen und an Samstagen sind meine Nerven gespannt wie die berühmten Drahtseile (ja, ich weiß, Phrasenschweinalarm).

FC Barcelona für Anfänger – Der Blick auf die Bundesliga

19 Feb

Im Rahmen einer kleinen Gemeinschaftsaktion mit dem spanischen Blog www.diarioyoya.com zum FC Barcelona wird es in den nächsten Tagen bis zum Champions League-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Barca einige Gastbeiträge auf beiden Blogs geben. Auf beiden Seiten werden jeweils die eigenen Teams analysiert, was Spielsysteme und Entwicklung in den vergangenen Jahren angeht, aber auch dargestellt wie im jeweiligen Land eigentlich der andere Verein bzw. die andere Liga gesehen wird. Alles natürlich hochgradig subjektiv.

Der heutige, dritte Beitrag wurde geschrieben von User Ignashevich und zeigt seinen Blick auf die Bundesliga und den deutschen Fußball. Übersetzung von User Obi.

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Mir gefällt die Bundesliga.

Ein Freund vom Diario Yoya bat mich, einen Artikel zu schreiben zum Thema: Was denkt man bei uns über den deutschen Fußball und speziell über den VfB Stuttgart?

Schwer, hier eine Antwort zu finden, wenn die Antwort an Deutsche adressiert ist. Der Grund? In Spanien interessiert der deutsche Fußball nur wenige Leute und dementsprechend ist der VfB Stuttgart kein Verein, der „verfolgt“ wird.

Schuld daran ist der mittelmässige Fußballer mit dem Namen Jean-Marc Bosman, der vor Gericht klagte, recht bekam und somit den modernen Fußball änderte: freie Bewegung von Profi-Spielern in der Euopäischen Union und von argentinischen und brasilianischen Spielern mit europäischen Pass. Das bedeutet, jeder Spieler kann in irgendeinem Verein spielen, grenzenlos, und so bekommen die wirtschaftlich großen Fußballnationen die Besten.

Obwohl viele es bevorzugen. auf der Bank eines großen Vereins zu sitzen, anstatt ein großer in einem „normalen“ Verein zu sein. Dadurch haben die Ligen in Holland, Belgien, Portugal, Frankreich und Deutschland das Potenzial von früher an die Ligen aus Spanien und England abgegeben.

Diese Ligen sind die stärksten wenn man nach dem Kapital und den Einschaltquoten schaut. Es scheint so, als ob man in diesen Ligen spielen muss, um in der Elite mitspielen zu können. In Vereinen wie Manchester United, Chelsea, Liverpool, Inter, Real Madrid und Barcelona spielen die Besten der Besten, auch wenn einige vielen Minuten auf der Bank sitzen.

Es ist eine Kluft zwischen diesen großen Vereinen und den anderen entstanden. Die „anderen“ Vereine wissen, dass früher oder später die besten Spieler zu einem dieser großen Vereine wechseln möchte. So geschah es mit Kaká und Ibrahimovic, die besten Spieler der italienischen Liga, die diesen Sommer nach Spanien gewechselt sind und so wird es mit Ribéry sein, der im Juni Deutschland verlassen wird.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Leute gibt, die den deutschen Fußball mögen. Ich persönlich finde ihn durchaus reizvoll. Es war nämlich so… in der Zeit als ich mich in diese Sportart verliebte wurden deutsche Spiele samstags im katalanischen Fernsehen Live gezeigt. Ich habe mir alles angeschaut. Chapuisat, Yeboah, Sammer, Labbadia, Polster, Walter, Matthäus, Basler, Kuka… das waren die ersten Spieler, die ich mir Samstag für Samstag anschaute. Dies geschah weit bevor ich den spanischen Fußball verfolgte. Heutzutage glaube ich, wird diese Essenz bewahrt.

Eine Liga, wo es immer 4-5 Titelanwärter gibt, die sich Woche für Woche an der Tabellenspitze ablösen, die vollen und farbenfrohen Tribünen voller „Fußball-Atmosphäre“, diese orangenen Fußbälle auf verschneiten Plätzen, die Spieler die in der Kälte, bedingt durch die Kälte, Rauch aus dem Mund atmen. Dies alles und noch viel mehr machen aus der Bundesliga eine spezielle, echte Liga, die glücklicherweise auch nicht durch die Macht des Kapitals „vernichtet“ werden kann.

Und der VfB? Hier ist es ein Verein, der ziemlich indifferent ist. Trotz des chronischen und historisch bedingten Pessimismus, glaube ich, dass es wohl keinen Barça-Fan gibt der glaubt das Stuttgart unsere Jungs rund um Pep Guardiola schlagen wird. Die Nachricht „Stuttgart steckt in der Krise“ ist hier in den Köpfen der Menschen. Trotzdem sollten wir nicht übersehen, dass sich durch den Trainerwechsel die Mannschaft beachtlich verbessert hat, mit fünf Siegen in Folge. Aus Stuttgart ist somit ein ernst zu nehmender Gegner geworden, im Gegensatz zum VfB als Markus Babbel noch Trainer war.

Das spannende für uns wird sicherlich die Rückkehr von Hleb sein, einem Spieler der sein bestes in Stuttgart gab, der aber in Barcelona kläglich gescheitert ist.  Hier nannten wir ihn „den weißrussischen Touristen“. Er hat hier nämlich nur die Stadt besichtigt. Fußball hat er hier nicht wirklich gespielt. Sehenswert wird sicherlich auch das Wiedersehen von Lehmann, diesem eigenartigen Torwart der im Champions League Finale in Paris „glänzte“. Mich persönlich motiviert die aufmerksame Betrachtung der Leistung eurer starken Spieler wie Kuzmanovic, Progrebniak, Gebhart, Khedira und Tasci. Ihr wisst wahrscheinlich auch schon, dass früher oder später die Bayern kommen werden um euch die guten Spieler – wenn Sie gute Leistungen zeigen – abzukaufen. Und wenn sie sich bei den Bayern weiter verbessern, sie an einen europäischen Top-Klub abgegeben werden:
Der große Fisch frisst den kleinen Fisch.

Europäischer Fußball, ein Fußball weitaus weniger Demokratisch wie noch vor ein paar Jahren, glücklicherweise aber ein Fußball – und die Bundesliga ist hier ein gutes Beispiel – der trotzdem die Massen bewegt, spektakulär ist und uns Tore, viele Tore Woche für Woche schenkt.

Das war’s Freunde. Viel Glück in der Bundesliga. Überlasst uns bitte die Champions League – wir haben da nämlich noch eine offene Rechnung von maximaler Wichtigkeit im Bernabéu-Stadion.

Teil 1: Die Ära Guardiola
Teil 2: Taktik & Aufstellung

Der Trainer hat immer recht.

8 Feb

Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht.
Der Trainer hat immer recht – zumindest wenn gewonnen wird.

Zugegeben, das ist jetzt gerade ganz schamlos vom geschätzten Kollegen Kamke abgekupfert – aber der Satz war nun mal das, was ich so etwa ab der 50. Minute, sozusagen als Mantra, ständig vor mich hermurmelte. In besagter Minute entschied sich nämlich unser Trainer Gross dazu, den kurz zuvor gelbverwarnten Stürmer Marica herauszunehmen und gegen den Mittelfeldspieler Kuzmanovic zu ersetzen. Die schon in den vorangegangenen 50 Minuten eher übersichtlichen Offensivbemühungen wurden dann im Zuge dieser Systemumstellung vom etablierten und gewohnten 4-4-2 auf das eher selten gespielte 4-5-1 leider noch weiter heruntergefahren, was an sich nicht so dramatisch wäre – aber aus meiner Sicht ziemlich unnötig und auch etwas fahrlässig bei einer Führung mit lediglich einem Tor.

Und auch wenn ich eigentlich gestern von Beginn an ein ziemlich gutes Gefühl hatte, was ein erfolgreiches Abschneiden beim Topspiel anging, so behagte mir diese aufreizende Passivität über weite Strecken des Spiels doch überhaupt nicht. Keine Ahnung, ob das von Gross so angeordnet war, um einfach mal den Gegner kommen zu lassen und Wert auf ein kräfteschonenderes Spiel zu legen…

Wenn dem tatsächlich so ist, dann darf ich, genauso wie über die probierte Systemumstellung, natürlich eigentlich nicht meckern, schließlich habe ich vergangene Woche für genau dieses Duell mit dem Tabellensiebzehnten noch Experimente mit der Mannschaftsaufstellung gefordert!

Jetzt zu sagen, dass das mit der Umstellung auf 4-5-1 Bockmist gewesen sei, wäre daher natürlich vollkommen unangebracht – auch wenn es nicht die Veränderung im Team war, auf die ich ein wenig spekuliert hätte. Nämlich Celozzi rauszunehmen (was er gestern durch seine Defensivleistung ja auch durchaus gerechtfertigt hätte), Träsch auf die RV-Position zu verschieben und Kuzmanovic neben Khedira zu setzen.

Aber Gross hatte mal wieder anderes im Sinn und zog Khedira in eine etwas offensivere Position zentral im Mittelfeld, während Kuzmanovic auf die Position des temporären Kapitäns in der Doppelsechs neben Träch ging, so dass das Ganze dann folgendermaßen aussah:

———-Träsch———Kuzmanovic———
—-Gebhart——-Khedira——–Hleb——-
——————Pogrebnyak——————-

[Nach der obligatorischen Auswechlung Hlebs um die 60. Minute rum, übernahm dessen Position dann Roberto Hilbert]

Meine Vermutung ist ja, dass die 4-5-1-Variante vom gestrigen Spiel ein Vorgriff auf zumindest eine Option ist, die Gross für das Duell gegen Barcelona im Kopf hat.  In Fankreisen wurde eine solche Systemänderung schon häufiger vermutet für das CL-Spiel, und nach der gestrigen Umstellung glaube ich sogar, dass das tatsächlich vom Trainerteam ernsthaft in Erwägung gezogen wird.
Gut finden tue ich das allerdings nicht wirklich, da ich der Meinung bin, dass man sich -selbst bei der besten Mannschaft des Planeten- vorwiegend nach den eigenen Stärken richten sollte und nicht nach denen des Gegners. Und wir sind nun mal stark und erfahren im 4-4-2.
Aber was weiss ich schon?

Da das Champions League-Spiel aber erst einmal noch eine Woche Zukunftsmusik ist, lassen wir das erst einmal beiseite und schauen uns noch ein paar Lehren aus dem gestrigen Spiel an.

Heraus ragte natürlich Khedira, der sich auch auf der offensiveren Position nicht unwohl zu fühlen scheint, mit seinen beiden Assists und auch Tasci machte in meinen Augen eine ziemlich gute Partie.
Zu den auffälligeren Akteuren gehörten zudem natürlich auch die beiden Torschützen Hilbert, der einen wieder mal sehr engagierten Eindruck nach seiner Einwechslung hinterließ, und natürlich Timo Gebhart.

Ach, Gebhart… Ich glaube er zählt zu diesem Typ Spieler, den Du nur dann halbwegs ertragen kannst, wenn er in Deiner eigenen Mannschaft spielt. Also jemand wie van Bommel beim FCB, Jarolim beim HSV, oder passender noch: wie früher Christian Tiffert bei uns.
Ich kann mich hier nur wiederholen und erneut meinen Wunsch ausdrücken, dass er diese unsäglichen Schmutzigkeiten aus seinem Spiel rausbekommt – aber solange er dabei zumindest regelmäßig gute Offensivaktionen bringt, wie es gestern der Fall war, kann man natürlich als Fan wenig meckern.

Dass Celozzi gegen Nürnberg vor allem defensiv einen eher gebrauchten Tag erwischt hat, hatte ich ja schon erwähnt – zumindest aber offensiv konnte er auch wieder ein paar Akzente sitzen. Während sein Stellungsspiel nach wie vor ausbaufähig ist, scheint sich da aber zumindest die Abstimmung mit Gebhart so allmählich einzuspielen.
Sein Counterpart auf der linken Seite Molinaro, war quasi das Gegenstück: Defensiv sehr stabil, aber diesmal sehr beschränkt im Vorwärtsdrang. War aber auf jeden Fall sehr schön zu sehen, dass auf dieser Seite mal so überhaupt nix angebrannt ist.

Dass die linke Seite allerdings über weite Strecken auch offensiv nicht viel passierte, war natürlich ganz und gar nicht schön. Dort war Hleb einmal mehr eher ein Schatten vergangener Jahre und es kam eben erst Belebung auf diesen Flügel, als Gross Hilbert einwechselte.

Eine Serie ist leider gestern doch gerissen: Zum ersten Mal seit Gross das Ruder übernommen hat, wurde kein einziges Stürmertor erzielt, da sowohl Marica (bis zur 50.) als auch Pogrebnyak, der spätere Alleinunterhalter, leider darunter litten, dass das Offensivspiel insgesamt nicht sonderlich rund lief und bei den wenigen Gelegenheiten, die sie bekamen, eher glücklos agierten. Solange man trotzdem gewinnt, lässt sich das natürlich locker verschmerzen.

Wichtig war der Last Minute-Sieg natürlich allemal – schließlich sind derzeit eigentlich ausschließlich Siege notwendig, um noch irgendwas in Richtung oben unternehmen zu können. Zum Einen weil der Rückstand nach oben natürlich noch ziemlich groß ist (wenngleich er in den 4 Spielen der Rückrunde schon von 14 auf 8 geschmolzen ist). Zum Anderen aber eben auch, weil die Abteilung „Mittelfeld“ der Bundesliga derzeit extremst gedrängt ist: Nach hinten liegen innerhalb von 3 Punkten Abstand drei andere Teams, nach vorne sind es in diesem Bereich sogar derer vier! Dementsprechend kann es sehr schnell wieder in beide Richtungen gehen – lediglich der Abstiegskampf sollte mit nun 11 Punkten Vorsprung mittlerweile endgültig zu den Akten gelegt werden können.
Nächste Woche Samstag geht es dann im Heimspiel gegen Hamburg, die jetzt zwar drei Spiele in Folge nicht gewinnen konnten, aber gegen uns dann vermutlich sowohl van Nistelroy als auch Ze Roberto mit an Bord haben werden. Keine ganz leichte Aufgabe, aber wenn man eben was reissen will nach oben, dann ist hier ein Sieg eigentlich ein Muss, da man so den Rückstand auf Platz 5 schon auf nur noch 5 Punkte reduzieren könnten. Und dann würde auch ich vielleicht dran glauben, dass diese Saison doch noch etwas mehr geht, als nur um Rang 6 zu kämpfen…

Eine Leistungssteigerung wird dafür natürlich allemal vonnöten sein. Aber von den Quervergleichen halte ich ohnehin nicht ganz so viel.

Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +7 Punkte, +7 Tore