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Ali Barba und die 40 Gegentore

3 Mai

Was war denn das?

Ein Offenbarungseid. 6:2, ich habe mich gestern wirklich gefühlt wie ein Absteiger (was in diesem Monat vielleicht noch Realität wird). Was ich momentan garnicht abkann, sind diese ganzen Phrasen, egal, auf welcher Seite. „Neuanfang in der 2. Liga mit echten VfBlern“ ist genau das gleiche Gelaber wie „Kopf hoch, noch ist nichts verloren, in Mainz werden wir alles reinschmeißen“. Meinte Daniel Schwaab eigentlich damit, dass Insua seine Einwürfe gleich ins Tor wirft? Gewaltig lief er jedes Mal gestern an, winkte weit nach vorne und warf den Ball dann zu einem Bremer, hervorragend. Jedenfalls, die Phrasen kann ich nicht mehr hören und will sie auch nicht wieder lesen (wobei uns genau das erwartet die nächsten zwei Wochen).

Um von Allgemeinplätzen wegzukommen, eine kleine Spurensuche:

Es war viel die Rede von der schlechten Zweikampfbilanz und der astronomisch hohen Gegentorenzahl (69) in dieser Saison. Dies ist für mich das Zorniger-Erbe, in der Zeit verteidigte man ja vogelwild, verlor viel und kassierte noch mehr. Danach krähte nach dem 21. Spieltag (Platz 10) keiner mehr, deshalb gebe ich darauf wenig.

Die Aufstellung, mit der Kramny begann, leuchtete mir ein und zeigte doch gute Ideen: Zimmermann als frischer Impuls statt dem ewig-soliden Klein, Harnik als Ex-Bremer mit Schnelligkeit (und seiner miserablen Chancenverwertung) als Sturmtank und mehr Kreativität durch Maxim. Die Abwehr, das ging so in Ordnung (was soll er denn machen?).

Gekämpft haben Rupp, Maxim, Niedermeier, die gingen das an, bemüht Schwaab, Insua und Zimmermann, Didavi auch. Das war schon okay, Chancen gab es. Federico Barba zeigte sich sehr instabil (der berühmte „gebrauchte Tag“, sorry, Phrase) und die Giftigkeit und Grilligkeit war auf Seiten der Bremer, die wollten es mehr.

Eins blieb mir unverständlich: Beim Stand von 3:2 für Bremen musste Barba runter und Kramny wechselte in der 61. Minute Ristl ein. Warum? Einen jungen und unerfahrenen Spieler in diesem Spiel auf der 6er-Position, warum? Dieser zeigte sich entsprechend überfordert, verlor zweimal den Ball vor einem Gegentreffer und machte die Abwehr noch weiter auf, bitter. Die Statik (gab es die noch?) ging damit völlig flöten. Dieser taktische Fehler ging auf die Kappe von Kramny, da hätte selbst der hölzerne Sunjic mehr bewirkt, Schwaab wieder vorgezogen und die beiden Recken hinten drin. Pommes Tyton wie immer mit Licht und Schatten.

Wie geht es jetzt weiter? Dutt wird ruhig-Blut-machen, Gentner kann garnicht anders, Didavi will sich noch positionieren und Niedermeier wird ein Interview geben.

Ich hoffe immer, wie immer, aber dieses Mal keine Prognose..

Sandhausen, FSV Frankfurt, Aalen..

9 Apr

Zu diesen Teams würde ich fahren, wenn es denn eine Liga tiefer ginge.

Noch im Konjunktiv und noch voller Hoffnungen auf einen Verbleib in Liga 1. Alles andere wäre auch unvorstellbar (obwohl ich ja kurz den Gedanken trug, in schwarz gekleidet aufzutauchen, würde das Unfassbare eintreten). Die Mannschaft hat sich unter Stevens gefangen, ist stabiler geworden, er bewies ein glückliches Händchen mit Neubesetzungen (Gruezo, Didavi (der mit seiner Leidensgeschichte selbst für den Umschwung im Team sorgt) und den Einwechslungen.

Und auf einmal zeigen auch Spieler, die vorher untergegangen waren, ihre starken Seiten: Traore, Harnik (4 Tore in den letzten 6 Spielen), Maxim (was hab ich geschimpft, als er in Frankfurt freistehend vorm leeren Tor verzog). UIreich richtig stark und auch leise Hoffnung bei der Abwehr.

Aber auch ein Huub kann nicht alles abstellen: Sakais Herzstillstand-Kopfballrückgabe an Ulreich gegen Freiburg, ein Verspielen der 2:0-Führung gegen Dortmund, späte Gegentore und ein Auf und Ab während des Spielverlaufes. Leider auch der Komplettausfall von Vedad Ibisevic, obwohl er auf dem Feld steht. Wir wanken in die Zielgeraden und müssen aber noch unbedingt punkten, dabei steht ein schweres Restprogramm auf dem Plan.

Toll in diesem ganzen Zusammenhang finde ich die Fans, die anfeuern, viele Ideen kreieren und vom Verein komplett unterstützt werden. Hut ab. Nur so kann es klappen, ich drücke die Daumen und an Samstagen sind meine Nerven gespannt wie die berühmten Drahtseile (ja, ich weiß, Phrasenschweinalarm).