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Die Neuen 2010/11 (10): Shinji Okazaki

1 Mrz

Shinji Okazaki - The next Shinji? [Quelle: vfb.de]

Shinji O. - The next Shinji K.? Quelle: vfb.de

Sieht man einmal von Torhüter Sven Ulreich ab, wurde beim VfB in den letzten Wochen wohl keine Personalie so sehr diskutiert, wie die des Japaners Shinji Okazaki. Der Stürmer, der vom japanischen Erstligisten Shimizu S-Pulse verpflichtet wurde, war schließlich für viele VfB-Fans so etwas wie ein kleiner Hoffnungsträger. Ein Faktor dabei war sicherlich, dass er beim Gewinn des Asien-Cups mit insgesamt 5 Toren glänzen konnte. Daneben hatte er allerdings eben auch den Vorteil auf seiner Seite, dass er nur einer von zwei Transfers in der Winterpause war, sowie auch die Tatsache, dass wenig über ihn bekannt war, wodurch er sicher auch automatisch als Projektionsfläche für die Hoffnungen vieler Anhänger taugte.

 

Der von den Medien, aber natürlich auch unter uns Fans sicherlich noch weit mehr diskutierte Aspekt seiner Verpflichtung war aber natürlich die ganze Chose rund um seine Spielerlaubnis, die mindestens zwei Wochen lang auf sich warten ließ und erst auf Intervention der FIFA hin zum EL-Hinspiel gegen Lissabon auf der VfB-Geschäftsstelle eintraf. Von dem was man hier mitbekam, hatte sich wohl der Präsident von Shimizu S-Pulse unvermittelt dazu entschieden, dass man wohl doch gerne eine Ablösesumme erzielen würde und so auf einmal behauptete, dass Okazaki für die Dauer eines Tages zwei gültige Verträge hätte. Nun ja, die FIFA jedenfalls hat zugunsten des VfB entschieden, so dass wir wohl auf der richtigen Seite der Geschichte standen. Ganz und gar nicht „richtig“ war allerdings das Kommunikationsverhalten der VfB-Offiziellen rund um diese Geschichte, als man zumindest zeitweise der Öffentlichkeit die wahren Gründe von Okazakis zeitweiliger Nichtberücksichtigung vorenthielt. Aber gut, in diesem Eintrag soll es um den Spieler Okazaki gehen und nicht um das dilettantische Verhalten der VfB-Oberen.

Mit einem Alter von 24 Jahren zählt Okazaki sicherlich nicht mehr unbedingt zur Kategorie „vielversprechendes Nachwuchstalent“, aber mit Sicherheit ist er auch noch nicht über seinen Zenit hinaus und besitzt noch Entwicklungspotential. Zudem ist es vielleicht auch nicht der verkehrteste Ansatz, den großen Sprung von Japan in die deutsche Profiliga erst zu wagen, wenn man ein gewisses Alter und damit auch eine gewisse Reife erreicht hat.

In den deutschen Medien und den Aussagen der Vereinsverantwortlichen des VfB wurde Okazaki vorwiegend als „Offensivallrounder“ angepriesen, der im Sturm und im Mittelfeld so ziemlich alle Positionen spielen könne. In der Tat wurde er wohl auch in Japan zeitweilig als Flügelspieler eingesetzt, doch sowohl beim unten stehenden Interview mit einem Shimizu-Blogger, als auch bei einer Unterhaltung mit einem japanischen Fan via Twitter wurden vor allem seine Qualitäten als klassischer Strafraumstürmer hervorgehoben. Eine Position, auf der er beim VfB bislang im Grunde noch gar nicht wirklich eingesetzt worden ist.

Eine Qualität wurde in allen Unterhaltungen mit japanischen Fans immer wieder hervorgehoben: Der Fakt, dass Okazaki ein sehr leidenschaftlicher und kampfwilliger Spieler sei – ein Eindruck, den er, zumindest aus meiner Sicht, durchaus auch schon bei seinen wenigen Auftritten in Stuttgart hinterlassen hat, wo er bislang recht unermüdlich die linke Aussenseite beackert hat.

Dass ihm dabei meist noch etwas die Bindung ans Spiel fehlt, ist angesichts der nicht vorhandenen gemeinsamen Vorbereitungszeit mit den Mitspielern kaum erstaunlich. Vor allem in Leverkusen im Stadion fiel es auf, dass doch recht häufig das Spiel an ihm vorbei lief. Nichtsdestotrotz hatte er auch dort die gefährlichsten Aktionen jenseits der zwei erzielten Tore auf seinem Konto zu verbuchen.

In Anbetracht der anhaltenden Formschwäche von Cacau, der langwierigen Verletzung von Pogrebnyak und der Verbannung Maricas aus dem Stuttgarter Kaders, sowie der allmählichen Rückkehr zu voller Fitness bei Timo Gebhart wäre es sicherlich eine Überlegung wert, wenn man in den nächsten Spielen mal eine offensive Formation mit Okazaki als einziger Spitze, sowie der offensiven Mittelfeldreihe mit Gebhart – Hajnal – Harnik ausprobieren würde.

So oder so scheint der Mann, der in 3 Saisons in der J-League 29 Tore und 8 Assists in 74 Einsätzen für sich verbuchen konnte, sowie Stammspieler der japanischen Nationalmannschaft ist, bis auf Weiteres einen Startplatz unter Labbadia gesichert zu haben – was ich ehrlich gesagt nicht unbedingt vorher erwartet hätte. Auch wenn es natürlich zugegebenermaßen dem großen Verletzungspech und der ohnehin verfahrenen Situation in Stuttgart geschuldet ist, dass er überhaupt so schnell ins kalte Wasser geschmissen werden musste.

Wie weiter oben schon angedeutet habe ich auch dieses Mal einen Blogger des Ex-Vereins von Shinji Okazaki gefunden, der bereit war mir für einige Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Um die Aussagen nicht durch etwaige Übersetzungsfehler zu verfälschen werde ich auch dieses Mal wieder den Originaltext auf Englisch (Barry von S Pulse UK Ultras ist -überraschenderweise- Engländer) beibehalten. Sollte jemand eine Übersetzung wünschen, dann bitte Bescheid geben und ich werde dies gerne in den Kommentaren nachholen.

For most of the fans here in Germany, Shinji Okazaki is completely unknown and nobody knows more than that, according to the local media, he can be used in „all offensive positions“ – whatever that means. As what type of player would you describe him? What are his strengths?

I’d call him a poacher style striker. He works hard and runs his socks off to get into the crucial position to hit it home. He’s not the fastest player, but can read the game well and is often that half a step ahead of the defender.

And what about his weaknesses?

Maybe the lack of pace, but he tends to work around that. One aspect I don’t like of his game is the ease at which he goes down in the box. It’s a J. League-wide problem, but he is as guilty as anyone.

If I can trust my „youtube scouting“, Okazaki seems to score quite a lot of goals with his head. Would you say this is just because, Japanese defenders are not the tallest or is this just a stupid klischee?

Well, you could say that, but by the same token, Okazaki isn’t a very tall man, so it all kind of balances out! 🙂:) He does score a lot with his head, but they are often quality headers. He seems to have a unnatural amount of strength and accuracy in his neck.

Another source of scepticism is the „tradition“ that Asian players often had problems to establish themselves in the Bundesliga because of the very physical play. Do you think he has what it takes to make it in the Bundesliga quickly?

I’ll be honest, I’ve never watched much Bundesliga so can’t comment too much, but as for the step up in level, he’s never looked out of place against higher class opponents when playing for his country. Like I mentioned before, he’s got a nasty habit of going to ground under nothing challenges (see the Asia Cup semi final with South Korea) if there’s chance of a penalty. Apart from that, he’s a pretty solid bloke and an honest player who can hold his own when he wants to. I guess any move from J. to Europe is going to take time to get used to, but I think he’ll be OK.

One last question, because we have made bad experiences in that regard: Does Okazaki have a history of injuries?

No, there’s no history of injuries to worry about. The few games he missed last year were the result of knocks or strains which he he shook off in no time.

Thank you very much for answering my questions!

Shinji Okazaki wird beim VfB Stuttgart das Trikot mit der Nummer 31 tragen.

Die Neuen 2010/11 (9): Tamas Hajnal

9 Feb

Kurz eine Notiz in eigener Sache:
Da es beruflich momentan ordentlich rund geht, schaffe ich es leider nicht zwei Spielbesprechungen pro Woche zu schreiben, daher verweise ich an dieser Stelle mal wieder auf den entsprechenden Text zum Spiel in Mönchengladbach bei spox.

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Tamas Hajnal - Die 10 mit der 28 [Quelle: vfb.de]

Tamas Hajnal - Die 10 mit der 28 (Quelle: vfb.de)

Eine der Geschichten des Spiels am vergangenen Samstagabend gegen die Borussia war natürlich die Leistung unseres Neueinkaufs Tamas Hajnal, der zu Beginn der zweiten Hälfte ins Spiel kam – und mit ihm eine drastische Wende in das des VfB, für den in der ersten Halbzeit das Prädikat „Stümper“ noch ein Kompliment gewesen wäre.

 

Zur „Geschichte“ wurde sein Einstand natürlich nicht nur wegen seiner ansprechenden Leistung, sondern vor allem vor dem Hintergrund seiner jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Erwatungen an den 29jährigen Ungarn, der von der Dortmunder Tribüne an den Cannstatter Wasen wechselte. Zu nicht gerade leicht vermittelbaren Konditionen: Leihe bis zum Saisonende ist ja noch okay, aber bei Klassenerhalt (was ja auf jeden Fall passieren wird) dann ein verpflichtender Anschlussvertrag bei einer Abslösesumme von wohl 2 Mio. Euro mit Laufzeit bis 2013 (ein Jahr länger als in Dortmund) – das ist für einen Spieler mit seiner Vergangenheit schon nicht ohne.

Obwohl er schon Mitte Dezember beim VfB in der Gerüchteküche gehandelt wurde, dauerte es dann doch bis zum letzten Tag der Transferperiode, bis in dieser Personalie von Bobic und Verein Vollzug gemeldet wurde – ein Umstand, der von nicht wenigen Fans kritisiert wurde. Schließlich war es nun wirklich nicht so, als ob man sich mit Dortmund in einem harten Verhandlungsmarathon durchsetzen musste, bei einem Spieler, der bei seinem Verein nicht mehr wirklich eine Rolle spielte.

Der Ungar kam mit Länderspieleinsätzen auf insgesamt magere 4 Spiele, darunter lediglich einen von Beginn an, in der Regionalliga West bei der zweiten Mannschaft des BVB. Zugegeben, das wurde auch bedingt durch zwei Muskelfaserrisse, aber wirft man den Blick noch eine Saison weiter zurück , dann wird auch dort schon klar, dass Hajnal beim BVB nicht mehr in der ersten Reihe spielte. Zwar war er mit 21 Bundesligaeinsätzen quantitativ noch einigermaßen gut dabei – nach seinem Bänderriss im Herbst 2009 kam er anschließend allerdings nie wieder in die Stammelf zurück, so dass im Anschluss nur drei Startelfeinsätze, 11 Einwechslungen gegenüberstanden. Ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zu seiner Premierensaison, wo er noch 30 Bundesligaspiele beim BVB von Beginn an absolvierte (mit 5 Toren und 12 Assists im Übrigen).

Seinen Durchbruch feierte er ein Jahr zuvor in der Saison 07/08 beim Karlsruher SC (32S / 8 T / 9V), wohin er wiederum ein Jahr zuvor vom damaligen Zweitligisten Kaiserslautern (32 S / 7  T / 9 V) gewechselt war.

Seine ersten Bundesligaeinsätze hatte Hajnal übrigens nicht erst beim KSC, sondern schon satte 8 Jahre zuvor beim FC Schalke 04 in der Saison 99/00, die ihn als Jugendspieler zwei Jahre zuvor aus Ungarn in den Pott holten. Richtig durchsetzen konnte er sich dort allerdings nie, so dass er 2004 nach Belgien wechselte, um anschließend über die Pfalz wieder in den deutschen Profifußball zurückzukehren.

Was im Gegensatz zu Hajnals Schalker Zeit ungleich bekannter ist, ist natürlich die Tatsache, dass es sich bei ihm um einen Spielmacher relativ klassischer Prägung handelt. Was gleichzeitig auch einer der Hauptkritikpunkte an seiner Verpflichtung war, da der VfB im System der letzten Jahre (4-4-2 mit Doppelsechs) eine solche Position nun mal nicht offen hat. Versuche gab es für diese Position in den letzten Jahre zahlreiche, als gescheitert kann man (fast) alle bezeichnen: Bastürk, Farnerud, Elson, da Silva und wie sie alle heissen.

Nun also Tamas Hajnal.

Und um unsere liebgewonnene Tradition beizubehalten, habe ich natürlich auch zu Tamas Hajnal einen Fan des abgebenden Vereins dazu breitschlagen können, in einem Interview ein paar Fragen zum Ungarn zu beantworten und so ein bisschen mehr über unseren Neueinkauf zu erfahren. In diesem Fall war BVB-Blogger Tinneff so freundlich mir Rede und Antwort zu stehen.
[Zur Erklärung sei im Übrigen angemerkt, dass das Interview letzte Woche stattfand und Hajnals Premierenauftritt noch nicht mit einbezogen war.]

Viel positives Feedback hat die Leihe von Hajnal bislang nicht bekommen. Unter anderem bekam der ungarische Spielmacher Prädikate wie „lauffaul“ oder „Ballverschlepper“ verliehen. Kannst Du diese Eindrücke bestätigen?

Hajnals Stärke ist es sicherlich nicht, im laufintensiven Spiel vorne wegzugehen. Auch ist er nicht in der Lage, das Tempo zu forcieren und hochzuhalten, wenn es nötig ist. Es wirkt immer monoton und etwas langsam.
Hajnals Stärken sind ganz klar die Standardsituationen und sein Passspiel. Auch hat er einen guten Schuss. Ich denke schon, dass er bei defensiver Absicherung beim VfB besser zur Geltung kommt als beim BVB, zumal der VfB nicht das laufintensive Spiel auf den Rasen legt wie der BVB. Ohne defensive Absicherung geht allerdings bei Hajnal kaum was. Die Defensive ist eine weitere Achillesferse.

In Dortmund konnte sich Hajnal nie wirklich durchsetzen, trotz wechselnder Konkurrenz. Lag es nur an ihm?

Scheinbar ist es so, dass er den Trainer nicht überzeugen konnte. Ob dies nun am Einsatz, der Fitness oder überstarken Konkurrenz lag, mag ich nicht zu beurteilen. Es ist natürlich auch kein einfaches Los, wenn man mit Zidan, Lewandowski, Kagawa und Götze Spieler zur Konkurrenz hat, die allesamt jünger sind und darüber hinaus besser in des schnelle Passspiel der Borussia passen. Und auf der 6er Position hat Hajnal nichts verloren. Offensiv ist Nuri Sahin unersetzlich und der wichtigste Mann im Kader mit überragenden Leistungen und defensiv haben wir halt mit Bender jemanden, der neben der körperlichen Statur, die man im defensiven Mittelfeld braucht und zudem auch die Gabe, sich in jeden Zweikampf zu werfen.

In den vergangenen Jahren stand bei Stuttgart eigentlich meist das 4-4-2 mit Doppelsechs als unumstößlich festgeschrieben. Kann Hajnal in diesem System überhaupt irgendwo sinnvoll eingesetzt werden oder muss mit ihm auch zwangsläufig eine Systemumstellung einher gehen, wie es einige Fans vermuten?

Er kann die 6 offensiv spielen, ist aber als klassischer 10er deutlich stärker. Ohne euren Kader und die taktischen Möglichkeiten genau zu kennen, ist Hajnal im alten 4-3-3 oder im 4-2-3-1 auf der Position hinter den/der Spitze(n) am stärksten, zumal er auch einen guten Schuss aus der Distanz hat. Im 4-4-2 ist euch meiner Meinung nach keine Hilfe.

Gibt es vielleicht noch etwas, was Du uns als Hoffnung mit auf den Weg geben kannst?

Also in Dortmund hat der VfB gut ausgesehen fand ich. Klar, der BVB hatte Chancen ohne Ende und hätte hoch gewinnen können, aber im Spiel nach vorne war durch aus Qualität erkennbar. Was fehlt ist halt die Kostanz und ein guter Innenverteidiger, wenn Delpierre oder Tasci ausfallen. Niedermeier hat kein Bundesligaformat in meinen Augen.

Vielen Dank für das Interview! Und natürlich Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Sowohl was die Packers angeht, als auch für den BVB in ein paar Monaten. =)

Tamas Hajnal wird das Trikot mit der Nummer 28 tragen.

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Später in dieser Woche (und ich hoffe, ich verspreche da nicht zu viel) wird es im Übrigen noch einen entsprechenden Eintrag zu unserem anderen Neueinkauf der Winterpause geben, dem Japaner Shinji Okazaki. Das Interview ist schon geführt, allerdings muss ich noch Zeit finden um den Beitrag zu schreiben  – womit wir dann wieder beim Ausgangspunkt des Beitrags wären…

1) Viel positives Feedback hat die Leihe von Hajnal bislang nicht bekommen. Unter anderem bekam der ungarische Spielmacher Prädikate wie „lauffaul“ oder „Ballverschlepper“ verliehen. Kannst Du diese Eindrücke bestätigen? 

Hajnals Stärke ist es sicherlich nicht, im laufintensiven Spiel vorne wegzugehen. Auch ist er nicht in der Lage, das Tempo zu forcieren und hochzuhalten, wenn es nötig ist. Es wirkt immer monoton und etwas langsam.
Hajnals Stärken sind ganz klar die Standardsituationen und sein Passspiel. Auch hat er einen guten Schuss. Ich denke schon, dass er bei defensiver Absicherung beim VfB besser zur Geltung kommt als beim BVB, zumal der VfB nicht das laufintensive Spiel auf den Rasen legt wie der BVB. Ohne defensive Absicherung geht allerdings bei Hajnal kaum was. Die Defensive ist eine weitere Achillesferse.

2) In Dortmund konnte sich Hajnal nie wirklich durchsetzen, trotz wechselnder Konkurrenz. Lag es nur an ihm?

Scheinbar ist es so, dass er den Trainer nicht überzeugen konnte. Ob dies nun am Einsatz, der Fitness oder überstarken Konkurrenz lag, mag ich nicht zu beurteilen. Es ist natürlich auch kein einfaches Los, wenn man mit Zidan, Lewandowski, Kagawa und Götze Spieler zur Konkurrenz hat, die allesamt jünger sind und darüber hinaus besser in des schnelle Passspiel der Borussia passen. Und auf der 6er Position hat Hajnal nichts verloren. Offensiv ist Nuri Sahin unersetzlich und der wichtigste Mann im Kader mit überragenden Leistungen und defensiv haben wir halt mit Bender jemanden, der neben der körperlichen Statur, die man im defensiven Mittelfeld braucht und zudem auch die Gabe, sich in jeden Zweikampf zu werfen.

3) In den vergangenen Jahren stand bei Stuttgart eigentlich meist das 4-4-2 mit Doppelsechs als unumstößlich festgeschrieben. Kann Hajnal in diesem System überhaupt irgendwo sinnvoll eingesetzt werden oder muss mit ihm auch zwangsläufig eine Systemumstellung einher gehen, wie es einige Fans vermuten?

Er kann die 6 offensiv spielen, ist aber als klassischer 10er deutlich stärker. Ohne euren Kader und die taktischen Möglichkeiten genau zu kennen, ist Hajnal im alten 4-3-3 oder im 4-2-3-1 auf der Position hinter den/der Spitze(n) am stärksten, zumal er auch einen guten Schuss aus der Distanz hat. Im 4-4-2 ist euch meiner Meinung nach keine Hilfe.

4) Gibt es vielleicht noch etwas, was Du uns als Hoffnung mit auf den Weg geben kannst?

Also in Dortmund hat der VfB gut ausgesehen fand ich. Klar, der BVB hatte Chancen ohne Ende und hätte hoch gewinnen können, aber im Spiel nach vorne war durch aus Qualität erkennbar. Was fehlt ist halt die Kostanz und ein guter Innenverteidiger, wenn Delpierre oder Tasci ausfallen. Niedermayer hat kein Bundesligaformat in meinen Augen.

Neue Jahre, alte Hüte

6 Jan

Erst einmal möchte ich gerne allen Lesern hier ein frohes, neues Jahr wünschen. Macht man ja schließlich so.

2010 war mein erstes komplettes Kalenderjahr in dem ich -zumindest mehr oder wenniger- durchgängig in diesem Blog aktiv war und meinen Senf zum VfB hier abgegeben habe. Ich bedanke mich bei den zahlreichen (und dieses Adjektiv kann man mittlerweile wohl verwenden) Lesern, die in den letzten 12 Monaten rund 32.000 Besuche auf diesem Blog vorgenommen haben.

Natürlich muss auch ein kurzer Dank an dieser Stelle an elpibe23 gehen, der mit einer Handvoll sehr lesenswerten Beiträgen dazu beigetragen hat, dass der Blog auch in manch, zeitlich bedingt, ruhigeren Phase mit etwas Leben gefüllt wurde.

Auch in 2011 wird es hier wieder regelmäßige Beiträge geben, wenngleich nach wie vor mit etwas reduzierter Taktfrequenz, da ich ja seit Beginn der Saison auch noch für und bei Spox in der dortigen VfB-Gruppe blogge. Diese Beiträge sind übrigens in der Navigationsleiste rechts von diesem Text ganz oben immer verlinkt und können auch als RSS-Feed abonniert werden.

Nichtsdestotrotz wird es aber selbstredend auch hier weitergehen und immer wieder entsprechende Updates geben – zumindest solange dies hier ein Erstligablog bleibt. Ob ich nämlich die Motivation aufbringen könnte, über einen Zweitligaverein zu bloggen – das wäre dann noch zu sehen.

Aber soweit ist es ja noch längst nicht, auch wenn momentan das Thema „Klassenerhalt“ rund um den Verein als höchste Priorität ausgegeben wird. Was angesichts der Tabellensituation mit 5 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz natürlich auch mehr als angebracht ist.

Derzeit bereitet sich die Mannschaft des VfB Stuttgart ja bekanntermaßen im türkischen Belek auf die Rückrunde vor und hat heute ein erstes Testspiel absolviert, das mit 4:1 gegen den türkischen Erstligisten Manisaspor gewonnen wurde. Klar, Testspiele haben eine mehr als begrenzte Aussagekraft, aber in der derzeitigen Situation nimmt man ja alles mit, was so halbwegs als positives Omen taugen könnte. Schön war auf jeden Fall, dass sich Youngster Daniel Didavi nach seiner langen Verletzung wohl ganz gut wieder einfügen konnte und mal eben 2 der 4 Tore vorbereitete. Mal schauen, ob er den Sprung in die erste Mannschaft schafft in der Rückrunde oder ob die Recht behalten, die ihm fehlende Dynamik/Schnelligkeit vorwerfen.

Die linke offensive Mittelfeldposition ist schließlich eine der neuralgischen Stellen im Stuttgarter Kader, wurden dort bislang zumeist Verlegenheitslösungen eingesetzt. Sowohl Gentner als auch Boka sind für die Anforderungen des linken Flügels nun mal höchstens temporär geeignet. Und mit dem nun langfristigen Ausfall des ohnehin überraschenderweise verletzungsanfälligen Johan Audel ist ein brauchbarer Spieler hier mehr als vonnöten.

Und das intern, denn laut der jüngsten Aussagen von Bobic, ist man mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die momentane Qualität des Kaders ausreichend ist, um die Klasse zu halten.

Nicht, dass ich dem grundsätzlich widersprechen würde (denn der Kader IST stark genug für den Klassenerhalt), aber, dass man schon wenige Tage nach Beginn der Transferphase beginnt, öffentlich um Verständnis zu werben, dass man wohl untätig bleiben wird, treibt mir schon ein wenig die Sorgenfalten ins Gesicht. Ganz davon ab, dass der gleiche Bobic noch vor rund zwei Wochen vollmundig ankündigte, die Mannschaft auf 2 oder 3 Positionen verstärken zu müssen. Aber was  kümmert uns schon das Geschwätz von gestern…

So scheinen derzeit alle Zeichen darauf hinzudeuten, dass mit dem obligatorischen Japan-Einkauf die Aktivitäten dann auch schon abgeschlossen sein werden.

Okazaki heisst der Shinji in unserem Fall und soll sowas wie eine offensive Allzweckwaffe sein, sprich eigentlich Stoßstürmer, aber gleichzeitig auch irgendwie überall im Mittelfeld einsetzbar (zumindest offensiv). Dazu ist er noch Kopfballgefährlich, was sich gegen Mertesackersche Bohnenstangen durchaus relativieren könnte.

Wie dem auch sei, ich rechne ohnehin nicht damit, dass er allzu schnell den Durchbruch hier schaffen wird, wenn überhaupt. Die Vorbereitung wird er nicht mitmachen, ebenso die ersten paar Rückrundenspiele, aufgrund seiner Teilnahme am Asia-Cup und dass er sich dann zwischendrin in einer fremden Liga und Kultur einfach so etabliert – highly unlikely.

Trotz der Aussagen von Bobic werden nach wie vor immer mal wieder verschiedenste Namen von verschiedensten Stellen mit dem VfB in Verbindung gebracht. Ziani, Stanciu und jetzt Blagoyev – aber da habe ich mittlerweile doch gelernt, nicht jeder Ente hinterherzurennen. In Transferphasen wird nun mal von den Medien dermaßen viel heiße Luft produziert, dass es wohl reichen würde, um das gesamte Schienennetz der Deutschen Bahn die Wintermonate über eisfrei zu halten.

Zu mehr reicht es gerade nicht, auch wenn noch ein paar Gedanken im Kopf stecken und ausformuliert werden müssten, aber dazu in den nächsten Tagen eventuell mal wieder mehr.

Auf ein hoffentlich schönes und erfolgreiches 2011!

 

 

Die Neuen 2010/11 (8): Mamadou Bah

9 Sep

Kurz vor Ende der Transferphase und aufgrund der Partien zuvor, die alle mehr oder weniger „durchwachsen“ waren (um es mal vorsichtig auszudrücken), hat der VfB Stuttgart die Notwendigkeit erkannt, seinen juvenilen und unerfahrenen Kader (Durchschnittsalter OHNE Camoranesi 25,8 Jahre) nochmal mit Erfahrung und Qualität zu verstärken. Es kam der italienische Gaucho Mauro Camoranesi, zu dem @hirngabel schon alles gesagt hat. Auch an Mladen Petric, in Hamburg anscheinend in Ungnade gefallener Stürmer, waren die Verantwortlichen interessiert und haben nach eigener Aussage „bis zuletzt um ihn gekämpft“. Leider wurde es nichts, zu den Nachwehen dieser Posse möchte ich aber hier an dieser Stelle keinen Kommentar mehr verlieren. Lohnt einfach nicht.

Etwas untergegangen ist eine weitere Verpflichtung, die an diesem Tage realisiert wurde. Aus Strasbourg, vom leider in der Versenkung verschwundenen Traditionsclub Racing, kam Mamadou Bah für ~ 600.000 Euro. Die Summe erklärt wohl auch ein bisschen, warum dieser Verpflichtung bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Was kann der schon können, ein Billigheimer von einem französischen Zweitligaabsteiger?? So ungefähr der Tenor der sich in den Foren austobenden Anhängerschaft, die geradezu nach großen Namen gierte. Ferner ist der Spieler wohl auch nur absoluten Experten/Scouts bekannt gewesen. Beides jedoch muss nichts heißen – und sagt auch nicht wirklich etwas über die Qualität des Spielers aus. Allerdings darf man konstatieren, dass alle Spieler, die in jüngster Vergangenheit aus Frankreich zu uns kamen, durchaus zu überzeugen wussten. Gut, Farnerud lassen wir mal unter den Tisch fallen. Aber Christophe Rempp (Scout für FRA & BeNeLux) macht einen guten Job, soviel ist sicher.

Mamadou Bah

Mamadou Bah © VfB Stuttgart 2010

Leider habe ich trotz längerer Recherche keinen elsässischen Blogger gefunden, der mir Informationen liefern konnte, drum versuche ich jetzt einfach, ein wenig Licht uns Dunkel zu bringen. Bedient habe ich mich dabei den einschlägigen Quellen und seiner eigenen (?) Homepage http://www.bahmamadou.com/ .

Mamadou Diouldé Bah (181cm, 75kg) kommt aus dem westafrikanischen Guinea und ist damit nach dem Diplomatensohn Pablo Thiam der zweite Spieler aus diesem Land beim VfB. Bah kam am 25.04.1988 in der Hauptstadt Conakry zur Welt und ist aktueller Nationalspieler seines Landes. Sein Debüt gab er beim Africa Cup of Nations 2008 gegen Ghana. Vor Kurzem erst war er auch wieder für sein Land im Einsatz. Seine Geschichte ist typisch, man hat sie in verschiedensten Variationen schon oft gelesen. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, seine Eltern sind strenggläubige Muslime und schickten ihren Sohn auf die örtliche Koranschule – was auch gleich zu Problemen führte. Denn Fußball, so wurde es ihm gelehrt, sei was für Faulenzer und sowieso „Haram“. Seine Eltern, insbesondere seine Mutter, die mit einem kleinen Marktstand das Familieneinkommen einbrachte, wollten ihren Sohnemann nicht kicken gehen lassen. Unterstützung gab es keine, weshalb sich Mamadou die Moneten für Ausrüstung etc. selbst erarbeiten musste. Über verschlungene Pfade kam er zu Friguiagbé FC und erst als er dort Stamm spielte und die ganze Nachbarschaft voll des Lobes über „das größte Talent des Landes“ war, gaben seine Eltern ihre ablehnende Haltung auf. Es dauerte nicht lange, und er wurde von französischen Scouts bei einem Jugendturnier entdeckt und umgehend von Racing verpflichtet, wo er in der Spielzeit 2006/07 vorerst in der zweiten Mannschaft im Championat de France Amateur zum Einsatz kam. 2008 folgten dann seine ersten Einsätze in der Ligue 1, aus der Strasbourg am Ende sang- und klanglos abstieg. In der zweiten französischen Division avancierte Bah dann zum absoluten Stammspieler im zentralen Mittelfeld. Sein kompromissloses, aggressives Spiel (trotzdem nur 5 gelbe Karten 2009/2010) gefiel den Fans und auch seine Statistiken wussten zu gefallen. So war er laut lequipe.fr in der abgelaufenen Saison der zweikampfstärkste defensive Mittelfeldmann der Liga und erarbeitete sich in 29 Spielen 2 Tore und 2 Vorlagen. Nichtsdestotrotz stieg Racing ab und so trennten sich die Wege. Es gab mehrere Interessenten, u.a. Blackpool FC, die Rovers aus Blackburn und AJ Auxerre aus Frankreich. Bah selbst tendierte laut eigener Aussage wohl zu einem Engagement in England, letztlich konnten ihn aber Bobic und Schneider vom VfB überzeugen.

Soviel also zur Herkunft des Spielers und der Entstehungsgeschichte des Transfers. Doch warum wurde er eigentlich geholt? Immerhin haben wir für die Zentrale schon vier Spieler, die sich die beiden Rolle teilen (Träsch und Funk den defensiven Part der Doppelsechs, Kuz und Gentner den offensiven), auch Neuzugang Camoranesi kann beide Rollen problemlos spielen. Und hat Trainer Gross nicht immer wieder betont, wie sehr er auf druckvolles Flügelspiel steht und dass er auf diesen Positionen zu wenig Spieler hat? Dazu hat man noch Walch abgegeben, also einen Mann, der prädestiniert für das Flügelspiel ist?  Neu-Manager Bobic sprach bei der Vorstellung des Spielers von „noch mehr Alternativen im Mittelfeld“, die man künftig haben werde. Das ist natürlich korrekt, legt einem aber auch zwei Schlüsse nahe:

1)      Rekonvaleszent Elson (Reha nach Kreuzbandriss) spielt nun wirklich gar keine Rolle mehr. Auch er hat schon (neben Hitz damals, wenn ich nicht irre) diese Rolle gespielt. Sein Vertrag läuft im Juni 2011 aus.

2)      Man scheint Talent Funk, immerhin Ex-Kapitän der Amateure und U-Nationalspieler, den ganz großen Sprung dieses Jahr noch nicht zuzutrauen. Was ich persönlich sonderbar finde, denn Funk hat in allen Teileinsätzen bisher auf der ganzen Linie überzeugt.

Ein weiteres „Problem“ – dadurch, dass Bah EU-Ausländer ist, kann man ihn auch nicht bei den Amateuren in Liga 3 einsetzen. Spielpraxis zu bekommen, könnte also schwierig für ihn werden. Vielleicht ereilt Bah also ein ähnliches Schicksal wie Georges Mandjeck, der nach mehreren Leihen abgegeben wurde und letztendlich (scnr) nichts weiter als eine reine Cashcow war?

Wie dem auch sei – das ist alles ziemlich spekulativ. Trotzdem kann ich mir auf diesen Transfer nicht wirklich einen Reim machen. Warten wir es einfach ab und hoffen, dass Bah wider Erwarten überzeugt und bald aktiv seinen Beitrag leisten wird.

Etwas anderes bleibt uns ja sowieso nicht übrig.

el pibe

Nachtrag: Der Spieler hat die Nummer 24 bekommen.

Die Neuen 2010/11 (7): Mauro Camoranesi

2 Sep

Das Transferfenster ist zu. Und nachdem der Königstransfer Petric leider, leider nicht funktioniert hat, ist nun also die Verpflichtung von Ex-Weltmeister Mauro Camoranesi wohl der Transfer, mit dem insgesamt vermutlich die meisten Hoffnungen verbunden sind. Und wohl eben so viele Befürchtungen.

So oder so ist der Mann, der 8 Jahre lang für Juventus Turin in der Serie A gespielt hat, sicherlich der mit Abstand prominenteste Spieler unter den 7 Neuzugängen, die zum Kader des VfB Stuttgart in diesem Sommer hinzugestoßen sind.

163 Einsätze in der Serie A (das Jahr bei Verona nicht mitgezählt), 45 Champions Leaue-Spiele, 55 Einsätze für die italienische Nationalmannschaft, einmal italienischer Meister, einmal Weltmeister – das sind die groben Rahmendaten des 33jährigen, der im rechten offensiven Mittelfeld beheimatet ist und als Flügelspieler klassischer Prägung gilt.

Torgefahr ist allerdings nicht unbedingt seine Stärke, kommt er in dieser Zeit doch „nur“ auf 19 Liga-Tore und 20 Assists. Das auf 8 Jahre verteilt ist ein… sagen wir mal ausbaufähiger Wert.

Das größte Problem, dass von vermutlich den meisten VfB-Fans ausgemacht wurde, ist bei Camoranesi allerdings wohl sein mit fast 34 Jahren (im Oktober) für einen Profifussballer schon einigermaßen fortgeschrittenes Alter und der damit verbundene körperliche Zustand. Das kann ich natürlich auch nicht wirklich beurteilen, aber selbst in der vergangenen Saison kam er immerhin noch auf 24-Ligaeinsätze (wenn auch 10 davon nur als Einwechselspieler), bzw. insgesamt knapp 1300 Spielminuten in der Serie A. Ganz schlecht kann es um ihn also nicht bestellt sein.

Der relevantere Punkt, warum Camoranesi eine Verstärkung werden kann, ist aber sicherlich die mit eben jenem Alter verbundene Erfahrung, die für die insgesamt aus recht vielen jungen Spielern zusammengesetzt ist, durchaus wichtig sein kann. Gerade im Mittelfeld, wo mit Audel der älteste Spieler zarte 26 Jahre alt ist (den schon unfassbare 28 Jahre alten Elsón mal ausgeklammert).

Zugegeben, ein paar Jahre weniger hätten es sicherlich auch getan, da man mit einem 28-30 Jahre alten Spieler etwas langfristiger gedacht hätte – aber gut, nun müssen wir mit dem leben, was uns die Vereinsführung vorgesetzt hat. Zumindest die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen scheinen durchaus in Ordnung zu sein, wenn man den in der Presse verbreiteten Angaben trauen kann: Keine Ablösesumme scheint bestätigt zu sein, in Anbetracht der Tatsache, dass Turin den Vertrag auflöste. Beim Gehalt gehen die Meldungen wie üblich etwas auseinander, aber wenn die 2,5-3 Millionen stimmen, dann wäre das einigermaßen adäquat wie ich finde.

Nun, die offenen Fragen, die die Personalie umschwirren, werden letztlich erst im Laufe der nächsten Wochen beantwortet werden, wenn sich dann aufm Platz zeigt, ob der gebürtige Argentinier wirklich nur ein Panikkauf ist, wie hier im Blog schon vermutet wurde, oder doch oben erwähnter Königstransfer.

Aber selbstverständlich hindert mich das natürlich nicht eben diese Fragen dennoch an einen Juve-Fan zu stellen, der Camoranesi gut kennt. Erfreulicherweise habe ich mit Rav, Betreiber der Seite juvefc.com, jemanden wirklich kompetenten und zudem auch sehr netten gefunden. Weiterer Vorteil: Er ist Engländer, was die Verständigung doch sehr leicht macht.

Ich habe mich dazu entschieden, dieses Mal wieder einfach nur den Originaltext einzukopieren, da ich die Antworten sehr gut geschrieben finde und die Übersetzung dem vermutlich nicht gerecht werden würde. Zudem dürften die meisten Leser mit Englisch ja doch ziemlich gut zurecht kommen. Sollte aber jemand Schwierigkeiten haben, bin ich gerne bereit, in den Kommentaren noch eine entsprechende Übersetzung zu bieten.

Mauro Camoranesi was with Juve FC for 8 years. What were your feelings when you heard that his contract was released and he will be moving to another club? Do you regret loosing a great player or do you wish him goodbye, since his time was over anyway (24 matches last season, including 10 as a sub)?

I first heard that Mauro would be leaving Juventus soon after the appointment of the new Juventus coach Luigi Del Neri, at the start of the summer. While Del Neri likes to use wingers in his preferred 4-4-2 formation, it soon became clear that Camoranesi didn’t feature in his plans and would be one of the first of the ‚Old Guard‘ to leave the club after many years of service. In all honesty, my initial feelings were very mixed – A large part of me was very sad to see a player of his stature leave the club, especially as he was one of a select few that opted to stay with Juventus during our season in ‚Purgatory‘ (Serie B – The 2nd division of Italian football) – His commitment to the club in those dark days will never be forgotten. However, after the torrid season Juventus have just endured, the wholesale change that’s taking place at the club is being welcomed by the majority of supporters (including me), even if it means seeing stalwarts like ‚Gaucho‘ leave the club. I think in the psyche of many fans that while the ‚old guard‘ represents times of glory, it’s also a reminder that we haven’t really moved on as a club since our return to Serie A.

Overall, i’m glad to see Mauro go, not just for the benefit of Juventus, but also for the player. He obviously has a part to play in the plans for Stuttgarts‘ new season and it would be a real waste of his talent to see him on the bench each week.

I must admit that my „image“ of Mauro Camoranesi is one of a very rough and sometimes nasty player, although he only was sent-off one time in 163 Serie A matches. Is it just a clichee or how do you judge him?

The opinion that Mauro is a ‚rough‘ player is a total misconception – As you say, he’s only ever been sent off once in his 8 seasons in Serie A and while he can be a temperamental character at times, his professionalism and experience come to the fore when he’s on the pitch. While he’s not known for his tackling, Mauro can make decisive challenges when called upon, but in all honesty, he’s generally better at drawing tackles from the opposition! It may take him a little while to adapt to the pace of the German game, but once he’s had a few starts, you’ll see the best of him.

Aside from the „character“ aspect – what are his strengths as a football player? Our coach Christian Gross was looking for fast and technically strong wingers to implement his vision of offensive football. Can he cater to these requirements?

In terms of his character, Mauro is a consummate professional, both on and off the pitch – Beyond this, he has fantastic vision when on the ball and his positioning and mentality is that of a an attack minded player. While he’s no slouch when it comes to supporting the defence, his real strengths lie in running down the wing and delivering quality balls into the box. He also has a knack of drifting into the centre of the pitch to offer more of an attacking threat and he’s quick to shoot if he spies an opportunity. Above all, I think his years of experience playing at the highest level of Italian football will stand him in great stead in Germany and he should have no problems adapting to Stuttgart’s style of play.

Mauro Camoranesi will turn 34 years old next month – do you think he is still able to compete at a higher level or is he just looking for some „easy cash“ at the end of his carreer, which is something several VfB supporters worry about?

There’s no denying that Mauro is getting on in years! As you rightly say, he’s going to be 34 soon and while many other players would consider retirement at this stage, Mauro’s love of the game and his desire to continue to compete at the highest level has been paramount to his decision to leave Juventus for Stuttgart. A lot of players would have been content to sit out the remainder of their contracts on the bench, but Mauro wants to play, pure and simple. When he’s on the pitch, you can see his desire and enjoyment for the game – That always shines through. I’m sure he’ll quickly dispel any concerns that VFB supporters may have about his age and condition when he’s bombing up and down the wing !

Thank you very much, Rav, for your very meaningful answers. I hope Mauro can affirm your positive opinion here in Stuttgart. Good luck for your season!

Mauro Camoranesi wird beim VfB das Trikot mit der Rückennummer 16 tragen.

Übrigens, einen entsprechenden Eintrag mit Interview zu Mamadou Bah, dem letzten der VfB-Transfers kann ich nicht versprechen. Die Recherche war bislang nicht übermäßig ergiebig.
Wenn jemand einen Tipp haben sollte – gerne her damit.