Archiv | Trainerkarussell RSS feed for this section

Ein Traum

13 Okt

Ich habe einen Traum, dass eines Tages ein Trainer beim VfB wieder länger als 13 Monate am Stück arbeiten kann und Konstanz am Cannstatter Wasen einkehrt.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Spieler sich vom Beginn einer Saison an zusammenreissen und für den Verein reinhauen.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Transferpolitik des Vereins aus mehr Treffern als Nieten bestehen wird und man ein ausführliches Scouting den Einkäufen zugrunde legt.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages der VfB Stuttgart von professionellen Menschen mit Fußballverstand geleitet wird.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages der Vorstand nicht nur von persönlichen Interessengrüppchen geführt wird und wirtschaftliche Vernunft nicht zwangsläufig mit rigiden Sparzwängen verbunden sein muss.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages der VfB über Jahre hinweg Erfolg hat, ohne dass man als Fan Jahr für Jahr eine Achterbahn der Gefühle durchstehen muss.

Ich habe einen Traum, heute!

 

———————–

 

Die ausführlichere Reaktion von heinzkamke.

Gesammelte Reaktionen von VfB- und anderen Fans bei spox.com.

Danke Markus, Willkommen Herr Gross

7 Dez

Da geht man einmal kurz ins Stadion zur Beobachtung der Konkurrenz (Köln vs. Bremen – Kurzfazit: Es spielen auch noch andere Mannschaften schlechten Fußball…) und schon hat der eigene Verein einen neuen Trainer.

Dass dieser neue Trainer Christian Gross heißt, bewerte ich persönlich -um die Katze direkt mal aus dem Sack zu lassen- erst einmal positiv. Es war, von den gehandelten Kandidaten eigentlich die logischste Option, mit Ausnahme von Marcel Koller – allerdings erwähnte Erwin Staudt im Anschluss an die PK des heutigen Abends, dass ein Kriterium war, einen Trainer zu holen, der noch nicht für die Bundesliga „verbrannt“ ist, sondern ein frisches, hungriges Gesicht.

Gut, im Zusammenhang von Gross‘ Gesicht mit frisch zu sprechen ist vielleicht nicht die glücklichste Formulierung, aber der Gedankengang dahinter ist schon nachvollziehbar. Mit einem Trainer wie Koller hätte man sich beispielsweise einen Trainer geholt, der schon ein wenig das Image des „Kleinvereintrainers“ in Deutschland hat mit Köln und Bochum. Für das Umfeld wäre das vermutlich nicht das richtige Signal gewesen, wie es jetzt ein Trainer ist, der Erfahrungen in Champions League und Premier League (wenn auch nur relativ kurz und gegen den Abstieg bei Tottenham) aufweisen kann.

Weiters wurden noch einige Kandidaten genannt, die sich hauptsächlich aus Ex-VfB-Spielern rekrutierten, wie z.B. Franco Foda, das Duo Bobic/Balakow oder auch der unvermeidliche Buchwald, der sich mittlerweile selbst zu einem schwäbischen Matthäus disqualifiziert hat. All diese Kandidaten haben aber in meinen Augen vor allem eines gemeinsam: Ihnen fehlt es doch noch zu sehr an Erfahrung im Trainergeschäft und damit wären sie, meines Erachtens, zu nah am Profil des jungen Trainers Babbel.

Was hingegen benötigt wird in der derzeitigen Situation ist ein Trainer, der ein gewisses Maß an Autorität verstrahlen kann und die Mannschaft mit entsprechender Härte wieder auf Kurs bringt – denn die Spieler bringen derzeit leider einfach nicht die Leistung, die sie abrufen könnten. Und dieses Profil bringt Christian Gross dem Vernehmen nach wohl mit und ist daher auch aus diesem Grund anscheinend eine gute Wahl.

Was man aber natürlich dazu sagen muss, ist der Aspekt, dass neue Trainer, vor allem wenn sie verhältnismäßig unbeschriebene Blätter wie Gross in Deutschland sind, in erster Linie mal „Projektionsflächen“ für die Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte sind, da sie eben so unbelastet sind.
Schauen wir mal, ob er dies auch erfüllen kann.

Zu diskutieren gilt es natürlich die Umstände, die zur Entlassung Babbels geführt haben, und damit auch das Wirken der Vereinsführung.

Dass die heftigen Proteste vor, nach und teilweise auch während des Duells gegen Bochum zu einem derart schnellen Einknicken der Vereinsführung in der Trainerfrage geführt haben, war schon ein wenig erschreckend und ist mit einem bitteren Beigeschmack versehen, wenn man die Aussagen von letzter Woche im Hinterkopf hat („Jobgarantie für Babbel bis zur Winterpause“). Dieser Aspekt wird sehr kritisch beim Kollegen Kamke kommentiert.

Sehr kritisch finde ich persönlich auch die deutliche, teils harsche Art und Weise, mit der nicht nur Babbel, sondern auch der jetzt noch aktive Vorstand, die Vorkommnisse des gestrigen Nachmittags und Abends kommentiert haben. Natürlich war das Verhalten, von dem was man hier aus dem Kölner Exil so mitbekommen hat, teilweise alles andere als astrein, und ich habe ja selbst meine Meinung dazu kundgetan, dass mangelnde Unterstützung während eines so wichtigen Spiels eigentlich herzlich dämlich ist. Dennoch hätte man heute abend nicht so zentral und so schwerpunktmäßig in der Pressekonferenz auf die Fans einschlagen dürfen, denn der Frust bei uns Fans ist nun mal lange Zeit gegoren und das Team hat lange Unterstützung bekommen. Ein oder zwei Sätze zum Thema von Babbel hätten es meines Erachtens auch getan.

Zu guter Letzt, auch wenn es eigentlich einen eigenen Thread verdient gehabt hätte, gilt es sicher noch die Personalie Heldt zu diskutieren. Ich finde es ehrlich gesagt überraschend, dass er auch diesen Trainerwechsel überlebt hat, da doch für viele das Schicksal Heldts eng mit dem von Babbel verbunden zu sein schien.
Zudem ist Heldt unter den VfB-Fans mehr als umstritten und viele kreiden ihm Transfers wie die von Bastürk, Simak und natürlich vor allem Marica an. Aber auch vereinsintern sah es nicht unbedingt so aus, als ob er eindeutig fest im Sattel sitzen würde, wie nicht zuletzt die relativ lange Hängepartie ums Aufrücken in den Vorstand zeigte, die dann letztlich in dieser Sommerpause mit der Nominierung Heldts als Vorstand Sport beendet wurde.

Ich hätte, im Sinne eines umfassenden und eindeutigen Schnitts eine Entlassung Heldts wohl auch befürwortet, da das vermutlich die beste Möglichkeit gewesen wäre, um einen klaren Reboot zu starten. Mit dem schlechten Standing Heldts in vielen Teilen der Fans und auch in Hinblick auf die Tatsache, dass man mit Gross (scheinbar) so schnell klar war, wäre das jetzt eine halbwegs gute Gelegenheit gewesen, um weiteren Ballast loszuwerden und dennoch bis auf weiteres handlungsfähig zu bleiben. Heldt würde ich momentan als eine Art „lame duck“ bezeichnen, der es äusserst schwer haben wird, sich bald ein positives Standing zurückzuerarbeiten. Im Grunde müssen alle seine Winterpausentransfers und auch die Verpflichtungen, die er dann im kommenden Sommer tätigen wird (sollte er dann noch da sein) absolute Volltreffer sein. Weitere teure Flops wie Marica oder möglicherweise Pogrebnyak (der in der Rückrunde noch Chancen hat, das Gegenteil zu beweisen) kann er sich keinesfalls mehr leisten.

Jetzt gilt es aber erst einmal den Blick auf das Tagesgeschäft zu werfen, schließlich steht am Mittwoch beim Einstand von Gross direkt mal das vermutlich wichtigste Spiel der Saison an mit dem „Finale“ gegen Urziceni. Es wird spannend sein, zu sehen, welche Spieler und welches System gespielt wird, vor allem aber mit welcher Einstellung die Mannschaft auftreten wird. Ich kann nur hoffen, dass der Wechsel zu Gross auf die Mannschaft einen ähnlich befreienden Effekt haben wird, wie es vor gut einem Jahr der Wechsel von Veh zu Babbel hatte. Enorm wichtig wäre es.

Zu guter Letzt gilt es natürlich noch Markus Babbel zu danken, für eine geniale Rückrunde und für insgesamt tolle fünf Jahre beim VfB. Ich wünsche ihm sehr viel Glück und Erfolg beim Bestehen der Trainerprüfung, und dann hoffentlich eine baldige Stelle als Trainer im Profibereich.

Achja, Rolf Fringer ist Österreicher, nicht Schweizer. Das nur mal so am Rande. Tja, war wohl nix mit dem Klugscheissen. Fringer hat beide Nationalitäten.

Fakten, Meinungen, Hoffnungen.

2 Dez

Bleiben wir heute zur Abwechslung mal ernsthaft und bei den nüchternen Fakten.

Fakt ist, dass sich heute unser, in den letzten Jahren angenehm unauffälliger, Präsident Erwin Staudt vor die Presse gestellt hat und dem nach der faktisch äußerst schmerzhaften Niederlage gegen Leverkusen wackelnden Trainer das Vertrauen ausgesprochen hat. Und nicht nur dass, er hat ihm gleich eine Jobgarantie bis in die Winterpause hinein gegeben – um dann dort „Kassensturz“ zu machen.
Meine Meinung zum möglichen Trainerwechsel hatte ich ja gestern in den Kommentaren schon kundgetan. Daher bin ich schon ein wenig erfreut, dass die Vereinsoberen nach wie vor zu Babbel halten – wenngleich ich mich natürlich nicht etwaigen Parallelen zum Dollschen Hamburg verschließen will.
Meine Hoffnung ist, dass es sich auszahlen wird. Natürlich.

Fakt ist zudem, dass Babbel sich dazu entschlossen hat, Matthieu Delpierre als neuen Mannschaftskapitän zu installieren – was natürlich gleichbedeutend mit der Entmachtung von Hitzlsperger ist.  Dies soll dem Ex-Mannschaftsführer allerdings, wie Babbel sagt, die Gelegenheit zu geben sich konzentrieren zu können, „um wieder seine Bestform zu erreichen“.
Meiner Meinung nach ist Delpierre grundsätzlich keine schlechte Wahl als Kapitän, alleine aufgrund seiner Routine und seiner langjährigen Konstanz. Allerdings sind die Umstände eines solchen Pferdewechsels in der Mitte der Saison doch immer etwas zweifelhaft, zumal Delpierre nach Aussen hin auch nicht gerade mehr Lautsprecher ist als Hitzlsperger es war/ist. Hinzu kommt, dass Delpierre zuletzt formmäßig auch etwas schwächelte.
Meine Hoffnung ist natürlich, dass Babbel das richtige Gespür hatte, mit Delpierre einen Spieler mit mehr Durchschlagskraft und entsprechendem Standing im Team zu befördern. Ganz ab von der Hoffnung, dass Hitzlsperger durch das Manöver tatsächlich wieder den Kopf frei bekommt.

So was von Fakt ist natürlich, dass es bis zur Winterpause noch vier Begegnungen sind für den VfB – vier Begegnungen, die faktisch für Babbels näheren beruflichen Werdegang entscheidend sind. Und selbstverständlich auch für den VfB in sportlicher Hinsicht wegweisend sind. Dem Heimspiel am Samstag gegen Bochum wird das „Finale“ gegen Urziceni in der Champions League folgen. Anschließend stehen zwei nominell schwierige Aufgaben in der Bundesliga an: Auswärts gegen die zu Hause ungeschlagenen Mainzer und dann zum Abschluss nochmal gegen die unberechenbaren Hoffenheimer.
Meine Meinung ist eigentlich ganz klar: Wenn alle drei Heimspiele gewinnen werden, dann wird auch Babbel weiter im Amt sein – und möglich ist das, so rein prinzipiell, sicherlich.
Meine Hoffnung wäre natürlich zusätzlich auch noch in Mainz ungeschlagen zu bleiben.

Im Detail würde meine Einschätzung so ausschauen:

5.12. – Bochum (H – BuLi)
Hier ist es ganz klar und eindeutig: der Sieg und nichts als der Sieg zählt hier! Wenn wir gegen Bochum nicht gewinnen könnten, dann würde ich meinen letzten Rest an Optimismus und Glauben an das Team nun wirklich verlieren. Aber ich kann mir das selbst nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht vorstellen. Wenn zudem bei den anderen Begegnungen alles halbwegs so läuft, wie es zu erwarten ist, dann sollten wir uns mit dem Sieg wieder auf den 14. Platz vorschieben können (außer Nürnberg macht wieder was Unerwartetes).

9.12. – Urziceni (H – CL)
Wie gesagt, für eine sichere Weiterbeschäftigung sollte jedes Heimspiel gewonnen werden. Der Sieg wäre in diesem Falle natürlich gleichbedeutend mit dem Achtelfinaleinzug. Sicherlich ein kleines Trostpflaster für den bisherigen Saisonverlauf. Ob das klappen wird? Keine Ahnung. Hoffnung ist, wie immer, da. Aber ich würde es derzeit als „coin toss“ einschätzen, in Anbetracht des fragilen Mannschaftsgefüges. Daher: Gelingt in den ersten 30 Minuten der Führungstreffer wird es sicherlich klappen – sonst wirds ein „nail biter“.

13.12. – Mainz (A – BuLi)
Die sympathischen Mainzer sind mir als Auswärtsgegner zu diesem Zeitpunkt leider äußerst unsympathisch. Als Aufsteiger bis dato ungeschlagen in der heimischen Bruchweg-Arena strotzen sie nur so vor Selbstvertrauen und kämpften mit seeehr viel Einsatz und dem Fortune, das uns meist abgeht, sogar beinahe den HSV nieder. Sollte bei uns auch ein Remis am Ende stehen, dann könnte ich damit schon halbwegs leben (unter der Voraussetzung der Heimspielsiege). Es wird allerdings mehr als hart, da ich ein wenig Zweifel habe, dass der VfB gegen eine Mannschaft mit viel Energie, Leidenschaft und auch Spielkraft wirklich bestehen kann.
Unentschieden aber auch Niederlage könnten bei den anderen Paarungen des Wochenendes beide reichen, um weiterhin den Platz 14 zu halten [btw: ein Sieg könnte uns dann sogar schon auf 12 hochhieven].

19.12. – Hoffenheim (H – BuLi)
Eine nicht minder schwere Nuss gilt es dann zum Abschluss der Hinrunde zu knacken mit den allseits beliebten Ex-Underdogs aus Hoffenheim. Ein Sieg wäre hier sportlich ebenso wichtig, wie mental, um mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen, daher ist hier ein Sieg eigentlich doppelt nötig – selbst wenn ein Remis sportlich nachvollziehbar wäre gegen die versierten Hoffenheimer. Eine Niederlage darf hier am wenigsten passieren, denn das würde mit großer Wahrscheinlichkeit ein Abrutschen auf 15 – schlimmstenfalls gar 16 bedeuten (und das wäre tödlich, für Babbel wie Team). Auch ein Remis würde lediglich Rang 14 und wenig Vorsprung auf die Abstiegsränge bedeuten, womit Babbel sich ebenfalls wohl umorientieren dürfte (es sei denn alle drei vorangegangenen Spiele wurden gewonnen). Ein Sieg hingegen könnte uns bis auf 12 nach vorne schieben, würde dementsprechend Luft zum Atmen schaffen und wäre eben psychologisch unheimlich wichtig.

Bringen wir es also noch mal auf den Punkt: 3 Siege zuhause und wenn möglich keine Niederlage in Mainz dürften der Schlüssel zum Glück sein, für Mannschaft wie Trainerteam. Möglich ist es, wie gesagt. Fraglich, wie wahrscheinlich.

[Kleine, spinnerte Randnotiz zum Schluss: Sollte das tatsächlich alles so eintreffen, dann wären wir 12. Also genau einen Platz schlechter als nach der Hinrunde der vergangenen Saison… Allerdings mit signifikant weniger Punkten als damals und dadurch auch mehr Rückstand auf die Fleischtöpfe. Aber Grau ist alle Theorie.]

Babbel bleibt! Gut so.

28 Okt

…dann wird er sie hier nicht finden. Ich bin ratlos.

Sollte sich im Laufe des Tages irgendwas tun (ergo Babbel raus und Favre oder Slomka rein), dann werde ich mich versuchen zu melden, so es die Arbeit erlaubt.

Natürlich ist jeder herzlich dazu eingeladen seinen Senf im Rahmen des Legalen unten in den Kommentaren abzugeben.

EDIT1

Zur Abwechslung mal ein vernünftiges Interview mit Lehmann bei Spox.

EDIT2

Dank TobiKiefer hier noch ein weiterer Link zu Spox, diesmal allerdings zu einem der dortigen Blogs, von einem User, der ein sehr tolles und zustimmungswürdiges Plädoyer pro Babbel geschrieben hat.

EDIT3

Babbel bleibt vorerst weiter Teamchef und leitet derzeit das Training. Gut so!
Diese Krise lässt sich meines Erachtens nicht einfach am Trainer festmachen, deswegen sollte man nicht den „bequemen“ Weg gehen und Babbel feuern. Ich mein, heutzutage scheint doch kaum noch ein Verein willens, mal eine Krise mit einem Trainer zu durchleben.

Klar, wenn wir am Samstag von den Bayern vorgeführt werden und gegebenenfalls am Mittwoch in Sevilla nochmal auf die Nüsse kriegen, dann könnte sich das noch mal verschlimmern.
Andererseits wäre es wohl auch fatal gewesen, einen neuen Trainer mit zwei Spielen starten zu lassen, die schon in Normalform durchaus verloren werden können. Der wäre dann ja direkt mal verbrannt gewesen.
Achja, und Hleb darf erstmal auf der Tribüne nach seiner verlorenen Form und seinen guten Manieren suchen.
Quelle: StZ

EDIT 4
Eine perfekte grafische Analyse der Situation:

Gefunden bei kessel.tvvia