Schorsch, der von der Ersatzbank kam

30 Okt

Unser „Schorsch“ Niedermeier. Seit Jahren ein Gespött der Medien und der Fans, aus oberbayerischem Holz geschnitzt, kein Leichtfuss, aber unbeholfen, antiquiert bei der Spieleröffnung, technisch limitiert, seit Jahren der Inbegriff der Langsamkeit der VfB-Abwehr.

So dachte ich zu Beginn bis zum kalten, verregneten Frühlingstag, den 20. März 2011. Der VfB wie immer hinten drin und dann auch noch gegen Wolfsburg, die mit neuem/alten Trainer Magath antraten. Und Spieler wissen, wen Magath sich als Trainer vorstellt, heißt es die Pferdelungen auspacken. Wolfsburg führte 1:0 in Stuttgart und lange sah es nach einer weiteren trostlosen Niederlage aus bis zur 94. Minute. Und in diesem Moment spielte sich Niedermeier in mein Herz:

Was für eine Technik, was für eine Kaltschnäuzigkeit und was für ein Einsatz. Wow! Es ist zu einfach und zu billig, sich über Niedermeier lustig zu machen.

Seitdem halte ich große Stücke auf unseren „Schorsch“ und verfolge seinen Werdegang aufmerksam. Und es ist zu verzeichnen, dass noch kein Trainer an ihm vorbeikam, da er kompromisslos verteidigt, Kopfballstärke aufweist, ein Vorbild auf dem Platz ist („aggressive leader“) und eine gute Zweikampfbilanz vorweisen kann. So erlebt er mittlerweile den 8. Trainer des Vereins und noch überall konnte er sich durchsetzen, sei es bei den Defensivspezialisten wie Huub (blau steht ihm nicht so gut, siehe Hoffenheim), oder ambitionierten Jungtrainern wie Thomas Schneider (neben dem schicken Jogi macht er sich übrigens sehr gut, siehe Fußballnationalmannschaft).

Aktuell bietet die Abwehr des VfB dringenden Handlungsbedarf, Baumgartl zu jung, Sunjic zu wankelmütig (wirklich besser als Schorsch?), Hlousek kein gelernter Innenverteidiger (über diesen fällt es auch nicht schwer, sich lustig zu machen, der H“Lusche“k, aber zu einfach..) und Schwaab wirklich zu langsam.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum Zorniger Niedermeier nicht ausprobiert. Schlimmer wie gegen Leverkusen kann es ja nicht werden (in der 89. Minute auswärts beim Stand von 3:3 sich auskontern zu lassen..!). Es liegt wohl an der Ideologie von Zorniger, dass er hier keinen Pragmatismus walten lassen kann und das Beste aus dem vorhandenen Spielerpotential macht (bald geht Didavi, dann ist es zu spät..).

Daher meine Frage: Lieber Herr Zorniger, warum lassen Sie Georg Niedermeier nicht spielen?

Eine Antwort to “Schorsch, der von der Ersatzbank kam”

  1. abiszet November 1, 2015 um 7:35 pm #

    Sehr schön, ich mag Schorsch auch sehr gerne! Ob er es schlechter macht als Sunjic, wage ich auch zu bezweifeln. In mein Herz hat sich der Niederstrecker gespielt, als er nach einem Kopfball seine Zähne ausspuckte und weiterspielte (war es gegen Frankfurt?). Einer, der immer alles für den Verein gegeben hat. Einer, der hoffentlich noch ein paar Einsatzzeiten bekommt.

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