Erwarten.

3 Aug

In unserer deutschen Sprache hat man ja schon ein paar schöne Begriffe. Das Wort „erwarten“ zum Beispiel hat doch eine gewisse, schlichte Schönheit – und man kann es zudem durchaus mehrfach verwenden.

Und gerade zum jetzigen Zeitpunkt findet eben dieses Wort durchaus häufig Gebrauch.
So kann ich es meinerseits kaum noch erwarten, dass die Bundesliga-Saison endlich wieder losgeht. Aber erfreulicher Weise hat das Warten bald ein Ende und ich werde schon am Samstag dem VfB in seinem endlich komplett renovierten Zuhause meine Aufwartung machen. Dass ich auf eine gute Wartung der Anlagen hoffe, ist in diesem Zusammenhang sicherlich selbstredend.

Die spannendere Frage und auf der sicherlich die Ungeduld beruht, mit der der Saisonstart herbeigesehnt wird, ist aber natürlich vor allem: „Was kann, was darf, was muss ich von meinem Verein erwarten?“

Im Bezug auf den VfB bin ich mir da doch eher unsicher, was die Beantwortung dieser Frage angeht.

Natürlich sind die „Rahmenbedingungen“ grundsätzlich schon mal etwas positiver als sie in den vergangenen Jahren waren. Zum einen sind wir das lästige Thema „Baustelle“ los und haben endlich wieder ein komplettes und erstmals reines Fußballstadion, das nach allem, was man so hört, wirklich sehr gelungen sein soll.
Der zweite äußere Einfluss ist erstmal eigentlich kein erfreulicher, denn schließlich spielen wir in dieser Saison erstmals seit vielen Jahren nicht mehr international mit. Aber sieht man es positiv, dann hat man eben die sehr zeitintensive und finanziell wenig attraktive Belastung durch die Europa League endlich los und kann sich auf die Bundesliga und die paar Spiele im Pokal konzentrieren, was zumindest theoretisch die Chance auf Erfolg in der Liga und eben im Pokal erhöhen sollte.

Der wesentlich relevantere Aspekt ist aber mit Sicherheit die Antwort auf die Frage nach der sportlichen Qualität.

Wie in den vorangegangenen zwei Jahren hat man mit Träsch auch in diesem Jahr wieder einen deutschen Nationalspieler verloren, der eine relativ zentrale Rolle im Spiel des VfB einnahm. Zwar glaube ich, dass er im Gegensatz zu Gomez und Khedira keine so große sportliche Lücke hinterlassen wird, allerdings summiert sich der Aderlass natürlich auf Dauer.

Immerhin hat man für Träsch dieses Mal schon frühzeitig einen Ersatz gefunden, der die Lücke im defensiven Mittelfeld neben Zdravko Kuzmanovic mehr als adäquat füllen können sollte – sofern die Vorschusslorbeeren für den Dänen William Kvist stimmen.

Das größte Fragezeichen in Sachen Qualität dürften die meisten Fans allerdings ohnehin auf einer anderen mit Träsch verbundenen Position ausmachen: Die Position des Rechtsverteidigers.

Im Frühjahr, als es um eine Vertragsverlängerung mit Christian Träsch ging, wurde ihm vom Verein angeblich eine „Garantie“ für dauerhafte Einsätze als Rechtsverteidiger angeboten – um ihm, laut Verein, die Chancen auf einen Stammplatz in der Nationalelf zu erhöhen, da das defensive Mittelfeld der Nationalelf doch weitaus stärker besetzt ist.
Dass dies Träsch nicht so geschmeckt haben soll, der sich wohl eher im Mittelfeld sieht, soll hier nicht Thema sein – schließlich ist er ja so oder so wegen der besseren sportlichen P€rsp€ktiv€ nach Wolfsburg gewechselt.

Allerdings hat der Verein offensichtlich ja erkannt, dass es auf der Rechtsverteidigerposition endlich eine konstante und qualitativ hochwertige Lösung benötigt. Doch obwohl Träsch (und ja übrigens auch Patrick Funk) eben weg ging hat man anschließend trotzdem nichts mehr unternommen, um dort nachzulegen. Stattdessen geht man mit dem im letzten Jahr (noch?) nicht überzeugenden Stefano Celozzi und dem gelernten Innenverteidiger Khalid Boulahrouz in die Saison.

Das alleine birgt schon ein gewisses qualitatives Risiko. Erschwerend hinzu kommt nun die in den letzten Wochen extrem verschlimmerte Personallage in der Innenverteidigung. Nach den langfristigen Verletzungen von Delpierre, Niedermeier und auch Bicakcic hat man nun eigentlich nur noch zwei Spieler, die eigentlich als Innenverteidiger für das erste Team eingeplant sind: Der jüngst auch von einer kleineren Verletzungen geplagte Serdar Tasci, sowie die mexikanische Neuverpflichtung Maza, dem vom Trainerteam eigentlich erstmal noch „Trainingsrückstand“ bescheinigt worden war. Dazu plant man voraussichtlich Patrick Bauer als Backup – 18 Jahre jung, mit der Referenz von insgesamt 72 Minuten dritte Liga, verteilt auf drei Einsätze (darunter immerhin 57 Minuten nach Einwechslung am ersten Spieltag dieser Saison).

Dieser Zustand wird wohl noch für rund zwei Monate so anhalten in Anbetracht der Länge der Verletzungen von Niedermeier, Delpierre und Bicakcic. Dementsprechend wird man wohl Boulahrouz auch regelmäßiger in der Innenverteidigung einsetzen müssen, was dann im Umkehrschluss dem qualitativen Problem auf rechts noch eine quantitative Dimension hinzufügt.

Daher muss nach logischem Ermessen der Verein auf dem Transfermarkt eigentlich zwingend noch einmal aktiv werden, obwohl man das eigentlich quasi ausgeschlossen hatte. Ich stimme den Aussagen von Bobic und Labbadia zumindest insoweit zu, dass es wirtschaftlich und auch sportlich eher sinnlos wäre, wenn man nun weitere Innenverteidiger „auf Vorrat“ holt. Ansonsten hat man spätestens zur Rückrunde tatsächlich das gegenteilige Problem, dass man ohne internationales Geschäft auf einmal mit bis zu acht Innenverteidigern dasteht.
Der vernünftigste Schritt wäre daher das zu machen, was man in den Augen vieler Fans schon vor Wochen hätte man sollen, nämlich einen zusätzlichen, vernünftigen Rechtsverteidiger zu holen, der (und das ist wichtig) möglichst unmittelbar eingesetzt werden kann.

Immerhin steht die linke Abwehrseite relativ gut da, mit Molinaro und Boka, von denen der Italiener erst einmal gesetzt sein dürfte. Und auch Youngster Sven Ulreich dürfte im Tor bis auf weiteres unumstritten sein und im Gegensatz zum letzten Jahr nicht noch eine weitere Baustelle im Defensivverbund darstellen.

Auch die Doppelsechs im Mittelfeld dürfte nach allem was man von Aussen bisher beurteilen kann mit dem K+K-Duo (Kvist und Kuzmanovic) sowie den vermutlichen Back-Ups Gentner und Mamadouh Bah bis auf Weiteres gut besetzt sein und so vielleicht etwas Stabilität bescheren.

Die zweite, große Sollbruchstelle im Kader ist die Zehner-Position. Zwar hat man mit Tamas Hajnal eine Lösung fest verpflichten „müssen“, die als Startelfspieler die meisten Skeptiker überzeugt haben dürfte (mich mit eingeschlossen). Aber neben der Frage, ob er die Leistungen der Rückrunde überhaupt konservieren kann, ist vor allem das Problem, dass es für ihn im aktuellen Kader keinen wirklich adäquaten Ersatz geben. Gentner, als vermutlich erster Ersatz, ist in Sachen Kreativspiel bestenfalls eine Notlösung. Die andere, vermutlich interessantere Option ist Timo Gebhart, dem ich prinzipiell zutrauen würde auf dieser Position eine gute Rolle zu spielen – allerdings laboriert er nach wie vor an den Folgen einer hartnäckigen Verletzung. Damit ist er bestenfalls mittelfristig eine Alternative.
Achja, Cacau ist auch eine Option. So in der Theorie zumindest.

Zwar sind auch die anderen Positionen im Offensivbereich mit leichten Fragezeichen verbunden, aber als wirkliches Problem erachte ich eigentlich nur die Zehnerposition. Auf den Flügeln im Mittelfeld, ebenso wie im Sturm, ist es eher eine Frage von „Wer spielt letztlich von den Optionen“. Die Optionen, die vorhanden sind, sind aber allesamt einigermaßen vielversprechend.

Auf dem rechten Flügel ist der Topscorer der letzten Saison natürlich erst einmal gesetzt, der Hamburger Österreicher Martin Harnik. Gebhart wäre hier potentiell vermutlich erster Ersatz, aber auch hier muss man erst einmal sehen, wann er wieder gesund wird.

Auf der linken Seite ist es zumindest nominell fast schon überfüllt: Okazaki, Traoré, Audel, Gentner, Boka und auch Gebhart sind hier vom Prinzip her Optionen – auch wenn man die nicht unbedingt alle da sehen will.
Gesetzt ist (sofern nach Knöchelverletzung wieder fit) erst einmal der diesjährige Winterpausentransfer Shinji Okazaki, der in der Rückrunde weitestgehend überzeugen konnte, wenn auch nicht unbedingt als Vollstrecker. Zudem hat man mit Ibrahima Traoré in diesem Sommer einen Spieler verpflichtet, der tatsächlich auch nominell auf dem Flügel beheimatet ist. Bei ihm stellt sich sicherlich die Frage, ob er den Anforderungen der ersten Liga körperlich gewachsen ist. Zudem bin ich mir nicht ganz sicher, ob er nicht potentiell ein Sicherheitsrisiko ist, mit seinem Spielstil.
Mit Johan Audel wurde ja schon vor einem Jahr ein nomineller Flügelspieler verpflichtet, allerdings hat er bislang die schlimmste Befürchtungen erfüllt, die man nach Lesen diverser Meinungen über ihn haben musste: Verletzungsanfällig as verletzungsanfällig can. Von daher ist sein Name hier eher der Form halber gelistet – bis auf Weiteres.
Ähnliches gilt für die Namen Gentner, Gebhart und Boka, die eigentlich eher auf anderen Positionen benötigt werden bzw. zuhause sind.

Auch im Sturm herrscht für unsere Verhältnisse ein regelrechtes Gedränge. Bis auf weiteres ist Cacau hier die erste Option. Im Pokalspiel bei Wehen wirkte er allerdings etwas verloren und ohne rechte Bindung zum Spiel – es könnte also mal wieder den schlechten Cacau geben, der uns in den nächsten Wochen erwartet. In dem Fall dürfte Pavel Pogrebnyak regelmäßiger zu Einsätzen kommen, zumindest bis Julian Schieber wieder von seiner Verletzung vollständig genesen ist. Ich bin gespannt, wann und ob er sich durchsetzen kann. Die Chancen wird er bekommen, denke ich.
Hinter den drei erwähnten Stürmern wären zudem auch Harnik und Okazaki in der Lage dort zu spielen – bei letzterem bin ich ja nach den Aussagen von japanischen Fans immer noch davon überzeugt, dass er dort ohnehin besser aufgehoben sein dürfte als auf dem Flügel…

Die voran beschriebenen Einschätzungen basieren natürlich alle auf der Annahme, dass weiterhin ein 4-2-3-1 das System der Wahl bleibt. Zwar wurde laut Vorbereitungsberichterstattung auch durchaus mal mit einem 4-4-2 experimentiert, aber das sehe ich irgendwie noch nicht als regelmäßige Option. Ohnehin hätte es aus meiner Sicht ja eher Sinn gemacht, wenn man schon ein 4-4-2 einübt, dann nicht mit einer Raute im Mittelfeld, sondern mit zwei defensiven Mittelfeldspielern, um so eine Alternative zu haben für den Fall, dass Hajnal mal ausfällt. Aber gut, was weiss ich schon? Bin ja nur Blogger.

Nun gut. Soweit also mal meine Gedanken zum aktuellen Kader.

Ein Saisonvorschau-Kadereinschätzung-Ausblick-Text kommt natürlich auch nicht umhin, das Thema „Trainer“ zumindest kurz zu erwähnen. Viel Hohn und Spott prasselte bei der Verpflichtung Bruno Labbadias über uns herein, bevorzugt natürlich aus dem Umfeld des Bayer-Werks, sowie aus Ost-Bremen. Aber auch insgesamt wurde diese Personalentscheidung ja doch eher mit Häme begleitet.

Und auch ich kann nach wie vor eine gewisse Skepsis gegenüber Labbadia nicht komplett verhehlen. Was aber nur zum Teil mit seiner Person und seiner Historie zu tun hat, sondern mindest ebenso viel mit unserer eigenen jüngeren Vergangenheit, in der sich Bad Cannstatt nicht eben als trainerfreundliche Umgebung herausgestellt hat. Ein beliebter Kommentar von Optimisten ist in dieser Hinsicht ja gerne der Verweis auf „Minus mal Minus ergibt Plus“.
Das hat durchaus einen gewissen Charme, auch wenn ich leichte Zweifel habe, dass es so simpel ist. Wir wissen ja schließlich alle, dass Fußball keine Mathematik ist…

So bleibt es letztlich mal wieder der Zeit vorbehalten zu zeigen, ob Labbadia den bei seinen vorangegangenen Stationen üblichen Einbruch nach anfänglichen Erfolgen dieses Mal vermeiden kann. Und die Spieler müssen zeigen, dass sie nach einer Rückrunde mit Erfolg nicht wieder zu schnell in einen Status der Selbstzufriedenheit fallen. Und der Verein muss zeigen, dass er einen Trainer mit der Mannschaft arbeiten lassen kann, ohne durch unglückliche Aussagen Unruhe reinzubringen.

Der erste Prüfstein wartet an diesem Samstag zur offiziellen Saison- und Stadioneröffnung in Form der Schalker auf Labbadia und seine Mannen. Keine leichte Aufgabe, aber dennoch hoffe ich (natürlich und wie jedes Jahr, nein, jede Woche) auf einen Sieg. Alleine schon, weil uns dann nicht ausgerechnet (!) Marica abgeschossen hätte – Alptraumszenario.

Aber okay. Hauptsache es geht jetzt endlich los und das Warten hat ein Ende.

2 Antworten to “Erwarten.”

  1. jens1893 August 4, 2011 um 12:38 am #

    Bei den Problemzonen bin ich deiner Meinung und habe bei deinen Ausführungen auch ehrlich gesagt sehr wenig anzumerken oder auszusetzen. Meine Meinung zum Thema RV ist den meisten hinlänglich bekannt.

    Wenn ich hier jetzt die Nadel im Heuhaufen suchen wollte, was ich natürlich nicht mache, häng ich mich an der „Kreativspiel“ Formulierung bei Herrn Gentner auf. Das ist nicht Gentners Problem. Gentner ist ein sehr feiner (zu feiner?) Fussballer mit einem exzellenten rechten Fuss, nur leider ist er beim Thema Körpereinsatz und körperliches Spiel der legitime Nachfolger von Alex Farnerud als Prima Ballerina und ist mir allgemein etwas zu lethargisch, phlegmatisch und lahmarschig. Dynamik würde ich jetzt auch nicht unbedingt als eine seiner Stärken bezeichnen, wobei allerdings eben genau dieser Gentner ein Spieler ist, dem ich einen Schritt zutraue, eben weil er in meinen Augen über fussballerische Qualität verfügt.

    Wo ich allerdings gerne einhaken würde ist das Thema Sturm, denn dort ist man in meinen Augen maximal in der Breite, nicht aber in der Spitze „gut besetzt“. Alle im Kader stehenden Stürmer haben gewisse Qualitäten, mit denen man was anfangen kann (auch wenn ich hier jetzt mal elegant unseren russischen Kampfpanzer ignoriere), allerdings fehlt der Spielertyp Torjäger in meinen Augen nahezu völlig. Am nächsten kommt da noch ein Martin Harnik ran, sofern er denn im Sturm spielen kann oder darf … die anderen Kandidaten?

    – die einzige Konstante bei Cacau ist seine Unkonstanz und er lebt mir doch zu seher von 4-6 wöchigen Supermanphasen, die bei ihm regelmässig den Gesamteindruck beschönigen

    – Schieber war selbst während der unterm Strich guten Saison in Nürnberg eher weniger ein Torjäger und man muss abwarten, wie er hier ohne seine tlw. kongenialen Partner Ekici und Gündogan klar kommt. Wegen seiner Dynamik, Schnelligkeit und dem Körperbau würde ich ihn sogar evtl. als Alternative für links sehen.

    – Okazaki stimme ich dir zu. Taktisch mehr als ok, super Einsatz, klasse Laufbereitschaft, aber obs da mit der Effektivität nochmal was wird? Ich habe meine Zweifel.

    Ein anderer Punkt, den du quasi gar nicht angesprochen hast, sind die jungen Spieler, die evtl. im Laufe der Saison von den Amas hochrücken könnten. Dort tummeln sich in meinen Augen derzeit so viele Talente wie seit Jahren nicht und man muss gucken, wer da evtl. dieses Jahr schon eine Chance kriegen könnte. Wenn ich mir die Stimmen aus dem Trainingslager und der Vorbereitung etwas genauer anschaue, könnte eben da auch die dringend benötigte Alternative zu Tamas Hajnal bei sein.

    Kandidaten hat es IMO 2:

    – der allseits bekannte Raphael Holzhauser. Laut eigener Aussage fühlt er sich auf der 10 am wohlsten, wird als solche aufgebaut und braucht einen „Sechser“ hinter sich, mich erinnert er von den Anlagen her allerdings eher einen Khedira oder Ballack, die beide in meinen Augen in kein Schema passen und eher eine Mischung zwischen 6 und 10 sind, also quasi eine 8. Holzhauser hat in der Rückrunde unten einen sehr grossen Schritt gemacht, wirkt deutlich präsenter und dominanter und hat einfach tlw. Szenen drin, die einen mit der Zunge schnalzen lassen und wo man sehr klar sehen kann, dass in ihm ein sehr grosses Potential schlummert. Das sind dann tlw. nur kleine Szenen, aber die Szenen und Situationen lösen nur wenige so und kriegen nur wenige so hin.

    – Kevin Stöger, habe ich letztes Jahr mal ne HZ bei der U19 gesehen und dort hat er mich überzeugt. Wurde in der Sommerpause auch tlw. absolut mit Lob überschüttet und dürfte derzeit bei der U20-WM mit seinen zarten 17 Lenzen in Kolumbien einer der jüngsten Spieler im ganzen Turnier sein. Stöger kommt von seiner Anlagen und vom Spielertyp schon eher meiner Vorstellung von einer „Zehn“ im 4-2-3-1 nahe, nur dürfte der Sprung für ihn, gerade auch körperlich, derzeit wohl etwas zu gross sein.

    Co-Trainer Eddy Sözer hat sich während des Trainingslagers übrigens so über die beiden Österreicher geäussert

    Raphael Holzhauser: „Er ist ein sehr, sehr guter Spieler. Ein Linksfuß noch dazu, mit unheimlich guten technischen Fertigkeiten. Er hat einen sehr präzisen Schuss, kann aus dem Spiel heraus Diagonalbälle schlagen und Mitspieler einsetzen – das sind Fähigkeiten, die ein junger Spieler selten hat. Woran er noch arbeiten muss, ist, in seiner Dynamik noch stärker zu werden, sich dadurch noch mehr in die Offensivarbeit einzuschalten und er muss sich mit seiner Schusstechnik noch besser in Position bringen. Er muss am Sechzehner mehr präsent sein, um noch öfter zum Schuss zu kommen. Ich bin überzeugt, dass er bei uns seine nächsten Schritte machen wird.“

    Kevin Stöger: „Er ist neben Holzhauser und Martin Harnik ein weiterer Österreicher bei uns. Er ist ein sehr talentierter, technisch versierter Spieler, der ein enorm hohes Spielverständnis hat. Er bringt eine Grundaktivität mit, die für seine jungen Jahre wirklich klasse ist. Damit drückt er dem Spiel immer wieder seinen Stempel auf. Ihm fehlt wie den anderen Jungen natürlich noch Erfahrung, er macht immer mal wieder Fehler – die soll er aber ruhig noch machen, die muss er sogar machen, weil er daraus lernen wird. Er hat einen sehr guten Weg vor sich und wir werden ihn dabei sehr unterstützen.“

  2. hirngabel August 4, 2011 um 11:34 pm #

    So, nun auch hier noch einmal Danke für die ausführliche Antwort und die Ergänzungen zum Jugendbereich. Dort kenne ich mich halt einfach nicht gut genug aus, um tiefergehend zu kommentieren. Glaube auch irgendwie noch nicht daran, dass Labbadia sich „traut“, einen Holzhauser oder gar Stöger zu bringen, sollte Hajnal mal ausfallen.
    Denke, dass er da eher Gentner den Vorzug gibt. Aber mal schauen, Verletzungen sind ja derzeit sehr in Mode…

    Apropos Gentner:
    Ja, er ist ein guter Techniker und hat einen feinen Fuß. Dennoch fehlt mir bei ihm der Schuss „Genialität“ (okay, vielleicht etwas hochgegriffen, „Spielintelligenz“!?), den ein Zehner haben muss und der bei Hajnal wesentlich häufiger aufblitzt, als bei Gentner. Das mag eventuell sogar mit eben jenem Phlegma zusammenhängen (Stichwort: Gedankenschnelle).
    Aber gut, vielleicht hast Du sogar Recht und er macht den Schritt. Wäre ihm und auch uns nur zu wünschen.
    Ich frage mich lediglich, ob er diesen Schritt tatsächlich macht, wenn er regelmäßig als Springer genutzt wird, um mal hier und mal dort auszuhelfen.

    Im Sturm sprach ich tatsächlich in erster Linie von quantitativem Gedränge. Natürlich geht uns derzeit ein 20+-Tore-Stürmer ab und ich würde so einen liebend gerne hier sehen. Denke aber, dass wir in dem Bereich zumindest so aufgestellt sind, dass wir oben mitspielen können (Und mit oben meine ich um einen Platz im oberen Drittel). Dazu haben wir denke ich ausreichend Torgefährlichkeit in der Breite.

    Bei Okazaki: Nach den Äußerungen, die ich via Twitter gelesen habe und damals beim Bloginterview bekommen habe, bin ich davon überzeugt, dass Okazaki eigentlich in der Spitze (bzw bei einem 4-4-2 vorne drin) spielen sollte. Würde mich sehr interessieren, wie er sich da machen würde. Hoffe, wir bekommen mal im Laufe der Saison Gelegenheit das zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: