Lauerstellung

11 Apr

Es hätte ein nahezu perfekter Spieltag werden können, wenn, ja, wenn da heute nicht wieder einmal dieser verdammte van Nistelroy gewesen wäre, der dem HSV in Bochum im letzten Moment den Arsch gerettet hat.

Aber „Hätte hätte Fahrradkette“… So bleibt es nun dabei, dass wir nach wie vor einen Punkt und ein ganzes Kölner Torverhältnis hinter den Hamburgern liegen. Die Trümpfe liegen also nach wie vor auf Seiten der Fischköpfe, die mit Mainz und Hoffenheim noch 2x die gleichen Gegner wie wir haben und zusätzlich noch mit Nürnberg und Bremen ein unter dem Strich sehr ähnliches Restprogramm von den Gegnerstärken haben wie wir (Leverkusen und Bochum). Es werden also die berühmten Nuancen entscheiden.

Hinter uns dürfte sich mit Frankfurts Niederlage zumindest ein weiterer Gegner verabschiedet haben, während Wolfsburg weiterhin noch im Rennen ist. Die haben allerdings mit Bremen und Dortmund zwei durchaus hochkarätige Gegner, zu denen sich noch Frankfurt und Freiburg gesellen, so dass ich glaube, dass Wolfsburg am Ende nicht mehr eingreifen wird.

Die Leverkusener (die ich letzte Woche ja als Ziel auserkoren hatte) haben mir leider einen kleinen Strich durch meine Rechnung gemacht, indem sie sich gestern doch tatsächlich erdreisteten gegen Bayern nicht zu verlieren und damit die Meisterschaft doch noch ein kleines bisschen offen zu halten. Damit könnten wir dann zwar immer noch mit einem Sieg kommenden Samstag bis auf 4 Punkte an Leverkusen heranrücken (und werden das natürlich auch!), aber das ist dann in Anbetracht des besseren Leverkusener Torverhältnis dann doch eben vermutlich ein Punkt zu viel.

Immerhin: Der VfB hat gestern zumindest seine eigenen Hausaufgaben erledigt. Etwas womit ja nicht unbedingt zu rechnen war, angesichts der katastrophalen Bilanz der letzten VfB-Auftritte in Berlin. Diese Serie konnte man allerdings gestern brechen – und das obwohl man mit Sicherheit nicht die bessere Mannschaft war, geschweige denn einen wirklich guten Auftritt ablieferte.

Dementsprechend hadert man derzeit extremst auf der Seite des Gegners, die sich -teilweise durchaus zurecht- über die Benachteiligung durch das Schiedsrichter-Trio beklagen und natürlich gemeinhin über die Ungerechtigkeit, dass man durch einen abgefälschten Schuss von Cacau verloren hat, obwohl man ja eigentlich die bessere Mannschaft gewesen sei. (Okay, das wird nicht unbedingt von der Statistik gedeckt, aber gut: 54% Ballbesitz pro VfB, 14 zu 14 Torschüsse, 50-50 Zweikämpfe)

Und ganz ehrlich: I don’t give a damn.
Die Lamentiererei ist natürlich absolut verständlich, schließlich ist damit der Abstieg beinahe besiegelt in Anbetracht des hammerharten Restprogramms, aber abgesehen davon, dass es mir als Sieger natürlich sowieso wurscht sein kann, wie es einem Verein ergeht, der eher am unteren Ende meiner Sympathieskala angesiedelt ist, war dieser Sieg eben auch eine Wiedergutmachung für die absolut unverdiente Niederlage der Vorsaison in Berlin. Von daher mangelt es mir da gerade erheblich an schlechtem Gewissen…

Das Spiel an sich war natürlich von VfB-Seite in der Tat keine Offenbarung und man könnte sicherlich an einigem herumkritteln, da es zwar definitiv durchaus eine sehr anständige Leistung war, die der VfB ablieferte, offensiv allerdings haperte es doch sehr. Daran war die gut stehende Hertha zwar nicht unschuldig, dennoch hätte da meines Erachtens eigentlich mehr kommen müssen. Dies ausführlicher zu kritisierten, dazu fehlt mir heute aber leider die Zeit. Ich hoffe mal, dass Hleb nächste Woche wieder im Einsatz ist. Denn auch wenn Hilbert im Zusammenspiel mit dem wieder sehr starken Molinaro durchaus eine ordentliche Leistung ablieferte, hat unser Alex doch eben noch eine andere Klasse. Ich bin mal gespannt, wie das in den nächsten Wochen noch so läuft, aber eventuell muss ich doch meine Meinung revidieren, dass wir Verstärkungen im offensiven Mittelfeld nicht unbedingt bräuchten.
Für weitere Systemanalysen verweise ich jetzt einfach mal auf heinzkamke, der sich mit Sicherheit in den nächsten Tagen detailliert zur Lage des VfB äussern wird. (Subtil den Druck erhöhen… =))

Ein Rahmenaspekt am Samstag war natürlich noch die Aussperrung der Berliner Ostkurve, sowie die Reaktion unserer Ultras vom Commando Cannstatt, wozu ich mich vergangenen Freitag schon kurz in den Kommentaren äusserte. Zwar war ich etwas überrascht, dass der Sky-Kommentator auf der Einzeloption den Stimmungsboykott der Ultras nach rund 15 Minuten erwähnte und das durchaus differenziert darstellte – aber ansonsten fand diese ganze Aktion ausserhalb lokaler Medien in Stuttgart und Berlin so gut wie Null Beachtung, so wie ich es im Grunde erwartet hatte. Es war zwar nicht so schlimm, wie ich befürchtete, dass man es als Solidarisierung mit den aufs Feld stürmenden Idioten interpretiert hätte, aber in Anbetracht der medialen Nullwirkung war die Aktion war dennoch wirklich so gut wie für den hohlen Zahn, da alles von der komplett ausgesperrten Kurve überschattet wurde in den diversen Berichterstattungen. Der einzige Effekt den es hatte, war, dass es einen weiteren Keil in die VfB-Fangemeinschaft getrieben hat. Aber nun ja: Hauptsache „Gegen den modernen Fußball“…

Ich bin die kommende Woche viel unterwegs, daher kann es mal länger dauern, bis ich einen Kommentar moderieren oder auf ihn antworten kann. Also bitte nicht wundern.

2 Antworten to “Lauerstellung”

  1. Stefan April 12, 2010 um 9:39 am #

    Ich wünsche dem VFB ja wirklich die Europa League, aber nächstes Wochenende werdet ihr erstmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt (kann durch besseres Verb ersetzt werden, mir fällt gerade nichts besseres ein). Solch durchgemogelte Drei Punkte gibt es bei uns nicht zu holen…

    Zur Fanaussperrung: Es interessiert die breite Öffentlichkeit einfach nicht, was im Berliner Stadion der Hertha so passiert bzw. ja gerade nicht passiert. Solang es keine großen Randale und Ausschreitungen gibt, wird man nie etwas lesen/hören/sehen. Hat man vor der ganzen Sache ja auch nicht.

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  1. Drucksituationen « angedacht - April 13, 2010

    […] steht’s im Brustring, und wenn ich ehrlich bin, muss ich mir eingestehen, dass ich diesem Druck, so subtil er auch sein […]

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