Vorschau: Eintracht Frankfurt

25 Feb

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel sagt man gemeinhin ja ganz gerne, deswegen muss es natürlich nach der Gala gegen Barcelona am Wochenende auch schon wieder weitergehen. Auf dem Tagesmenü am Samstagnachmittag steht dieses Mal die Eintracht aus Frankfurt – natürlich im Gegensatz zum FC Barcelona weit weniger glamourös, aber nichtsdestotrotz auch durchaus wichtig.

Natürlich, bei 8 Punkten Rückstand habe ich Platz 5 im Grunde abgehakt, aber nichts wäre schlimmer, wenn es am Ende durch irgendwelche seltsamen Umstände dennoch möglich wäre, man aber unterwegs nochmal dumme Punkte hätte liegen gelassen (und davon hatten wir in der Hinrunde ja im Grunde schon mehr als genug).

Das Duell gegen Frankfurt, die nur zwei Plätze und vier Punkte vor uns liegen, zu gewinnen, wäre dementsprechend wichtig, um zumindest auf den „Verfolgerrängen“ hinter den Top5 noch ein wenig mehr für „Enge“ zu sorgen. Zumal sich auch die direkten Nachbarn auf 6 und 8 gegenseitig die Punkte wegnehmen im Spiel Mainz gegen Bremen.

Ohnehin wird es einen vermutlich äusserst interessanten Spieltag geben, da ja auch Platz 5 gegen 3 (Dortmund in äh auf Schalke) und Platz 4 gegen 2 (Hamburg in München) spielen und es dementsprechend nicht sonderlich überraschend wäre, wenn beide EuropaLeague-Aspiranten Federn lassen müssten.

Aber vor all diese Rechenspielchen hat der liebe Gott und der DFL-Spielplaner eben erst einmal die Begegnung mit Eintracht Frankfurt gesetzt.

Und um Euch ein wenig auf dieses Duell mit der Mannschaft unser aller Lieblingsverteidiger einzustimmen gibt es heute mal zur Abwechslung ein kleines Interview mit Felix vom Blog Meine wahre Liebe. Bei ihm drüben gibt es natürlich das entsprechende Gegenstück mit Fragen von ihm an mich über den VfB zu finden.

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Nur eine Niederlage in den letzten 10 Spielen, darunter Siege gegen Dortmund und Bremen, mit Platz 7 so gut wie lange nicht in der Rückrundentabelle platziert und sogar nur 4 Punkte hinter einem EuropaLeague-Platz – Mal ganz ehrlich, was ist da schief gelaufen beim Verein mit dem Abo fürs untere Mittelfeld?

Ich denke dieser positive Trend hat mehrere, um genau zu sein drei Hauptgründe. Zunächst ist da der neuer Trainer, Michael Skibbe, der einfach eine ganz andere Philosophie hat als sein Vorgänger Funkel. Schnellen, direkten Fußball möchte er spielen lassen und das gelingt phasenweise sehr gut. Wenn ich ab und an mal die Chance habe und das Training der Jungs besuche merke ich förmlich, welch großen Wert Skibbe auf schnelle Ballstaffetten legt. Der zweite Grund sind die Neuverpflichtungen. Und hier spreche ich noch nicht einmal von Halil Altintop, sondern viel mehr von Maik Franz, Selim Teber und vor allem Pirmin Schwegler, der mit seiner Ballsicherheit und Beweglichkeit genau in Skibbes Konzept passt. Maik Franz ist nicht nur als torgefährlicher Spieler, sondern auch als Typ in der Mannschaft sehr wichtig und Selim Teber, der einen wirklich schweren Stand hat und oft auf die Mütze bekommt, stabilisiert das Mittelfeld auch immens. Zehn(!) gelbe Karten zeigen meiner Meinung nach, wie sehr er sich aufopfert. Der dritte Grund ist die Umstellung von Patrick Ochs. Als rechter Mittelfeldspieler kann er seine offensiven Qualitäten besser ausspielen und ist weniger defensiv gebunden.

Was wird denn insgesamt diese Saison noch drin sein für Euch? Wird man nach vorne noch etwas erreichen können oder droht auf der anderen Seite die Gefahr, dass die Mannschaft auch einbrechen könnte, beispielsweise wenn sie einen Rückschlag durch eine Niederlage beim VfB erleidet?

Das wird sich in den nächsten beiden Wochen zeigen. Ich persönlich bin sehr skeptisch, aber das war ich vor den Spielen in Dortmund und Hamburg auch. Ich traue dem Team glaube ich weniger zu, als es wirklich kann. Die beiden Spiele in Stuttgart und anschließend daheim gegen Schalke werden die Richtung vorgeben. Mit vier Punkten aus diesen beiden Spielen könnte ich mir sogar vorstellen, dass die Eintracht am Ende Platz 5 belegt.

Das gute Abschneiden ist ja umso erstaunlicher, da die Winterpause doch von sehr vielen Störgeräuschen begleitet wurde und das Verhältnis zwischen Skibbe und Bruchhagen teilweise doch sehr zerrüttet erschien. Könnten da langfristig doch noch Schäden geblieben sein trotz Burgfrieden?

Ich glaube dass sowohl Trainer als auch Vorstandsvorsitzender das selbe Ziel verfolgen. Nämlich den Erfolg der Eintracht. Skibbe weiß, welche Kompetenzen er im Verein hat und welche eben nicht. Natürlich möchte ein Trainer mehr, wenn er merkt, dass diese Saison nach oben was gehen könnte. Und wenn es darum geht, namhafte Spieler zu kaufen, hat man die Fans natürlich auf seiner Seite. Allerdings hat Bruchhagen recht: die Eintracht wurde in den letzten 15 Jahren „heruntergewirtschaftet“ und kann viele Transfers einfach nicht stemmen. Ich denke das hat Skibbe eingesehen und verstanden. Und er hat ja schließlich mit Halil Altintop noch seinen Stürmer bekommen.

Stichwort Transfers: Mit Halil Altintop gelang immerhin ein namhafter Transfer, der auch regelmäßig spielen konnte. Wie schätzt Du seine Zukunft ein, einerseits angesichts der Rückkehr von Amanatidis (wie auch Fenin) und auch in Angesicht seines nur bis zum Sommer laufenden Vertrags?

Erstmal muss ich sagen, dass ich es wirklich schade finde, dass man Altintop nicht länger binden konnte. Ich habe bereits vor dem Transfer viel von ihm gehalten. 20 Tore für Kaiserslautern schießt man nicht einfach so. Seine schwachen Leistungen bei Schalke waren meiner Meinung nach der Tatsache geschuldet, dass er vornehmlich als Außenstürmer spielen musste. Als echter, spielstarker Mittelstürmer hat er tolle Qualitäten. Ich hoffe sehr, dass man ihn auch über das Saisonende hinaus binden kann. Ob Ioannis Amanatidis seine Karriere überhaupt fortsetzt ist unklar, und selbst wenn er es tut, so ist und bleibt er immernoch sehr verletzungsanfällig. Martin Fenin halte ich für einen sehr talentierten Stürmer, der, wenn er verletzungsfrei bleibt, noch ein wichtiger Mann in Frankfurt werden wird. Selbst wenn Amanatidis und Fenin nächste Saison einsatzfähig sein sollten würde ich mir einen Verbleib von Altintop sehr wünschen. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Als VfB-Fan interessiert mich natürlich auch, was Deine Meinung zum Ex-KSCler Maik Franz ist, der ja bei uns nicht allzu wohlgesonnen ist. Seine hohe Anzahl an Toren diese Saison ist jedenfalls schon mal beeindruckend.

Maik Franz hatte anfangs einen schweren Stand in Frankfurt. Als der Transfer bekannt wurde, war die fast einhellige Meinung unter den Fans: „So einen wollen wir hier nicht haben!“. Dass er sich auf seiner nicht angestammten Position als Rechtsverteidiger durchgesetzt hat liegt nicht unbedingt an seiner fußballerischen Klasse. Er ist ein Kämpfer, einer der sich ein Bein ausreißt für sein Team. Einer, der auch mal laut wird wenn es sein muss und einen unbändigen Willen hat. So erklären sich auch seine fünf Treffer. Er geht bei Standardsituationen einfach ohne Rücksicht auf Verluste auf den Ball, will das Tor unbedingt. So einen Spieler hat die Eintracht gebraucht.

Weshalb konnte sich Ralf Fährmann auf der Torhüterposition eigentlich noch nicht durchsetzen? Er war bei Schalke ja doch sehr vielversprechend und Oka Nikolov, so „kultig“ er ist, ist ja nun nicht unbedingt die Zuverlässigkeit in Person.

Zunächst muss man sagen, dass der Fährmann-Deal gemacht wurde, als Funkel noch ungefährdet im Trainerstuhl saß. Was aus solchen Transfers werden kann sieht man am Beispiel Tymoschuk bei den Bayern. Allerdings weiß auch Skibbe was er Fährmann hat. Dem Mann gehört die Zukunft im Eintracht-Tor, wenn er denn bleibt. Nikolov wird nach dieser Saison wechseln, da bin ich sicher. Und was aus Markus Pröll wird ist unklar. Ich glaube, dass Bruchhagen genau für diesen Zweck Fährmann geholt hat. Damit er einen jungen, talentierten Nachfolger für den ewigen Oka hat. Nachfolger, nicht Konkurrent.

Warum läuft es Deiner Meinung nach im Rückspiel nun besser als im Hinspiel, wo ihr deutlich von uns geschlagen wurdet, obwohl wir damals schon nicht wirklich in Form waren?

Die Eintracht ist super drauf und hat sich gefunden. Das Team steht und ist eingespielt. Zudem gab es im Hinspiel einen frühen Platzverweis für Marco Russ. Dazu kommt, dass Patrick Ochs gesperrt war. Zwei absolute Schlüsselspieler in Frankfurt. Wir haben eine bestens aufgelegte Mannschaft die sehr gut in Form ist. Zudem ist Frankfurt seit 5 Spielen auswärts ungeschlagen. Darunter echte Hammergegner wie Dortmund und Hamburg. Dazu kommt, dass der VfB durch das Champions-League Spiel vielleicht ein bisschen müde sein könnte. Es sind viele kleine Faktoren, die am Ende den Ausschlag geben können.

Magst Du Dich auch auf einen konkreten Tipp festlegen?

Ich tippe auf ein 1:1. Sollte es einen Sieger geben, dann nicht mit mehr als einem Tor unterschied. Wenn man alle Faktoren abwägt, sind die beiden Mannschaften wirklich fast auf Augenhöhe. Am Ende könnte der Heimvorteil vielleicht ausschlaggebend sein. Doch ich glaube an die vier Punkte aus den nächsten zwei Spielen. Die Eintracht holt einen Punkt.

Vielen Dank für das nette Interview und viel Erfolg für den Rest der Saison – also, ab nächster Woche dann.

2 Antworten to “Vorschau: Eintracht Frankfurt”

  1. Schwob Februar 26, 2010 um 9:42 am #

    Weiter so mit den gegenseitigen Interviews mit anderen Bloggern, ich lese das immer sehr gerne und fühle mich so in meiner beschränkten Zeit auch ganz gut vorbereitet auf das jeweilige Spiel!

    Mehr davon!

  2. hirngabel Februar 26, 2010 um 2:13 pm #

    Freut mich, dass es gefällt. Werde mich bemühen, das halbwegs regelmäßig hinzubekommen, solche Interviews einzubauen.

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