Bundesliga 09/10, ST 01: VfL Wolfsburg.

10 Aug

So eine Sommerpause ist für den Fan ja schon eine Art Marytrium. Gerade so eine Sommerpause wie diese, wo es keinerlei ernstzunehmenden Fußball zu sehen gibt, da es sich um ein ungerades Jahr handelt (Okay, die U21-EM gab es…). Und gerade so eine Sommerpause, wo wochenlang auf dem Transfermarkt aus VfB-Sicht nichts positives passiert, sondern sich eine gefühlte Enttäuschung an die andere reiht. Labilere Gemüter neigen dann schon mal schnell dazu, sich in Pessimismus zu ergehen oder schon mal präventiv in Panik zu verfallen.

Und nach diesen endlos erscheinenden Wochen, in denen der Fan vor sich hindarbt, ist es dann natürlich umso schöner, dass es dann doch irgendwann wieder los geht mit der Bundesliga und man sich eben nicht mehr nur mit belanglosen Testspielen und dem Aufstellen von Managerspiel-Teams über Wasser halten muss.

Je näher dieser Tag dann rückt, umso aufgeregt wird man und umso mehr steigert sich Vorfreude auf den erlösenden Anpfiff, der dafür sorgt, dass der Ball endlich wieder rollt und man nicht mehr nur Theoritisieren muss, sondern endlich harte Fakten bekommt.

Dementsprechend war es also natürlich ganz logisch, dass ich am vergangenen Freitag Abend selbstverständlich ein paar gute Freunde um mich scharte und wir uns um 20 Uhr auf den Weg in die Kölner Innenstadt machten, wo wir uns dann im Kölner Blue Shell … das Konzert einer drittklassigen Studentenband namens „Meine Herren“ anschauten.

Tja, all diese Wochen Sommerpause hatten mich scheinbar derart mürbe gemacht, dass ich bedenkenlos zugesagt hatte, als es darum ging an besagtem Freitag Abend ein Konzert anzuschauen. Klar, ist ja ohnehin noch Sommerpause.

Oder eben auch nicht. Und so kam es dann tatsächlich, dass ich nach diesem wochenlangen Dürsten nach vernünftigem Live-Fußball das Auftaktspiel meines VfB beim Meister aus Wolfsburg tatsächlich nicht live sehen konnte. Manchmal wünsche ich mir, ich würde einen Terminkalender führen…

Laut meines Telefonkorrespondenten und auch dem allgemeinen Vernehmen nach, habe ich wohl tatsächlich ein recht sehenswertes Spiel verpasst, von dem vor allem die erste Halbzeit wirklich gutklassig von beiden Teams war. In der zweiten Halbzeit scheint man dann insgesamt etwas abgebaut zu haben und ist dann erst durch eine klasse Einzelleistung von Misimovic in den Rückstand geraten, bevor sich erst Träsch verletzte und dann Grafite die Stuttgarter „Dreierkette“ noch mal schön ausspielte.

Da es bislang an diesem Wochenende dann auch nicht dazu reichte, mir eine Zusammenfassung der Partie anzusehen, spare ich mir zum Saisonauftakt also direkt mal eine weiterführende Betrachtung der Begegnung, sondern verweise einfach mal auf die bloggenden Kollegen, die das Spiel tatsächlich gesehen haben:
heinzkamke projiziert seine Angefressenheit vor allem auf Steffen Simon, verliert dabei aber -wie gewohnt- nicht seinen analytischen Blick.
Einen etwas kürzeren Überblick bekommt man bei timo vom neuen VfB Stuttgart Fanblog, der eine kurze Einzelbetrachtung der VfB-Spieler abgibt.
Achja, und von wegen Ausgewogenheit und so, natürlich auch noch den Blick rüber zu den Kollegen von der anderen Seite, vom VfL Wolfsburg Blog, wo Wolf ein „hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe“ sah…

Wendet man nun aber mal den Blick von diesem Spiel ab und betrachtet die Gesamtsituation nach dem ersten Spieltag, dann kann ich, nach dem was ich gesehen, gehört und gelesen habe, auch guten Gewissens sagen, dass es so schlimm nun wirklich nicht ist, sondern der VfB eine der besseren Leistungen der Liga absolviert hat.

Nimmt man mal „nur“ die 10 Teams, die laut allgemeinem Tenor als engere Kandidaten für das internationale Geschäft, dann war da jenseits der Wolfsburger Leistung erstaunlich viel Schatten. Zur klassischsten aller Anstoßzeiten, zu der tatsächlich noch 5 Spiele gleichzeitig stattfanden, mühten sich Hertha, Schalke und Dortmund jeweils zu knappen Siegen gegen ziemlich schwache Gegner. Bei Leverkusen reichte es immerhin noch zu einem Remis bei Aufsteiger Mainz und Bremen offenbarte derart krasse Abwehrprobleme, dass man sogar gegen Frankfurt verlor. Im Topspiel am Samstagabend beträufelten sich dann sowohl Hoffenheimer, wie Bayern nur mit äußerst wenig Ruhm. Und auch heute verbreiteten die bei vielen hochgewetteten Hamburger nicht gerade Angst und Schrecken mit einem halbwegs glücklichen 1:1 beim Aufsteiger aus Freiburg.

Klar, so ein erster Spieltag hat immer noch nur eine relativ limitierte Aussagekraft, aber es lassen sich doch schon einige Dinge erkennen und da gibt es wirklich nur wenig, was mich persönlich von meiner Meinung abbringt, dass wir in diesem Jahr eine sehr gute Rolle in dieser Liga spielen können. Klar ist nun natürlich aber auch, dass kommendes Wochenende ein Heimsieg gegen Freiburg folgen muss – ein Spiel, dass ich dann hoffentlich live sehen kann, bevor es ins Kölner Stadion geht: Meisterschaftsfavoritencheck.

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4 Antworten to “Bundesliga 09/10, ST 01: VfL Wolfsburg.”

  1. heinzkamke August 10, 2009 um 10:52 am #

    Köln? Meisterschaftsfavorit?
    Nee, ich bin bei Dir: das wird eine gute Saison!

    Über die drittklassige Stundentenbanc lesen wir dann nebenan, oder warst Du gedanklich so abwesend, dass es dafür nicht reicht…?

  2. hirngabel August 10, 2009 um 12:45 pm #

    Ach verdammt, ich wusste doch, dass es zu unklar war. =) Natürlich halte ich den Effzeh nicht für einen Meisterschaftsfavoriten, sondern den Gegner, gegen den man spielt: VfL Wolfsburg.
    Der FC wird diese Saison wieder gegen den Abstieg kämpfen.

    RE: Band – Das ist der Plan.

  3. Nick August 11, 2009 um 7:48 pm #

    Man kann diese nicht gerade überragenden Leistungen der ‚Spitzenteams‘ am Wochenende auch positiv sehen: Ich denke, es wird wieder eine richtig spannende Saison, zumindest auf den ersten zehn Plätzen.

  4. hirngabel August 11, 2009 um 8:12 pm #

    Keine Frage! Der erste Spieltag hat wieder recht deutlich gemacht, dass es aller Voraussicht nach über weite Strecken eine sehr spannende Saison geben dürfte. Für den halbwegs neutralen Fan dürfte es wieder ein großer Spaß sein.

    Das war auch weniger negativ gemeint, sondern sollte vor allem die Stuttgarter Tabellenplatzierung etwas in ein Gesamtbild rücken.

    Schließlich sind’s ja nur 3 Punkte Rückstand auf Platz 1. 😉

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