Transfers 2009/2010: Aliaksandr Hleb

5 Aug

Alex Hleb: Neues Glück beim alten Verein?

Alex Hleb: Neues Glück beim alten Verein?

Immer wenn ich in meinem Leben bislang gefragt wurde (was genau genommen exakt nie passiert ist bislang), wen ich denn für den besten Spieler halten würde, den ich bislang im VfB-Trikot gesehen habe, dann antwortete ich immer, dass es vermutlich Ronaldinho nach dem Trikottausch im Anschluss an die CL-Begegnung 2007 gegen Barcelona der Weißrusse Aliaksandr Hleb war, der 2000 vom FC BATE Borisov zum VfB wechselte und dann vor allem ab 2002 für Aufsehen mit seinen unwiderstehlichen Dribblings sorgte, als er oft nur durch gegnerische Fouls vom Ball zu trennen war. 2005 verließ er dann das Ländle und etablierte sich nahezu umgehend bei Arsenal London, wo er seinerseits drei Saison blieb, bevor er im vergangenen Jahr zum noch größeren FC Barcelona wechselte.

Als nun, bedingt durch Hlebs Unzufriedenheit mit seiner Situation in Barcelona, wo er in der abgelaufenen Saison gerade einmal 3 Spiele über 90 Minuten absolvierte, gegen Ende der Saison erste Gerüchte über eine mögliche Verpflichtung des Weißrussen aufkamen, habe ich das erst einmal eher unter Geplänkel abgetan. Klar waren die Aussagen Hlebs und auch seines Beraters Uli Ferber (der wie wir nun alle wissen Besitzer des Hotels Sonnenhof in Großaspach ist) von großem Wohlwollen in Richtung VfB geprägt – aber realistisch erschien es mir doch nicht, dass Barca Hleb für einen realistischen Betrag hergibt und gleichzeitig Hleb diesen sportlichen Rückschritt einfach so akzeptiert, so dass ich mich auch nicht weiter mit dem Gedanken befasste, was eine Verpflichtung überhaupt bedeuten würde.

Und je länger die Sommerpause dauerte, umso mehr geriet das Thema in den Hintergrund. Einerseits natürlich weil die Stürmersuche erheblich mehr Sexappeal für die Medien hatte und andererseits bestätigte es mich, dass das doch wieder nur eine der zahlreichen Sommerlochsäue war, die so durchs Dorf getrieben wurden.

Als ich dann am vergangenen Donnerstag in einem Dubliner Internetcafé nach einer weitestegehend internetfreien Urlaubswoche wieder mal ins WWW schaute, traf mich die News über die Ausleihe Hlebs daher so ziemlich unvorbereitet und hinterließ mich erst mal mit Unterkiefer auf irischem Boden.

Und ganz ehrlich, ich bin mir noch immer nicht zu 100% sicher, ob ich diese Ausleihe so richtig gut finden soll. Zum Einen hat es damit zu tun, dass ich die Leihe eines solchen Spielers ohne Kaufoption zwar grundsätzlich nicht verkehrt finde, weil er uns für diese Saison sicherlich erheblich weiterbringen kann. Mit Nachhaltigkeit hat diese Lösung allerdings höchstwahrscheinlich nicht viel zu tun. Denn eine halbwegs realistische Chance Hleb auch über diese Saison hinaus zu verpflichten haben wir nur, wenn wir überdurchschnittlichen sportlichen Erfolg haben (ergo Platz 1 oder 2 und Viertelfinale CL o.ä.). Und dieser Erfolg wird ziemlich wahrscheinlich nur möglich sein, wenn Hleb stark dazu beiträgt. Das wiederum wird aber unweigerlich Barca auf den Plan rufen, für die dann natürlich genau der Zweck der Leihe erfüllt wurde: Hleb auf Top-Niveau zurückzubringen. Da beisst sich dann die Katze in den Schwanz.

Der andere Aspekt, weshalb ich den Transfer mit leichtem Unbehagen sehe, ist, dass ich ein kleines bisschen Angst habe. Angst, dass der Spieler -den ich wie erwähnt für einen der besten halte, der je den Brustring trug- nicht den großen Erwartungen entspricht, die durch seine Vergangenheit hervorgerufen werden. Dass er dadurch quasi sein eigenes Denkmal einreisst und sich nur noch als guter aber gescheiterter Spieler mit überdurchschnittlichen Anlagen darstellt. Und das wäre ein wenig grausam für meine Fan-Seele.

Lässt man dies alles aber aussen vor, dann muss man sicherlich konstatieren, dass Hleb sportlich (und natürlich auch finanziell) eine perfekte Lösung für das Hier und Jetzt ist und für den Kader, wie er sich zu diesem Zeitpunkt darstellt. Zwar besitzen wir mit Khedira und Hitzlsperger ein zentrales Mittelfeld, dass ich defensiv für exzellent halte und in Sachen Offensive durch Khediras Dynamik und Hitzlspergers Schussstärke und phasenweisen Präzisionspässen eine gewisse Qualität besitzt. Auf den Aussen aber haben wir leider nur Leute, die gute Anlagen haben, diese aber zu selten konstant abrufen können, wodurch wir oftmals an eigener Ideenlosigkeit und offensiver Durchsetzungsfähigkeit leiden.
Hleb ist da ein Spieler der diesem Mannschaftsteil genau die fehlende Brillanz verleihen kann, die nötig ist, um Spiele zu dominieren und in verfahrenen Spielsituationen das kreative Element reinbringen können, das notwendig ist, um auf hohem Niveau zu bestehen.

Ein weiterer Punkt, der aus meiner Sicht für die Verpflichtung von Hleb spricht, offenbarte sich dann erst zwei Tage später mit der Bekanntgabe des Transfers von Pawel Pogrebnyak. Aber dazu morgen abend mehr.

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