Abstiegsfavorit VfB Stuttgart.

7 Jul

Oder: Nur ein pessimistischer Fan ist ein wahrer Fan.

Wenn man derzeit so durch die Internetwelt streift und sich diverse Fanforen durchschaut, dann fallen doch vorwiegend zwei Gemütszustand bei der überwiegenden Mehrheit der (mitteilungsbedürftigen) VfB-Fans auf: PANIK und WELTUNTERGANGSSTIMMUNG!!!

Glaubt man dem derzeitigen Tenor der virtuellen VfB-Fanwelt, dann ist es nicht die Frage, wie weit unten wir in der Tabelle am Ende landen, sondern wie früh in der kommenden Saison wir offiziell als Absteiger feststehen. Ist ja auch kein Wunder, schließlich haben wir den wichtigsten, weil einzig guten Spieler verloren und noch immer keinen Nachfolger verpflichtet. Und ohnehin stellt sich das Management des VfB derzeit als absoluter Trümmerhaufen dar, da man keine vernünftigen Transfers vollzieht und sich bei allen Verhandlungen total blamiert. Sowieso ist kein Konzept zu erkennen und von Scouting kann schon mal nicht im Ansatz die Rede sein: Schließlich ist man auf alle Spieler, die der VfB kaufen will ja nur dadurch aufmerksam geworden, dass sie mal als Gegner auf dem Platz standen und gut ausgesehen haben. Und überhaupt sind die Kandidaten, die ernsthaft gehandelt werden, sowieso nur Vollblinde, die mit Glück ein paar mal pro Saison den Ball halbwegs so treffen, dass sie ungefähr da ankommen, wo sie hingehen sollten.

Ganz im Gegensatz selbstverständlich zu den Verpflichtungen der Konkurrenz, die prinzipiell absolute Kracher für ein geniales Preis-Leistungs-Verhältnis sind. Nur der VfB war mal wieder zu blöd, sich um genau diese Spieler zu bemühen!

Das Problem vieler dieser Fans ist (abgesehen davon, dass der Rasenplatz auf der anderen Seite immer etwas grüner erscheint), dass sie in Sachen Transfers auf der Suche nach der berühmt-berüchtigten eierlegenden Wollmilchsau sind. Der neue Stürmer muss selbstverständlich in den letzten Jahren eine überragende Trefferquote gehabt haben und das selbstredend entweder in England oder in Spanien (vielleicht auch noch in Italien) aber keinesfalls in einer „kleinen“ Liga – weil da trifft ja ohnehin jeder. Zu alt darf er keinesfalls sein, wennmöglichst maximal 25 Jahre alt, aber eigentlich auch am besten noch viel jünger. Sein Können muss er allerdings schon mehrere Jahre unter Beweis gestellt haben. Aber entwicklungsfähig muss er noch sein. Die Ablöse sollte natürlich möglichst gering sein, wobei man bei einem Krachertransfer selbstverständlich schon ein bisschen was in die Hand nehmen sollte – aber auch wiederum nicht ZU viel. Und in das Stuttgarter Gehaltsgefüge muss er natürlich auch noch irgendwie rein passen.

Dass dieses Anforderungsprofil so nicht erfüllt werden kann, sollte jedem Normaldenkenden eigentlich klar sein – aber in der Raserei mancher VfB-Fans ist das natürlich schwer, ein wenig Realismus einkehren zu lassen und sich ein wenig Gedanken über die Mechanismen des Geschäfts zu machen. 35 Millionen Euro (die im Übrigen auch eigentlich viel zu wenig waren) auf dem Konto bedeutet halt nicht, dass man damit auch automatisch jeden beliebigen Topspieler einfach so verpflichten kann.

Aber gut, sei es drum. Denn wenn man sich so durch die Blogs und Foren anderer Vereine klickt (oder die Kommentarspalten zu Transferdiskussionen bei anderen BuLi-Klubs auf neutralen Sportnachrichtenseiten), dann stellt man gemeinhin doch eben auch fest, dass es bei den meisten anderen Fangruppen kaum anders aussieht. Grundsätzlich werden die neuen Transfers sehr kritisch beäugt, die potentiellen Neuzugänge der eigenen Mannschaft sind selten gut genug und die eigene Vereinsführung verhält sich komplett döspaddelig.

Warum das so ist, lässt sich vermutlich nur damit erklären, dass man sich selbst einfach nicht zu viel Hoffnung machen will. Schließlich -wenn man nicht gerade Bayern-Fan ist- überwiegen die Enttäuschungen im Leben eines deutschen Vereinsfußballfans. Und wenn man vor der Saison schon mal ein bisschen rumgestänkert hat, dann kann man sich hinterher immer noch hinstellen und wenigstens sagen, man hätte es vorher gewusst. Ist dann ja auch was Schönes.

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2 Antworten to “Abstiegsfavorit VfB Stuttgart.”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Ein Jahr Brustring. « Brustring – Ein Blog zum VfB Stuttgart - Juli 7, 2010

    […] Beinahe hätte ich es verpasst, aber tatsächlich ist es heute ein Jahr lang her, dass ich meinen ersten Beitrag in diesem Blog verfasst habe. Aus einer spontanen Laune heraus Nach reiflicher Überlegung habe ich […]

  2. Kurzer Faktencheck « Brustring – Ein Blog zum VfB Stuttgart - Juli 8, 2010

    […] der anderen Seite, wir hatten das Thema letztes Jahr ja […]

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