Schlagwort-Archiv: Cristiano Molinaro

Kurzer Faktencheck

8 Jul

Okay, ganz kurz muss ich mich doch nochmal aus der Sommerpause melden.  Denn nachdem ich mich -wider besseren Wissens- kurz in die Niederungen der VfB-Forenwelt und Artikelkommentare gestürzt habe, gibt es dann doch leider etwas, was ich kurz loswerden muss.

Denn aus irgendwelchen mir nicht erklärlichen Gründen wird in den Niederungen des Internets schon wieder akute Panik auf Seiten diverser VfB-Fans geschoben, weil wir noch nicht Messi, Robben und Cristiano Ronaldo verpflichtet haben. So werfen nicht wenige dieser Fans den Vereinsoberen einmal mehr Untätigkeit auf dem Transfermarkt vor und befürchten, dass wir am Ende der Transferphase mal wieder nur das abkriegen, was so liegen geblieben ist.

Aber schauen wir uns das doch mal genauer an – auch wenn ich weiß, dass man Hysterie meistens nur schlecht mit Fakten begegnen kann. Versuchen wir es trotzdem mit einer kleinen Bestandsaufnahme:

Der VfB Stuttgart hat bislang mit mit Christian Gentner einen Mann verpflichtet, der gute Chancen auf regelmäßige Einsätze in der ersten Mannschaft hat, sowie mit Marc Ziegler einen Ersatztorwart und mit Martin Harnik einen talentierten Nachwuchsmann für den Sturm, der wohl vorwiegend als Einwechselspieler seine Gelegnheiten bekommen wird.

Macht unter dem Strich 3 echte Neuzugänge, zu denen sich dann noch mit Cristiano Molinaro und Georg Niedermeier zwei nun fest verpflichtete Leihspieler gesellen, so dass man durchaus von 5 Neueinkäufen für die Profimannschaft sprechen kann, ohne rot werden zu müssen.

Wie sieht es nun aber bei der Konkurrenz aus?

Bayern hat bisher keinen einzigen richtigen Neuzugang, ausser man mag Kroos als einzig wirklich Guten von den zurückkehrenden Leihspielern so bezeichnen.

Der HSV hat bislang einen Kauf auf der Habenseite mit Drobny, sonst ebenfalls nur zurückgekehrte Leihspieler.

Die tollen Hoffenheimer haben bisher mit Mlapa und Starke auch erst zwei Transfers auf ihrem Konto.

Bremen hat bis heute mit Arnautovic und Felix Kroos lediglich zwei Perspektivspieler verpflichtet.

Wie wir steht der VfL Wolfsburg momentan bei drei verpflichteten Spielern (wenn auch ziemlich guten mit Arne Friedrich, Ben Khalifa und seit gestern Simon Kjaer).

Rechnet man Molinaro und Niedermeier nicht zu den Neueinkäufen, dann wäre Borussia Dortmund in der Zahl der Neuverpflichtungen noch “vor” uns, da sie neben dem viel diskutierten Lewandowski mit Pisczek vom Berliner Grabbeltisch sowie dem neuen Ersatztorwart Mitchell Langerak und Shinji Kagawa auf insgesamt 4 Zugänge kommen.

Von den Topclubs bzw. denen die sich dafür halten, haben also lediglich Schalke und Leverkusen (je 6 Einkäufe) effektiv MEHR Zukäufe getan als der VfB.

Deswegen, liebe VfB-Fans, hört mal bitte auf mit dieser peinlichen Hysterie, der VfB würde nix tun, während alle anderen Vereine dauernd einkaufen.
In Wahrheit sind es bisher lediglich die Vereine der unteren Hälfte (und eben Bayer, sowie die Magath-Schalker mit der großen Geldbörse) die richtig aktiv auf dem Transfermarkt sind.

Aber der Schwabe muss ja bruddeln.

Davon unbelassen bin ich natürlich auch absolut dafür, dass wir noch eine qualitativ hochwertige Verstärkung im linken, offensiven Mittelfeld holen und darüber können wir dann auch gerne reden – aber bitte, wir haben die WM noch nicht einmal zu Ende gespielt, von daher gibt es eben noch überhaupt keinen Anlass jetzt schon wieder in Panik auszubrechen.

Auf der anderen Seite, wir hatten das Thema letztes Jahr ja schon…

Lauerstellung

11 Apr

Es hätte ein nahezu perfekter Spieltag werden können, wenn, ja, wenn da heute nicht wieder einmal dieser verdammte van Nistelroy gewesen wäre, der dem HSV in Bochum im letzten Moment den Arsch gerettet hat.

Aber “Hätte hätte Fahrradkette”… So bleibt es nun dabei, dass wir nach wie vor einen Punkt und ein ganzes Kölner Torverhältnis hinter den Hamburgern liegen. Die Trümpfe liegen also nach wie vor auf Seiten der Fischköpfe, die mit Mainz und Hoffenheim noch 2x die gleichen Gegner wie wir haben und zusätzlich noch mit Nürnberg und Bremen ein unter dem Strich sehr ähnliches Restprogramm von den Gegnerstärken haben wie wir (Leverkusen und Bochum). Es werden also die berühmten Nuancen entscheiden.

Hinter uns dürfte sich mit Frankfurts Niederlage zumindest ein weiterer Gegner verabschiedet haben, während Wolfsburg weiterhin noch im Rennen ist. Die haben allerdings mit Bremen und Dortmund zwei durchaus hochkarätige Gegner, zu denen sich noch Frankfurt und Freiburg gesellen, so dass ich glaube, dass Wolfsburg am Ende nicht mehr eingreifen wird.

Die Leverkusener (die ich letzte Woche ja als Ziel auserkoren hatte) haben mir leider einen kleinen Strich durch meine Rechnung gemacht, indem sie sich gestern doch tatsächlich erdreisteten gegen Bayern nicht zu verlieren und damit die Meisterschaft doch noch ein kleines bisschen offen zu halten. Damit könnten wir dann zwar immer noch mit einem Sieg kommenden Samstag bis auf 4 Punkte an Leverkusen heranrücken (und werden das natürlich auch!), aber das ist dann in Anbetracht des besseren Leverkusener Torverhältnis dann doch eben vermutlich ein Punkt zu viel.

Immerhin: Der VfB hat gestern zumindest seine eigenen Hausaufgaben erledigt. Etwas womit ja nicht unbedingt zu rechnen war, angesichts der katastrophalen Bilanz der letzten VfB-Auftritte in Berlin. Diese Serie konnte man allerdings gestern brechen – und das obwohl man mit Sicherheit nicht die bessere Mannschaft war, geschweige denn einen wirklich guten Auftritt ablieferte.

Dementsprechend hadert man derzeit extremst auf der Seite des Gegners, die sich -teilweise durchaus zurecht- über die Benachteiligung durch das Schiedsrichter-Trio beklagen und natürlich gemeinhin über die Ungerechtigkeit, dass man durch einen abgefälschten Schuss von Cacau verloren hat, obwohl man ja eigentlich die bessere Mannschaft gewesen sei. (Okay, das wird nicht unbedingt von der Statistik gedeckt, aber gut: 54% Ballbesitz pro VfB, 14 zu 14 Torschüsse, 50-50 Zweikämpfe)

Und ganz ehrlich: I don’t give a damn.
Die Lamentiererei ist natürlich absolut verständlich, schließlich ist damit der Abstieg beinahe besiegelt in Anbetracht des hammerharten Restprogramms, aber abgesehen davon, dass es mir als Sieger natürlich sowieso wurscht sein kann, wie es einem Verein ergeht, der eher am unteren Ende meiner Sympathieskala angesiedelt ist, war dieser Sieg eben auch eine Wiedergutmachung für die absolut unverdiente Niederlage der Vorsaison in Berlin. Von daher mangelt es mir da gerade erheblich an schlechtem Gewissen…

Das Spiel an sich war natürlich von VfB-Seite in der Tat keine Offenbarung und man könnte sicherlich an einigem herumkritteln, da es zwar definitiv durchaus eine sehr anständige Leistung war, die der VfB ablieferte, offensiv allerdings haperte es doch sehr. Daran war die gut stehende Hertha zwar nicht unschuldig, dennoch hätte da meines Erachtens eigentlich mehr kommen müssen. Dies ausführlicher zu kritisierten, dazu fehlt mir heute aber leider die Zeit. Ich hoffe mal, dass Hleb nächste Woche wieder im Einsatz ist. Denn auch wenn Hilbert im Zusammenspiel mit dem wieder sehr starken Molinaro durchaus eine ordentliche Leistung ablieferte, hat unser Alex doch eben noch eine andere Klasse. Ich bin mal gespannt, wie das in den nächsten Wochen noch so läuft, aber eventuell muss ich doch meine Meinung revidieren, dass wir Verstärkungen im offensiven Mittelfeld nicht unbedingt bräuchten.
Für weitere Systemanalysen verweise ich jetzt einfach mal auf heinzkamke, der sich mit Sicherheit in den nächsten Tagen detailliert zur Lage des VfB äussern wird. (Subtil den Druck erhöhen… =))

Ein Rahmenaspekt am Samstag war natürlich noch die Aussperrung der Berliner Ostkurve, sowie die Reaktion unserer Ultras vom Commando Cannstatt, wozu ich mich vergangenen Freitag schon kurz in den Kommentaren äusserte. Zwar war ich etwas überrascht, dass der Sky-Kommentator auf der Einzeloption den Stimmungsboykott der Ultras nach rund 15 Minuten erwähnte und das durchaus differenziert darstellte – aber ansonsten fand diese ganze Aktion ausserhalb lokaler Medien in Stuttgart und Berlin so gut wie Null Beachtung, so wie ich es im Grunde erwartet hatte. Es war zwar nicht so schlimm, wie ich befürchtete, dass man es als Solidarisierung mit den aufs Feld stürmenden Idioten interpretiert hätte, aber in Anbetracht der medialen Nullwirkung war die Aktion war dennoch wirklich so gut wie für den hohlen Zahn, da alles von der komplett ausgesperrten Kurve überschattet wurde in den diversen Berichterstattungen. Der einzige Effekt den es hatte, war, dass es einen weiteren Keil in die VfB-Fangemeinschaft getrieben hat. Aber nun ja: Hauptsache “Gegen den modernen Fußball”…

Ich bin die kommende Woche viel unterwegs, daher kann es mal länger dauern, bis ich einen Kommentar moderieren oder auf ihn antworten kann. Also bitte nicht wundern.

VfB Kaderplanung – Saison 2010/11 (Teil 1)

31 Mär

Jetzt, wo mit dem April der vorletzte Monat der Bundesligasaison angebrochen ist, sprießen , passend zum Frühlingsbeginn, allüberall die Gerüchte, Diskussionen und Spekulationen über die Kaderplanungen der einzelnen Teams für die kommende Saison.

Dem kann ich mich natürlich nicht entziehen, zumal mit Cacaus heutiger Bekanntgabe sowie Khediras Äußerung am Wochenende zwei Säulen des diesjährigen VfB-Teams selbst entscheidende Informationen gegeben haben. Zudem hat auch Lehmann, bei dem schon länger klar war, dass er nicht beim VfB bleiben wird, sein endgültiges Karriereende bekannt gegeben und wird uns ab Sommer dann als Sky-Experte beehren.

Zu allererst möchte ich hier erst einmal einen Überblick geben, über die Situationen aller VfB-Spieler, inklusive des schon vorab verpflichteten Christian Gentner. In den Klammern findet man das aktuell verhandelte Vertragsende. Um ein wenig Struktur reinzubringen, habe ich die Spieler mal in die Kategorien “Bleibt”, “Fraglich” und “Geht” eingestuft – die hoffentlich halbwegs selbsterklärend sein sollten… Wobei natürlich in Einzelfällen über die jeweilige Einordnung diskutiert werden kann, aber dazu weiter unten mehr.


Bleibt Fraglich Geht

TOR Ulreich (2011) Stolz (2012) Lehmann (Karriereende)

ABWEHR Niedermeier (2014) Boulahrouz (2012) Osorio (Vertragsende)

Boka (2012) Tasci (2014)

Delpierre (2012) Molinaro (2010)

Celozzi (2012)

Träsch (2012)

MITTELFELD Didavi (2012) Hilbert (2010) Hleb (Leihende)

Funk (2012) Mandjeck (2011)

Gebhart (2013)

Gentner (2014)

Khedira (2011)

Kuzmanovic (2013)

Lanig (2011)

Rudy (2012)

Schwarz (2011)

Walch (2011)

STURM Marica (2012) Pogrebnyak (2012) Cacau (Vertragsende)

Schieber (2012)

Riedle (2011)

Wie man schon sieht (und ja, das ist für den gemeinen VfB-Fan natürlich alles andere als eine Neuigkeit) werden uns sicher in diesem Sommer gleich vier Spieler verlassen, schön paritätisch aufgeteilt auf jeden Mannschaftsteil. Während Osorio mittlerweile nur noch in die Kategorie “Trainingspartner” fällt, sind die anderen drei Spieler sportlich gesehen durchaus Verluste, da sie allesamt zum Stamm dieser Saison gehören (Cacau sicherlich mit Abstrichen). Dementsprechend muss hier auf jeden Fall im Sommer nachgelegt werden. Aber schauen wir es uns mal im Detail an.

Der Abgang von Lehmann ist vermutlich die Personalie, die das meiste Medienecho hervorruft, beendet doch einer der besten Torhüter Deutschlands seine Karriere. Zudem bietet die Nachfolgediskussion natürlich, dadurch, dass sie solange absehbar war, ein perfektes Thema, das man als Medium immer mal wieder aufkochen kann, wenn es sonst nichts relevantes zu berichten gibt. Sven Ulreich ist, wenn er seine Verletzung ordentlich übersteht, der designierte Nachfolger – und ich befürworte dies auch.
Die spannende Frage aus kaderplanungstechnischer Sicht stellt daher die Besetzung der Auswechselbank bzw. der Posten in der zweiten Mannschaft. Logischster neuer zweiter Mann wäre natürlich Alexander Stolz, mit 26 Jahren der älteste beim VfB auf der Gehaltsliste stehende Torhüter, aber mit gerade einmal 2 UI Cup- und 8 Drittliga-Einsätzen nicht unbedingt der Erfahrenste. Da ich mir vorstellen könnte, dass Stolz nicht unbedingt Wert auf weitere Bank-Saisons hat, habe ich ihn daher oben erst einmal in die “Fraglich”-Kategorie eingestuft. Logisch wäre demzufolge eigentlich die Verpflichtung eines soliden, älteren Torhüters, gegebenenfalls aus Liga 2. Schließlich haben wir neben den angesprochenen Torhütern noch geschlagene 4 weitere Torhüter im Alter von 18-22 Jahren, die sich derzeit im Dunstkreis der zweiten Mannschaft befinden.
Ich sachma spontan, jemand wie Gerhard Tremmel wäre da eine nicht uninteressante Option. Die Frage stellt sich da natürlich wie immer, ob so jemand sich eine Bankposition antun will. Mal ganz abgesehen vom schmalen Grat dazwischen einen sicheren Backup zu haben oder einen ernsthaften Konkurrenten im Nacken. Fragt mal nach bei Rensing und Butt…
Die andere Option ist natürlich dann immer noch, direkt eine neue Nummer 1 extern zu verpflichten. Namen sind da ja genügend in der Diskussion: Drobny, Miller, Benaglio, Fromlowitz, etc. Aber, wie gesagt, nicht meine favorisierte Variante.

In der Abwehr sieht die Situation einerseits klarer aus, wenn man nur den sicheren Abgang Osorios anschaut. Der spielt sportlich, wie gesagt, keine Rolle mehr und ist daher als Verlust sehr leicht zu kompensieren.
Andererseits gibt es in der Abwehr allerdings noch so manches Fragezeichen hinter diversen, durchaus wichtigen Spielern. In erster Linie ist da natürlich Cristiano Molinaro, dessen Leihe zum Ende der Rückrunde ausläuft und der so gesehen wieder zurück nach Turin gehen könnte – oder aber natürlich auch woanders hin, nach den starken Leistungen beim VfB. Immerhin, der VfB hat ein Vorkaufsrecht mit festgeschriebener Ablösesumme, so dass eine Weiterbeschäftigung durchaus gut möglich erscheint. Zumindest würde ich das aus der Ferne so beurteilen.
An ein Scheitern aufgrund der Ablösesumme kann ich jedenfalls nicht glauben.

Ein weiteres Fragezeichen steht nach wie vor hinter Serdar Tasci, der sich ja durchaus zu Höherem berufen fühlt (und das auch zu leisten im Stande ist, denke ich) und schon immer mal wieder mit einem Wechsel liebäugelt. Zudem lief es für den 22jährigen Nationalspieler in dieser Saison nur so suboptimal, was sein Standing innerhalb des Teams angeht. Von daher würde es mich nicht komplett erstaunen, wenn er, vor allem beflügelt durch eine gute WM, sich in diesem Sommer beruflich neu orientieren würde.

Eine Neuorientierung könnte auch für Khalid Boulahrouz anstehen, der sich nie wirklich beim VfB durchsetzen konnte. Immerhin bekam er, bedingt durch Verletzungen, zuletzt wieder ein paar Einsätze, aber so richtig zufriedenstellen kann ihn das eigentlich nicht, zumal es nicht mal seine Stammposition in der Innenverteidigung war, auf der gleich drei Leute die Nase vorne haben. Immerhin, Boula hat nie gemeckert und scheint sich zumindest nicht unwohl zu fühlen. Ein Abgang von Tasci könnte dann natürlich das ganze Gefüge weiter durcheinander bringen.

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass wir Molinaro behalten werden und entweder Boula oder Tasci verlieren. Mit dem vorhandenen Personal sähen wir somit zu 3/4 ziemlich gut aus, wie ich finde. Einzig das Rechtsverteidigerproblem wäre nach wie vor akut und müsste auf jeden Fall mit einem Transfer gelöst werden. Selbst wenn man glaubt, dass Celozzi das Potential hat, um höheren Ansprüchen zu genügen, muss man schließlich einen Ersatz für Osorio finden, um einen Backup auf dieser Position zu haben. Schließlich ist Träschi ja mittlerweile für das defensive Mittelfeld vorgesehen.

Um eben dieses Mittelfeld kümmern wir uns dann, wenn es läuft wie geplant, am Donnerstag Abend. Ebenso darum, ob Cacau nun tatsächlich heute seinen Abschied verkünden wird…

Zwei verschenkte Punkte

7 Mär

Nachdem ich letzte Woche berufsbedingt nichts vom Spiel der Stuttgarter sehen konnte, war ich dieses Mal bei meinen Eltern zuhause und habe die Bundesligakonferenz auf Sky geschaut – und wieder quasi nichts vom Spiel des VfB mitbekommen. Daher gibt es dann heute wieder keinen Nachbericht zum Spiel, zumal ich ohnehin auch relativ wenig Zeit habe, mich ausführlich mit dem Spiel auseinanderzusetzen – geschweige denn die eigentlich notwendige Motivation. Denn der ganze Ablauf des Spiels hat mich doch unter dem Strich etwas angefressen, da es mich doch einigermaßen nervt, dass wir nach der Niederlage gegen Hamburg schon wieder gegen einen mehr oder weniger unmittelbaren Konkurrenten Punkte gelassen haben, obwohl es nicht notwendig war.

So bleibt es nun bei vier Punkten Rückstand auf Werder Bremen, während Hamburg und Dortmund, wie im Grunde erwartet, ihre jeweiligen Spiele gewinnen konnten, so dass der Rückstand nun wieder auf 7 bzw. 8 Punkte angewachsen ist.

Mit Schalke, Bayern und Leverkusen hat man an den nächsten 6 Spieltagen gleich die komplette Top3 der Liga vor der Brust, was die Geschichte oben ranzukommen, natürlich bei weitem nicht einfacher macht. Bei dem derzeitigen Rückstand werden daher auf jeden Fall Unentschieden nicht reichen, da man sonst eher Gefahr läuft noch von den Teams knapp hinter dem VfB abgefangen zu werden. Und selbst wenn man dort Siege holen würde, müsste man angesichts des Rückstands immer noch auf mehrere Ausrutscher bei der Konkurrenz hoffen.

Schade, denn mit einem Sieg gegen Werder hätte man sich da doch mal in eine etwas bessere Ausgangsposition manövriert. Vom psychologischen Effekt eines Auswärtssiegs in Bremen mal ganz zu schweigen.

Aber gut,  schauen wir mal was die nächsten Wochen bringen.

Hier wird es berufsbedingt wieder etwas ruhiger werden, da kommende Woche für mich die größte Touristikmesse der Welt in Berlin ansteht und die Woche darauf, die Abgabe eines äußerst wichtigen Projekts.

Wenn ihr Euch als Leser also irgendwie zum VfB äußern wollt, dann seid ihr herzlichst eingeladen das in den Kommentaren unter diesem Text zu tun. Falls nicht, dann nicht.

Der Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +11 Punkte, +13 Tore

Der linke Hleb.

2 Mär

Nachdem am vergangenen Wochenende Aliaksandr Hleb sehr eindeutig geäußert hat, dass er in der kommenden Saison keinesfalls mehr das Trikot des VfB Stuttgart überstreifen wird und er generell mehrfach in der jüngeren Vergangenheit seine Unzufriedenheit kundgetan hat (u.a. in einem sehr seltsam anmutenden Sky-Interview vor dem Barcelona-Spiel), ist das Thema “Hleb” bei der Berichterstattung rund um den VfB derzeit natürlich gerne im Fokus.

Und auch unter uns Fans wird es momentan durchaus leidenschaftlich diskutiert, inwieweit das tatsächlich ein Verlust wäre. Wobei diskutiert eigentlich der falsche Ausdruck ist, denn insgesamt ist man sich doch eher einig, dass man hier den guten alten Spruch “Wer nicht will, der hat schon” anwenden kann, da Hleb eigentlich nie die hohen in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte.

Die Enttäuschung ist natürlich in erster Linie vor allem deshalb so groß, weil sich eigentlich alle Fans tierisch über die Rückkehr eines der besten Spieler der letzten 20 Jahre gefreut hatten. Klar herrschte, auch bei mir, ein kleines bisschen Skepsis vor, angesichts des kolportierten schlechten Fitnesszustands, den er aus Spanien mitbrachte. Aber spätestens als er im CL-Qualifikationsspiel gegen Timisoara dieses Sahnesolo auspackte, das uns letztlich den Sieg und damit die Zugangsberechtigung zur Königsklasse brachte, waren diese Bedenken mehr oder weniger fortgewischt. Stattdessen hatte ich ernsthafte Hoffnungen, dass mit dem entsprechenden Training und der Spielpraxis auch die Fitness und Kondition wieder zurückkehren würden.

Leider sollte sich diese Hoffnung aber im weiteren Verlauf der Saison nie wirklich erfüllen. Und jetzt, wo wir mittlerweile 2/3 der Saison hinter uns haben, kann man sicherlich mit Fug und Recht behaupten, dass er dieses -von uns Fans erhoffte- Niveau auch nie mehr erreichen wird. Ganz einfach weil ihm augenscheinlich der Mumm, der Biss, die Selbstdisziplin fehlt, um sich derart reinzuhauen, dass er körperlich fit genug ist, um ein 90 Minuten-Spiel voll durchzupowern.

Und das ist ja das ärgerliche daran, dass sich Hleb momentan ständig und überall beklagt man ließe ihn beim VfB nicht durchspielen: Die Auswechslungen nach einer Stunde haben absolut ihren Grund! Denn so bemüht er sich -manchmal- auch dann noch zeigt, so häufig unterlaufen ihm nach einer gewissen Spieldauer einfach kontinuierlich Fehlpässe und leichte Ballverluste, die ebenso regelmäßig zu gefährlichen Situationen gegen den VfB führen.

Klar, ich kann es verstehen, dass Hleb spielen will – aber dann muss er das eben auch mit den entsprechenden Basics unterfüttern. Aber wenn er es nicht kann, dann muss er eben auch damit leben, nach einer Stunde ausgewechselt zu werden und hat verdammt noch mal damit aufzuhören, rumzujammern.

Aber gut, ich schweife ab.

Denn, so sehr mich das Verhalten ärgert und so sehr ich enttäuscht bin von seiner mangelnden Disziplin, hatte ich eben doch das Gefühl, dass Hleb auf seine Art und Weise dem VfB nichtsdestotrotz hilft und die Qualität der linken Seite definitiv verbessert hat.

Klar, das sollte selbstverständlich sein bei einem Spieler seiner Güte- und Gehaltsklasse, dennoch sollte man es zumindest nicht negieren.

Angeregt durch eine kurze Diskussion bei angedacht und der dortigen Rückfrage von heinzkamke ob es denn tatsächlich so sei wie von mir und dem anderen Leser el pibe behauptet, dass wir auf der linken Seite mittlerweile mittlerweile mehr Offensivgefahr zeigen, habe ich mir das dann einmal näher angeschaut.

Und siehe da: Der VfB Stuttgart hat tatsächlich 15 seiner bislang 34 erzielten Tore durch Spielzüge über die linke Seite erspielt bzw. erzwungen.

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2009/10 (bis ST24)

Die restlichen 19 Tore hingegen verteilen sich mit etwas Abstand relativ gleichmäßig auf die rechte Seite (9 Tore) bzw. Aktionen durch die Mitte (10 Tore).

Das alleine sagt natürlich noch nicht so viel aus, aber wenn man dann noch hinzunimmt, dass er an 9 dieser Treffer zumindest indirekt beteiligt war, dann bekommt schon eine genauere Vorstellung davon, dass er durchaus eine gewisse Rolle im Offensivspiel einnimmt. Zumindest weitaus mehr als es die nackte Bilanz von lediglich 2 tatsächlichen Assists aussagen würde.

Besonders interessant wird es allerdings, wenn man die Links/Mitte/Rechts-Bilanz in den jeweiligen Trainerphasen unter Babbel bzw. unter Gross vergleicht.

Denn ganz eindeutig kann man feststellen, dass Hleb unter Gross ziemlich aufgeblüht ist. Nicht nur, dass in wirklich jedem Spiel unter Gross mindestens ein Tor über links erzielt wurde, ganze 8 von Hlebs Torbeteiligungen fielen allesamt in eben diese 9 Spiele, ebenso wie beide Torvorlagen.

Ohnehin schaut die Bilanz unter Babbel signifikant anders aus, als unter Gross: Bei Babbel wurden lediglich 4 Tore über links erspielt bzw. erzwungen, während es auf links derer 5 und durch die Mitte sogar nur 3 Treffer waren. Mit Gross auf der Bank gelang man hingegen satte 11x über links zum Torerfolg, solide 7x durch die Mitte und nur 4x über rechts.

Ein weiterer spannender Blick lohnt sich aber auch auf die Rückrunde an sich zu werfen, denn -das wurde vorab schon sinnvollerweise von heinzkamke angemerkt- seit der Winterpause hat der VfB ja in Cristiano Molinaro einen neuen Linksverteidiger in der Stammelf, der schon mit einigen Offensivaktionen auf sich aufmerksam machen konnte.

Denn die Hälfte der 18 in der Rückrunde erzielten Treffer wurden über die linke Seite herausgespielt – 5x war hier Molinaro im Laufe des Spielzugs mit am Ball, einmal sogar als direkter Vorlagengeber.

Man kann also zum Einen behaupten, dass mit Gross grundsätzlich eine Verschiebung des Offensivspiels zur Linkslastigkeit hin eingesetzt hat und zum Anderen, dass Hleb mit Molinaro endlich einen Partner gefunden hat, der die linke Seite zu einer echten Waffe hat werden lassen.

Diese Schlüsse liegen zwar natürlich nahe, aber sie sagen natürlich noch recht wenig aus, wie sehr die Verpflichtung Hlebs tatsächlich das Offensivspiel des VfB beeinflusst hat.
Daher lag es natürlich auch relativ nahe, mal einen Blick auf die vorangegangene Saison zu werfen und zu schauen, wie es denn dort aussah mit dem Offensivspiel.

Ich hatte da schon so eine Vermutung. Dass sie aber derart krass ausfiel, war dann doch auch für mich etwas überraschend:

Von insgesamt 63 Toren, die man in der Saison erzielte, fielen mehr als die Hälfte, nämlich 32, nach Spielzügen und Aktionen durch die Mitte!
Die restlichen Treffer teilen sich hingegen relativ gleichmäßig auf die beiden Flügel auf – 16 über Rechts, 15 über die linke Seite.

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2008/09

Torverteilung VfB Stuttgart in der Saison 2008/09

Das dürfte sicherlich unter anderem mit der großen individuellen Klasse von Gomez zu tun haben, aber auch mit einem wesentlich stärker als dieses Jahr aufgelegten Thomas Hitzlsperger.

Man kann also demnach einen eindeutigen Shift erkennen bei den Torerfolgen des VfB und auch wenn man einen Blick auf die Spielschwerpunkte bei den generellen Vorwärtsbewegungen wirft (was ich bisher nur punktuell getan habe), dann zeigt sich schon ein verhältnismäßig klares Bild.

Keine Frage, das sind alles nur Indizien, die keinen wirklich zwingenden Schluss auf eine große Wichtigkeit Hlebs für das Team zulassen, aber es sind doch schon ein paar bemerkenswerte Aspekte, die man nicht ganz vergessen sollte, wenn man momentan über Alex Hleb diskutiert.

PS: Man verzeihe mir meine stümperhaften Grafikversuche, aber mir mangelt es hier leider etwas am Handwerkszeug.

PPS: Bei der Recherche habe ich mich auf die Analyseseiten bei http://www.bundesliga.de verlassen, teilweise unterstützt durch die Spielberichte bei http://www.kicker.de und Zusammenfassungen bei youtube, wo notwendig.

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