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Spielervorstellung: William Kvist – Das Interview

11 Aug

Um euch William Kvist etwas näher vorzustellen habe ich mit einem Fan des FC Kopenhagen, Christian Wilkens, unterhalten, der mich bereits vor einiger Zeit bei Twitter auf Gerüchte bezüglich eines VfB-Interesses an Kvist aufmerksam gemacht hat. Das englische Original gibt es “drüben” beim Nebenprojekt 1893 News.

1)     Hallo Christian, warum stellst du dich nicht erstmal kurz vor und erzählst uns etwas über dich?

Ich bin 23, komme aus Kopenhagen und bin seit meinem sechsten Lebensjahr FCK-Fan. In dieser Zeit habe ich u.a. gesehen wie William seine ersten Schritte gemacht hat und nachher als FCK-Legende in die Klubhistorie einging.

2)     Klar, dass die Frage kommen muss, aber was hälst du von Kvist als Fussballer? So wie ich rausgefunden habe, hat er seine Karriere als rechter Verteidiger begonnen und spielt erst seit kurzer Zeit im zentralen Mittelfeld. Wieso wurde er auf einmal im zentralen Mittelfeld eingesetzt und was für ein System hat Solbakken in Kopenhagen spielen lassen (Raute, Doppel Sechs etc.)? Denkst du er hat noch noch Luft nach oben und Entwicklungspotential oder siehst du ihn eher als fertigen Spieler? Wenn du ihn als Spielertypen und seine Spielweise beschreiben müsstest, mit welchem Bekannten DM würdest du ihn vergleichen? Ist er eher ein Typ Xavi, Iniesta, Essien oder als anschaulicheres Beispiel, Khedira und Schweinsteiger für Deutschland mit dem eher offensiv denkenden Schweinsteiger und dem defensiv denken Khedira? Wo siehst du seine Stärken und wo seine Schwächen?

3)     Hattest du einen Lieblingsmoment mit William Kvist? Irgendwelche Geschichten oder Anekdoten, die du uns mitteilen möchtest? Soweit du es beurteilen kannst, was für ein Typ ist William? Viele VfB-Fans denken, dass die Mannschaft ein Führungsproblem hat und natürlich hoffen viele, dass William dieses lösen kann. Denkst du, dass er ein geborenes Führungsspieler ist, der schon von Beginn an Verantwortung und eine Führungsrolle annehmen kann und will, obwohl er natürlich erstmal mit der Umstellung, dem neue Land und der neuen Liga beschäftigt sein wird?

Kvists Lieblingsposition war immer im zentralen Mittelfeld. Kvist hat in Kopenhagens Jugendmannschaften, in den dänischen U-Auswahlen und in seiner ersten Zeit mit dem Profiteam im zentralen Mittelfeld gespielt.

Schritt für Schritt hat er sich etabliert. Der neue Trainer des 1.FC Köln, Stale Solbakken, kam nach Kopenhagen und „Willy“, so sein Spitzname, hat sich langsam weiterentwickelt. Er hat einige Spiele im rechten Mittelfeld bestritten und hat dort solide Leistungen geboten, aber zu diesem Zeitpunkt war er kein Stammspieler. Er war ein solider Kaderspieler, allerdings keine dominante und wichtige Figur.

Als Lars Jacobsen 2007 Kopenhagen in Richtung Nürnberg verließ hatten wir keinen Rechtsverteidiger mehr. Solbakken hielt Kvist für die beste Alternative und Kvist fügte sich dort exzellent ein. Solbakken sagte, dass Kvist problemlos in kürzester Zeit der beste Rechtsverteidiger Dänemarks und Stammspieler für die dänische Nationalelf werden könnte, sofern er denn wollte. Allerdings sah sich Kvist trotz der guten Leistungen immer noch nicht als Rechtsverteidiger. Er hatte ein Ziel und das war der Durchbruch als zentraler Mittelfeldspieler beim FC Kopenhagen. Und genau das tat er auch. Abgesehen von diesen sechs Monaten hat Kvist nie als Rechtsverteidiger gespielt. Zdenek Pospech wurde verpflichtet und Kvist war wieder primär Mittelfeldspieler.

Seinen grossen Durchbruch hatte er letzte Saison. Er spielte neben Claudemir in einem 4-4-2 mit Doppelsechs, verdrängte den ex-Kapitän Hjalte Nørregaard aus dem Team und übernahm ausserdem noch seine Kapitänsbinde. Es war als ob Kvist ein komplett neuer Spieler war. Er war dominant, stark, forsch und ein echter Leader auf dem Platz. Er hat in den letzten 12-16 Monaten einen riesigen und sehr bemerkenswerten Entwicklungsschritt gemacht.

In meinen Augen ist er in keinster Weise ein fertiger Spieler. Er hat noch in gewissen Bereich noch Entwicklungspotential und Dinge, an denen er arbeiten muss und genau deswegen war der Wechsel ins Ausland für ihn auch der richtige Schritt. Er kann sein Passspiel und seine technischen Fähigkeiten verbessern und eine bessere Antizipation würde seinem Spiel manchmal auch helfen. Etwas, was du von Kvist in jedem Spiel kriegst und siehst ist ein 100%iger Einsatz für die Mannschaft. Er ist nicht der Spielertyp, der den Rasen umpflügt und von einem Tackling ins nächste fliegt, allerdings hat er ein sehr grosses Laufpensum und eine sehr grosse Laufbereitschaft. Zweifelsohne ist er eher der Spielertyp Khedira als der Spielertyp Xavi!

Die letzten Jahre hat er mit einem privaten Mentaltrainer zusammengearbeitet. Sie haben gemeinsam Ziele für ihn erarbeitet und dies hat ihm laut eigener aussage sehr geholfen. Er ist ein sehr ernster, seriöser und professioneller Typ. Er liest viele Bücher und hat gerade seinen Bachelor an der Copenhagen Business School gemacht. Er ist nicht der Typ, der seine komplette Freizeit in Discos verbringt oder nächtelang an der Playstation hängt.

Ein guter Kumpel von mir hat mal beim FC Kopenhagen gespielt und er meinte Willy sei während Trainingslagern grundsätzlich auf seinem Zimmer gehangen und hat Bücher gelesen oder gelernt während die restlichen Spieler auf dem Golfplatz waren oder die Zeit an der Playstation totgeschlagen haben. William ist sicherlich kein humorloser Streber und Spießer, er ist nur sehr professionell und nimmt seinen Beruf und den Fussball sehr ernst.

Um deine Frage zu beantworten: Ja, ihr habt mit William euren Führungsspieler und eure Führungsfigur. Ich denke er wird keine grossen Probleme haben sich in Deutschland und in der Bundesliga einzuleben. Seine Mentalität und seine Spielweise passen in meinen Augen sehr gut nach Deutschland.

4)     Wie werden du und die FCK-Fans ihn in Erinnerung behalten und was war die allgemeine Reaktion der Fans, als seine Wechselgedanken an die Öffentlichkeit kamen?

Die FCK-Fans werden Willy als den Kapitän des erfolgreichsten FCK-Teams der Vereinsgeschichte in Erinnerung behalten. (1) Er hat sein ganzes Leben beim FC Kopenhagen gespielt und ist ein Produkt des Vereins. Wir wussten, dass er irgendwann ins Ausland gehen wurde und durch seinen 2012 auslaufenden Vertrag und seine herausragende Saison war ein Abschied diesen Sommer sehr wahrscheinlich. Es war zwar kein Schock, aber immer noch sehr schade. Ich bin mir allerdings sicher, dass er eines Tages zurückkehren wird.

5)     Hast du irgendeine Frage vermisst oder würdest gerne noch persönlich was loswerden?

Paßt gut auf ihn auf. Er ist ein sehr netter Kerl.

Herzlichen Dank für deine Mühe und Zeit, Christian, und wir hoffen dir hat es genauso viel Spaß wie uns gemacht.

(1)   Kopenhagen wurde mit 26 Punkten vor dem zweitplatzierten Odense überlegen Meister und qualifizierte sich ausserdem als erstes dänisches Team überhaupt für die KO-Runde der Champions League. Der FC Kopenhagen gewann in der Saison 2010-2011 26 von 33 Spielen bei 2 Niederlagen und holte 81 von 99 möglichen Punkten. In der CL schaltete man in der Qualifikation Rosenborg Trondheim aus und wurde anschliessend in der Gruppenrunde hinter dem FC Barcelona und vor Rubin Kazan und Panathinaikos Athen Zweiter, ehe man im Achtelfinale am FC Chelsea scheiterte.

Erwarten.

3 Aug

In unserer deutschen Sprache hat man ja schon ein paar schöne Begriffe. Das Wort “erwarten” zum Beispiel hat doch eine gewisse, schlichte Schönheit – und man kann es zudem durchaus mehrfach verwenden.

Und gerade zum jetzigen Zeitpunkt findet eben dieses Wort durchaus häufig Gebrauch.
So kann ich es meinerseits kaum noch erwarten, dass die Bundesliga-Saison endlich wieder losgeht. Aber erfreulicher Weise hat das Warten bald ein Ende und ich werde schon am Samstag dem VfB in seinem endlich komplett renovierten Zuhause meine Aufwartung machen. Dass ich auf eine gute Wartung der Anlagen hoffe, ist in diesem Zusammenhang sicherlich selbstredend.

Die spannendere Frage und auf der sicherlich die Ungeduld beruht, mit der der Saisonstart herbeigesehnt wird, ist aber natürlich vor allem: “Was kann, was darf, was muss ich von meinem Verein erwarten?”

Im Bezug auf den VfB bin ich mir da doch eher unsicher, was die Beantwortung dieser Frage angeht.

Natürlich sind die “Rahmenbedingungen” grundsätzlich schon mal etwas positiver als sie in den vergangenen Jahren waren. Zum einen sind wir das lästige Thema “Baustelle” los und haben endlich wieder ein komplettes und erstmals reines Fußballstadion, das nach allem, was man so hört, wirklich sehr gelungen sein soll.
Der zweite äußere Einfluss ist erstmal eigentlich kein erfreulicher, denn schließlich spielen wir in dieser Saison erstmals seit vielen Jahren nicht mehr international mit. Aber sieht man es positiv, dann hat man eben die sehr zeitintensive und finanziell wenig attraktive Belastung durch die Europa League endlich los und kann sich auf die Bundesliga und die paar Spiele im Pokal konzentrieren, was zumindest theoretisch die Chance auf Erfolg in der Liga und eben im Pokal erhöhen sollte.

Der wesentlich relevantere Aspekt ist aber mit Sicherheit die Antwort auf die Frage nach der sportlichen Qualität.

Wie in den vorangegangenen zwei Jahren hat man mit Träsch auch in diesem Jahr wieder einen deutschen Nationalspieler verloren, der eine relativ zentrale Rolle im Spiel des VfB einnahm. Zwar glaube ich, dass er im Gegensatz zu Gomez und Khedira keine so große sportliche Lücke hinterlassen wird, allerdings summiert sich der Aderlass natürlich auf Dauer.

Immerhin hat man für Träsch dieses Mal schon frühzeitig einen Ersatz gefunden, der die Lücke im defensiven Mittelfeld neben Zdravko Kuzmanovic mehr als adäquat füllen können sollte – sofern die Vorschusslorbeeren für den Dänen William Kvist stimmen.

Das größte Fragezeichen in Sachen Qualität dürften die meisten Fans allerdings ohnehin auf einer anderen mit Träsch verbundenen Position ausmachen: Die Position des Rechtsverteidigers.

Im Frühjahr, als es um eine Vertragsverlängerung mit Christian Träsch ging, wurde ihm vom Verein angeblich eine “Garantie” für dauerhafte Einsätze als Rechtsverteidiger angeboten – um ihm, laut Verein, die Chancen auf einen Stammplatz in der Nationalelf zu erhöhen, da das defensive Mittelfeld der Nationalelf doch weitaus stärker besetzt ist.
Dass dies Träsch nicht so geschmeckt haben soll, der sich wohl eher im Mittelfeld sieht, soll hier nicht Thema sein – schließlich ist er ja so oder so wegen der besseren sportlichen P€rsp€ktiv€ nach Wolfsburg gewechselt.

Allerdings hat der Verein offensichtlich ja erkannt, dass es auf der Rechtsverteidigerposition endlich eine konstante und qualitativ hochwertige Lösung benötigt. Doch obwohl Träsch (und ja übrigens auch Patrick Funk) eben weg ging hat man anschließend trotzdem nichts mehr unternommen, um dort nachzulegen. Stattdessen geht man mit dem im letzten Jahr (noch?) nicht überzeugenden Stefano Celozzi und dem gelernten Innenverteidiger Khalid Boulahrouz in die Saison.

Das alleine birgt schon ein gewisses qualitatives Risiko. Erschwerend hinzu kommt nun die in den letzten Wochen extrem verschlimmerte Personallage in der Innenverteidigung. Nach den langfristigen Verletzungen von Delpierre, Niedermeier und auch Bicakcic hat man nun eigentlich nur noch zwei Spieler, die eigentlich als Innenverteidiger für das erste Team eingeplant sind: Der jüngst auch von einer kleineren Verletzungen geplagte Serdar Tasci, sowie die mexikanische Neuverpflichtung Maza, dem vom Trainerteam eigentlich erstmal noch “Trainingsrückstand” bescheinigt worden war. Dazu plant man voraussichtlich Patrick Bauer als Backup – 18 Jahre jung, mit der Referenz von insgesamt 72 Minuten dritte Liga, verteilt auf drei Einsätze (darunter immerhin 57 Minuten nach Einwechslung am ersten Spieltag dieser Saison).

Dieser Zustand wird wohl noch für rund zwei Monate so anhalten in Anbetracht der Länge der Verletzungen von Niedermeier, Delpierre und Bicakcic. Dementsprechend wird man wohl Boulahrouz auch regelmäßiger in der Innenverteidigung einsetzen müssen, was dann im Umkehrschluss dem qualitativen Problem auf rechts noch eine quantitative Dimension hinzufügt.

Daher muss nach logischem Ermessen der Verein auf dem Transfermarkt eigentlich zwingend noch einmal aktiv werden, obwohl man das eigentlich quasi ausgeschlossen hatte. Ich stimme den Aussagen von Bobic und Labbadia zumindest insoweit zu, dass es wirtschaftlich und auch sportlich eher sinnlos wäre, wenn man nun weitere Innenverteidiger “auf Vorrat” holt. Ansonsten hat man spätestens zur Rückrunde tatsächlich das gegenteilige Problem, dass man ohne internationales Geschäft auf einmal mit bis zu acht Innenverteidigern dasteht.
Der vernünftigste Schritt wäre daher das zu machen, was man in den Augen vieler Fans schon vor Wochen hätte man sollen, nämlich einen zusätzlichen, vernünftigen Rechtsverteidiger zu holen, der (und das ist wichtig) möglichst unmittelbar eingesetzt werden kann.

Immerhin steht die linke Abwehrseite relativ gut da, mit Molinaro und Boka, von denen der Italiener erst einmal gesetzt sein dürfte. Und auch Youngster Sven Ulreich dürfte im Tor bis auf weiteres unumstritten sein und im Gegensatz zum letzten Jahr nicht noch eine weitere Baustelle im Defensivverbund darstellen.

Auch die Doppelsechs im Mittelfeld dürfte nach allem was man von Aussen bisher beurteilen kann mit dem K+K-Duo (Kvist und Kuzmanovic) sowie den vermutlichen Back-Ups Gentner und Mamadouh Bah bis auf Weiteres gut besetzt sein und so vielleicht etwas Stabilität bescheren.

Die zweite, große Sollbruchstelle im Kader ist die Zehner-Position. Zwar hat man mit Tamas Hajnal eine Lösung fest verpflichten “müssen”, die als Startelfspieler die meisten Skeptiker überzeugt haben dürfte (mich mit eingeschlossen). Aber neben der Frage, ob er die Leistungen der Rückrunde überhaupt konservieren kann, ist vor allem das Problem, dass es für ihn im aktuellen Kader keinen wirklich adäquaten Ersatz geben. Gentner, als vermutlich erster Ersatz, ist in Sachen Kreativspiel bestenfalls eine Notlösung. Die andere, vermutlich interessantere Option ist Timo Gebhart, dem ich prinzipiell zutrauen würde auf dieser Position eine gute Rolle zu spielen – allerdings laboriert er nach wie vor an den Folgen einer hartnäckigen Verletzung. Damit ist er bestenfalls mittelfristig eine Alternative.
Achja, Cacau ist auch eine Option. So in der Theorie zumindest.

Zwar sind auch die anderen Positionen im Offensivbereich mit leichten Fragezeichen verbunden, aber als wirkliches Problem erachte ich eigentlich nur die Zehnerposition. Auf den Flügeln im Mittelfeld, ebenso wie im Sturm, ist es eher eine Frage von “Wer spielt letztlich von den Optionen”. Die Optionen, die vorhanden sind, sind aber allesamt einigermaßen vielversprechend.

Auf dem rechten Flügel ist der Topscorer der letzten Saison natürlich erst einmal gesetzt, der Hamburger Österreicher Martin Harnik. Gebhart wäre hier potentiell vermutlich erster Ersatz, aber auch hier muss man erst einmal sehen, wann er wieder gesund wird.

Auf der linken Seite ist es zumindest nominell fast schon überfüllt: Okazaki, Traoré, Audel, Gentner, Boka und auch Gebhart sind hier vom Prinzip her Optionen – auch wenn man die nicht unbedingt alle da sehen will.
Gesetzt ist (sofern nach Knöchelverletzung wieder fit) erst einmal der diesjährige Winterpausentransfer Shinji Okazaki, der in der Rückrunde weitestgehend überzeugen konnte, wenn auch nicht unbedingt als Vollstrecker. Zudem hat man mit Ibrahima Traoré in diesem Sommer einen Spieler verpflichtet, der tatsächlich auch nominell auf dem Flügel beheimatet ist. Bei ihm stellt sich sicherlich die Frage, ob er den Anforderungen der ersten Liga körperlich gewachsen ist. Zudem bin ich mir nicht ganz sicher, ob er nicht potentiell ein Sicherheitsrisiko ist, mit seinem Spielstil.
Mit Johan Audel wurde ja schon vor einem Jahr ein nomineller Flügelspieler verpflichtet, allerdings hat er bislang die schlimmste Befürchtungen erfüllt, die man nach Lesen diverser Meinungen über ihn haben musste: Verletzungsanfällig as verletzungsanfällig can. Von daher ist sein Name hier eher der Form halber gelistet – bis auf Weiteres.
Ähnliches gilt für die Namen Gentner, Gebhart und Boka, die eigentlich eher auf anderen Positionen benötigt werden bzw. zuhause sind.

Auch im Sturm herrscht für unsere Verhältnisse ein regelrechtes Gedränge. Bis auf weiteres ist Cacau hier die erste Option. Im Pokalspiel bei Wehen wirkte er allerdings etwas verloren und ohne rechte Bindung zum Spiel – es könnte also mal wieder den schlechten Cacau geben, der uns in den nächsten Wochen erwartet. In dem Fall dürfte Pavel Pogrebnyak regelmäßiger zu Einsätzen kommen, zumindest bis Julian Schieber wieder von seiner Verletzung vollständig genesen ist. Ich bin gespannt, wann und ob er sich durchsetzen kann. Die Chancen wird er bekommen, denke ich.
Hinter den drei erwähnten Stürmern wären zudem auch Harnik und Okazaki in der Lage dort zu spielen – bei letzterem bin ich ja nach den Aussagen von japanischen Fans immer noch davon überzeugt, dass er dort ohnehin besser aufgehoben sein dürfte als auf dem Flügel…

Die voran beschriebenen Einschätzungen basieren natürlich alle auf der Annahme, dass weiterhin ein 4-2-3-1 das System der Wahl bleibt. Zwar wurde laut Vorbereitungsberichterstattung auch durchaus mal mit einem 4-4-2 experimentiert, aber das sehe ich irgendwie noch nicht als regelmäßige Option. Ohnehin hätte es aus meiner Sicht ja eher Sinn gemacht, wenn man schon ein 4-4-2 einübt, dann nicht mit einer Raute im Mittelfeld, sondern mit zwei defensiven Mittelfeldspielern, um so eine Alternative zu haben für den Fall, dass Hajnal mal ausfällt. Aber gut, was weiss ich schon? Bin ja nur Blogger.

Nun gut. Soweit also mal meine Gedanken zum aktuellen Kader.

Ein Saisonvorschau-Kadereinschätzung-Ausblick-Text kommt natürlich auch nicht umhin, das Thema “Trainer” zumindest kurz zu erwähnen. Viel Hohn und Spott prasselte bei der Verpflichtung Bruno Labbadias über uns herein, bevorzugt natürlich aus dem Umfeld des Bayer-Werks, sowie aus Ost-Bremen. Aber auch insgesamt wurde diese Personalentscheidung ja doch eher mit Häme begleitet.

Und auch ich kann nach wie vor eine gewisse Skepsis gegenüber Labbadia nicht komplett verhehlen. Was aber nur zum Teil mit seiner Person und seiner Historie zu tun hat, sondern mindest ebenso viel mit unserer eigenen jüngeren Vergangenheit, in der sich Bad Cannstatt nicht eben als trainerfreundliche Umgebung herausgestellt hat. Ein beliebter Kommentar von Optimisten ist in dieser Hinsicht ja gerne der Verweis auf “Minus mal Minus ergibt Plus”.
Das hat durchaus einen gewissen Charme, auch wenn ich leichte Zweifel habe, dass es so simpel ist. Wir wissen ja schließlich alle, dass Fußball keine Mathematik ist…

So bleibt es letztlich mal wieder der Zeit vorbehalten zu zeigen, ob Labbadia den bei seinen vorangegangenen Stationen üblichen Einbruch nach anfänglichen Erfolgen dieses Mal vermeiden kann. Und die Spieler müssen zeigen, dass sie nach einer Rückrunde mit Erfolg nicht wieder zu schnell in einen Status der Selbstzufriedenheit fallen. Und der Verein muss zeigen, dass er einen Trainer mit der Mannschaft arbeiten lassen kann, ohne durch unglückliche Aussagen Unruhe reinzubringen.

Der erste Prüfstein wartet an diesem Samstag zur offiziellen Saison- und Stadioneröffnung in Form der Schalker auf Labbadia und seine Mannen. Keine leichte Aufgabe, aber dennoch hoffe ich (natürlich und wie jedes Jahr, nein, jede Woche) auf einen Sieg. Alleine schon, weil uns dann nicht ausgerechnet (!) Marica abgeschossen hätte – Alptraumszenario.

Aber okay. Hauptsache es geht jetzt endlich los und das Warten hat ein Ende.

Die Neuen 2010/11 (10): Shinji Okazaki

1 Mar

Shinji Okazaki - The next Shinji? [Quelle: vfb.de]

Shinji O. - The next Shinji K.? Quelle: vfb.de

Sieht man einmal von Torhüter Sven Ulreich ab, wurde beim VfB in den letzten Wochen wohl keine Personalie so sehr diskutiert, wie die des Japaners Shinji Okazaki. Der Stürmer, der vom japanischen Erstligisten Shimizu S-Pulse verpflichtet wurde, war schließlich für viele VfB-Fans so etwas wie ein kleiner Hoffnungsträger. Ein Faktor dabei war sicherlich, dass er beim Gewinn des Asien-Cups mit insgesamt 5 Toren glänzen konnte. Daneben hatte er allerdings eben auch den Vorteil auf seiner Seite, dass er nur einer von zwei Transfers in der Winterpause war, sowie auch die Tatsache, dass wenig über ihn bekannt war, wodurch er sicher auch automatisch als Projektionsfläche für die Hoffnungen vieler Anhänger taugte.

 

Der von den Medien, aber natürlich auch unter uns Fans sicherlich noch weit mehr diskutierte Aspekt seiner Verpflichtung war aber natürlich die ganze Chose rund um seine Spielerlaubnis, die mindestens zwei Wochen lang auf sich warten ließ und erst auf Intervention der FIFA hin zum EL-Hinspiel gegen Lissabon auf der VfB-Geschäftsstelle eintraf. Von dem was man hier mitbekam, hatte sich wohl der Präsident von Shimizu S-Pulse unvermittelt dazu entschieden, dass man wohl doch gerne eine Ablösesumme erzielen würde und so auf einmal behauptete, dass Okazaki für die Dauer eines Tages zwei gültige Verträge hätte. Nun ja, die FIFA jedenfalls hat zugunsten des VfB entschieden, so dass wir wohl auf der richtigen Seite der Geschichte standen. Ganz und gar nicht “richtig” war allerdings das Kommunikationsverhalten der VfB-Offiziellen rund um diese Geschichte, als man zumindest zeitweise der Öffentlichkeit die wahren Gründe von Okazakis zeitweiliger Nichtberücksichtigung vorenthielt. Aber gut, in diesem Eintrag soll es um den Spieler Okazaki gehen und nicht um das dilettantische Verhalten der VfB-Oberen.

Mit einem Alter von 24 Jahren zählt Okazaki sicherlich nicht mehr unbedingt zur Kategorie „vielversprechendes Nachwuchstalent“, aber mit Sicherheit ist er auch noch nicht über seinen Zenit hinaus und besitzt noch Entwicklungspotential. Zudem ist es vielleicht auch nicht der verkehrteste Ansatz, den großen Sprung von Japan in die deutsche Profiliga erst zu wagen, wenn man ein gewisses Alter und damit auch eine gewisse Reife erreicht hat.

In den deutschen Medien und den Aussagen der Vereinsverantwortlichen des VfB wurde Okazaki vorwiegend als „Offensivallrounder“ angepriesen, der im Sturm und im Mittelfeld so ziemlich alle Positionen spielen könne. In der Tat wurde er wohl auch in Japan zeitweilig als Flügelspieler eingesetzt, doch sowohl beim unten stehenden Interview mit einem Shimizu-Blogger, als auch bei einer Unterhaltung mit einem japanischen Fan via Twitter wurden vor allem seine Qualitäten als klassischer Strafraumstürmer hervorgehoben. Eine Position, auf der er beim VfB bislang im Grunde noch gar nicht wirklich eingesetzt worden ist.

Eine Qualität wurde in allen Unterhaltungen mit japanischen Fans immer wieder hervorgehoben: Der Fakt, dass Okazaki ein sehr leidenschaftlicher und kampfwilliger Spieler sei – ein Eindruck, den er, zumindest aus meiner Sicht, durchaus auch schon bei seinen wenigen Auftritten in Stuttgart hinterlassen hat, wo er bislang recht unermüdlich die linke Aussenseite beackert hat.

Dass ihm dabei meist noch etwas die Bindung ans Spiel fehlt, ist angesichts der nicht vorhandenen gemeinsamen Vorbereitungszeit mit den Mitspielern kaum erstaunlich. Vor allem in Leverkusen im Stadion fiel es auf, dass doch recht häufig das Spiel an ihm vorbei lief. Nichtsdestotrotz hatte er auch dort die gefährlichsten Aktionen jenseits der zwei erzielten Tore auf seinem Konto zu verbuchen.

In Anbetracht der anhaltenden Formschwäche von Cacau, der langwierigen Verletzung von Pogrebnyak und der Verbannung Maricas aus dem Stuttgarter Kaders, sowie der allmählichen Rückkehr zu voller Fitness bei Timo Gebhart wäre es sicherlich eine Überlegung wert, wenn man in den nächsten Spielen mal eine offensive Formation mit Okazaki als einziger Spitze, sowie der offensiven Mittelfeldreihe mit Gebhart – Hajnal – Harnik ausprobieren würde.

So oder so scheint der Mann, der in 3 Saisons in der J-League 29 Tore und 8 Assists in 74 Einsätzen für sich verbuchen konnte, sowie Stammspieler der japanischen Nationalmannschaft ist, bis auf Weiteres einen Startplatz unter Labbadia gesichert zu haben – was ich ehrlich gesagt nicht unbedingt vorher erwartet hätte. Auch wenn es natürlich zugegebenermaßen dem großen Verletzungspech und der ohnehin verfahrenen Situation in Stuttgart geschuldet ist, dass er überhaupt so schnell ins kalte Wasser geschmissen werden musste.

Wie weiter oben schon angedeutet habe ich auch dieses Mal einen Blogger des Ex-Vereins von Shinji Okazaki gefunden, der bereit war mir für einige Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Um die Aussagen nicht durch etwaige Übersetzungsfehler zu verfälschen werde ich auch dieses Mal wieder den Originaltext auf Englisch (Barry von S Pulse UK Ultras ist -überraschenderweise- Engländer) beibehalten. Sollte jemand eine Übersetzung wünschen, dann bitte Bescheid geben und ich werde dies gerne in den Kommentaren nachholen.

For most of the fans here in Germany, Shinji Okazaki is completely unknown and nobody knows more than that, according to the local media, he can be used in “all offensive positions” – whatever that means. As what type of player would you describe him? What are his strengths?

I’d call him a poacher style striker. He works hard and runs his socks off to get into the crucial position to hit it home. He’s not the fastest player, but can read the game well and is often that half a step ahead of the defender.

And what about his weaknesses?

Maybe the lack of pace, but he tends to work around that. One aspect I don’t like of his game is the ease at which he goes down in the box. It’s a J. League-wide problem, but he is as guilty as anyone.

If I can trust my “youtube scouting”, Okazaki seems to score quite a lot of goals with his head. Would you say this is just because, Japanese defenders are not the tallest or is this just a stupid klischee?

Well, you could say that, but by the same token, Okazaki isn’t a very tall man, so it all kind of balances out! :) :) He does score a lot with his head, but they are often quality headers. He seems to have a unnatural amount of strength and accuracy in his neck.

Another source of scepticism is the “tradition” that Asian players often had problems to establish themselves in the Bundesliga because of the very physical play. Do you think he has what it takes to make it in the Bundesliga quickly?

I’ll be honest, I’ve never watched much Bundesliga so can’t comment too much, but as for the step up in level, he’s never looked out of place against higher class opponents when playing for his country. Like I mentioned before, he’s got a nasty habit of going to ground under nothing challenges (see the Asia Cup semi final with South Korea) if there’s chance of a penalty. Apart from that, he’s a pretty solid bloke and an honest player who can hold his own when he wants to. I guess any move from J. to Europe is going to take time to get used to, but I think he’ll be OK.

One last question, because we have made bad experiences in that regard: Does Okazaki have a history of injuries?

No, there’s no history of injuries to worry about. The few games he missed last year were the result of knocks or strains which he he shook off in no time.

Thank you very much for answering my questions!

Shinji Okazaki wird beim VfB Stuttgart das Trikot mit der Nummer 31 tragen.

Die Neuen 2010/11 (9): Tamas Hajnal

9 Feb

Kurz eine Notiz in eigener Sache:
Da es beruflich momentan ordentlich rund geht, schaffe ich es leider nicht zwei Spielbesprechungen pro Woche zu schreiben, daher verweise ich an dieser Stelle mal wieder auf den entsprechenden Text zum Spiel in Mönchengladbach bei spox.

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Tamas Hajnal - Die 10 mit der 28 [Quelle: vfb.de]

Tamas Hajnal - Die 10 mit der 28 (Quelle: vfb.de)

Eine der Geschichten des Spiels am vergangenen Samstagabend gegen die Borussia war natürlich die Leistung unseres Neueinkaufs Tamas Hajnal, der zu Beginn der zweiten Hälfte ins Spiel kam – und mit ihm eine drastische Wende in das des VfB, für den in der ersten Halbzeit das Prädikat “Stümper” noch ein Kompliment gewesen wäre.

 

Zur “Geschichte” wurde sein Einstand natürlich nicht nur wegen seiner ansprechenden Leistung, sondern vor allem vor dem Hintergrund seiner jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Erwatungen an den 29jährigen Ungarn, der von der Dortmunder Tribüne an den Cannstatter Wasen wechselte. Zu nicht gerade leicht vermittelbaren Konditionen: Leihe bis zum Saisonende ist ja noch okay, aber bei Klassenerhalt (was ja auf jeden Fall passieren wird) dann ein verpflichtender Anschlussvertrag bei einer Abslösesumme von wohl 2 Mio. Euro mit Laufzeit bis 2013 (ein Jahr länger als in Dortmund) – das ist für einen Spieler mit seiner Vergangenheit schon nicht ohne.

Obwohl er schon Mitte Dezember beim VfB in der Gerüchteküche gehandelt wurde, dauerte es dann doch bis zum letzten Tag der Transferperiode, bis in dieser Personalie von Bobic und Verein Vollzug gemeldet wurde – ein Umstand, der von nicht wenigen Fans kritisiert wurde. Schließlich war es nun wirklich nicht so, als ob man sich mit Dortmund in einem harten Verhandlungsmarathon durchsetzen musste, bei einem Spieler, der bei seinem Verein nicht mehr wirklich eine Rolle spielte.

Der Ungar kam mit Länderspieleinsätzen auf insgesamt magere 4 Spiele, darunter lediglich einen von Beginn an, in der Regionalliga West bei der zweiten Mannschaft des BVB. Zugegeben, das wurde auch bedingt durch zwei Muskelfaserrisse, aber wirft man den Blick noch eine Saison weiter zurück , dann wird auch dort schon klar, dass Hajnal beim BVB nicht mehr in der ersten Reihe spielte. Zwar war er mit 21 Bundesligaeinsätzen quantitativ noch einigermaßen gut dabei – nach seinem Bänderriss im Herbst 2009 kam er anschließend allerdings nie wieder in die Stammelf zurück, so dass im Anschluss nur drei Startelfeinsätze, 11 Einwechslungen gegenüberstanden. Ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zu seiner Premierensaison, wo er noch 30 Bundesligaspiele beim BVB von Beginn an absolvierte (mit 5 Toren und 12 Assists im Übrigen).

Seinen Durchbruch feierte er ein Jahr zuvor in der Saison 07/08 beim Karlsruher SC (32S / 8 T / 9V), wohin er wiederum ein Jahr zuvor vom damaligen Zweitligisten Kaiserslautern (32 S / 7  T / 9 V) gewechselt war.

Seine ersten Bundesligaeinsätze hatte Hajnal übrigens nicht erst beim KSC, sondern schon satte 8 Jahre zuvor beim FC Schalke 04 in der Saison 99/00, die ihn als Jugendspieler zwei Jahre zuvor aus Ungarn in den Pott holten. Richtig durchsetzen konnte er sich dort allerdings nie, so dass er 2004 nach Belgien wechselte, um anschließend über die Pfalz wieder in den deutschen Profifußball zurückzukehren.

Was im Gegensatz zu Hajnals Schalker Zeit ungleich bekannter ist, ist natürlich die Tatsache, dass es sich bei ihm um einen Spielmacher relativ klassischer Prägung handelt. Was gleichzeitig auch einer der Hauptkritikpunkte an seiner Verpflichtung war, da der VfB im System der letzten Jahre (4-4-2 mit Doppelsechs) eine solche Position nun mal nicht offen hat. Versuche gab es für diese Position in den letzten Jahre zahlreiche, als gescheitert kann man (fast) alle bezeichnen: Bastürk, Farnerud, Elson, da Silva und wie sie alle heissen.

Nun also Tamas Hajnal.

Und um unsere liebgewonnene Tradition beizubehalten, habe ich natürlich auch zu Tamas Hajnal einen Fan des abgebenden Vereins dazu breitschlagen können, in einem Interview ein paar Fragen zum Ungarn zu beantworten und so ein bisschen mehr über unseren Neueinkauf zu erfahren. In diesem Fall war BVB-Blogger Tinneff so freundlich mir Rede und Antwort zu stehen.
[Zur Erklärung sei im Übrigen angemerkt, dass das Interview letzte Woche stattfand und Hajnals Premierenauftritt noch nicht mit einbezogen war.]

Viel positives Feedback hat die Leihe von Hajnal bislang nicht bekommen. Unter anderem bekam der ungarische Spielmacher Prädikate wie “lauffaul” oder “Ballverschlepper” verliehen. Kannst Du diese Eindrücke bestätigen?

Hajnals Stärke ist es sicherlich nicht, im laufintensiven Spiel vorne wegzugehen. Auch ist er nicht in der Lage, das Tempo zu forcieren und hochzuhalten, wenn es nötig ist. Es wirkt immer monoton und etwas langsam.
Hajnals Stärken sind ganz klar die Standardsituationen und sein Passspiel. Auch hat er einen guten Schuss. Ich denke schon, dass er bei defensiver Absicherung beim VfB besser zur Geltung kommt als beim BVB, zumal der VfB nicht das laufintensive Spiel auf den Rasen legt wie der BVB. Ohne defensive Absicherung geht allerdings bei Hajnal kaum was. Die Defensive ist eine weitere Achillesferse.

In Dortmund konnte sich Hajnal nie wirklich durchsetzen, trotz wechselnder Konkurrenz. Lag es nur an ihm?

Scheinbar ist es so, dass er den Trainer nicht überzeugen konnte. Ob dies nun am Einsatz, der Fitness oder überstarken Konkurrenz lag, mag ich nicht zu beurteilen. Es ist natürlich auch kein einfaches Los, wenn man mit Zidan, Lewandowski, Kagawa und Götze Spieler zur Konkurrenz hat, die allesamt jünger sind und darüber hinaus besser in des schnelle Passspiel der Borussia passen. Und auf der 6er Position hat Hajnal nichts verloren. Offensiv ist Nuri Sahin unersetzlich und der wichtigste Mann im Kader mit überragenden Leistungen und defensiv haben wir halt mit Bender jemanden, der neben der körperlichen Statur, die man im defensiven Mittelfeld braucht und zudem auch die Gabe, sich in jeden Zweikampf zu werfen.

In den vergangenen Jahren stand bei Stuttgart eigentlich meist das 4-4-2 mit Doppelsechs als unumstößlich festgeschrieben. Kann Hajnal in diesem System überhaupt irgendwo sinnvoll eingesetzt werden oder muss mit ihm auch zwangsläufig eine Systemumstellung einher gehen, wie es einige Fans vermuten?

Er kann die 6 offensiv spielen, ist aber als klassischer 10er deutlich stärker. Ohne euren Kader und die taktischen Möglichkeiten genau zu kennen, ist Hajnal im alten 4-3-3 oder im 4-2-3-1 auf der Position hinter den/der Spitze(n) am stärksten, zumal er auch einen guten Schuss aus der Distanz hat. Im 4-4-2 ist euch meiner Meinung nach keine Hilfe.

Gibt es vielleicht noch etwas, was Du uns als Hoffnung mit auf den Weg geben kannst?

Also in Dortmund hat der VfB gut ausgesehen fand ich. Klar, der BVB hatte Chancen ohne Ende und hätte hoch gewinnen können, aber im Spiel nach vorne war durch aus Qualität erkennbar. Was fehlt ist halt die Kostanz und ein guter Innenverteidiger, wenn Delpierre oder Tasci ausfallen. Niedermeier hat kein Bundesligaformat in meinen Augen.

Vielen Dank für das Interview! Und natürlich Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Sowohl was die Packers angeht, als auch für den BVB in ein paar Monaten. =)

Tamas Hajnal wird das Trikot mit der Nummer 28 tragen.

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Später in dieser Woche (und ich hoffe, ich verspreche da nicht zu viel) wird es im Übrigen noch einen entsprechenden Eintrag zu unserem anderen Neueinkauf der Winterpause geben, dem Japaner Shinji Okazaki. Das Interview ist schon geführt, allerdings muss ich noch Zeit finden um den Beitrag zu schreiben  – womit wir dann wieder beim Ausgangspunkt des Beitrags wären…

1) Viel positives Feedback hat die Leihe von Hajnal bislang nicht bekommen. Unter anderem bekam der ungarische Spielmacher Prädikate wie “lauffaul” oder “Ballverschlepper” verliehen. Kannst Du diese Eindrücke bestätigen? 

Hajnals Stärke ist es sicherlich nicht, im laufintensiven Spiel vorne wegzugehen. Auch ist er nicht in der Lage, das Tempo zu forcieren und hochzuhalten, wenn es nötig ist. Es wirkt immer monoton und etwas langsam.
Hajnals Stärken sind ganz klar die Standardsituationen und sein Passspiel. Auch hat er einen guten Schuss. Ich denke schon, dass er bei defensiver Absicherung beim VfB besser zur Geltung kommt als beim BVB, zumal der VfB nicht das laufintensive Spiel auf den Rasen legt wie der BVB. Ohne defensive Absicherung geht allerdings bei Hajnal kaum was. Die Defensive ist eine weitere Achillesferse.

2) In Dortmund konnte sich Hajnal nie wirklich durchsetzen, trotz wechselnder Konkurrenz. Lag es nur an ihm?

Scheinbar ist es so, dass er den Trainer nicht überzeugen konnte. Ob dies nun am Einsatz, der Fitness oder überstarken Konkurrenz lag, mag ich nicht zu beurteilen. Es ist natürlich auch kein einfaches Los, wenn man mit Zidan, Lewandowski, Kagawa und Götze Spieler zur Konkurrenz hat, die allesamt jünger sind und darüber hinaus besser in des schnelle Passspiel der Borussia passen. Und auf der 6er Position hat Hajnal nichts verloren. Offensiv ist Nuri Sahin unersetzlich und der wichtigste Mann im Kader mit überragenden Leistungen und defensiv haben wir halt mit Bender jemanden, der neben der körperlichen Statur, die man im defensiven Mittelfeld braucht und zudem auch die Gabe, sich in jeden Zweikampf zu werfen.

3) In den vergangenen Jahren stand bei Stuttgart eigentlich meist das 4-4-2 mit Doppelsechs als unumstößlich festgeschrieben. Kann Hajnal in diesem System überhaupt irgendwo sinnvoll eingesetzt werden oder muss mit ihm auch zwangsläufig eine Systemumstellung einher gehen, wie es einige Fans vermuten?

Er kann die 6 offensiv spielen, ist aber als klassischer 10er deutlich stärker. Ohne euren Kader und die taktischen Möglichkeiten genau zu kennen, ist Hajnal im alten 4-3-3 oder im 4-2-3-1 auf der Position hinter den/der Spitze(n) am stärksten, zumal er auch einen guten Schuss aus der Distanz hat. Im 4-4-2 ist euch meiner Meinung nach keine Hilfe.

4) Gibt es vielleicht noch etwas, was Du uns als Hoffnung mit auf den Weg geben kannst?

Also in Dortmund hat der VfB gut ausgesehen fand ich. Klar, der BVB hatte Chancen ohne Ende und hätte hoch gewinnen können, aber im Spiel nach vorne war durch aus Qualität erkennbar. Was fehlt ist halt die Kostanz und ein guter Innenverteidiger, wenn Delpierre oder Tasci ausfallen. Niedermayer hat kein Bundesligaformat in meinen Augen.

Neue Jahre, alte Hüte

6 Jan

Erst einmal möchte ich gerne allen Lesern hier ein frohes, neues Jahr wünschen. Macht man ja schließlich so.

2010 war mein erstes komplettes Kalenderjahr in dem ich -zumindest mehr oder wenniger- durchgängig in diesem Blog aktiv war und meinen Senf zum VfB hier abgegeben habe. Ich bedanke mich bei den zahlreichen (und dieses Adjektiv kann man mittlerweile wohl verwenden) Lesern, die in den letzten 12 Monaten rund 32.000 Besuche auf diesem Blog vorgenommen haben.

Natürlich muss auch ein kurzer Dank an dieser Stelle an elpibe23 gehen, der mit einer Handvoll sehr lesenswerten Beiträgen dazu beigetragen hat, dass der Blog auch in manch, zeitlich bedingt, ruhigeren Phase mit etwas Leben gefüllt wurde.

Auch in 2011 wird es hier wieder regelmäßige Beiträge geben, wenngleich nach wie vor mit etwas reduzierter Taktfrequenz, da ich ja seit Beginn der Saison auch noch für und bei Spox in der dortigen VfB-Gruppe blogge. Diese Beiträge sind übrigens in der Navigationsleiste rechts von diesem Text ganz oben immer verlinkt und können auch als RSS-Feed abonniert werden.

Nichtsdestotrotz wird es aber selbstredend auch hier weitergehen und immer wieder entsprechende Updates geben – zumindest solange dies hier ein Erstligablog bleibt. Ob ich nämlich die Motivation aufbringen könnte, über einen Zweitligaverein zu bloggen – das wäre dann noch zu sehen.

Aber soweit ist es ja noch längst nicht, auch wenn momentan das Thema “Klassenerhalt” rund um den Verein als höchste Priorität ausgegeben wird. Was angesichts der Tabellensituation mit 5 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz natürlich auch mehr als angebracht ist.

Derzeit bereitet sich die Mannschaft des VfB Stuttgart ja bekanntermaßen im türkischen Belek auf die Rückrunde vor und hat heute ein erstes Testspiel absolviert, das mit 4:1 gegen den türkischen Erstligisten Manisaspor gewonnen wurde. Klar, Testspiele haben eine mehr als begrenzte Aussagekraft, aber in der derzeitigen Situation nimmt man ja alles mit, was so halbwegs als positives Omen taugen könnte. Schön war auf jeden Fall, dass sich Youngster Daniel Didavi nach seiner langen Verletzung wohl ganz gut wieder einfügen konnte und mal eben 2 der 4 Tore vorbereitete. Mal schauen, ob er den Sprung in die erste Mannschaft schafft in der Rückrunde oder ob die Recht behalten, die ihm fehlende Dynamik/Schnelligkeit vorwerfen.

Die linke offensive Mittelfeldposition ist schließlich eine der neuralgischen Stellen im Stuttgarter Kader, wurden dort bislang zumeist Verlegenheitslösungen eingesetzt. Sowohl Gentner als auch Boka sind für die Anforderungen des linken Flügels nun mal höchstens temporär geeignet. Und mit dem nun langfristigen Ausfall des ohnehin überraschenderweise verletzungsanfälligen Johan Audel ist ein brauchbarer Spieler hier mehr als vonnöten.

Und das intern, denn laut der jüngsten Aussagen von Bobic, ist man mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die momentane Qualität des Kaders ausreichend ist, um die Klasse zu halten.

Nicht, dass ich dem grundsätzlich widersprechen würde (denn der Kader IST stark genug für den Klassenerhalt), aber, dass man schon wenige Tage nach Beginn der Transferphase beginnt, öffentlich um Verständnis zu werben, dass man wohl untätig bleiben wird, treibt mir schon ein wenig die Sorgenfalten ins Gesicht. Ganz davon ab, dass der gleiche Bobic noch vor rund zwei Wochen vollmundig ankündigte, die Mannschaft auf 2 oder 3 Positionen verstärken zu müssen. Aber was  kümmert uns schon das Geschwätz von gestern…

So scheinen derzeit alle Zeichen darauf hinzudeuten, dass mit dem obligatorischen Japan-Einkauf die Aktivitäten dann auch schon abgeschlossen sein werden.

Okazaki heisst der Shinji in unserem Fall und soll sowas wie eine offensive Allzweckwaffe sein, sprich eigentlich Stoßstürmer, aber gleichzeitig auch irgendwie überall im Mittelfeld einsetzbar (zumindest offensiv). Dazu ist er noch Kopfballgefährlich, was sich gegen Mertesackersche Bohnenstangen durchaus relativieren könnte.

Wie dem auch sei, ich rechne ohnehin nicht damit, dass er allzu schnell den Durchbruch hier schaffen wird, wenn überhaupt. Die Vorbereitung wird er nicht mitmachen, ebenso die ersten paar Rückrundenspiele, aufgrund seiner Teilnahme am Asia-Cup und dass er sich dann zwischendrin in einer fremden Liga und Kultur einfach so etabliert – highly unlikely.

Trotz der Aussagen von Bobic werden nach wie vor immer mal wieder verschiedenste Namen von verschiedensten Stellen mit dem VfB in Verbindung gebracht. Ziani, Stanciu und jetzt Blagoyev – aber da habe ich mittlerweile doch gelernt, nicht jeder Ente hinterherzurennen. In Transferphasen wird nun mal von den Medien dermaßen viel heiße Luft produziert, dass es wohl reichen würde, um das gesamte Schienennetz der Deutschen Bahn die Wintermonate über eisfrei zu halten.

Zu mehr reicht es gerade nicht, auch wenn noch ein paar Gedanken im Kopf stecken und ausformuliert werden müssten, aber dazu in den nächsten Tagen eventuell mal wieder mehr.

Auf ein hoffentlich schönes und erfolgreiches 2011!

 

 

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