Archiv | Jugend RSS feed for this section

Nachlese der persönlichen Art

10 Mär

Thomas Schneider ist gegangen worden.

Nach neun Spielen ohne Sieg und dem nötigen Fortune griffen wieder die Mechanismen des Profifußballs. War ich jetzt zu naiv oder wurde mir etwas vorgegaukelt, dass ich fest an ein Bleiben Schneiders dachte/hoffte? Den Elfer kann er nicht reinmachen, den Ball über die Linie drücken ebenso nicht und Ball nach Ecke vor dem eigenen Tor wegschlagen geht auch schlecht (obwohl es da einige Möglichkeiten gegeben hätte).

Rückblende: Nach der Auswärtsniederlage in Frankfurt wurde Sonntag nacht mit Schneider, Montag ebenfalls bis spät, inklusive der HInzuziehung einiger Spieler und Dienstag mit Vorstand und Aufsichtsrat diskutiert. Ergebnis: Schneider bleibt! Die Mannschaft versprach, sich für Schneider zu zerreißen und der Zusammenhalt wurde gepredigt und der Stuttgarter Weg beschworen. So die offizielle Version, dass im Hintergrund Fredi Bobic versuchte, seinen alten Spezi Krassimir Balakov (war da nicht einmal was in Lautern?) plus Soldo (der aus Zagreb absagte) oder Verlaat (der von der Algarveküste absagte) in Stellung zu bringen und diese Idee durchfiel, steht auf einem anderen Blatt.

Ich persönlich hatte nach dem Braunschweigspiel erst einmal die Fresse gestrichen voll und keinen Bock. Sollen sie doch absteigen..

Dreitägige Diskussionen und ein Einbinden aller führte nach fünf Tagen dann Sonntag früh sang- und klanglos zum Rauswurf Schneiders und zur harten Linie und der Berufung von Huub Stevens. Der richtige Mann für diese Situation, der mich wieder sicher schlafen lässt, ich sehe zwar keine Verbindung zu dem zuvor versprochenen Jugendstil, aber Rettung tut not. Viel Erfolg, Huub!

Für mich der Verlierer der Umstände eindeutig Bobic, der mit Schneider (der auch wirklich Pech hatte) das schwächste Glied absägte und kein wirkliches Krisenmanagement bot. Zurecht brüllten die Fans am Samstag nach seinem Ende und wenn er die Saison am Ende nachlesen will, müsste er konsequenterweise gehen. Ewig hält die Liebe zu alten Helden der Jugend nicht..

Offener Brief an Thomas Schneider

4 Mär

Lieber Herr Schneider,

es sind wirklich bittere Momente, die Sie jedes Wochenende erleben müssen. Die Mannschaft gut eingestellt, auf das Wochenende hintrainiert und dann wird wie in “Täglich grüßt das Murmeltier” das Spiel in den letzten zehn Minuten hergeschenkt. Und Sie können nichts machen. Und dann kommen natürlich die Vorwürfe, die beim Hände-in-den-Hosentaschen anfangen und bei der zu offensiven Sechserposition enden.

Ich schätze Ihre Arbeit sehr – sofern ich dies aus der Ferne zu beobachten mag – und habe am Sonntag eine Mannschaft live im Stadion gesehen, die das Zeug hat, da unten rauszukommen, die für den Trainer spielt, die zusammenhält und unterstützt wird von den Fans, die 90 Minuten Stimmung machen. Nur liegt es immer an den letzten zehn Minuten.

Hätte Vedad Ibisevic nicht beim HInspiel gegen Frankfurt den Elfmeter in der Nachspielzeit ins Toraus geballert und Thiago nicht noch getroffen, dann wären alle Diskussion obsolet. So verdichtet sich die ganze Misere in einem-über-den-Schlappen-gerutschten-Ball bei Maxim, der das leere Tor nicht trifft und es im Gegenzug im eigenen klingelt, den Rest der Geschichte kennen Sie..

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und glaube an Sie und sehe zudem keine andere Alternative. Gewinnen Sie gegen Braunschweig und reißen Sie das Ruder herum, dann wird diese erste Feuerprobe für Sie glimpflich ablaufen.

Mit freundlichen Grüßen

D. S.

Heißer Tanz im Glaspalast

7 Jan

Alle Jahre wieder …..gönne ich mir einen kleinen, aber feinen Ausflug nach Sindelfingen. Dort findet immer in der ersten Januarwoche eines der größten – nicht Wenige  sagen auch das bestbesetzte – Hallenturnier Deutschlands statt. Über 150 Mannschaften verschiedener Alters- und Leistungsklassen kämpfen eine Woche lang um Ruhm, Ehre und Pokale. Eingebettet in dieses Megaturnier, ausgerichtet vom VfL Sindelfingen und dem GSV Maichingen, findet an zwei Tagen der Mercedes Benz Junior Cup statt.

Ein wirklich bemerkenswertes Turnier, in dessen Vergangenheit schon solch illustre Namen wie Arsenal London, Celtic Glasgow, Galatasaray Istanbul, Zenit St. Petersburg, Ajax Amsterdam, uvm. teilnahmen. Die Liste der Spieler komplett aufzuzählen, die dort auftraten und später zu nationalen und internationalen Stars wurden, würde den Rahmen sprengen. Bakari Sagna, Steven Pienaar, Mario Gomez, Nuri Sahin, Manuel Neuer, Stephan Henchoz, Raphael Wicky, Simon Rolfes, Sami Khedira, Mesut Özil, Valentin Stocker, Eren Derdiyok, Tim Borowski, Johann Vogel seien an dieser Stelle stellvertretend genannt. Auch für einige bekannte Trainer war der JuniorCup ein Sprungbrett: Ralf Rangnick, Jens Keller (beide für Stuttgart), Thomas Schaaf (Werder), Carlos Dunga (Gremio Porto Allegre), Michael Skibbe (Bayer 04) – sie alle coachten schon in Sindelfingen.

Hochkarätiges Teilnehmerfeld

Immer acht U19-Mannschaften aus dem In- und Ausland kämpfen um die begehrte Trophäe im mittlerweile etwas  in die Jahre gekommenen Sindelfinger Glaspalast. Die diesjährigen Teilnehmer waren

VfB Stuttgart
AZ Alkmaar
Lech Posen
Hertha BSC Berlin

in Gruppe A und

Bayer 04 Leverkusen
FC Basel
Dinamo Zagreb
SC Freiburg

in Gruppe B. Parallel zu den Juniorenteams der Bundesligavereine ermitteln  auch die großen Mercedeswerke, wer denn nun die beste Werksmannschaft stellt. Dieses Jahr konnten die Lokalmatadore aus Sindelfingen zum neunten Mal den Pokal in die Höhe stemmen, bei der insgesamt 21. Auflage eine beachtliche Leistung. Die U19 des zweiten „Lokalmatadors“ VfB Stuttgart startete gestern souverän in das Turnier, gewann gegen Alkmaar und Berlin je 1:0 und begnügte sich im letzten Gruppenspiel gegen Lech Posen mit einem torlosen Remis. Erstmals aufhorchen ließ die Truppe des kürzlich noch in der Bundesliga aktiven Co-Trainers Jürgen Kramny dann im ersten Spiel der Zwischenrunde, als man Vorjahressieger Bayer 04 Leverkusen mit 4:0 abfertigte. Der VfB startete bissig und dominierte die Leverkusener, die sichtlich beeindruckt nicht mehr als ein besserer Sparringspartner waren. Schon nach fünf Minuten brachte Patrick Bauer den VfB mit 1:0 in Führung. Danach ging es Schlag auf Schlag: Alexander Riemann erhöhte in der achten Minute auf 2:0, ehe Raphael Holzhauser nach einem schönen Solo per Flachschuss das 3:0 erzielte. Manuel Hegen markierte wenig später den 4:0-Endstand.

In der zweiten Gruppe dominierten die Breisgau-Brasilianer das Feld mit dem bekannten Kurzpassspiel und einem sehr agilen und treffsicheren Stürmer namens Tasli. Aber auch die Rasselbande aus Zagreb, 2008 noch Cupsieger (mit einem gewissen Zvonimir Soldo an der Bande) spielte einen gepflegten Ball. Wie immer natürlich unterstützt von ca. 150-200 BadBlueBoys, die mächtig Rabatz machten und teilweise eine achtstündige Anfahrt auf sich nahmen.

U19 VfB Stuttgart

Die Truppe beim Warm-Up

Viel Prominenz am zweiten Tag

Hertha BSC Berlin lief in der Zwischenrunde zu großer Form auf (gecoacht vom CL-Sieger René Tretschok und Ex-VfB-Spieler Ante Covic) und sicherte sich verdient einen Platz im Halbfinale. Der VfB Stuttgart, der SC Freiburg und Bayer 04 komplettierten das Feld. Im Halbfinale kassierten die  Stuttgarter ihr erstes Gegentor im Wettbewerb, mühten sich schliesslich gegen Hertha zu einem 3-2 nach 9m-Schiessen (Keeper Wieszt hielt gleich drei Penalties) und warteten auf den SC Freiburg, der sich mit einem knappen, aber verdienten 1:0 (Knockout kurz vor Schluss) gegen die Werkself durchsetzte.

In der Pause vor den Finalspielen sorgte ein Einlagespiel der F-Jugenden von Maichingen und Sindelfingen für großes Amüsement in der Halle. Die Kurzen, kaum bandenhoch, lieferten sich einen erbitterten Fight, trennten sich letztlich jedoch friedlich 0:0. Trotz der fehlenden Tore ein absolutes Highlight.

Das Spiel um den dritten Platz gewannen die Hauptstädter in einem müden Kick ebenfalls sehr knapp mit 1:0 gegen Leverkusen, ein satter Distanzschuss sorgte für die Entscheidung.  Das Finale erfüllte dagegen alle Erwartungen in der völlig ausverkauften Halle. Unter den Augen der geballten Fußballprominenz (Weltmeister Guido Buchwald, Ralf Rangnick, Schirmherr Oliver Bierhoff und last, but not least the Lichtgestalt himself, Franz Beckenbauer) legten die Breisgauer los wie die Feuerwehr und gingen verdient  in Führung. Der VfB kontrollierte fortan das Geschehen, war jedoch immer anfällig für die überfallartigen Konter der Freiburger. Nach feiner Kombination über Jonas Halder und Kapitän Pascal Breier narrte der österreichische Juniorennationalspieler Kevin Stöger die komplette Freiburger Hintermannschaft und netzte per Hacke ein – Madjer ließ grüßen.

Mit dem Remis ging es in die Verlängerung, in der die Stuttgarter erneut beste Chancen nicht nutzen konnten und auch die Konterattacken der Breisgauer nicht zu Toren führten. So kam es erneut zum Shootout vom Punkt. Die Freiburger Spieler behielten in einem packenden Neunmeterschießen die Nerven und holten sich mit einem 5:4-Erfolg zum ersten Mal den Turniersieg.

Siegerehrung

Siegerehrung mit Beckenbauer, Zweiter von links ist der MVP Kevin Stöger, © vfb.de

Auszeichnung für Kevin Stöger

Kapitän Pascal Breier stemmte schließlich den Pokal des ersten Verlierers in die Höhe, den er aus den Händen von Franz Beckenbauer entgegennahm.  Ein weiterer VfB-Akteur konnte sich ebenfalls freuen  –  Kevin Stöger wurde zum besten Spieler des 21. Mercedes-Benz Junior Cup 2011 gewählt und folgte damit Raphael Holzhauser, dem besten Spieler 2010.

Neben MVP Stöger, Alex Riemann, Patrick Maurer und Jonas Halder vom VfB ließen noch weitere Spieler aufhorchen.

Five Players to watch:

Kristijan Jajalo (Dinamo Zagreb)

Jerome Kiesewetter (Hertha BSC Berlin)

Oguzhan Tasli (SC Freiburg)

Kevin Luckassen (AZ Alkmaar)

Granit Xhaka (FC Basel)

Alle Infos rund um das Turnier gibts hier: Homepage

Bilder von beiden Tagen gibts hier: Frankys Stadionpics

El Pibe

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.