Transfers 09/10 (WP): Elson mal wieder, Hitz endgültig weg

Nur kurz der Vollständigkeit halber noch kurz ein paar Kommentare zu den zwei Transfers, die der VfB am letzten Wochenende der Transferperiode getätigt hat.

Elson per Leihe nach Hannover

Ich hatte ja in den Kommentaren schon mal angedeutet, dass ich durchaus zu den sich eher in der Minderheit befindlichen Befürwortern eines Verkaufs unseres Mittelfeldmanns Elson wäre. Der gute Mann hat eindeutig potentiell tolle Fähigkeiten am Ball und kann beeindruckende Standards ausführen – das will ich keinesfalls bezweifeln. Das Problem ist nur, dass er zum Einen einfach nicht die Robustheit aufweist, um sich dauerhaft im Bundesligafussball durchzusetzen und zum Anderen vor allem, dass er in den letzten eineinhalb Jahren nie Konstanz an den Tag legen konnte. Nun ist der kicker zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ich denke doch, dass es für sich spricht, dass Elson seit Beginn der Saison 08/09 es nie geschafft hat, zwei Spiele hintereinander eine bessere Leistung als 3,5 abzurufen. Im Gegenteil, meist überwog eher die Tendenz 4,0 und noch schwächer – gespickt mit ca. 1-2 Spielen pro Halbserie, die exzellent waren (meist nach Einwechslung zur Halbzeitpause).

Klar, man könnte nun noch sagen, dass es natürlich auch kein Wunder ist, da Elson ja auch ganz selten mal 3-4 bewertete Spiele am Stück bekam, um sich zu zeigen. Durchaus richtig – allerdings muss man dann eben auch sehen, dass Elson in seiner Zeit beim VfB insgesamt 4 verschiedene Trainer (Sammer, Veh, Babbel, Gross) hatte, von denen nie jemand nachhaltig auf ihn zu bauen schien.

Da sich Gross zudem auch noch relativ eindeutig dem 4-4-2 mit Doppelsechs im Mittelfeld verschrieben hat, gibt es zudem bis auf weiteres Elsons Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld auch nicht mehr, so dass eine Weiterbeschäftigung des Brasilianers unter dem Strich wirklich keinen großen Sinn aus meiner Sicht machte.
Natürlich, Elson kostet nicht sonderlich viel (vermutlich) und trat bislang nie als Stinkstiefel auf – dennoch ist das für mich keinen Grund, einen Spieler zu behalten, der nicht unbedingt nötig ist. Und der zudem sicherlich auch das Potential hätte bei einem anderen, kleineren Verein regelmäßiger zum Einsatz zu kommen.

Letzten Endes ist es dann doch nur eine Leihe und kein Verkauf geworden, da die Hannoveraner erst einen Transfer plötzlich ablehnten aus wirtschaftlichen Gründen – nur um dann nach der desaströsen 1:3-Niederlage gegen Nürnberg in Panik doch noch einer Leihe zuzustimmen.
Schade, aber so hat er nun beim mittlerweile vierten Leihverein seit Kauf durch den VfB im Jahr 2004 noch ein weiteres Mal die Chance zu beweisen, dass er es drauf hat, sich in der Bundesliga zu etablieren. Ob es dann doch noch mal beim VfB weitergeht – ich wage es zu bezweifeln…

Hitzlsperger an Lazio Rom verkauft

Der Hauptgrund warum ich mich jetzt doch noch dazu aufgerafft habe, diesen Eintrag zu schreiben (abgesehen von meiner Verpflichtung als …äh… Chronist), ist das Bedürfnis noch kurz etwas zu Hitzlsperger zu schreiben. Einerseits, weil unser letzter Mannschaftskapitän auf jeden Fall ein adäquates Dankeschön verdient hat. Zwar wirkte er gerne mal phlegmatisch und auch oft zurückhaltend, aber er war eben auch der Mann der in sehr hoher Frequenz dazu in der Lage war, den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen (oder auch gerne zu chippen). Von seiner exzellenten Schussstärke brauchen wir natürlich erst gar nicht zu reden.

Ein Problem war aber eben, dass er abseits dieser Pässe und Schüsse gerne mal zu unauffällig und bieder agierte. Solide und meist fehlerfrei, aber eben halt ohne große Glanzlichter und nicht mit der Bestimmtheit, die ein Kapitän eigentlich hätte aufbieten müssen. Letzteres war vermutlich dann auch der Grund, warum man in Hitzlsperger ein so leichtes Opfer gefunden hatte, an dem sich der Niedergang des VfB in der Hinrunde relativ leicht festmachen ließ.

Dass es dann letztlich zum Verkauf von Hitzlsperger in dieser Winterpause kam, war denn auch ziemlich zwingend. Zum Einen fehlte ihm nach der Hinrunde und seinem Sündenbocktum das Standing in der Aussenwirkung und vermutlich auch innerhalb der Mannschaft. Zum Anderen, was im Grunde noch schwerer wog, haben mit Khedira, Träsch und Kuzmanovic gleich drei Spieler die Nase vorne in Sachen Form gehabt, so dass es äusserst unrealistisch gewesen wäre, dass Hitz sich in der Rückrunde ernsthaft wieder für die Startelf hätte empfehlen können.

So war es dann eben logisch, dass er für die Sicherung der WM-Chancen einen Wechsel suchte. Dass es vermutlich besser gewesen wäre, einen deutschen Verein zu finden als einen italienischen Verein im Abstiegskampf, hatte ich schon vermutet. Zumal es mir irgendwie unpassend erschien, dass der Störungsmelder Hitzlsperger ausgerechnet zu Lazio Rom geht…

Dass er dann aber bei seinem Debüt in Rom gleich ebenfalls als Sündenbock abgestempelt wird und sogar vom Trainer nach nur einer Stunde Spielzeit indirekt als Fehleinkauf abgestempelt wird, hatte ich dann doch beim besten Willen nicht erwartet. Und das hat Hitzlsperger auch keinesfalls verdient!

Ich mein, unsere sportliche Leitung wird ja äußerst häufig aufgrund ihres mangelhaften Scoutingsystems gerügt, aber ein Trainer, der den Kauf von Hitzlsperger mit zu verantworten hat und dann sagt, dass man besser “einen wendigen Spieler, der am Ball besser ist und die Spitzen besser einsetzt” gekauft hätte, ist schon ein absoluter Offenbarungseid der sportlichen Führung!

Laut Stuttgarter Nachrichten zögert der Präsident Lazios derzeit, den Trainer rauszuschmeissen, da man sich die Abfindung ersparen möchte. Man kann im Sinne Hitzlspergers eigentlich nur hoffen, dass dies noch vollzogen wird, denn ich glaube kaum, dass ein Trainer, der sich zu solchen Äusserungen hinreissen lässt, ein guter Coach ist. Im Sinne unseres Ex-Kapitäns wäre es natürlich optimal, wenn dort ein neuer Trainer kommen würde, der dann auch auf “The Hammer” baut und ihn regelmäßig zum Einsatz kommen lässt.

Ob das realistisch ist, keine Ahnung. Aber zu wünschen wäre es ihm absolut.

Mach’ es gut, Thomas, und vielen Dank für all die Jahre solider bis sehr guter Arbeit und absoluter Loyalität zum Verein!

Der Trainer hat immer recht.

Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht. Der Trainer hat immer recht.
Der Trainer hat immer recht – zumindest wenn gewonnen wird.

Zugegeben, das ist jetzt gerade ganz schamlos vom geschätzten Kollegen Kamke abgekupfert – aber der Satz war nun mal das, was ich so etwa ab der 50. Minute, sozusagen als Mantra, ständig vor mich hermurmelte. In besagter Minute entschied sich nämlich unser Trainer Gross dazu, den kurz zuvor gelbverwarnten Stürmer Marica herauszunehmen und gegen den Mittelfeldspieler Kuzmanovic zu ersetzen. Die schon in den vorangegangenen 50 Minuten eher übersichtlichen Offensivbemühungen wurden dann im Zuge dieser Systemumstellung vom etablierten und gewohnten 4-4-2 auf das eher selten gespielte 4-5-1 leider noch weiter heruntergefahren, was an sich nicht so dramatisch wäre – aber aus meiner Sicht ziemlich unnötig und auch etwas fahrlässig bei einer Führung mit lediglich einem Tor.

Und auch wenn ich eigentlich gestern von Beginn an ein ziemlich gutes Gefühl hatte, was ein erfolgreiches Abschneiden beim Topspiel anging, so behagte mir diese aufreizende Passivität über weite Strecken des Spiels doch überhaupt nicht. Keine Ahnung, ob das von Gross so angeordnet war, um einfach mal den Gegner kommen zu lassen und Wert auf ein kräfteschonenderes Spiel zu legen…

Wenn dem tatsächlich so ist, dann darf ich, genauso wie über die probierte Systemumstellung, natürlich eigentlich nicht meckern, schließlich habe ich vergangene Woche für genau dieses Duell mit dem Tabellensiebzehnten noch Experimente mit der Mannschaftsaufstellung gefordert!

Jetzt zu sagen, dass das mit der Umstellung auf 4-5-1 Bockmist gewesen sei, wäre daher natürlich vollkommen unangebracht – auch wenn es nicht die Veränderung im Team war, auf die ich ein wenig spekuliert hätte. Nämlich Celozzi rauszunehmen (was er gestern durch seine Defensivleistung ja auch durchaus gerechtfertigt hätte), Träsch auf die RV-Position zu verschieben und Kuzmanovic neben Khedira zu setzen.

Aber Gross hatte mal wieder anderes im Sinn und zog Khedira in eine etwas offensivere Position zentral im Mittelfeld, während Kuzmanovic auf die Position des temporären Kapitäns in der Doppelsechs neben Träch ging, so dass das Ganze dann folgendermaßen aussah:

———-Träsch———Kuzmanovic———
—-Gebhart——-Khedira——–Hleb——-
——————Pogrebnyak——————-

[Nach der obligatorischen Auswechlung Hlebs um die 60. Minute rum, übernahm dessen Position dann Roberto Hilbert]

Meine Vermutung ist ja, dass die 4-5-1-Variante vom gestrigen Spiel ein Vorgriff auf zumindest eine Option ist, die Gross für das Duell gegen Barcelona im Kopf hat.  In Fankreisen wurde eine solche Systemänderung schon häufiger vermutet für das CL-Spiel, und nach der gestrigen Umstellung glaube ich sogar, dass das tatsächlich vom Trainerteam ernsthaft in Erwägung gezogen wird.
Gut finden tue ich das allerdings nicht wirklich, da ich der Meinung bin, dass man sich -selbst bei der besten Mannschaft des Planeten- vorwiegend nach den eigenen Stärken richten sollte und nicht nach denen des Gegners. Und wir sind nun mal stark und erfahren im 4-4-2.
Aber was weiss ich schon?

Da das Champions League-Spiel aber erst einmal noch eine Woche Zukunftsmusik ist, lassen wir das erst einmal beiseite und schauen uns noch ein paar Lehren aus dem gestrigen Spiel an.

Heraus ragte natürlich Khedira, der sich auch auf der offensiveren Position nicht unwohl zu fühlen scheint, mit seinen beiden Assists und auch Tasci machte in meinen Augen eine ziemlich gute Partie.
Zu den auffälligeren Akteuren gehörten zudem natürlich auch die beiden Torschützen Hilbert, der einen wieder mal sehr engagierten Eindruck nach seiner Einwechslung hinterließ, und natürlich Timo Gebhart.

Ach, Gebhart… Ich glaube er zählt zu diesem Typ Spieler, den Du nur dann halbwegs ertragen kannst, wenn er in Deiner eigenen Mannschaft spielt. Also jemand wie van Bommel beim FCB, Jarolim beim HSV, oder passender noch: wie früher Christian Tiffert bei uns.
Ich kann mich hier nur wiederholen und erneut meinen Wunsch ausdrücken, dass er diese unsäglichen Schmutzigkeiten aus seinem Spiel rausbekommt – aber solange er dabei zumindest regelmäßig gute Offensivaktionen bringt, wie es gestern der Fall war, kann man natürlich als Fan wenig meckern.

Dass Celozzi gegen Nürnberg vor allem defensiv einen eher gebrauchten Tag erwischt hat, hatte ich ja schon erwähnt – zumindest aber offensiv konnte er auch wieder ein paar Akzente sitzen. Während sein Stellungsspiel nach wie vor ausbaufähig ist, scheint sich da aber zumindest die Abstimmung mit Gebhart so allmählich einzuspielen.
Sein Counterpart auf der linken Seite Molinaro, war quasi das Gegenstück: Defensiv sehr stabil, aber diesmal sehr beschränkt im Vorwärtsdrang. War aber auf jeden Fall sehr schön zu sehen, dass auf dieser Seite mal so überhaupt nix angebrannt ist.

Dass die linke Seite allerdings über weite Strecken auch offensiv nicht viel passierte, war natürlich ganz und gar nicht schön. Dort war Hleb einmal mehr eher ein Schatten vergangener Jahre und es kam eben erst Belebung auf diesen Flügel, als Gross Hilbert einwechselte.

Eine Serie ist leider gestern doch gerissen: Zum ersten Mal seit Gross das Ruder übernommen hat, wurde kein einziges Stürmertor erzielt, da sowohl Marica (bis zur 50.) als auch Pogrebnyak, der spätere Alleinunterhalter, leider darunter litten, dass das Offensivspiel insgesamt nicht sonderlich rund lief und bei den wenigen Gelegenheiten, die sie bekamen, eher glücklos agierten. Solange man trotzdem gewinnt, lässt sich das natürlich locker verschmerzen.

Wichtig war der Last Minute-Sieg natürlich allemal – schließlich sind derzeit eigentlich ausschließlich Siege notwendig, um noch irgendwas in Richtung oben unternehmen zu können. Zum Einen weil der Rückstand nach oben natürlich noch ziemlich groß ist (wenngleich er in den 4 Spielen der Rückrunde schon von 14 auf 8 geschmolzen ist). Zum Anderen aber eben auch, weil die Abteilung “Mittelfeld” der Bundesliga derzeit extremst gedrängt ist: Nach hinten liegen innerhalb von 3 Punkten Abstand drei andere Teams, nach vorne sind es in diesem Bereich sogar derer vier! Dementsprechend kann es sehr schnell wieder in beide Richtungen gehen – lediglich der Abstiegskampf sollte mit nun 11 Punkten Vorsprung mittlerweile endgültig zu den Akten gelegt werden können.
Nächste Woche Samstag geht es dann im Heimspiel gegen Hamburg, die jetzt zwar drei Spiele in Folge nicht gewinnen konnten, aber gegen uns dann vermutlich sowohl van Nistelroy als auch Ze Roberto mit an Bord haben werden. Keine ganz leichte Aufgabe, aber wenn man eben was reissen will nach oben, dann ist hier ein Sieg eigentlich ein Muss, da man so den Rückstand auf Platz 5 schon auf nur noch 5 Punkte reduzieren könnten. Und dann würde auch ich vielleicht dran glauben, dass diese Saison doch noch etwas mehr geht, als nur um Rang 6 zu kämpfen…

Eine Leistungssteigerung wird dafür natürlich allemal vonnöten sein. Aber von den Quervergleichen halte ich ohnehin nicht ganz so viel.

Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +7 Punkte, +7 Tore

Sorgenfrei

Ich muss zugeben, auf das Duell gegen die Dortmunder Mannschaft, mit zehn ungeschlagenen Pflichtspielen im Gepäck nach Stuttgart angereist, war ich quasi “heiss wie Frittenfett”. Und dass das Duell diese hohen Erwartungen dann auch noch weitestgehend erfüllen konnte, ist da natürlich überaus erfreulich.

Weitaus unerfreulicher war nur, dass ich leider gar nichts von dem Spiel mitbekommen konnte, da ich statt die Partie verfolgen zu können, unglücklicherweise auf der Messe Boot in Düsseldorf diverse Menschen davon überzeugen musste, dass Tauchen in den Florida Keys eine richtig tolle Sache ist (das war zumindest überwiegend leicht).

Dementsprechend war ich dann also auf die Nachberichterstattung im TV angewiesen und war doch äusserst enttäuscht, von der Art und Weise, wie das Spiel im SWR bei SiD aufbereitet wurde. Gut, zumindest, um die Tore mal zu sehen reichte es dann doch – gab ja immerhin 5, dazu noch den verschossenen Elfmeter und zwei, drei gute Chancen. Da ist die angepeilte Laufzeit dann eben leider schon vorbei.

Für weitere Eindrücke, Meinungen und Einschätzungen gibt es dann ja aber noch diverse Foren und Online-Artikel, so dass ich zumindest einen halbwegs brauchbaren Eindruck vom Spielverlauf und den einzelnen Leistungen der Spieler bekommen konnte.

Basierend auf diesen Eindrücken scheint es wohl tatsächlich eine sehr gute Leistung des VfB gewesen zu sein, zumindest über weite Strecken des Spiels. Lustigerweise kommt man, wenn man den diversen Augenzeugen Glauben schenken darf, unter dem Strich wieder auf rund 60 Minuten wirklich guter Leistung. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal nicht wie in den letzten Begegnungen die erste Stunde am Stück gut gespielt wurde und dann der Einbruch samt zittern folgte, sondern man die Phasen guter Leistung, diesmal etwas übers Spiel verteilte und den Durchhänger auf die Zeit rund um den Pausenpfiff legte.

Spannend im Zusammenhang mit diesem Spiel zu beobachten, wird mit Sicherheit sein, wie Trainer Gross mit der Aufstellung des Teams in den nächsten Wochen umgehen wird. In der vergangenen Woche hatte ich das ja schon mal kurz thematisiert, vor allem im Bezug auf die beiden Personalien Delpierre und Kuzmanovic.

Der Franzose ist ja nun mal durch Babbel als neuer Kapitän eingesetzt worden und diese Entscheidung wurde dann im Nachhinein auch durch Gross mitgetragen. Den Kapitän nun nach der Gesundung auf der Bank sitzen zu lassen? Politisch gesehen eigentlich eher schwierig. Sportlich allerdings muss man sagen, dass das Duo Tasci/Niedermeier in der Rückrunde zunehmend besser harmoniert und mit bislang 2 kassierten Gegentoren sehr stabil steht und es eben aus der Sicht eigentlich keinen Grund gibt eine Änderung vorzunehmen.

Der andere Fall, Kuzmanovic ist dann allerdings noch etwas komplexer, da es nicht nur darum geht, dass ein Spieler einen anderen ersetzt, sondern der Einsatz von Kuzi vermutlich weitere Änderungen im Kader nach sich ziehen würde. Denn Kuz auf seiner angestammten Position im zentralen Mittelfeld einzusetzen würde bedeutend, dass entweder Khedira oder Träsch, die beide zuletzt gut bis sehr gut aufspielten, weichen müssten. Vermutlich würde es den zuletzt sogar stärkeren Spieler dabei treffen mit Träsch, da dieser eben auch auf der rechten Seite in Mittelfeld oder Abwehr gut spielen kann. Ursprünglich war dies sogar meine bevorzugte Variante, so dass Träsch den im Gesamtvergleich leicht abfallenden Celozzi ersetzen würde.

Nachdem ich allerdings heute gesehen habe, welch negative Auswirkungen es auf das zuletzt so starke Dortmunder Gebilde hatte, dass Hummels für Bender von seiner zuletzt äusserst starken Innenverteidigerposition ins defensive Mittelfeld rücken musste, sehe ich das ganze nicht mehr so eindeutig, wie noch zuvor. Ob es für den BVB heute besser gelaufen wäre, wenn Kloppo einfach nur Bender durch jemand anders ersetzt hätte, statt sein etabliertes, starkes Innenverteidigerpärchen auseinanderzureissen, ist natürlich pure Spekulation – aber es lässt mich doch eher zweifeln, ob es tatsächlich eine gute Idee wäre, das derzeit so prima funktionierende Zentrum des Teams zu trennen.

Nichtsdestotrotz hat Kuzi natürlich heute wieder einmal eindrucksvoll seine Ambitionen auf einen Startelf unterstrichen, als er kurz nach seiner Einwechslung mit einem großartigen, schlitzohrigen Freistoß das Ruder für den kurz zuvor etwas schwächelnden VfB wieder herumriss.

Wenn ich es anhand der wenigen Bilder richtig gedeutet habe, ist diesmal Kuzmanovic tatsächlich nach seiner Einwechslung auf die Position am rechten Flügel gegangen (Kann das jemand bestätigen?). Auch wenn das nicht seine bevorzugte Position ist und er vermutlich nicht die Idealbesetzung dafür darstellt (auch aus Sicht von Gross) wäre das vielleicht die Variante, die man kommende Woche gegen Nürnberg mal ausprobieren sollte.

Die haben zwar am Wochenende einen deutlichen 3:1 Sieg gegen Hannover eingefahren – aber eben auch “nur” gegen Hannover und in der momentanen Form des Teams wäre das sicherlich einen Versuch wert. Aber schauen wir mal.

Rein tabellarisch haben wir tatsächlich auch diese Woche wieder einen Schritt nach oben getan und am dritten Spieltag in Folge mindestens ein anderes Team überholen können. Sollte am kommenden Samstagabend ein weiterer Sieg folgen, werden wir, wenn einer aus dem Trio Hoffenheim, Mainz und Frankfurt patzt, sogar zum ersten Mal seit dem vierten Spieltag wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz ankern können. Und das wär doch schon mal eine feine Sache.

Dennoch sollte man bei allem positiven Verlauf nach wie vor nicht in allzu übertriebene Hoffnungen ausbrechen, da wir jetzt erst einmal quasi offiziell im Mittelfeld (oder auch: Niemandsland) der Tabelle angekommen sind, bei 8 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Nach oben, sprich Platz 5, sind es allerdings noch satte 10 Punkte Rückstand, die mir selbst bei gerade etwas schwächelnden Hamburgern etwas zu viel erscheinen. Es geht also in der Tat erst einmal vor allem darum, einfach guten, ansprechenden Fußball zu zeigen. Alles andere wird sich dann schon fügen.

Transfers 09/10 (WP): Yildiray Altlastürk nach Blackburn

Bei der Wahl zum in den letzten Jahren vermutlich unter den Fans unbeliebtesten VfB-Spieler würde es wohl ein ganz knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ciprian Marica und Yildiray Bastürk geben.

Doch während sich der rumänische Stürmer so allmählich doch endlich durchsetzen zu können scheint (und damit dann auch unweigerlich in der Gunst der Fans steigen wird), wurde heute nachmittag mit der Vertragsauflösung von Bastürk und dem damit einhergehenden Transfer zu den Blackburn Rovers ein Kapitel abgeschlossen, das wohl als eines der größten Missverständnisse (so sagt man doch im Pressejargon, oder?) in die Geschichte des VfB eingehen dürfte.

In zweieinhalb Jahren hat er ganze 43 Pflichtspieleinsätze für den VfB – wovon satte 33 Spiele in seine erste Saison beim VfB fielen. Das ist grundsätzlich schon mal keine allzu pralle Bilanz, woran sich Volkes Zorn aber vor allem entfacht hat, war der dem Vernehmen nach überaus wohldotierte Vertrag, mit dem Bastürk ausgestattet war und den er spätestens seit einem Jahr im Auge der Fans nur noch “aussaß” ohne irgendwelche Leistung für den VfB zu bringen.

Klar, Yildi hatte während seiner Zeit sehr viel Pech mit Verletzungen, musste allein in der Saison 08/09 mit 3 verschiedenen Verletzungspausen kämpfen. Das ist nicht schön, hat aber eben dazu geführt, dass er weit mehr Zeit als uns allen lieb war in der wunderschönen VfB RehaWelt verbracht hat – aber eben weiterhin die kolportierten 3 Millionen Euro pro Saison kassierte.

Besonders, dass er die diversen vermeintlichen Angebote in der letzten Sommerpause ausgeschlagen hat und sich trotz ganz schlechter Aussichten beim VfB -wo sich abzeichnete, dass es auf absehbare Sicht keine Position im zentralen offensiven Mittelfeld mehr geben wird- lieber dazu entschied weiter auf seinem gut dotierten Vertrag zu beharren, erzürnte dann endgültig die überwiegende Mehrheit der Fans. Großartig anders gemacht hätte es in seiner Situation vermutlich wohl kaum jemand, aber gut, rationale Erwägungen spielen bei sowas ja ohnehin nur selten eine Rolle.

Letztlich bin aber auch ich froh, dass wir nun endgültig (und wenn auch nur ein halbes Jahr vor Vertragsende) einen vermutlichen Großverdiener von der Payroll bekommen haben. Nach Simak sind wir somit schon den zweiten “Problemfall” losgeworden, was mich doch sehr freut.

Mal schauen, ob dann tatsächlich auch noch Elson bis Montag einen neuen Verein finden wird. Dann hätte man tatsächlich den Kader durchaus sinnvoll ausgedünnt (mal schauen, ob ich es noch schaffe, einen Beitrag zu schreiben, warum ich den Verkauf von Elson tatsächlich für verhältnismäßig sinnvoll erachte) und hätte nun einen sehr ordentlichen Stamm ohne großen Ballast beisammen und sich damit schon mal in eine adäquate Ausgangsposition gebracht, um eventuell eine Saison ohne internationales Geschäft zu spielen.

Bastürk wünsche ich jetzt natürlich viel Erfolg bei den Blackburn Rovers – und vor allem das nötige Glück, verletzungsfrei zu bleiben. Ich muss ja schon zugeben, dass ich ein wenig erstaunt bin, dass er sich tatsächlich in die doch körperlich angeblich wesentlich härtere Premier League wagt. Und ebenfalls bin ich natürlich erstaunt, dass die Rovers einen Spieler mit einer solchen Verletzungshistorie verpflichten.

Achso, ist es eigentlich korrekt zu sagen, dass hiermit nun auch offiziell die Ära “Armin Veh” beim VfB endgültig zu den Akten gelegt werden kann?

Umbruch & Aufbruch

Der dritte Sieg in Folge, 6 Pflichtspiele in Serie ungeschlagen, die beste Tabellenplatzierung seit dem 7. Spieltag und den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf 9 Punkte ausgebaut – ich würde sagen, der Patient Stuttgart ist dabei, zu gesunden.

Wenn alles halbwegs normal läuft (maximal Remis gegen BVB und HSV, Siege gegen den Rest), dürften wir in 5 Spielen diese Saison zu den Akten legen, da wir danach nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben sollten. Nach vorne wird bei 10-12 Punkten Rückstand auf das internationale Geschäft dann ebenfalls nicht mehr viel zu holen sein, so dass wir die restlichen 10 Spiele wohl nur noch der Freude am Fußball wegen und zur Vorbereitung auf die WM am Ligabetrieb teilnehmen. Das ist zwar nicht unbedingt eine Situation, die ich mir vor der Saison erträumt hätte, aber nach der Hinrunde werden wir damit wohl leben müssen und auch können.
[Wobei es rein theoretisch natürlich noch die Möglichkeit gibt, dass Bayern und Schalke im DFB-Pokalfinale stehen, der Sieger sich über die Tabelle parallel aber schon für die CL qualifiziert und der Verlierer ebenfalls mindestens 5. wird - dann wäre es erstrebenswert Platz 6 zu holen, der momentan durchaus in Reichweite zu sein scheint... Achja, oder man gewinnt eben direkt die Champions League...höhö...]

Dass es bis Ende Februar so positiv für den VfB laufen wird, daran habe ich nach den nun fünf Auftritten unter Gross eigentlich keinen Zweifel mehr. Natürlich haben wir auch gestern wieder mal nach einer Stunde angefangen zu wackeln, aber wir haben eben auch wieder eine Stunde lang guten bis sehr guten Fußball gezeigt und den Gegner dominiert und solange sich die Mannschaft daran hochzieht und eben nicht von den schwächeren Phasen runterziehen lässt, mache ich mir keine großen Gedanken, dass wir Spiele wie gegen Nürnberg, Köln oder Frankfurt nicht gewinnen werden. Ein gutes Abschneiden gegen die “Großen” wie Hamburg und Dortmund wäre dann zwar auch schön, ist aber sicherlich hauptsächlich für die Stimmung notwendig und weniger entscheidend für den Ausgang der Saison. Und ob es dazu reichen wird, das muss man dann eben sehen.

Denn auch gestern hat man wieder unser Lieblingsproblem dieser Saison gesehen: Die Chancenverwertung.
Nach wie vor macht der VfB einfach zu wenig aus seinen, teilweise doch hochkarätigen Chancen. Wäre gestern frühzeitig das 2:0 gefallen, dann wären aller Voraussicht nach die Freiburger nicht mehr so zurückgekommen und hätten derart am Ausgleich geschnuppert, wie es rund 20 Minuten lang der Fall war, als sie mit dem berüchtigten “Mute der Verzweiflung” alles nach vorne schmissen.
Was man aber eben auch festhalten muss, ist die Tatsache, dass seit Gross das Ruder übernommen hat, wurde in jedem Spiel eben doch auch immer ein Stürmertor erzielt wurde und alleine das gibt schon mal Anlass zur Hoffnung. Gestern war dies mal nicht der ansonsten durchaus starke, weil erneut überaus engagierte Pogrebnytank (beeindruckend wie er Mitte der zweiten Halbzeit mal 20 Meter vor dem eigenen Strafraum einen Freiburger abgrätschte und den Ball zurückholte!), sondern unser 8 Millionen schweres Dauersorgenkind Ciprian Marica. Auch er hat wieder sehr viel Einsatz gezeigt und sich das Tor wirklich verdient am gestrigen Abend. Schade, dass sein zweiter Treffer aberkannt wurde (was man nachvollziehen kann).

Ebenfalls erneut aufsteigende Tendenz zeigte Hleb, der mit einer wirklich an alte Zeiten erinnernden Aktion das Führungstor mit vorbereitete. Klar war sein Solo gegen einen überforderten, unerfahrenen Aussenverteidiger, aber den Pass auf Pogrebnytank so zu spielen, das können eben nicht viele. Ganz feines Dingens!

Der Winterpausenneuzugang Molinaro war dieses Mal, trotz einer schwachen rechten Freiburger Seite, nicht ganz so offensiv wie vor einer Woche noch, aber zeigte erneut viel Laufbereitschaft und definitiv zu Gute halten muss man ihm den sehr schnell ausgeführten Einwurf auf Hleb, der den letztlich entscheidenden Treffer einleitete. Dennoch war er in der Defensive in Halbzeit zwei leider auch wieder für ein, zwei Herzklabasteraktionen gut (ein Kopfball in die Mitte vors eigene Tor? Mein lieber Molli…). Wir werden das weiterhin kritisch, aber mit Wohlwollen im Auge behalten.

Kritisch beäugt wird natürlich weiterhin auch unsere rechte Offensivseite. Erst zeigte Hilbert zwar viel Einsatz, aber leider auch die altbekannten Probleme in Präzision und Durchsetzungsfähigkeit und erinnerte damit leider wieder an den Hilbert der vergangenen zweieinhalb Jahre und nicht an den Meisterschaftsretro-Roberto von letzter Woche. Und auch sein Ersatz am gestrigen Abend, Timo Gebhart, zeigte leider wieder genau das, was ihn bei vielen VfB-Fans zu einer Art “Hassobjekt” macht (also Hass mehr im Sinne von “Da kriech ich Hass” als von ehrlich empfundenem persönlichen Hass). Und so war ab der 60. Minute mein am häufigsten wütend vor mich hergemurmelter Spruch dann logischerweise “SPIEL DAS VER/(%=%/ SCH§%&-DING DOCH AB!!1″.

Dass das Spiel dem VfB zeitgleich zu seiner Einwechslung etwas entglitt, will ich dabei natürlich nicht Gebhart anheften, schließlich war Hilbert vorher auch nicht bedeutend stärker. Aber der bemühte sich zumindest mal häufiger seine Mitspieler einzusetzen, während Gebhart nur eine wirkliche Szene (okay, die war natürlich sehr schön) hatte, wo er mal versuchte einen Mitspieler offensiv ausgerichtet anzuspielen.

Auch nicht so richtig gut gefallen -wenngleich auf weitaus höherem und weniger frustrierendem Niveau- hat mir Celozzi, der erneut leichte Schwächen im Stellungsspiel offenbarte. Ich würde wirklich mal gerne sehen, wie sich die Mannschaft schlägt, wenn Träsch auf die Rechtsverteidigerposition rückt und wir im defensiven Mittelfeld die K&K-Monarchie wieder aufleben lassen mit Khedira und Kuzmanovic. Aber gut, solange wir gewinnen, hat der Trainer recht und gibt es eigentlich keinen Grund, die Aufstellung zu ändern. Daher vermute ich, dass es auch am kommenden Sonntag, wenn es in das Duell der beiden Momentummannschaften gegen Dortmund (9 Pflichtspiele ohne Niederlage) geht, bei der selben Aufstellung bleiben wird.

Die einzige Ausnahme wird allerdings mit Sicherheit Lehmann darstellen, der für den erneut insgesamt überzeugenden Ulreich in den Kasten zurückkehren wird. Mal schauen, wenn es sich tatsächlich so darstellen sollte, dass wir gegen Ende der Saison nichts relevantes mehr erreichen können, dann würde ich mich freuen, wenn Ulreich ein paar Einsätze bekommen würde.

Positiv gefiel mir insgesamt gestern auch die “Defensiv-Box”, sprich Innenverteidigung plus Doppelsechser. Zwar war Khedira nicht so stark, wie sonst schon mal (u.a. auch mal mitverantwortlich für eine dicke Chance der Freiburger in Minute 61) und auch Träsch zwar sehr engagiert, aber nicht sonderlich auffällig, aber gemeinsam mit der Innenverteidigung schon ein äußerst stabiles Paket, dass durch die Mitte eigentlich gar nix zuließ, selbst in den wackeligen 20 Minuten kamen die Angriffe wenn dann zumeist über die Außen (und da bevorzugt über die eigene rechte Seite). Auffällig in diesem Zusammenhang war zudem auch, dass ein Großteil der Mitte Halbzeit 1 zuhauf auftretenden Standardsituationen rund um den Freiburger Strafraum meist Niedermeier als Endabnehmer hatten.

Apropro Freistöße: Beeindruckend, was Pogrebnytank da für einen Gewaltschuss mal auspackte. Habe mich doch kurzzeitig gefragt, wer ohne Hitzlsperger, Elson und Kuzmanovic denn diesen zentralen Freistoß ausführen würde. Unser Russen-Naldo scheint da auf jeden Fall eine sehr brauchbare Alternative zu sein.

Apropro Hammer: Irgendwie hat es mir ein positives Gefühl gegeben, dass wir tatsächlich bei eigener Führung einen Hitzlsperger einwechseln konnten. Leider hat er auf der linken Mittelfeldposition etwas bindungslos gewirkt und gerade in der Defensivarbeit etwas orientierungslos agiert teilweise, aber er zeigte eben auch wieder das, was ich so an ihm schätze: Einen Zuckerpass quer vor dem gegnerischen Strafraum, der beinahe zu einer hochkarätigen Torgelegenheit geführt hätte.

Mal schauen, ob Hitz tatsächlich bleiben wird, wie es sich gestern abend in den Interviews heraushören ließ, oder ob er im Laufe der nächsten Woche tatsächlich noch die “Flucht” ins Ausland (Saragossa?) antritt, um seine WM-Chance zu wahren. In Anbetracht eines möglichen Abgangs von Khedira im Sommer fände ich ja übrigens eine Ausleihe in diesem Fall überaus sympathisch! Damit würde Hitz sich die benötigte Spielpraxis sichern und im Sommer könnte man dann nochmal genau nachschauen, wie es jetzt wirklich aussieht in Sachen Personal. Einerseits könnte man Hitz zurückholen, falls Sami weggeht – andererseits hätte man gegebenenfalls direkt einen interessierten Käufer an der Hand, der Hitzlsperger dann ganz übernehmen würde.

[EDIT: Ich bin gerade darauf aufmerksam gemacht worden, dass Hitzlspergers Vertrag im Sommer ausläuft. Das ist natürlich vollkommen korrekt, hatte ich leider verdrängt. Dementsprechend wäre eine Ausleihe bis zum Saisonende selbstverständlich komplett sinnbefreit. Mea culpa! Und vielen Dank, liebe transfermarkt.de-User. =)]

Ebenfalls als heiße Abgänge werden Bastürk (Blackburn Rovers?) und Elson (Köln? Bochum?) gehandelt – was dann im Extremfall gleich 4 losgewordene Mittelfeldspieler wären, nachdem man Simak Richtung Mainz losgeworden ist.

In Anbetracht der oben angesprochenen Situation, dass wir nächste Saison mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht international spielen werden (und auch in der Rückrunde vermutlich nur noch 2 Spiele ausser der Reihe haben), kann ich die Kaderausdünnung auf jeden Fall nur begrüßen. Mit einem guten Dutzend Mittelfeldspieler in die Saison zu gehen war ohnehin schon etwas übertrieben. Aber diesmal habe ich tatsächlich ein wenig das Gefühl, dass Heldt komischerweise das Richtige zu tun scheint. Nach dem geräuscharmen Transfer von Simak, der frühzeitigen Verpflichtung Gentners und dem bisher durchaus richtig wirkenden Tausch von Magnin gegen Molinaro scheint sich sowas wie eine Serie hier anzudeuten…

Apropro Umbruch, noch eine kleine Randnotiz:
Im Hinspiel gegen Wolfsburg standen noch ganze 6 Stammspieler der Meistermannschaft 06/07 in der Startaufstellung, in den ersten beiden Spielen der Rückrunde waren es noch derer 3 (wobei man Delpierre da sicherlich noch hinzurechnen muss). Die Deutung hiervon mag natürlich jedem selbst überlassen sein…

Der Hinrunden-Rückrunden-Vergleich: +3 Punkte, +3 Tore

Transfers 2009/2010 (WP): Jan Simak nach Mainz

Heute ist etwas passiert, von dem ich tatsächlich nicht mehr mit gerechnet hätte: Quasi völlig aus heiterem Himmel wurde nämlich heute verkündet, dass der VfB Jan Simak nach Mainz verkauft.

Ganz ehrlich, nachdem sich der Transfer nach Bielefeld zerschlagen hatte, habe ich mich innerlich darauf eingestellt, dass wir neben Bastürk auch noch Simak bis zum Ende der Vertragslaufzeit im Sommer mit “durchschleppen” müssen.

Dementsprechend froh war ich dann heute über die Botschaft, dass er sich mit sofortiger Wirkung dem FSV Mainz 05 anschließt. Natürlich wäre ich noch froher gewesen, wenn es soweit erst gar nicht gekommen wäre, seinen Weggang herbeizusehnen. Denn eigentlich hielt und halte ich vom Spieler Jan Simak doch ziemlich viel und ich hätte mich sehr darüber gefreut, wenn er es geschafft hätte, seine fußballerischen Qualitäten auch bei uns dauerhaft einzubringen. Doch leider hat das irgendwie nicht so richtig funktionieren wollen. Teils sicherlich darin begründet, dass er schon mit einer Verletzung im Sommer 2008 zu uns kam und teils auch darin, dass der VfB nie “sein” System gespielt hat, sondern sich meist auf ein 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern fokussiert hat, wodurch Simak nicht die Zentralposition im OM übernehmen konnte, sondern zumeist über Aussen kommen musste, was seiner Spielweise nicht so entgegen kam.

Immerhin war er für ein paar durchaus wichtige Tore im Laufe seiner Zeit gut, aber eben leider nie auf Dauer und eben immer nur punktuell. Dementsprechend bleibt mir nicht viel anderes übrig als ihm viel Glück zu wünschen und zu hoffen, dass er am Bruchweg wieder zu alter Stärke zurückfindet und mehr Chancen bekommt, als zuletzt bei uns.

Mit kolportierten 200.000€ Ablösesumme (zumindest laut Stuttgarter Nachrichten) hat man immerhin noch ein bisschen Geld rausgeschlagen, wenngleich auch nicht die 0,5-1,0 Millionen, die im Rahmen des möglichen Bielefeld-Deals gehandelt wurden. Andererseits, bei einer Restvertragslaufzeit von einem halben Jahr und einem Spieler, der ohnehin kaum noch eine Rolle gespielt hätte, geht das schon in Ordnung sehr, da man so nicht nur einen “unbrauchbaren” Spieler weniger im Kader hat, sondern ihn zudem auch von der Gehaltsliste.

Wenn jetzt noch Bastürk…

Aber lassen wir das, heute sind schon genug komische Sachen (Slomka?!) passiert…

Rückrunde – Glückrunde

Nachdem heinzkamke schon mit einer gewohnt fundierten Analyse im Rahmen von dogfoods Rückrundenvorschau selbige in der letzten Woche quasi eingeläutet hat, ging es für den VfB gestern auch endlich sportlich wieder los.

Und erfreulicherweise ist mit dem Rückrundenstart auch endlich wieder das lang vermisste sprichwörtliche “Quäntchen Glück” zurückgekehrt, das uns in weiten Strecken der ersten Saisonhälfte abging. Klar, sehr viel war auch durch eigene Fehlleistungen begründet, aber manche Spiele, wie das Hinspiel gegen Wolfsburg hat man eben auch unglücklich bzw. unverdient verloren.

Am Samstagabend sah das dann aber eben anders aus, mit einem VfB der zwar Mitte der zweiten Halbzeit mal wackelte, dann aber doch im richtigen Moment das Glück des Tüchtigen hatte: Einmal den Pfosten auf seiner Seite und dann gelingt der entscheidende Treffer in einer Drangphase des Gegners.

Ich will jetzt hier nicht ins Träumen verfallen und jetzt schon wieder Chancen auf internationale Plätze ausrufen. Was ich aber ganz bestimmt glaube ist, dass wir nun in der Rückrunde mit einem zumindest kleinen Lauf rechnen dürfen und mit Sicherheit mit einer punktemäßig stärkeren Halbserie. Schließlich ist Fußball letzten Endes zu einem nicht unbedeutenden Teil Kopfsache und ich kann mir mehr als lebhaft vorstellen, dass sich mit den Erfolgen vor der Winterpause und dem größtenteils guten Auftritt gegen Wolfsburg und vor allem vor dem Hintergrund der VfB-Rückrunden der vergangenen Jahre eine positive Dynamik in der Mannschaft einstellen wird, die das Selbstvertrauen stärken wird. Zumal man jetzt mit Platz 12 so “gut” steht wie seit dem siebten Spieltag nicht mehr und wenn auch die Hertha den Aufwärtstrend am nächsten Spieltag bestätigt, könnte man mit einem nicht komplett aus der Luft gegriffenen Sieg in Freiburg nächste Woche schon auf Platz 11 stehen.

Aber genug im Kaffeesatz gelesen und zurück zu den Fakten und damit zum gestrigen Spiel.

Mit Neuzugang Molinaro auf der Linksverteidigerposition, sowie Niedermeier als Ersatz für den verletzten Kapitän Delpierre gab es direkt zwei Veränderungen in der Abwehr des VfB, was sich zu Beginn dann auch direkt bemerkbar machte. Zwei, drei Mal zeigte man sich in den ersten Minuten nicht sonderlich gut sortiert, was in der dritten Minute direkt zu einer Großchance für die Wolfsburger führte, als Niedermeier und Hilbert sich mehr oder weniger gegenseitig über den Haufen rannten. Glücklicherweise ist allerdings auch Grafite derzeit nicht mit sonderlich viel Selbstvertrauen gesegnet und zudem war Ulreich direkt auf dem Posten. Ohnehin hat mir Ulreich insgesamt sehr gut gefallen. Während in der ersten Halbzeit nur wenig auf sein Tor kam, bekam er in der zweiten Hälfte doch einiges zu tun und sah eigentlich immer gut aus – mit Ausnahme einer Ecke. Dennoch vielversprechend.

Vielversprechend war zudem auch der Auftritt von Molinaro, der sich erstaunlich stark in das Offensivspiel des VfB auf der linken Seite einschaltete und dabei durchaus für einigen Wirbel sorgte. Das hätte ich nun nicht unbedingt erwartet nach diversen eher negativen Meinungen über Fußballkünste und Offensivdrang des Italieners. Zugegeben, einmal sah er gar nicht gut aus – als er gegen Ende des Spiels den Ball einmal dem Gegner vorlegte. Aber schieben wir das einfach mal auf Pech (und nicht auf ein grundsätzliches Defizit).
Generell machte er nämlich ziemlich viel Betrieb über links, gemeinsam mit einem ordentlich spielenden Hleb und bildete so insgesamt in der ersten Hälfte eine wirklich wirkungsvolle Waffe, zumal auch Hilbert über rechts sehr agil wirkte und viel Gefahr erzeugte. Da auch durch die Mitte abwechselnd Khedira und auch der überraschend als defensivere Alternative für Kuz im DM aufgebotene Träsch (saustark!) immer wieder nach vorne stießen, bekam das Offensivspiel des VfB einen in dieser Saison selten gesehenen Variantenreichtum. Das sah über weite Strecken wirklich beeindruckend gut aus, krankte letzten Endes aber wieder einmal am schon chronisch gewordenen Problem des VfB: Der Chancenauswertung.

Geht man aus der ersten Halbzeit nicht nur mit einem 1:0 heraus, dann wäre es wohl nicht mehr zu einer derartigen Zitterpartie Mitte der zweiten Hälfte gekommen – und ein 2 oder gar 3-Tore-Vorsprung wäre durchaus möglich gewesen, wenn man die hochkarätigen Chancen von Hilbert (der dann letztlich doch traf, was mich sehr freute), Niedermeier und vor allem Pogrebnyak betrachtet. Letzterer zeigte sich aber zumindest wieder äusserst engangiert und mit einer enormen Einsatzbereitschaft, die dann letztlich auch mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 belohnt wurde. Ich glaube, selbst wenn er kein Knipser werden sollte, werden wir an unserem Pogrebnytank zumindest noch sehr viel Freude haben. Mit dem Kampfeswillen wird er mit Sicherheit am Ende zweistellig werden in seiner Torausbeute.

Auch sein Sturmpartner zeichnete sich am Samstag durch hohe Laufbereitschaft aus, aber eben auch die bekannte Glücklosigkeit. Immerhin lief über ihn der Angriff, der zum 1:0 führte, wo er sich mit viel Willen durchwurschtelte und den Ball gegen drei Gegenspieler behauptete und dennoch die Flanke in die Mitte brachte.

In der zweiten Hälfte konnte sich der VfL Wolfsburg dann doch etwas vom Druck des VfB befreien und fand mit zunehmender Spieldauer mehr zu ihrem Spiel, weil auch unsere Jungs etwas nachließen und nicht mehr ganz so viel Laufaufwand betreiben konnten. Nichtsdestotrotz gelang aber dennoch das 2:0 nach einem Freistoß vom für Hleb eingewechselten Kuzmanovic (der dann auf dem rechten Flügel spielte) in der 58. Minute.

Mit einem Traumtor von Dzeko waren die Wolfsburger dann aber sieben Minuten später schon wieder dran und da schien es sich dann zu rächen, dass in der ersten Hälfte viel Chancen liegengelassen wurden. Denn auf einmal begann wieder ein altbekanntes Zittern innerhalb der VfB-Reihen. Und während bei den Wolfsburgern auf einmal wieder die Zuspiele klappten, die vorher nicht gelangen, konnten unsere Jungs die enge Defensivarbeit nicht mehr aufrecht erhalten, so dass man phasenweise schwer ins Wanken geriet und sich bei Ulreich, dem Pfosten und der Pechsträhne der Wolfsburger Offensivkräfte bedanken konnte, dass nichts Schlimmeres passierte.

Mit dem Wechsel von Gebhart für Hilbert, der sich in Halbzeit eins extrem aufgerieben hatte, nahm Gross dann einen aus meiner Sicht richtigen Wechsel vor, da Gebhart mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke ein wirklich guter Konterspieler ist, und sich gut dafür geeignet, um ein bisschen für Entlastung zu sorgen. In der 87. Minute sollte sich das dann sogar in Form eines Tors auszahlen, dass dann endgültig für die Entscheidung sorgte. So sehr es mich für ihn freute, hat er dann ärgerlicherweise das direkt zum Anlass genommen in einer vergleichbaren Situation wenige Augenblicke später wieder selbst die Entscheidung zu suchen, statt den diesmal besser postierten Nebenmann zu suchen. Da muss er einfach noch lernen!

Dennoch: Ich bin erst einmal rundum zufrieden. Trotz Schwächephase, trotz mangelnder Chancenverwertung, trotz einiger Schnitzer.

Denn insgesamt stimmte die Offensiv- wie die Defensivleistung und vor allem Einsatzwille und Laufbereitschaft, so dass es Anlass zur Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf gibt. Mit einer vergleichbaren Leistung sollte, nein, muss der Sieg gegen Freiburg eigentlich Pflicht sein! Hoffen wir, dass dies auch so kommt, schließlich ist Fußball nun mal keine Mathematik.

Der Hinrunden-Rückrundenvergleich: +3 Punkte, +4 Tore

PS: Ein kleiner Wermutstropfen ist auf jeden Fall die Gehirnerschütterung, die sich Sven Ulreich gestern zugezogen hat und die aller Voraussicht nach dazu führen wird, dass er nicht gegen Freiburg spielen wird. Hätte es sehr gerne gesehen, dass er sich auch im dritten Spiel ohne Lehmann als potentieller Nachfolger empfehlen kann. So aber wird nun wohl Stolz seine Chance bekommen – was uns auch leider nicht entscheidend in Sachen Lehmann-Nachfolge weiterbringen wird.

Christian Gentner ab Sommer 2010 wieder beim VfB

Jetzt ist es tatsächlich passiert, was sich in den letzten Tagen angedeutet hat: Christian Gentner wird ab nächster Saison wieder im Trikot des VfB Stuttgart in der Bundesliga auflaufen.

Im Kurzabriss besitzt dieser Transfer für mich drei Ebenen:

1) Wirtschaftliche Komponente

Einen Stammspieler vom amtierenden deutschen Meister zu verpflichten und dafür keine Ablösesumme zahlen – besser kann das, rein ökonomisch betrachtet, eigentlich kaum laufen. (Dass wir ihn damals für 2,5 Mio oder so an Wolfsburg verkauft haben, ist dadurch im Nachhinein betrachtet natürlich wiederum witzig, auch rein finanziell gesehen.)

2) Sportliche Komponente

Ich habe gestern in den Kommentaren mit heinzkamke schon kurz darüber diskutiert, inwieweit dieser Kauf sinnvoll in sportlicher Hinsicht ist. Schließlich sieht sich Gentner eigentlich im zentralen Mittelfeld heimisch und dort haben wir derzeit mit Khedira, Kuzmanovic und Hitzlsperger, sowie Träsch und dem noch verletzten Lanig perspektivisch eigentlich ein absolutes Überangebot. Fraglich ist aber eben, ob Hitzlsperger nicht bald verkauft wird und vor allem ob Khedira nach einer potentiell starken Rückrunde und WM noch gehalten werden kann. Ebenso fraglich ist, ob das System mit der flachen Doppelsechs überhaupt von Gross beibehalten wird, was z.B. in einer Raute oder einem 4-3-3 oder ähnlich gelagerten Systemen neue Möglichkeiten für Gentner ergeben würde, der in der Meistersaison ja im rechten (?) Mittelfeld stark aufgetrumpft hat.

3) Emotionale Komponente

Über Horst Heldt wurde ja in den letzten Jahren unter uns Fans immer sehr viel geschimpft und geflucht, da er doch viele unglücklich wirkende Transfers durchgezogen hat. Da ich persönlich finde, dass Spielereinkäufe nun mal immer ein bisschen Lotto sind, will ich ihm da (bis vielleicht auf Bastürk, dessen Kauf wohl auch mindestens zum Teil zu Lasten Vehs geht) eigentlich keine größeren Vorwürfe machen. Was ich ihm aber auf alle Fälle nachtrage sind die beiden aus meiner Sicht unnötigen Verkäufe von Andreas Beck und eben Christian Gentner. Dass man Gentner an Wolfsburg auslieh, um ihm Spielpraxis zu geben, ist nachvollziehbar und war auch die richtige Entscheidung. Ihn dann aber nach kurzer Zeit direkt komplett zu verkaufen, war für mich eine definitive Fehlentscheidung. Immerhin, jetzt ist er wieder zurück im Schoße der Familie und das freut mich.

Überwiegend erscheint mir dieser Transfer also erst einmal positiv, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, wie das sportlich funktionieren soll. Aber andererseits hat Horst Heldt einfach diesmal das gemacht, was ihm zuletzt viele vorwarfen: Er beugt vor indem er mit der Verpflichtung von Gentner dafür sorgt, dass der VfB bei einem möglichen Verlust von Hitzslperger UND Khedira eben nicht sofort unter Druck gerät, wie das beispielsweise nach dem Verkauf von Gomez der Fall war und jetzt mit ganz vielen Abstrichen nach dem Weggang Magnins.

Im Sommer werden wir schlauer sein, jetzt heisst es erst einmal:

Willkommen zuhause!

Transfers 2009/2010 (WP): Cristian Molinaro

ENDLICH!
Endlich wurde auf der Linksverteidigerposition ein Spieler verpflichtet und damit die Personalentscheidung getroffen, die ich schon in der Sommerpause als dringend notwendig erachtet hatte. Dies hatte ich damals schon damit verknüpft, dass man einen der beiden bisherigen Spieler loswerden müsse und dort hat man sich dann letztlich Ende des vergangenen Jahres für (bzw. gegen) Ludovic Magnin entschieden, der ein Angebot vom FC Zürich vorliegen hatte.

Klar, es ist schade um Magnin, den viele als sehr wichtig fürs mannschaftsinterne Klima erachteten, aber sportlich war er eben nur phasenweise tauglich und nachdem sich Konkurrent Boka nicht nur verhältnismäßig konstant in der Hinrunde zeigte sondern auch insgesamt einer der drei besten VfB-Spieler der Hinrunde war, war diese Entscheidung logisch und für mich vertretbar.

Artur Boka wird sich nun mit einem Spieler duellieren müssen,  der mehrere Jahre lang bei AC Siena (als Leihspieler) und Juventus Turin Stammspieler war, diese Postion aber zuletzt an Neuverpflichtung Fabio Grosso verlor, sicherlich kein Unbekannter seines Fachs.  Zum Spieler Cristian Molinaro selbst kann ich nicht viel sagen, da ich den italienischen Fußball nur höchst selten verfolge. Aber dem Vernehmen nach soll der 26jährige ein schneller, kopfball- und zweikampfstarker Spieler sein, der sich im Wesentlichen auf seine Aufgaben in der Defensive beschränkt. Die meisten Juve-Fans scheinen nicht unbedingt traurig über den Weggang (wenn auch nur erstmal ein halbes Jahr auf Leihbasis) zu sein -sie haben ja auch Grosso auf der Position-, wobei nicht wenige der Meinung waren, dass der VfB mit den angeblichen Konditionen (1 Mio. Leihgebühr + Kaufoption für 4 Mio.) einen ziemlich guten Deal gemacht hat.

Basierend auf diesen Second Hand-Eindrücken bin ich auf jeden Fall ziemlich zufrieden mit diesem Transfer, da er scheinbar eine große Lücke im Kader stopfen könnte. Zumal ich mich sehr freuen würde, über einen Linksverteidiger der sich vornehmlich auf die Defensivarbeit konzentriert und somit zum Einen eine gute, taktische Alternative zum eher offensiv ausgerichteten Boka bildet und zum Anderen eventuell so auch Hleb etwas mehr den Rücken von Defensivaufgaben freihalten kann, als es Boka/Magnin konnten.

Molinaro wird seine Chance sicherlich direkt zu Beginn der Rückrunde bekommen, da Boka derweil noch beim Afrika-Cup sein wird und ich hoffe er macht seine Sache gut. Klappt es nicht, hat man eben immer noch den Mann von der Elfenbeinküste in der Hinterhand, der wie gesagt eine gute Hinrunde hatte, und man kann sich dann im Sommer wieder nach einem adäquaten Ersatz umschauen. Klappt es doch, könnte man hingegen im Sommer für 4 Mio. einen guten Linksverteidiger kriegen, der passt, gut ist und zudem noch nicht ganz am Ende seiner Entwicklung stehen dürfte.

Ich bin zufrieden mit diesem Deal. Sehr zufrieden sogar.

Jetzt muss geschaut werden, dass man Simak und vielleicht sogar Bastürk vom Hof bekommt.

Achja, Frohes Neues, liebe Leser!

Schöne Bescherung

Irgendwie passend zum Verlauf der bisherigen Hinrunde, war es doch relativ bezeichnend, dass ich ausgerechnet nur den Teil des Spiels gegen Hoffenheim zu sehen bekam, der quasi symbolisch für die meisten Begegnungen eben jener Hinrunde hatten.

So ca. 12 Minuten nach Anpfiff erreichte ich die Kneipe, in der das Spiel übertragen wurde und sah einen ordentlichen Start des VfB, der kurze Zeit später von einem Tor gekrönt wurde und einen Gegner der kaum etwas tat, als zu verteidigen. Bis er sich dann in der 44. Minute nach vorne bequemte und mit einer seiner ersten Chancen einen Freistoß zugesprochen bekam, der dann auch prompt maßgenau verwandelt wurde. Danach verließ ich entsprechend gelaunt das Lokal in Richtung Abendprogramm (klarer Nachteil des 18.30h-Spiels).

Dass es dann doch zu einem Sieg reichte, wurde mir erst später per SMS in die Kirche geschickt und ließ mich so zumindest doch noch etwas glücklicher in Sachen Fußballerei werden.
Das Ganze bedeutet natürlich auch, dass ich dieses Mal vom Spiel eben nicht so richtig viel mitbekommen habe und dementsprechend möchte ich heute mal wieder auf zwei andere Blogger verweisen, die sich das Spiel jeweils selbst vor Ort im Eisschrank MBA angetan haben:

  • heinzkamke lobt den “Chef” Sami und bedauert den Verlust personalisierter Fangesänge in der Kurve
  • Steph1893 macht sich hingegen ein paar Gedanken über die Motivation eines Fans in Krisenzeiten

Apropro Sami Khedira: Betrachtet man mal den Punkteschnitt der Bundesligaspiele mit Sami Khedira (liegt bei ca. 1,1 pro Spiel) im Vergleich zum Punkteschnitt der Ligabegegnungen ohne seine Beteiligung (liegt bei etwa 0,67) dann sieht man schon seine ungeheure Bedeutung für die Mannschaft und ihren Erfolg. Das war schließich beinahe ein halber Punkt pro Spiel, der uns ohne Sami “verloren” ging.

Klar, solche Vergleiche hinken natürlich ein wenig, aber Khedira halte ich auf jeden Fall für unschätzbar wichtig für das Team und bei der neutralen Beurteilung gibt das schon mal ein kleines Indiz. Nimmt man dann noch die von heinzkamke erwähnte Situation oder auch beispielsweise die Aussage von Magnin im Bildinterview (“Er ist sehr reif, jemand der sich extrem in die Mannschaft einbringt. Meiner Meinung nach ist er der wichtigste Spieler für die Mannschaft.”), dann ergibt sich schon ein eindeutiges Bild. Hoffen wir mal, dass er verletzungsfrei durch den Rest der Saison gehen wird – dann sollte er bei entsprechend positivem Verlauf für den VfB auch durchaus gute Chancen haben, den Sprung ins WM-Team zu schaffen. Ich würde es mir zumindest sehr wünschen, einerseits für Khedira und andererseits auch für die Nationalelf, da er auch dort eine wichtige Stütze spielen kann und über kurz oder lang auch wird.

Erst einmal steht aber natürlich noch eine Rückrunde an, die möglichst erfolgreich absolviert werden muss. Schließlich befinden wir uns trotz des verdienten Siegs gegen Hoffenheim nach wie vor noch in verhältnismäßig großer Abstiegsgefahr mit lediglich 16 Punkten, nachdem unglücklicherweise Bochum und auch der FC Köln mal wieder gewonnen haben. Ich mache mir wegen eines möglichen Abstiegs zwar keine wirklichen Sorgen mehr, da die Mannschaft genügend Potential hat und mit dem Sieg nun auch ruhiges Arbeiten durch die Winterpause hindurch möglich sein sollte. Aber wir sind eben noch nur auf 15 und punktgleich mit dem Relegationsplatz, daher müssen erst einmal weiter Punkte gegen den Abstieg gesammelt werden.

Für größere Sprünge wird es vermutlich ohnehin nicht reichen, da selbst eine sensationelle Rückrunde wie letzte Saison (mit 39 Punkten) wahrscheinlich nur reichen würde, um einen einstelligen Platz in Sichtweite der europäischen Plätze zu holen, mehr aber eben auch nicht. Vor einem Jahr hatten wir schließlich mit sieben Punkten auch nur einen halb so großen Rückstand auf Platz 5 wie diese Saison.

Daher gilt es, wenn man den Zeichen in der Presse Glauben schenken mag, wohl in dieser Winterpause erstmal darum, den Kader auszumisten und schon mal fit dafür zu machen, dass man in der kommenden Saison lediglich zwei Wettbewerbe zu bestreiten hat. Ludovic Magnin hat sich (aus persönlicher Sicht: leider / aus sportlicher Sicht: berechtigterweise) in Richtung FC Zürich verabschiedet und vermutlich werden weitere Spieler folgen. Besonders im Blickpunkt stehen natürlich die Altlasten Simak und Bastürk, die in dieser Winterpause unter Umständen tatsächlich endlich mal aus dem Kader rauskommen könnten – schade wäre es nicht drum (eher darum, dass sie nie das erreicht haben, was sie u.U. hätten können).

In Sachen Neuerwerbungen steht trotz der jüngsten positiven Entwicklungen von Marica und vor allem Pogrebnyak nach wie vor ein Stürmer ganz oben auf der Liste. Aber nun endlich auch der von mir schon im Sommer geforderte Mann für die Linksverteidigerposition. Zwar hat sich Artur Boka hier in dieser Saison wirklich exzellent geschlagen, aber spätestens durch den Weggang Maricas benötigt man hier natürlich einen neuen Backup. Ich hoffe, man findet einen jungen Spieler, der sich im Schatten von Boka entwickeln kann.

Aber zu den Transfers sicherlich mal mehr in den nächsten Wochen.

Jetzt wünsche ich allen Lesern hier erst einmal ein frohes Fest und angenehme Feiertage im Kreise der Familie oder wem auch sonst immer.