Seriously?

In den letzten vier Tagen gab es auf diesen Blog über 30 fast 50 Zugriffe, die sich allesamt auf die Gehaltsabrechnung von Yildiray Bastürk bezogen. Das empfinde ich doch als relativ viel. Gibt es da ernsthaft ein so großes Interesse? Ich bin doch etwas erstaunt, dass es so viele Leute gibt, die diesen Begriff googlen.

Klar,  natürlich ist die Überbezahlung eines Spielers, der kaum mal einen Einsatz für den VfB absolviert, ein sensibles Thema für alle VfB-Fans. Aber nur weil er jetzt mal 10 Minuten wieder gespielt hat, besteht an diesem spezifischen Thema plötzlich wieder so ein großes Interesse?

Nuja, man muss auch nicht alles verstehen.

Bundesliga 09/10, ST12: Borussia Mönchengladbach.

Tja, eigentlich wollte ich mich heute einfach mal kurzfassen mit meinem Text und als Aufhänger die Ruhe, das Schweigen auf Seiten der bloggenden VfB-Fans nehmen. Da es kein Heimspiel war, gibt es weder von Alexis (my life….) noch von Dusan im Fanpod (okay, bei ihm mit Abstrichen vom Spielort abhängig) eine Äusserung. Bei den Ballzauberern hat die Taktung der Beiträge leider stark nachgelassen, beim VfB Stuttgart Fanblog gibt es seit weit über einem Monat nichts mehr zu lesen, beim VfB Stuttgart Blog hat die Motivation scheinbar schon nach dem zweiten Spieltag wieder aufgehört. Das Schweigen im virtuellen Wäldle wollte ich dann schön als Spiegel meiner eigenen aktuellen Ratlosigkeit in Bezug auf den VfB verwenden.

Und dann kommt da einfach der heinzkamke daher und bloggt, aus dem gleichen „Schuldgefühl“ gegenüber seinen Lesern wie ich, ein bisschen sinnfrei durch die Gegend und macht mir dadurch meinen Aufhänger teilweise kaputt.

Aber gut, er hat nicht mal das Spiel gesehen, während ich zumindest die Nachmittagskonferenz am Samstag mitverfolgt habe. Allein, so richtig viel hilft mir das jetzt analysetechnisch auch nicht weiter, denn ehrlich gesagt bin ich ein wenig ratlos. Klar, die Unentschieden gegen Bayern und speziell gegen Sevilla mit der starken zweiten Hälfte hatten mir schon etwas Zuversicht gegeben und meine ohnehin diffuse Hoffnung auf einen baldigen Umschwung etwas genährt.

Kaum richtet man aber den Kopf auf, setzt es direkt einen fiesen Schlag in den Nacken, in Form eines ernüchternden, kühlen, schlappen 0:0 beim Abstiegskonkurrenten Mönchengladbach, so dass man wieder da steht wie doof und keine Ahnung hat, was man von dieser Truppe und seinen Machern halten soll.

Vorletzte Woche, im Zuge der großen Diskussionen um eine Weiterbeschäftigung Babbels, wurde mehrfach (u.a. von dogfood und auch im ansonsten unsäglichen DSF BayernDoppelpass) ein Vergleich zum HSV vor zwei Jahren mit der letzten Halbserie unter Trainer Thomas Doll gezogen. Auch wenn ich diesem nicht ganz zustimmen mag, da Babbel nicht wie ein Dampfplauderer à la Doll wirkt und dementsprechend nicht unbedingt die Gefahr läuft, durch wöchentliche Ausbrüche zu einer Karikatur seiner selbst und damit unglaubwürdig vor den Spielern zu werden, so gibt es mit Sicherheit ein paar Parallelen, die nicht unbedingt bestreiten kann. Schließlich hält auch hier ein Verein an einem beim Publikum beliebten Trainer trotz Krise weiter fest. Zudem verkennt man bei beiden, eigentlich ambitionierten Vereinen wohl die Gefahr, dass man tatsächlich in einen Abstiegsstrudel geraten könnte (denn, zugegeben, das ist für mich selbst auch immer noch keine Option, die ich so richtig ernst nehme). Immerhin, auf den letzten Tabellenplatz werden wir nicht abrutschen – gibt ja schließlich noch die Hertha…

Hinzu kommt mittlerweile allerdings noch ein weiterer Faktor, denn ähnlich wie bei den Hamburgern damals fallen nun auch bei uns nach und nach mehr Stammspieler verletzt aus. Zumindest in dieser Hinsicht kommt die Länderspielpause wohl ganz gelegen, da so zumindest die Chancen steigen, dass wenigstens Cacau beim nächsten Spiel (übrigens gegen besagte Hertha) wieder einsatzbereit ist.

Denn ganz klar, im Sturm drückt derzeit der Schuh. In den letzten 9 Pflichtspielen, die allesamt sieglos endeten, wurden gerade einmal jämmerliche 4 Törchen erzielt, was natürlich alles andere als eine Bilanz ist, die Anlass für höhere Träume geben kann. Auch im Spiel gegen die Borussen vom Niederrhein war dieses Problem wieder mehr als offensichtlich. Traut man der Statistik von bundesliga.de, dann wurden im Laufe der Begegnung vom VfB insgesamt 19 Torschüsse abgegeben, lediglich ein einziger fand den Weg auf das Tor – ein weiterer Versuch ging an den Pfosten. Alle anderen Bestrebungen verpufften wirkungslos und gingen rechts, links oder oben vorbei, so dass Bailly herzlich wenig echte Arbeit zu erledigen hatte (ganz im Gegensatz zum Polarisator Lehmann auf der Gegenseite, der sich mit einer exzellenten Leistung selbst zum 40. Geburtstag beschenkte und damit zumindest den einen Punkt sicherte).

Schaut man weiter auf die bundesliga.de-Statistiken dann fällt noch ein weiterer Aspekt auf, der vielleicht einen Anhaltspunkt liefert, warum es im VfB-Offensivspiel weiterhin krankt: 97 Spielzüge (und damit rund 40%) der Schwaben gingen durch die Mitte – und das ist traditionell eher keine so gute Idee. Schließlich sind, zumindest vom Gefühl her, Aktionen über die Aussen doch etwas erfolgversprechender. Die Frage ist halt, woher die Impulse über Aussen momentan kommen sollen. Bis auf den, von mir sonst oft gescholtenen, Boka passiert dort leider herzlich wenig, genauso wie ganz generell einfach keine klare Struktur ins Offensivspiel des VfB gelangt ist bisher. Ich muss auch zugeben, dass ich kein großer Freund des Tannenbaums bin, der zuletzt strategiemäßig vom Trainerteam präferiert wurde. Ich würde mir doch wünschen, dass man in zwei Wochen, gerade gegen die jämmerlichen Berliner wieder zu einem System mit zwei Spitzen zurückkehrt, bevorzugt mit einem Duo Cacau und Schieber, der wieder mal eine engagierte Leistung gezeigt hat.

Ob das wirklich der beste Weg ist? Keine Ahnung, was weiß ich schon? Rein gefühlsmäßig, denke ich aber, dass wir bei der aktuellen Torflaute nicht mit nur einer Spitze spielen sollten.

Letzten Endes aber auch wieder völlig wurscht. Wichtig ist, dass wir mal wieder mehr als ein Tor schießen und ich nicht dauernd Dinge sagen muss, wie:
„Immerhin verlieren wir solche Spiele wie jetzt gegen Gladbach nicht, sondern holen zumindest einen Punkt.“

Aber gut, das ist halt dann leider auch das Positivste momentan. Dass wir eben im Gegensatz zum Saisonauftakt die schwachen Spiele nicht durch Unachtsamkeiten in der Defensive, die zu unnötigen Gegentoren führen, verlieren, sondern zumindest einen Punkt holen.

Ach, ihr seht schon, ich dreh mich hier im Kreise und komme doch zu keinem guten Ergebnis.

Daher folge ich einfach mal dem Kollegen Kamke und ende ebenfalls mit einem kleinen Video, allerdings einem Song – der so etwas ist, wie mein Lebensmotto und auch zur aktuellen Situation mehr als perfekt passt.
Wie der Kölner sagt: Et hätt noch immer jot jejange…
Oder wie Tom Petty sagt:

PS: Alle Links zu den oben aufgeführten Blogs finden sich natürlich rechts in der Navigationsleiste. Keine Lust heute mehr als das zu verlinken.

Bundesliga 09/10, ST11: FC Bayern München.

Am vergangenen Mittwoch wurde ja bekanntermaßen aus der Variable Babbel fürs Erste wieder eine Konstante gemacht, was nun am gestrigen Samstag in Form einer aussergewöhnlichen Kurvendiskussion vor dem Spiel zwischen Fans und Mannschaft auch zelebriert wurde. Das war sicherlich ein positives Signal und spricht dafür, dass derzeit sowohl die Mannschaft intern, als auch ihr Verhältnis zu Trainerteam und Fans durchaus intakt ist, sowie die Stimmung rund um den Verein den Umständen entsprechend positiv ist.

Blöderweise verlief allerdings das sich anschließende Spiel gegen die heiss geliebten Kollegen aus Bayern wieder mal nach altbekannten Formeln. Der VfB begann wieder einmal eine Partie mit viel Schwung, bevor die Kurve nach hinten raus einmal mehr abflachte. Das größte Problem ist allerdings, dass auch an diesem Samstag wieder einmal x = 0 war – wobei x für die Anzahl der geschossenen Tore stand, da mal Träsch, mal Schieber, mal Hilbert den Ball nicht millimetergenau, sondern eben nur ungefähr auf den gegnerischen Quader zirkelten, so dass er entweder nur knapp daran vorbeitangierte oder eben ein bestens aufgelegter Butt die Lösungen stets auf der Hand hatte.

Wie gesagt tendierte die Formkurve der Stuttgarter Offensive parallel zur zunehmenden Spieldauer eher in Richtung Null, und fand immer seltener (ausser vielleicht mal in Form einer Delpierrschen Diagonale) Lösungswege, um den Bajuwaren die Wurzel zu ziehen.
Immerhin schlug aber auch das bayrische Pendant weitestgehend lediglich in Form von Distanzschüssen zu, was wohl hauptsächlich daran lag, dass mit Ribery und Robben die beiden Katheten des eigentlich ersten Stammoffensivdreiecks fehlten, so dass im Sturm die beiden Hypothenusen Gomez und Klose vorwiegend wirkungslos blieben und auch dem eingewechselten Toni nicht die Quadratur des Kreises gelang.

Einen entscheidenden Anteil an dieser Wirkungslosigkeit hatte allerdings mit Sicherheit dieses Mal auch unsere Defensivlinie, die sich an diesem Samstag zur Abwechslung mal keine Nullstellen leistete, sondern sehr wirkungsvoll den Radius der gegnerischen Stürmer limitierte. Selbst das beinahe schon obligatorische Abseitstor wurde im Gegensatz zu Hannover und Sevilla dieses Mal vom Schiedsrichterteam korrekt entschieden – die Sinuskurve des Glücks ist vielleicht doch wieder auf dem Wege ins Positive für uns…

Das jedenfalls ist mit Sicherheit das Positivste an diesem Spiel, das ansonsten kein so richtig Gutes war: Dass diesmal eben nicht nur x=0 war, sondern eben auch auf der anderen Seite der Gleichung bei y eine 0 stand.

Dennoch ist ein Remis mit einem Punkt natürlich noch kein wirklicher Befreiungsschlag. Erst am kommenden Samstag, wenn definitiv endlich mal wieder x>y sein muss, wird sich zeigen, ob dieser Punkt gegen Bayern nur ein Sattelpunkt oder vielleicht doch sogar ein Wendepunkt ist, im Verlauf der Kurve dieser Saison beim VfB.

Vorher kommt natürlich noch das Rückspiel in Sevilla, wo die Vorzeichen ähnlich wie vor dem Duell gegen die Bayern sind, denn schließlich sprechen die Zahlen und die menschliche Ratio dagegen in Spanien irgendetwas anderes zu holen, als eine weitere Addition an Erfahrungen.

Aber wie wir an diesem Spieltag mal wieder gesehen haben, ist Fußball nun mal eben keine Mathematik und das Ganze mehr als die Summe der einzelnen Teile.

 

PS: Für mehr ernsthafte Analyse empfehle ich, wie immer, bei angedacht vorbeizuschauen und wer einen guten Eindruck der schwäbischen Gemütslage bekommen will, der sollte bei der Sächsin (?) Alexis vorbeischauen.

Babbel bleibt! Gut so.

…dann wird er sie hier nicht finden. Ich bin ratlos.

Sollte sich im Laufe des Tages irgendwas tun (ergo Babbel raus und Favre oder Slomka rein), dann werde ich mich versuchen zu melden, so es die Arbeit erlaubt.

Natürlich ist jeder herzlich dazu eingeladen seinen Senf im Rahmen des Legalen unten in den Kommentaren abzugeben.

EDIT1

Zur Abwechslung mal ein vernünftiges Interview mit Lehmann bei Spox.

EDIT2

Dank TobiKiefer hier noch ein weiterer Link zu Spox, diesmal allerdings zu einem der dortigen Blogs, von einem User, der ein sehr tolles und zustimmungswürdiges Plädoyer pro Babbel geschrieben hat.

EDIT3

Babbel bleibt vorerst weiter Teamchef und leitet derzeit das Training. Gut so!
Diese Krise lässt sich meines Erachtens nicht einfach am Trainer festmachen, deswegen sollte man nicht den „bequemen“ Weg gehen und Babbel feuern. Ich mein, heutzutage scheint doch kaum noch ein Verein willens, mal eine Krise mit einem Trainer zu durchleben.

Klar, wenn wir am Samstag von den Bayern vorgeführt werden und gegebenenfalls am Mittwoch in Sevilla nochmal auf die Nüsse kriegen, dann könnte sich das noch mal verschlimmern.
Andererseits wäre es wohl auch fatal gewesen, einen neuen Trainer mit zwei Spielen starten zu lassen, die schon in Normalform durchaus verloren werden können. Der wäre dann ja direkt mal verbrannt gewesen.
Achja, und Hleb darf erstmal auf der Tribüne nach seiner verlorenen Form und seinen guten Manieren suchen.
Quelle: StZ

EDIT 4
Eine perfekte grafische Analyse der Situation:

Gefunden bei kessel.tvvia

Bundesliga 09/10, ST10: Hannover 96.

Ach Leute, wenn ich ehrlich sein soll, dann hab ich gerade echt überhaupt keinen Bock, mich großartig in schriftlicher Form mit dem Auftreten des VfB auseinanderzusetzen. Weil, im Grunde lässt sich das, was sich da momentan auf den Fußballplätzen in Stuttgart, Hannover oder sonstwo unter Beteiligung der Mannen im Brustring abspielt, ganz einfach mit den weisen Worten des Großmeisters Andreas Brehme zusammenfassen:

„Haste Scheisse am Fuß, dann haste Scheisse am Fuß!“

Aber nun ja, als Besitzer eines vereinsbezogenen Blogs darf man sich natürlich nicht einfach so aus der Verantwortung stehlen und nur bloggen, wenn alles supidupi ist.

Problem ist nur: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich wirklich schreiben soll. Denn wenn man vor allem die letzten drei Auftritte gegen Schalke, Sevilla und Hannover anschaut, dann weiß ich nicht so recht, wo ich mit der Kritik ernsthaft ansetzen soll. Schließlich sind die Leistungen eigentlich sehr ansprechend. Ganz im Gegensatz zur Situation vor rund einem Jahr, die dann zur Entlassung von Veh geführt hat, merkt man schon deutlich, dass die Mannschaft lebt. Es wird gekämpft, Chancen werden erspielt (10:2 Torschüsse in der ersten Hälfte gegen Sevilla) und grundsätzlich ist man im Spiel immer drin.

Nur ist dann dort dieses fiese, fette, haarige, stinkige ABER, das mit seiner häßlichen zahnlosen Visage um die Ecke grient und mit Begriffen um sich schmeisst, die einem mit der Subtilität eines rostigen Messers das Kochenmark aus der Wirbelsäule schälen:

Individuelle Abwehrfehler

Grottige Chancenverwertung

Fehlerhafte Abseitsentscheidungen

Die Frage stellt sich natürlich, wie sich dies ändern kann.
Im letzten Herbst war die Antwort irgendwann relativ einfach: Trainerwechsel und frischer Wind. Schließlich drohte das ganze Team damals an der eigenen Zähigkeit zu ersticken und benötigte einfach einen Weckimpuls, den Babbel damals geben konnte.

Dieses Jahr ist es aber eben anders, denn wie es scheint, erreicht Babbel die Mannschaft tatsächlich noch (wenn mir diese beliebte Floskel gestattet ist), so dass es mir momentan nicht als probate Lösung erscheint, den Trainerwechsel zu suchen. Die individuellen Abwehrfehler und die mangelhafte Chancenverwertung sind sicherlich bis zu einem gewissen Grad auch Babbel bzw. dem Trainerteam anzulasten, mit der Entscheidung, das Team regelmäßig auf vielen Positionen durchzuwechseln, so dass es länger dauert bis sich die Mannschaftsteile einspielen können und dadurch vielleicht auch unnötig zusätzliche Verunsicherung geschaffen wurde.

Aber auf der anderen Seite sind es eben die Spieler, die auf dem Platz stehen, und für individuelle Fehler in der Abwehr oder Versagen vor dem gegnerischen Tor voll verantwortlich sind. Und eigentlich haben es ja alle Spieler, die bislang auf dem Feld in dieser Saison standen und auf die eine oder andere Weise ins Klo gegriffen haben, schon bewiesen, dass sie es besser können.

Hinzu kommen dann jüngst natürlich noch äußerst unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, wie die gegebenen Tore für Hannover und Sevilla, die aus Abseitspositionen erzielt worden sind.

Momentan kralle ich mich irgendwie nur an die Hoffnung, dass der berühmte Scheissfloskelknoten irgendwann mal platzt, denn der Glaube ist eben noch da an das Team und die Trainer. Wenn sie wenigstens Scheisse spielen würden, dann könnte man wenigstens aufrichtig zornig sein, aber das „Schlimme“ ist ja, dass man eine deutliche Positiventwicklung im Spiel und im Kampf des Teams sehen kann – einzig die Ergebnisse fehlen. Und die sind leider das, was unter dem Strich relevant ist.

So stehen wir eben nach dem berühmten zehnten Spieltag, ab dem die Tabelle ja angeblich eine Aussagekraft besitzt, auf dem 14. Tabellenplatz, punktgleich mit einem Abstiegsrang. Ergo haben wir eine Krise.

Am Dienstag geht es nun gegen Fürth. Vielleicht kriegen wir da ja mal wieder ein Erfolgserlebnis.

Am Wochenende dann gegen die Bayern, die scheinbar keine Scheisse mehr am Fuß haben.

PS: Ich entschuldige mich für diesen unstrukturierten Beitrag.

Das Stuttgarter Mittelfeld

Zwei Wochen Länderspielpause. Auf der einen Seite: Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als der trostlosen Szenerie, die der VfB im Moment bietet. Zum Beispiel könnte man für ne Weile auf Geschäftsreise in die USA gehen. Auf der anderen Seite: Zeit, sich einmal ungestört von tagesaktuellen Entwicklungen mit einer, wenn nicht der zentralen Problemzone des VfB zuzuwenden: dem Stuttgarter Mittelfeld.

Ich habe hier eine Spielsituation aus der Partie gegen Unirea Urziceni nachgezeichnet, die eines verdeutlichen soll: Wie wenige Anspielstationen bei Ballbesitz vorhanden sind, und wie schlecht nach hinten abgesichert wird.

unirea-stuttgart-skizze

Das Stuttgarter Mittelfeld (in rot) ist hier in einer Situation, in der Khedira (Nummer 1) gerade einen von Unirea aus der Abwehr gespielten Ball abfängt. Es reichen den Rumänen (hier in gelb) zwei defensive Spieler (nämlich Spieler 1 und 2), um Khedira noch genau eine Anspielstation zu lassen: Roberto Hilbert (4). Es gibt aber keinen Pass, der sofortigen Raumgewinn bringen würde, obwohl Platz durchaus vorhanden wäre  – die Raumaufteilung der Spieler in Gelb ist keineswegs optimal. Man müsste nur in den freien Raum kommen.

Unireas Spieler 3 kann letztlich den ballführenden Spieler angreifen und diesem, aufgrund dessen technischen Unzulänglichkeiten bei der Ballannahme, den Ball abnehmen.  Jetzt hat der VfB aber ein Problem, denn der zweite Sechser, Hitzlsperger (2), ist nicht nur nicht anspielbar. Er steht so, dass er Khedira defensiv nicht absichern kann. Letztendlich kommt der Ball zu Spieler 4, der völlig ungedeckt ist, nach vorne viel Platz hat und einen gefährlichen Konter einleiten kann.

Wohlgemerkt: Das hier ist eine Situation, in der der Gegner in der Vorwärtsbewegung ist, der VfB also nicht den Angriff aus der Abwehr heraus aufbauen muss. Der Gegner steht nicht dicht gestaffelt hinten drin. Tatsächlich reichen Unirea aber 3 Spieler, um den Gegenangriff zu verhindern.

Zu einem echten Problem wird das ganze immer dann, wenn der Gegner nur mit einer nominellen Spitze antritt und im Mittelfeld eine 5 gegen 4 Überzahl hat. Das war zum Beispiel in den Spielen gegen die Rangers, Köln und Unirea gut zu sehen. Ich zähle auch das Spiel gegen Bremen dazu, sind doch sowohl Hunt als auch Marin keine echten Spitzen, sondern kommen mehr aus dem Mittelfeld. In all diesen Spielen fehlten im Mittelfeld Anspielstationen, während man gleichzeitig nicht in der Lage ist, das Passspiel des Gegners zu unterbinden. Dass es nichts bringt, auf das im Moment beliebte 4-5-1/4-3-3 umzustellen, konnte man im Spiel gegen Hamburg sehen. Dem Team fehlte vorne die Durchschlagskraft.

Was könnte also Abhilfe schaffen?

Eine Möglichkeit wäre, in Spielen gegen solche Mannschaften wieder zur Raute zurückzukehren, um offensiv eine Anspielstation mehr zu haben und allein dadurch Druck auszuüben, dass ein Mann mehr gebraucht wird, um die Passwege des defensiven Mittelfeldspielers zuzustellen. Mit Elson, Simak, Bastürk und wohl auch Gebhart und Kuzmanovic haben wir außerdem Leute, die die Position des Zehners übernehmen können.

Eine weitere Möglichkeit kam mir beim Lesen dieses Artikels im Guardian über die Entwicklungen der Fußballtaktik in den Sinn:

But looking further ahead, there is also another player who has space, and that is one of the centre-backs. A single central striker is marked by one central defender, leaving the other one as a spare man. Of course that is useful defensively, but there is no reason why the extra player should only be useful defensively. After all, when 4–4–2 met 4–4–2 two central defenders picked up two centre-forwards and nobody worried about having additional cover (with the slight caveat that full-backs, without a wide player playing high against them, could drift inside to provide some cover). Why shouldn’t that extra defender stride forward into midfield as the likes of Franz Beckenbauer and Ruud Krol once did?

Da Unirea nur mit einer echten Spitze spielte, ist zumindest theoretisch einer der beiden Innenverteidiger ungebunden und könnte bei Ballbesitz eine offensivere Rolle – ähnlich dem früheren Libero – übernehmen. So könnte Tasci, der hierfür durchaus die Anlagen hat, das Mittelfeld bei Ballbesitz verstärken und dafür sorgen, dass auch bei Gegnern, die mit 5 Mittelfeldspielern agieren, genügend Anspielstationen vorhanden sind. Zur Absicherung würde die Dreierkette dann immer noch ausreichen. Auch die offensiven Außen des Gegners würden wahrscheinlich stärker als bisher defensiv gebunden werden, wodurch sie sich nicht mehr so leicht in die Offensive einschalten könnten. Das wiederum würde unsere anfälligen Außenverteidiger etwas entlasten. Van Gaals Bayern haben das in der ersten Halbzeit im Spiel gegen Hamurg vorgemacht, wenn auch noch etwas extremer, indem gleich komplett auf eine Dreierkette umgestellt wurde. Ich finde jedoch, dass man auf die Stärken des flachen 4-4-2 in der Defensive nicht verzichten muss und die beiden offensiven Außen und den Mittelstürmer weiterhin von einer Viererkette verteidigen lassen sollte.

Genau auf die von mir vorgeschlagene Art und Weise fiel das 1:0 gegen Unirea in der 5. Minute. Tasci blieb nach einer Standardsituation vorne und konnte als zusätzlicher Mann in die Lücke stoßen, die die beiden Stürmer gerissen hatten, indem sie Gegenspieler banden. Aber das war leider das einzige Mal in diesem Spiel, dass sich Tasci ernsthaft in das Spiel nach vorne einschaltete.

Egal ob mein Vorschlag letztlich praxistauglich ist oder nicht (und ich bin da sehr offen für Diskussionen), ändert sich dadurch jedoch nichts, dass der VfB taktisch wesentlich flexibler werden muss. Das strikte Festhalten am flachen 4-4-2 macht uns einerseits leicht ausrechenbar und beraubt uns andererseits der Möglichkeit, auf die Spielweise des Gegners wirklich zu reagieren. Dass man das 4-4-2 auf der anderen Seite nicht völlig verteufeln sollte, hat man im Spiel gegen Frankfurt, die im 4-4-2 mit Raute spielten, gesehen. In dieser Partie konnte die Mannschaft viel Druck, auch über Außen, erzeugen. Man hatte mehr Platz im Mittelfeld. Platz, der jedoch nicht da ist, wenn der Gegner im Mittelfeld in Überzahl ist. Platz, den Spieler wie Gebhart, Hilbert und auch Hleb aber dringend für ihr Spiel brauchen. Diesen Platz zu schaffen, muss im Moment das Hauptziel sein, denn die Laufbereitschaft in der Mannschaft scheint nicht groß genug zu sein, um auch bei Unterzahl im Mittelfeld das Spiel trotzdem über längere Zeit zu kontrollieren.

Länderspiel. Pause.

In den nächsten Tagen wird es hier weiter etwas ruhiger zugehen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Länderspielpausen ohnehin eher weniger in Sachen Vereinsbloggen hergeben, sondern auch damit, dass ich selbst mal wieder geschäftlich unterwegs bin und ein kleines Höhentrainingslager in Colorado vornehmen werde.

In meiner Abwesenheit wird hier natürlich felix weiter nach dem Rechten sehen (also bitte nicht danebenbenehmen!) und vielleicht springt sogar ein Artikel raus.

Wenn alles glatt läuft werde ich es hoffentlich auch schaffen, am Samstagmorgen das Spiel von Deutschland in Russland in einem irischen Pub im Norden Denvers zu sehen. Leider werde ich im Anschluss nicht die Onlinezeit haben, um an dem von probek angeschobenen Live-Podcast teilzunehmen, was ich sehr gerne getan hätte. So bleibt mir allerdings nichts anderes übrig, als zumindest Euch, meine lieben Leser, darauf hinzuweisen, bei probek vorbeizuschauen, um alle Infos über diesen live gestreamten Podcast mit Chatmöglichkeit zu bekommen, die er demnächst veröffentlicht wird. Schaut am Samstag um 19.15h mal rein – es macht, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann- wirklich sehr viel Spaß!

Ich werde es selbst, wie gesagt, nicht schaffen, aber dafür werde ich mich dann auf eine andere Mission begeben, denn ich plane Bumsi mit nach Colorado zu nehmen und ein paar nette Bilder mit Bergen und Wapitihirschen zu schiessen. Die Dokumente werden natürlich hier veröffentlicht – und mit etwas Glück dann auch im Fernsehen beim wunderbaren Arnd Zeigler.

Achja, und wenn ich viel Glück habe, mache ich sogar wieder einen Zufallsfund wie bei meinem letzten Trip nach Colorado und finde wieder einen VfB-Wimpel.

Schwaben gibt es überall...

Schwaben gibt es überall...

[Für urlaubsreisende VfB-Fans natürlich noch der Fundort: Die Box Canyon Lodge im beschaulichen Ouray, mitten in den Bergen Colorados]

Bundesliga 09/10, ST08: SV Werder Bremen.

Wenn der VfB selbst Heimspiele gegen Werder Bremen nicht mehr gewinnt, dann muss wirklich etwas im Argen liegen. Schließlich waren die Hansekicker von der Weser in den letzten Jahren, selbst wenn es insgesamt nicht so gut lief, eigentlich immer sehr gerne gesehene Gäste und wurden mit zahlreichen Gastgeschenken im Gepäck nach Hause geschickt.

Das aber ist Vergangenheit. Die Realität… die triste, graue Realität sieht leider ganz anders aus und bestand am heutigen Sonntag im Wesentlichen aus einer konsternierenden Lehrstunde im heimischen Oval Hufeisen.

Denn wie man tollen Offensivfußball mit displinierter, konzentrierter und leidenschaftlicher Defensivarbeit kombiniert und so einen Gegner nahezu über das komplette Spiel wirkungslos und überfordert aussehen lässt, das haben leider an diesem Tag nur die Mannen in den grünen Trikots gezeigt. Die Spieler mit dem roten Brustring auf dem Leibchen waren hingegen bis auf ganz wenige Situationen einfach nur schlecht und eines Teams, das höhere Ambitionen hat, nicht würdig.

Dementsprechend bin ich heute einfach nur gefrustet und habe keine große Lust mich ein weiteres Mal mit den Schwächen des VfBs in der Saison 2009/2010 auseinanderzusetzen, denn wir haben all dies, was heute zu sehen war, schon in beinahe jedem Spiel dieser Saison immer wieder zu Gesicht bekommen: Die individuellen Fehler in der Abwehr, die unmittelbar zu Gegentoren führen, die aber auch immer wieder kollektive Fehler sind (Boka gegen Pizarro im Kopfballduell? Hunt völlig frei nach einem schnell ausgeführten Freistoß?). Die mangelnde Dominanz und Aggressivität im defensiven Mittelfeld bei Hitz und Khedira, die das Spiel nie in den Griff bekommen. Das schlampige Ausführen und das Verschleppen des Tempos im zentralen Mittelfeld (also auch im Wesentlichen Hitz und Khedira). Die unpräzisen Flanken von den Aussen, die schon seit Wochen ungefähr so häufig einen Mitspieler finden, wie Hertha eine Saison ohne Trainerwechsel übersteht. Die Stürmer, die sich ständig nach hinten fallen lassen müssen, um Bälle zu erkämpfen und wenigstens ein bisschen am Spiel teilzuhaben, dadurch aber in der Spitze fehlen (Pogrebnyak hat da heute sehr interessant nach seiner Einwechslung gegengearbeitet, indem er sich immer nach vorne bewegt hat – weg von den Pässen).

Das paart sich dann noch mit zaghaften Reaktionen seitens des Trainerteams, deren Auswechslung von Celozzi gegen Träsch durchaus korrekt war. Nur hätte man dann auch offensiv schneller reagieren müssen, und schon zur Pause Elson bringen sollen, der zwar kein absoluter Lichtblick war, aber doch zumindest ein gewisses Maß an Belebung brachte (was andererseits natürlich auch damit zu tun haben könnte, dass die Bremer zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz so intensiv nachgingen, wie es sonst im Spiel taten).

Grün ist ja eigentlich die Farbe der Hoffnung. Heute ist sie für mich die Farbe der Depression.
Deswegen suhle ich mich nun erstmal weiter in meinen herbstlichen Gefühlen und versuche den Schmerz mit ein wenig Musik zu lindern. Eine lange nicht mehr gehörte Waise. Die Älteren unter ihnen werden sich vielleicht noch erinnern.

Unirea Urziceni – VfB Stuttgart oder: Das Déjà-vu

Okay, vielleicht sollte ich nicht so kurz nach dem Spiel anfangen zu schreiben. Andererseits.. Was bitte war das denn? Als hätte jemand das Drehbuch vom Spiel gegen die Rangers für dieses Spiel wiederverwertet. Wieder eine frühe Führung, wieder stellt die Mannschaft danach das Fußballspielen ein und wird dafür aus eigenem Unvermögen bestraft.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: Bei Hilbert, bei dem auf einen  Pass zum Mitspieler circa zwei Fehlpässe folgten? Bei Boka, der sich in der zweiten Halbzeit defensiv angestellt hat wie ein Amateur? Bei Gebhart, der die Ungefährlichkeit in Person war und das Gegentor einleitete? Bei Hitzlsperger und Khedira, die mal wieder alles waren, nur keine Führungsspieler? Bei Marica und Pogrebniak, die das ganze Spiel über unsichtbar blieben? Bei dem sonst so sicheren Delpierre, der das Gegentor (mit-)verschuldete? Oder doch bei Markus Babbel, mit dessen Arbeit ich zum wiederholten Male nicht zufrieden war?

Dass Celozzi erneut für Träsch aufgeboten wurde, kann ich noch nachvollziehen. Aber wieso darf Schieber, in Frankfurt noch überragend, nicht von Beginn an spielen? Und wieso stattdessen Marica, der – und das sollte keinen überraschen – wiedereinmal enttäuschte. Wie soll man einer Mannschaft Sicherheit geben, wenn man die Spieler, die am besten in Form sind, nicht spielen lässt?

Außerdem: Wieso schafft es Babbel nicht, der Mannschaft in der Pause neue Impulse zu geben? Die Mannschaft spielte nach der Pause genau so wie davor: unkonzentriert, ohne Laufbereitschaft, ohne Selbstbewusstsein. Dafür, dass das Gegentor direkt nach der Pause fiel, kann Babbel nichts, wohl aber für die Einstellung der Mannschaft.  Gerade er mit seiner Erfahrung sollte doch wissen, dass das bloße Verwalten von 1:0 Führungen in der Champions League einfach nicht genug ist. Wieso schafft er nicht, das auch seiner Mannschaft einzubläuen? Oder versucht er erst gar nicht?

Enttäuscht war ich auch von den (nicht durchgeführten) Auswechslungen. Wenn man merkt, dass die Mannschaft das Spiel aus der Hand gibt, wieso bringt man einen Schieber dann wenigstens nicht schon zu Pause? Und wieso lässt man die zwei weiteren Auswechslungen ungenutzt? Kandidaten hätte es durchaus genug gegeben (siehe oben). Vertraut Herr Babbel seiner eigenen Bank nicht? Traut er einem Jan Simak nicht zu, bessere Pässe zu spielen als ein Roberto Hilbert an diesem Tag und dass seine Standards besser sind als die von Hitzlsperger? Glaubt er nicht, dass ein Träsch selbst auf links defensiv besser ist als Boka? Und wieso ist Kuzmanovic im Kader, obwohl er in den letzten Spielen weiß Gott nicht überzeugt hat? Wieso bekommt nicht Elson mal wieder eine Chance? Und was ist eigentlich mit Sebastian Rudy, der für die Mannschaft ja angeblich so wichtig ist, dass er nicht mit zur U20-WM durfte? Wieso probiert man es, wenn nach vorne nichts geht, nicht mit 3 Stürmern wie zum Schluss gegen Lübeck, oder mit einer Mittelfeldraute, damit im Mittelfeld wieder mehr Anspielstationen sind?

Als ich anfing, diesen Artikel zu schreiben, hatte ich eigentlich nicht vor, mich so über unseren Trainer Teamchef auszulassen oder ihn in Frage zu stellen. Aber ich finde jede einzelne dieser Fragen berechtigt.  Markus Babbel scheint im Moment nicht in der Lage zu sein, auf Spielentwicklungen zu reagieren. Woran es liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es mich fürchterlich aufregt.

Bundesliga 09/10, ST07: SG Eintrach Frankfurt.

Nachdem wir in der vergangenen Woche gegen die bis dahin sieglosen Kölner verloren hatten, war es ja eigentlich nur logisch, dass wir nun die bis dahin ungeschlagenen Frankfurter besiegen würden.

Gut, dass es so „leicht“ werden würde, wie es sich am Samstag dann tatsächlich darstellte, das konnte man natürlich nicht erwarten. Denn wer nur sich das Spiel nur oberflächlich anschaute, der hätte wohl eher vermutet, dass die Leute in den rot-schwarzen Trikots der VfB Stuttgart wären und nicht in den weißen Hemden. So verunsichert, leidenschaftslos und fehlerbehaftet traten nämlich zuletzt in der Regel unsere Schwaben auf und nicht die jeweiligen Gegner.

Doch Samstag war scheinbar irgendetwas anders, denn der VfB trat von Beginn an dominierend auf, behielt aber (sicherlich dank der frühen Tore) dieses Mal, im Gegensatz zu manch anderem Spiel, wie gegen Glasgow, das Heft des Handelns die kompletten 90 Minuten über in der Hand. Und das war sicherlich mit die erfreulichste Erkenntnis des Wochenendes – zumindest für uns VfB-Fans.

Erstaunlich war aber erstmal die erneut heftige Rotation, die Babbel bei der Aufstellung der Mannschaft vornahm. Angeblich wollte er dies ja eigentlich einstellen, damit sich die Mechanismen mal ein wenig besser einspielen können – doch das war wohl nur eine Ente, denn Babbel stellte dieses Mal gleich 6 neue Spieler im Vergleich zum Pokalspiel unter der Woche auf. Dabei am überraschendsten war sicherlich der Tausch des kompletten Sturmduos mit der Entscheidung zugunsten von Marica und Schieber – von denen vor allem letzterer natürlich einen sehr guten Tag erwischte. Im Mittelfeld bekam hingegen Kapitän Hitzlsperger mal wieder die Chance von Beginn an und lieferte eine seiner besten Saisonleistungen ab. Die Denkpause schien ihm sichtlich gut getan zu haben. Hoffentlich kann er dies aber auch in den kommenden Spielen bestätigen.
Und auch in der Abwehr setzte Babbel mit Celozzi statt dem zuletzt zwar grundsätzlich sehr brauchbaren, aber doch auch immer mal für einen Schnitzer gut gewesenen Träsch, auf das richtige Pferd.

Selbstverständlich muss man das positive Ergebnis natürlich ein Stück weit insofern relativieren, als dass uns einige Ereignisse sehr stark in die Hände spielten. Das begann natürlich mit teils krassen Aussetzern in der Frankfurter Defensive, die die beiden Tore von Schieber begünstigten und fand seinen Höhepunkt dann im sehr frühen und doch etwas harten Platzverweis für den Frankfurter Abwehrspieler Marco Russ. Mit noch knapp einer Stunde Restspielzeit, zwei Toren Rückstand und einem Spieler weniger, wurde es für die Hessen so natürlich extremst schwer, noch einmal ins Spiel zurück zu kommen.

Aber man muss auf der anderen Seite eben auch konstatieren, dass wir selbst in den letzten Spielen oft genug durch dumme Fehler Gegentore begünstigt haben, so dass es durchaus in Ordnung war, dass der VfB davon dieses Mal profitieren konnte. Zudem muss man dann eben auch herausstreichen, dass die Stuttgarter trotz der so bequem wirkenden Ausgangsposition nach 33 Minuten eben nicht haben locker gelassen und dadurch den Gegner ins Spiel zurück haben kommen lassen, wie es in anderen Spielen der Fall. Sondern man blieb am Drücker und legte es darauf an -wenngleich nicht über die komplette Restlaufzeit mit voller Kraft- den Torestand bis zum Ende zu erhöhen. Dass dies bis auf den Gewaltschuss von Hitzlsperger nach schöner Übersicht von Khedira nicht mehr klappte, ist vielleicht der einzige Wermutstropfen, den man an diesem Nachmittag aus sportlicher Hinsicht bei uns zu verzeichnen hatte. (Dem anderen „Wermutstropfen“ habe ich mich ja schon in einem anderen Eintrag gewidmet – Vollidioten)

Jedenfalls gibt das positive Auftreten vom Samstag nun Anlass zu etwas mehr Optimismus für die nähere Zukunft. Ich kann nur hoffen, dass sich das Team (im Grunde so wie vor einer Woche erwünscht) Selbstvertrauen aus den beiden Siegen gegen Lübeck und Frankfurt ziehen wird und mit breiter Brust am Dienstag die Rumänen in Urziceni schlagen wird. Denn auch das wird wieder ein sehr entscheidendes Spiel für das Abschneiden in der Champions League. Gewinnt man dort nicht, dann wird es nämlich extrem schwer, das Achtelfinale zu erreichen. Aber daran sollte man erst einmal keine Gedanken verschwenden, denn diesen Gegner muss man schlagen.

Gelingt dies, kann man zudem wiederum mit weiterem Auftrieb dann ins nächste, sehr wichtige Duell gegen Bremen gehen. Ein Sieg dort und dann wäre man auch in der Liga wieder halbwegs auf Kurs und endlich wieder in der oberen Hälfte der Tabelle.

Die „Krise“ jedenfalls ist erst einmal vertagt. Die Medienhyänen dürfen sich nun gen Dortmund und Berlin wenden.

PS: Schönes Debüt von Clemens Walch, der noch ein, zwei gute Aktionen zeigen durfte nach seiner Einwechslung.