Aktion Libero.

16 Nov

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

Schuldzuweisungen.

8 Nov

Seit nunmehr drei Bundesligaspielen ist der VfB Stuttgart sieglos und scheint damit auf dem besten Weg zu sein, den relativ erfolgreich gestalteten Spätsommer und Frühherbst wieder ein bisschen zu negieren.
Stellt sich die Frage, woran das liegt, wer schuld ist?

Und die Antwort ist einfach: Ich.

Schließlich weilte ich zwischen Mitte September und Mitte Oktober satte 4 Bundesligaspieltage lang in den USA. Vier Bundesligaspieltage, an denen der VfB drei Siege und nur eine Niederlage gegen die Reserve von Chelsea einfuhr. Seit meiner Rückkehr auf diesen schönen Kontinent allerdings folgten dann eben leider zwei Remis gegen Nürnberg und Dortmund, sowie die schmerzhafte Niederlage am vergangenen Freitag beim Krisenverein Mainz.

Dementsprechend liegt die Lösung, den VfB wieder in die richtige Spur zu bringen, tatsächlich auf der Hand:
Überweist einfach jeder 50 Euro zur Subventionierung meiner Flugkosten auf das folgende….

Aber lassen wir mal das Scherzen beiseite und auch Krisengerede will ich hier eigentlich gar kein Forum bieten.
Nürnberg war zwar definitiv eine ziemliche Enttäuschung in spielerischer Hinsicht, hatte aber zumindest den Lichtblick zu bieten, dass das Team nach dem zweiten Rückstand nochmal Reaktion gezeigt hat.
Das Heimspiel gegen Dortmund wurde zwar auch nicht gewonnen, aber zumindest zeigte das Team eine über weite Strecken des Spiels wirklich hervorragende spielerische und kämpferische Leistung – gegen einen Gegner, der wohl zum stärksten gehört, was die Liga derzeit zu bieten hat.

Das letzte Spiel in Mainz nun -die erste Niederlage seit fast eineinhalb Monaten- kann und muss man in erster Linie wohl unter der Kategorie „Freakergebnis“ verbuchen, denn unter normalen Umständen hätte der VfB das Spiel vermutlich nicht verloren, eventuell sogar gewonnen. „Normale Umstände“ soll dabei natürlich auf die indiskutable Leistung von Schiedsrichter Guido Winkmann anspielen – aber das Thema ist nun wahrlich zur Genüge ausdiskutiert worden, daher möchte ich auf diesem toten Gaul auch nicht weiter rumreiten.

Kaufen kann man sich davon natürlich nichts, aber es lohnt sich in der Retrospektive zumindest noch einmal einen Blick darauf zu werfen, um eventuell ein paar Lehren daraus zu ziehen.

Die Frage, die sich mir zumindest stellte, war diejenige, warum sich das Team zwischen der 54. und 64. Minute derart aus dem Konzept hat bringen lassen. Klar, es ist nachzuvollziehen, dass die Spieler sauer waren und sich über die Entscheidungen des Schiedsrichters aufregten, aber das rechtfertigt nicht, dass die Spieler nach dem albernen Elfmeter für kurze Zeit derart auseinandergeflogen sind, dass sie mehrfach in höchste Not defensiv gerieten und sogar noch das 3:1 fingen. Das war eine Zeit lang wirklich erschreckend kopflos und sollte Labbadia und Co. zu denken geben, da vielleicht ein bisschen dran zu arbeiten.
Und natürlich ist mir klar, dass das eine ziemliche Ausnahmesituation war und das habe ich ja auch schon „honoriert“ mit der Bezeichnung als Freakergebnis – aber gerade das letzte Wochenende hat ja wieder mehr als deutlich gezeigt, dass mit einseitigen Benachteiligungen durch Schiedsrichter jederseits zu rechnen ist. Und da muss das Team einfach eine gewisse mentale Stabilität entwickeln, sich davon nicht für ca. 10-15% des Spiels komplett aus der Bahn werfen zu lassen.
Da sind dann auch Spieler wie William Kvist, Serdar Tasci, Khalid Boulahrouz und ja auch Cacau gefragt, den Laden zusammenzuhalten.

Dann fängt man sich trotz der zwischenzeitlichen Benachteiligung eventuell nicht dieses unfassbar dumme dritte Gegentor, weil Molinaro da nicht so zögerlich agiert. Zudem hätte man mit mehr Struktur und Kopf wahrscheinlich auch noch mehr aus den zahlreichen Chancen machen können, die man im Schlussdrittel der Partie noch hatte – so dass das Spiel trotz Winkmann nicht hätte verloren gehen müssen.

Natürlich ist das graue Theorie, aber es ist -meiner bescheidenen Ansicht nach- einer der Ansätze, die man als Trainerteam nach diesem so verlaufenen Spiel verfolgen sollte, um mit solchen Situationen, die so oder so ähnlich unter Garantie wieder kommen werden, besser umgehen zu können.

Nun ja, erst einmal geht es jetzt mit der Niederlage in die Länderspielpause und hat damit zwei Wochen Zeit um an diesen, aber auch ein paar anderen Dingen zu arbeiten, bevor man dann mit dem FC Augsburg eine Pflichtsiegaufgabe vor der Brust hat. Mit einem Sieg dort kann man wieder Anschluss an das Verfolgerquartett gewinnen, was durchaus wichtig ist, wenn der VfB in dieser Saison ein paar Worte in Sachen internationales Geschäft mitreden möchte. Zumal an diesem Wochenende 1 und 2, sowie 3 und 4 gegeneinander spielen werden.

 

Eupho-rien.

24 Okt

In der vergangenen Woche interviewte mich Alex von den Clubfans United für ihren Blog zum anstehenden „kleinen Süd-Derby“ (Zitat: kicker.de) und schon die erste Frage brachte  mich stark ins Schwitzen. Er fragte nämlich, wie denn die Stimmung derzeit im Ländle sei in Sachen VfB.

Nun bin ich ohnehin schon selten wirklich repräsentativ, so als Exil-VfB-Fan, aber diesmal war es so, dass das letzte VfB-Spiel, von dem ich mehr als das Ergebnis mitbekommen hatte, der 3:0-Sieg gegen Hannover 96 war, am 5. Spieltag. Danach weilte ich bis Mitte vergangener Woche in den USA und habe dementsprechend selten mehr als das Ergebnis nachlesen können.

Als ich mir allerdings (nach dem Interview) die Blogeinträge, Forenkommentare und Tweets der geschätzten Mit-VfB-Fans so durchlas, dann kam mir der Verdacht, dass ich vermutlich ohnehin keine eindeutige Stimmungslage hätte ausmachen können. Und da half auch der samstägliche Auftritt bei den Clubberern nicht viel.

Irgendwie scheint es mir nämlich so, dass alle VfB-Fans derzeit nicht so richtig wissen, woran sie sind mit dem VfB und was sie mit der bisherigen Saison so anfangen sollen.

Einen Großteil der „Schuld“ daran trägt, da lehne ich mich mal aus dem Fenster, vermutlich die Person Bruno Labbadia, bzw. die mit ihm verbundenen Erwartungen, oder vielmehr das Mißtrauen, dass ihm die große Mehrheit der VfB-Fans entgegenbringen dürfte.

Während ich mit Gross in erster Linie Respekt für seine Fachkompetenz verband, bei Babbel lange Zeit eine große Sympathie für seine Art und seine Begeisterungsfähigkeit hegte und selbst bei Veh natürlich noch lange der Meistertitel nachhallte, verbinde ich mit unserem heutigen Trainer in erster Linie ein Gefühl der Reserviertheit (um nicht zu sagen grundsätzlicher Skepsis). So dürfte es vermutlich der Mehrheit gehen, und das ist natürlich keine gesunde Basis, um so etwas wie Euphorie zu erzeugen.

Das mag unfair erscheinen in Anbetracht der teils tollen und insgesamt sehr erfolgreichen Rückrunde unter Labbadia, aber so ist nun mal die interne Gefühlslage. Zumal die bisherige Saison eben dem Vernehmen nach in Sachen Resultate zwar als sehr erfolgreich zu bezeichnen ist (bester Saisonstart seit der Meistersaison…), aber eben spielerisch -allem Vernehmen nach- nur wenig überzeugend verlief. Dem Spiel der Mannschaft fehlt der Esprit, es fehlen die positiven Identifikationsfiguren und zudem gibt es diverse kleinere Nebenschauplätze, die ein insgesamt nicht sonderlich gutes Gefühl hinterlassen, das dadurch verstärkt wird, dass man -mindestens unterbewusst- ständig auf den Labbadia-typischen Einbruch der Mannschaft wartet.

Letzteres schien am Samstag endlich so weit zu sein, als der VfB erst zum ersten Mal seit dem Leverkusen-Spiel in Rückstand geriet und eine absolut unterirdische erste Hälfte ablieferte, die offensiv jeder Beschreibung spottete und defensiv eigentlich gut war – wenn da nicht die altbekannten Schwächen bei Standards gegen uns gewesen wären…
In der zweiten Hälfte schien es dann erst einmal besser zu werden, auch wenn es dann ein mindestens glücklicher, wenn nicht unberechtigter Handelfmeter war, der zum Ausgleich führte. Das Spiel schien sogar kurzzeitig dabei zu sein zu unseren Gunsten zu kippen – wenn da nicht wieder die altbekannten Schwächen bei Standards gegen uns gewesen wären…

Dass es am Ende doch noch zum erneuten Ausgleich reichte, hatte ich nicht mehr zu hoffen gewagt. Womöglich war der Treffer zum 2:2 von Maza begünstigt durch die Unerfahrenheit der von zahlreichen Verletzungen gebeutelten Nürnberger Mannschaft, aber dennoch hat mir der Kampfgeist des VfB-Teams schon ein wenig imponiert, sich auch nach zwei Rückständen nicht aufzugeben.

Ich habe keine Ahnung, wo es diese Saison für den VfB lang gehen wird. Mit Platz 5 und 17 Punkten ist die Ausgangslage rein mathematisch überdurchschnittlich gut und auch im Pokal sollte bei einem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (bei allem Respekt) ein Weiterkommen absolute Pflicht sein.

Auch ich schließe mich übrigens den Forderungen an, dass Timo Gebhart am Mittwoch im Pokal dringend mal wieder etwas Einsatzzeit bekommen muss. Darüber hinaus fehlt es mir an Hintergründen, um die Situation um ihn herum einschätzen zu können, aber ich hoffe, dass Labbadia wieder verstärkt auf ihn setzt, da seine Art und sein Spielstil unserer Offensive eigentlich nur gut tun kann.

Am kommenden Samstag steht mit der zuletzt wieder stabilisierten Borussia aus Dortmund, die zwei Punkte vor uns liegen, ein ziemlich harter Prüfstein an. Ich bin gespannt, ob wir das spielstarke Team knacken können.

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App-es Neues

21 Sep

Der „Mein-VfB“-App war der erste App, für den ich Geld gezahlt habe.
Ja, wahrscheinlich gehöre ich auch zu den Personen, laut Studie, bei denen, wenn sie ein Applezeichen sehen, dieselbe Gehirnregion aufleuchtet, die bei anderen Menschen den Bereich der Gläubigkeit markiert. Da fand ich es echt eine tolle Idee von den Stuttgarter Zeitungen, einen VfB-App zu kreieren, den ich nun besitze. App-solut app-gefahrene Idee!
Und der App lohnt sich. Ich kann täglich die Sportseiten der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten einsehen, darüber hinaus habe ich noch einen Live-Ticker und weitere Daten (Kader, Stadion, Verein) zu meinem Lieblingsverein.
Aber bisher gibt es noch Dinge, die mich stören (ja, da kann ich meine tauberfränkische Herkunft nicht verleugnen).
Aus technischer Sicht dauert es im Smartphonezeitalter eine Ewigkeit, bis der App geladen ist. Teilweise finden sich tagelang keine neuen Bericht. Dann sind sie verschoben oder falsch dargestellt. Hier sollte unbedingt noch an der Übertragung und der Darstellung gearbeitet werden, ansonsten wird diese Warterei zu eine nervigen Angelegenheit.
Wenn man täglich die Berichte – und eine Zeitung ist ja dazu angehalten, in ihrem Sportteil täglich über den Lokalverein zu berichten – über den VfB liest, stellt man Muster fest, die etwas opportunistisch riechen: Die vermeintliche Krise wie der vermeintliche Aufschwung werden medial von den Sportredaktionen befeuert, ohne dass ein eigener Standpunkt klar markiert wird. Beispielsweise wurde nach dem ersten Spieltag von der StZ schon fast wieder alles in den Himmel gelobt, während nach der Niederlage gegen Hertha alte Schreckensbilder an die Wand gemalt wurden und Berichte verfasst werden, inwieweit die Vorsaison sich wiederhole.
Ein ständiges Auf und Ab, das durch jedes Ergebnis neu angefacht wurde, egal, ob die Richtung jetzt nach unten oder nach oben zeigte. Dadurch werden diese Berichte beliebig. Klar ist festzuhalten, dass ein Redakteur täglich ein Bericht rund um den VfB verfassen muss, aber dabei immer nur nach dem berühmten Fähnlein im Wind zu wehen, ist doch etwas zu einfach. Und die ewige Mär von dem Bauen auf die Jugend, so wie es die StZ gebetsmühlenartig vorbringt, ist mir zu kurz gedacht, jedes Interview zielt auf die Lippenbekenntnisse für die Jugend, bringt aber keinen Standpunkt mehr in eigener Sache. Schlägt man die Süddeutsche wiederum auf, ist man happy über die gelieferte Hintergrundinfo, hier wurde ich beispielsweise über Lenos Zukunftspläne deutlich besser informiert als in der StZ. Fredi Bobic sei in einer Zwickmühle gefangen, die ihm in dieser Torwartfrage praktisch nachts kein Auge mehr zumachen lasse, während die SZ lapidar feststellte, dass Leno ab 1. Januar wieder beim VfB sei und Bayer überhaupt nicht jeden Tag um ihn buhle.
Alles in allem würde ich mir mehr Gedankengänge bei der StZ wünschen, inhaltlich wie in technischer Hinsicht. Ansonsten kann ich den VfB-App nur empfehlen.
Und bevor ich mich jetzt noch über den leserunfreundlichen Kicker-App aufrege, ende ich hier lieber mit meinem fränkischen Ton;)

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Ernüchtert.

22 Aug

Ich habe mich am Samstag Abend kräftig betrunken.

Das lag allerdings nicht direkt am Spiel des VfB, sondern eher daran, dass ich seit langem mal wieder in der alten Heimat war. Dies bedeutet dann allerdings auch gleichzeitig, dass ich, in Gesellschaft von Fans des 1. FC Köln, Werder Bremen und auch Bayer Leverkusen, leider nicht in der Lage war das VfB-Spiel einzeln zu sehen, sondern nur im Rahmen der Konferenz auf Sky.  Da man dort kein wirkliches Bild vom Spiel bekommt und ich zudem nicht wirklich Zusammenfassungen schauen konnte, sind meine Eindrücke der Leistung des VfB doch eher sehr oberflächlichen Charakters.

Das sei einmal vorangestellt zur Einordnung der folgenden Sätze. Schließlich bin ich nun mal Blogger und da muss ich ja eine Meinung haben, egal wie unfundiert sie sein mag.

Dass der VfB am Samstag als Verlierer den Platz verlassen würde war dabei ja eigentlich schon vorher absehbar gewesen. Zumindest wurde im Vorfeld die Statistik, dass Bayer Leverkusen in Stuttgart so häufig gewonnen hat, wie sonst nirgendwo ausserhalb der Farbenstadt. Und auch unabhängig der statistischen Vorzeichen hatte ich schon vor einer Woche nicht gerade euphorisch auf das Spiel geblickt.

Und auch in der Konferenz selbst musste man dann schnell den Eindruck gewinnen, dass der VfB das unterlegene Team war, dem nicht viel einfiel.

Blickt man dann allerdings im Nachhinein auf die Statistiken des Spiels, dann wirkt es rein von den Werten her, doch recht ausgeglichen: Beide Teams mit 11 Torschüssen (die zudem noch fast identisch verteilt sind), 50,7% zu 49.3% Ballkontakte, 360 zu 348 Pässe, sowie 51,1% zu 48,9% gewonnene Zweikämpfe (jeweils zugunsten von Leverkusen – aber eben sehr eng). Einziger wirklich auffälliger Ausreisser ist die Abseitsstatistik: Satte sieben Mal befanden sich Stuttgarter Spieler im Abseits, Leverkusen bekam keine einzige Situation wegen Abseits abgepfiffen.

Nun ja, Bruno Labbadia sagte ja schon im Vorhinein, dass das Spiel wahrscheinlich durch Kleinigkeiten entscheiden werden würde – und in Anbetracht der statistischen Werte kann man diese Vorhersage durchaus als „eingetroffen“ bewerten.

Zur großen Freude der Sportpresse war diese Kleinigkeit dann natürlich ausgerechnet (AUSGERECHNET!!1) ein Torwartfehler des zuletzt doch sehr überzeugenden Sven Ulreich. Damit war natürlich die Story schon quasi geschrieben, blieb doch im gleichen Spiel die eigentliche Nummer 3 des VfB, derzeit ja in Diensten von Leverkusen, zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor.

Wie geschrieben, ich konnte nicht das komplette Spiel sehen, aber der VfB hat den Zusammenfassungen nach zu urteilen wenig gute Bälle auf das Tor der Leverkusen bekommen, so dass ich mir über Bernd Leno weiterhin kein wirkliches Urteil bilden mag nachdem er schon gegen Bremen nur einen Torschuss auf den Kasten bekam. Ich hoffe, das ändert sich in den nächsten Wochen noch ein wenig, damit man sehen kann, wie er in entsprechenden Situationen wirklich agiert. Wenn er die Vorschusslorbeeren wirklich bestätigen kann und zudem Ulreich weiterhin den einen oder anderen Patzer einbauen sollte, dann könnte es in der Winterpause wirklich spannend werden.

Was mich allerdings weit mehr aufgeregt hat als der Fehlgriff von Ulreich, war die Unbeherrschtheit von Boulahrouz kurz vor Schluss, die zum Platzverweis geführt hat. Klar, ich kann seinen Unmut nachvollziehen, zumindest aus der Distanz (ich hatte leider nur die Totale) sah das nach einem normalen Tackling aus. Dennoch DARF er sich da nicht zu einer solchen Aktion hinreissen lassen, die ihm gut und gerne einen glatten Platzverweis hätten einbringen können. So fehlt er „nur“ am Freitag im Auswärtsspiel bei Hertha – und das ist schon schlimm genug.
Denn die ohnehin dünne Personaldecke der Defensive ist dadurch noch schmaler geworden, so dass hinter Celozzi nun ein Rechtsverteidiger aus dem zweiten Team nachnominiert werden müsste.

Und als wäre das nicht schon genug, hat sich Patrick Bauer, Innenverteidiger, beim Training mit der ersten Mannschaft heute auch noch die bizarre Verletzung namens „Augapfelprellung“ zugezogen, wohl nach einem Zweikampf mit Pawel Pogrebnyak. Er fällt ebenfalls sicher für Freitag aus.
Damit stehen wir derzeit -sollte Serdar Tasci die Woche blessurenfrei überstehen- bei 5 etatmäßigen Verteidigern (RV Celozzi, 2x IV Maza & Tasci , 2x LV Molinaro & Boka), die am Freitag aller Voraussicht nach dann durch weitere Nachrücker aus der zweiten Mannschaft „aufgefüllt“ werden. Mal schauen, welche der Namen Geyer, Vier, Vecchione oder gar Lang wir am Freitag auf der Kaderliste sehen werden.

Mein Gefühl ist derzeit doch sehr indifferent was die Perspektiven angeht. Sowohl was die generellen Aussichten angeht, als auch kurzfristig aufs Hertha-Spiel bezogen.

Natürlich müssen wir unter normalen Umständen den Aufsteiger Berlin schlagen können, selbst mit der derzeit dünn besetzten Abwehr und der noch fehlenden Struktur in der Offensive. Aber man ist als VfB-Fan dann doch irgendwie vorsichtig geworden was das erste Saisondrittel angeht und ich kann nur hoffen, dass das eine Misserfolgserlebnis jetzt nicht wieder die übliche Spirale nach sich zieht. Noch eine solche Saison wie die letzte ertrage ich nicht. Das dürfen dieses Mal ruhig die Hamburger oder so übernehmen…

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